Aufräumen im Kindergarten

Punkte die in keine andere Kategorie passen :)

Aufräumen im Kindergarten

Beitragvon amaria » Freitag 13. Juli 2012, 08:28

Hallo!

Auf Erzieherin.de können regelmäßig Beiträge aus soeben erschienenen Fachzeitschriften Beiträge heruntergeladen werden. Hier nun der Hinweis auf einen aus der TPS von Gerlinde Ries-Schemanaida, verbunden mit der Frage, wie ihr es in den Einrichtungen mit dem Aufräumen haltet?

http://erzieherin.de/aufraeumen.php

Ein wichtiges Thema, zu dem noch viel mehr Tipps beigesteuert werden können!

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer
amaria
Stammgast
 
Beiträge: 7170
Registriert: Samstag 12. Juni 2010, 15:17

Re: Aufräumen im Kindergarten

Beitragvon amaria » Donnerstag 26. Juli 2012, 19:21

Hallo!

Ist Aufräumen out? Ich wundere mich gerade, dass hier noch keine Antwort eingestellt wurde. - Andere, deren Fragen in den letzten Tagen nicht beantwortet wurden, könnten diese ebenfalls noch einmal nach oben holen, denn viele Fragen waren unter "Aktive Themen" leider für kurze Zeit zu sehen, da recht viele Stellenangebote eingestellt wurden.

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer
amaria
Stammgast
 
Beiträge: 7170
Registriert: Samstag 12. Juni 2010, 15:17

Re: Aufräumen im Kindergarten

Beitragvon Lenina » Donnerstag 26. Juli 2012, 21:10

Interessante Tricks der KInder :-)

Ich find ja, aufräumen wird überbewertet :kicher:

Aber im Ernst: Wie geschrieben wurde hat jeder sein eigenes Maß an Ordnung. Ich bin eher einer von denen, die mit ner gewissen Grundunordnung prima zurecht kommt und muss mir häufiger ins Gedächtnis rufen, dass es den anderen nicht so geht. Aber das kann ich als reflektierte Erwachsene natürlich immer :lach: leisten.

Bei den Kindern achte ich da aber viel mehr drauf. WIr haben nie viel Spielzeug in den Räumen sondern lassen die Kinder lieber auch mal mit Dingen spielen, die sie finden. Erstaunlich, wie lange sich die Kleinen mit einer Sache beschäftigen können.

Und da gilt dann immer die ungeschriebene Regel: Bevor etwas anderes geholt wird, wird das alte weggeräumt. Und das funktioniert. Ist es manchmal mehr geworden, weil man nicht den genauen Überblick behalten hat, dann mache ich es oft so, dass ich ein Spiel mit den Kindern beginne: Ooooh, ich hab so Hunger, wer kann mir denn etwas zu essen bringen? (Wir haben einen Korb mit Holzfrüchten, die gerne mal verteilt herum liegen.) Und dann werde ich von allen Kindern gefüttert und dann legen sie es in den Korb. Und schon ist aufgeräumt.
Manchmal stößt man natürlich auch auf Widerstand, gerade wenn es um eine einzige letzte Sache geht, die partout nicht von dem einen Kind weggeräumt werden will.
Manchmal erkedigt es sich dann dadurch, dass eines der anderen Kinder es entdeckt und aufräumen will, da geht dann ganz schnell der Besitzanspruch los und das erste Kind stürzt sich drauf zum Wegräumen.
Oder ich sage dem Kind einmal, was ich von ihm möchte und lasse es dann in Ruhe. Hindere es nur daran, ein anderes Spiel aufzunehmen. Was es in der Zeit macht, spielt für mich keine Rolle. Durch die Reduzierung der WIchtigkeit nehme ich dem Konflikt zwischen mir und dem Kind den WInd aus den Segeln. Oft ist es ja auch nur ein: Nein, ich mache jetzt nicht, was du tust. Und geht man nicht mehr drauf ein, flaut es ab.

Früher im Kindergarten habe ich im Bauzimmer gearbeitet. Da war manchmal schon ganz schönes Chaos. Ich habe dann ein RItual eingeführt. Ca. 10 minuten vor dem Mittagessen habe ich mir alle Kinder zusammengeholt und mir mit ihnen das Zimmer angeschaut. Dann sollten die Kinder entscheiden, wie lange sie wohl für das Aufräumen brauchen: Zähl bis 150 z.B.
Dann habe ich ein Startkommando gegeben und angefangen zu zählen. Immer nur die Zehner laut, so dass die Kinder wussten, wie lange es noch dauert und ich meine Stimme schonen konnte. Nebenbei konnte ich so noch Tipps geben.
Zum Schluss wurde ich, wenn ich sah, sie haben sich bemüht, aber es reichte nicht, etwas langsamer gezählt, aber durchweg.
Haben sie es dann in der Zeit geschafft, alles aufzuräumen und sich wieder zu mir zu setzen, haben wir noch ein Spiel nach ihren WÜnschen gespielt, hat es nciht geklappt, war keine Zeit mehr dazu.
So hat es meistens gut geklappt.

(SO, fertig mit Roman, man verzeihe mir den ein oder anderen übermütigen Witz - das Wetter macht mich grad kirre :kappe: )
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:
Lenina
Schriftsteller
 
Beiträge: 1147
Registriert: Samstag 2. Juli 2011, 15:16

Re: Aufräumen im Kindergarten

Beitragvon gazelle » Samstag 30. Januar 2016, 17:06

...obwohl schon älter, denke ich ein aktuelles, tägliches Thema.
In der Kindergartengruppe bin ich noch relativ neu ca. 3 Monate und das Aufräumen ist auch Thema. Ich habe unterschiedliche Herangehensweisen, Beobachtungen und Erfahrungen in meiner Zeit sammeln können.

1. Sich darüber bewusst sein, dass man Vorbild ist, also beim Aufräumen auch mit Anpacken, seine Dinge auch verräumen

2. Freispielführung heisst für mich unter anderem, die Kinder im Freispiel zu begleiten und Impulse zu setzen, das Spiel im Fluss zu halten, es bringt mehr Ruhe, wenn ich z.B. beobachte eine Gruppe Kinder hat in der einen Ecke angefangen zu spielen und im Rahmen ihres Rollenspiels sind sie nun gewandert in eine andere Ecke, in der aber noch Rückstände ihres Spiels zu finden sind. Hier habe ich zwei Möglichkeiten a) Kinder herbeiholen und ihr Spiel unterbrechen, auffordern aufzuräumen, nach dem Motto:'Ihr habt dort gespielt, ihr müsst aufräumen oder b) mein Interesse das das Spiel im Fluss bleibt und Ruhe in der Gruppe ist überwiegt, also frage ich nach, oder beobachte weiter und räume die Ecke eventuell selber auf. Dies kann für andere Kinder ein Impuls sein, da sie z.B. Interesse an den Dingen bekomme, die ich gerade in der Hand zum wegräumen habe.

3. Alter berücksichtigen, denn gerade Kinder um die 3, sind gerne Kandidaten, die z.B. ganze Legokisten ausschütten, dieses dann liegenlassen und weiter durch die Gruppe streunern, dies entspricht ihrem Forscher-und Explorationsdrang, alles kennen lernen zu wollen. Ich sehe hier dann meine Aufgabe, Ihnen beim Aufräumen zu helfen in spielerischer Art und Weise z.B. als Bagger, die alles wieder aufgreifen.

4. Ein Bewusstsein dafür haben, dass das Ordnungsverständnis welches Kinder und welches Erwachsene haben unterschiedlich sein kann.

5. Evtl Reduzierung von Materialien, nachdem ich beobachtet habe, mit welchen Dingen die Kinder sich intensiv beschäftigen.

Insgesamt bin ich dem Thema gegenüber inzwischen gelassener geworden und weiss, dass es auf diese Art und Weise für mich ein wenig stressfreier und auch ruhiger in der Freispielzeit zugeht.

Bin gespannt auf eure Erfahrungen und Meinungen

LG

gazelle :winke: :winke: :winke:
gazelle
 
Beiträge: 39
Registriert: Donnerstag 4. November 2010, 19:31

Re: Aufräumen im Kindergarten

Beitragvon amaria » Mittwoch 8. Juni 2016, 19:59

Hallo Gazelle,

ich staune auch, dass diese lebenspraktische Tätigkeit hier so wenig Beachtung gefunden hat. Über drei Jahre lang gab es keinen Eintrag und deiner steht auch schon lange nicht mehr auf der Liste der aktiven Themen.

Auszubildenden habe ich gern dazu geraten, während einer Prüfung Kinder putzen oder aufräumen zu lassen. Guckt noch jemand von der Schule zu, geben Kinder sowieso ihr Bestes :wink: und manche Lehrer sind ja so dankbar, wenn sie nicht zusehen müssen, wie schon wieder eine Quarkspeise oder ein Obstsalat zubereitet wird.

Immer wieder kann man sehen, dass Kinder von selbst auf die Idee kommen, allein oder mit wenigen Freunden einen Bereich ganz besonders gründlich aufräumen zu wollen.

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer
amaria
Stammgast
 
Beiträge: 7170
Registriert: Samstag 12. Juni 2010, 15:17

Re: Aufräumen im Kindergarten

Beitragvon Kleine Maus » Samstag 22. Oktober 2016, 19:14

Wir haben ein Aufräumlied: 1,2,3 das spielen ist vorbei. Alle Kinder Groß und Klein räumen jetzt Spielzeug ein.
Kleine Maus
Schnuppernase
 
Beiträge: 50
Registriert: Donnerstag 20. Oktober 2016, 19:08

Re: Aufräumen im Kindergarten

Beitragvon amaria » Sonntag 1. Januar 2017, 12:34

Hallo!

Es gibt ein Buch namens "Magic Cleaning": https://www.amazon.de/Magic-Cleaning-ri ... 3499624818 In abgewandelter Form könnte es auch im Kindergarten gute Dienste leisten. Dort wird nicht dazu angeregt, Zimmer für Zimmer aufzuräumen, sondern es werden Gegenstände nach Kategorien auf einen Haufen gelegt und dann wird entschieden, ob ihr Besitz ein gutes Gefühl vermittelt.

Einmal alle Fachbücher und alle Bilderbücher auf einen Haufen. Alle Plastikspielzeuge... Alle didaktischen Spielmaterialien... Die Liste kann fortgesetzt werden.

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer
amaria
Stammgast
 
Beiträge: 7170
Registriert: Samstag 12. Juni 2010, 15:17


Zurück zu Ideen für die tägliche Arbeit

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste