Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon Frips Fuchs » Montag 2. April 2012, 18:52

moin,

ich gehöre zu den wenigen, die auch vor dem Feierabend quer denken und habe es nicht immer leicht.
Wer noch?
:winke:
Shalom
Frips

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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon amaria » Montag 2. April 2012, 19:11

Hallo Frips!

Wenn ich auf die Uhrzeiten sehe, zu denen ich schon Beiträge geschrieben habe, muss ich es schon vor Feierabend tun. - Aber nach Feierabend haben manche mehr Ruhe für das Nachdenken und Ausbrüten kritischer Gedanken.
Ein zweiter Thread zum Thema ist eine klasse Idee! Querdenken im Beruf wird dadurch besser erfasst. Handeln nach eigenen Vorstellungen ebenfalls.

Freundliche Grüße

amaria
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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon Rollokator » Mittwoch 2. Mai 2012, 20:02

Ich kenne das auch. Und habe es auch nicht immer einfach. Aber machmal muss man einfach Querdenken, oder?
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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon amaria » Mittwoch 2. Mai 2012, 20:13

Unbedingt. Wenn ich an viele Arbeitsanleitungen denke, die für uns auf dem Markt sind, habe ich manchmal das Gefühl, als sei es gewünscht, dass wir am besten nur gut funktionieren - ohne zu denken. Gestaunt habe ich, als ich zum ersten Mal in Büchern vom Bildungsverlag Anweisungen las wie "Das tun Sie!" - Leider berufen sich Verlage darauf, dass unsere Berufsgruppe präzise Anleitungen verlangen würde.

Deshalb schätze ich die Forenkultur mehr. Man braucht nichts zu bezahlen und bekommt mehr Meinungsvielfalt geboten.

Freundliche Grüße

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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon Johanna2 » Mittwoch 2. Mai 2012, 21:19

Ich!

Andererseits finde ich meine eigenen Gedanken natürlich sehr normal.
Was die Erziehung in Krippen angeht, kann ich nicht empört darüber sein, dass der Krippenausbau nicht so schnell voranschreitet wie es geplant wurde. Da ich wirklich gern mit Krippenkindern gearbeitet habe, ist mir erst in Fachforen aufgefallen, dass auffällig häufig thematisiert wurde, dass Erzieherinnen aus der Regelgruppe sich nicht in die Krippe versetzen lassen wollten. Umgekehrt gab es weniger Problemfälle.

Kürzere Betreuungszeiten und einen besseren Personalschlüssel finde ich angebracht.

Johanna
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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon Frips Fuchs » Mittwoch 2. Mai 2012, 21:40

moin,

das tun sie ... ja, am besten alles vorkauen, selbst denken ... nö ...

mir fiel auf beim Stöbern nach Büchern über Philosophieren mit Kindern auf, dass im Untertitel noch stand:
Selbstdenken, Anleiten zum Selbstdenken oder Ähnliches ...

Selbst denken das ist doch Selbstverständlich?

Aber scheinbar geben manche ihren Verstand an der Unitür oder Schultür ab und vegessen ihn
Shalom
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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon Sophie33 » Freitag 29. Juni 2012, 12:30

Mir ist vor zwei Wochen eine seltsame Situation untergekommen, wie ich sie zuvor noch nie hatte. Bin auch jemand, der sich gern mit Fachliteratur beliest, aber so etwas findet man da nun mal nicht. In meiner Kita gibt es ein kleines Mädchen von 5,5 Jahren, welches eine alleinerziehende Mutter hat. Den Vater kennt das Kind glaube gar nicht. Die Mutter war immer sehr freundlich. Vor circa zwei Wochen kam das Kind jedoch ein Mann abholen, sie sagte "Papa", was mich verwirrte. Ich bekam dann mit, dass es der neue Freund der Mutter war, ein seltsamer Kerl. Die Mutter scheint total verliebt zu sein, in diesen Mann, den sie wohl über eine Webseite kennen gelernt hat. Ich will dem Glück eigentlich nicht in die Quere kommen, aber wenn er das Kind allein abholt wirkt er kalt und behandelt die Kleine sehr abwertend. Vor der Mutter ist das anders, da scheint er sich Mühe zu geben. Mit wolchen Fällen hatte ich bisher noch keine Probleme, sollte ich nun als Erziehrin eingreifen? Eigentlich ist es deren persönliche Sache, doch beim Schutz eines Kindes verstehe ich keinen Spaß. Wenn ja, wie kann ich das ansprechen?
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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon Kees_Kopf » Freitag 29. Juni 2012, 16:52

Ist "Papa" eingetragen als Abholer des Kindes? Wenn nicht, dann Persönliches Pech, kein Kind.

Wenn doch, dann musst man überlegen. Alleine die Tatsache, dass der Mann dir (und vieleicht auch anderen) nicht sympathisch ist, kann und darf kein Kriterium sein. Schließlich teilt ihr weder Tisch noch Bett.

Wenn ihr meint Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung zu sehen, dokumentieren und ggf. das Jugendamt informieren.

Die Mutter anzusprechen auf ihr neuen Partner würde ich nicht emfpehlen.


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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon amaria » Montag 2. Juli 2012, 08:50

Hallo!

An dieser Stelle will ich das österreichische "Kollektiv Kindergartenaufstand" erwähnen. :daumen: :daumen: :daumen:

http://www.perspektiven-online.at/2010/ ... nderspiel/

Und was ist los mit den Erzieherinnen in Deutschland? :schnarch: :schnarch: :schnarch:

Zu erschöpft nach der Arbeit?
Grundsätzlich unpolitisch?
Oder einfach zu lieb?
Oder ...?
Oder ...?
Oder...?

c085

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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon Wickie » Donnerstag 23. August 2012, 01:42

Erzieherin ist wahrlich kein leichter Beruf. Gleicht die Erziehung an sich schon eher der Tätigkeit eines Dompteurs im Flohzirkus, muss man auch noch permanent alle möglichen Befindlichkeiten im Auge behalten. Was die einen Eltern für ihr Kind als absolut richtig erachten, finden andere unmöglich und inakzeptabel. Da keiner mehr Zeit hat, wird sich darüber auch nicht vernünftig unterhalten. Kurze knappe Ansprachen, entnervte Kommentare und ein paar von Eltern ausgesprochene "Drohungen". Dazu Überstunden ohne Ende, Gehaltszahlungen, die eher Spenden ähneln und Ölpreise, dass man glaubt, man fährt mit flüssigem Gold zur immer weiter entfernten Arbeit. Wir mauern uns die Zukunft kaputt !
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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon Kees_Kopf » Donnerstag 23. August 2012, 17:49

Die Arbeitgeber bauen aber darauf, dass die Mitarbeiter die Überstunden schweigend akzeptieren und vor sich hin schieben. Wann fangen die Mitarbeiter endlich an sich zu wehren und

1) lehnen sie Überstunden die nicht mit dem MAV/Betriebsrat abgesprochen sind einfach ab und
2) bestehen sie nicht endlich darauf, dass Mehrarbeit wie gesetzlich und tariflich in aller Regel vorgesehen in FREIZEIT auszugleichen ist und nur in Ausnhamefälle mit Geld
3) führen sie sie den Dienst nach Vorschrift ein

Das tut zunächst die Eltern weh, aber -und das zeigen Beispiele in der PRaxis- diese werde dann die Träger schon auf die Füsse stehen.

Mit allen Respekt, ein Teil der Probleme die ErzieherInnen begegnen sind zumindest selbst mit zu verantworten. Solange wie wir schweigen und versuchen das sinkende Schiff über Wasser zu halten, wird sich das System nicht ändern. Wozu auch? Es funktioniert doch!

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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon amaria » Donnerstag 23. August 2012, 18:59

Hallo!

Den Absatz "Kindergartenaufstand und gewerkschaftliche Reaktionen" fand ich besonders interessant.

Den Worten von Kees kann ich mich anschließen und hoffe, dass sich Erzieherinnen zukünftig nicht von Lob einlullen lassen, wie schon so oft. Weil die Erzieherinnen ihre Arbeit so souverän meistern, erwartet der Träger demnächst vielleicht im Rahmen einer Übergangslösung, dass zwei Kinder mehr in die Gruppen aufgenommen werden. Nicht erwarten würde er eine derartige Antwort: Nein. Unmöglich. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Gruppenstärke um fünf Kinder reduziert werden sollte... Im Rahmen einer Übergangslösung sollte man das doch mal ausprobieren. Es passt viel besser zu den internationalen Standards...

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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon josibrenner » Dienstag 28. August 2012, 10:22

Ich weiss nicht,
ich habe tagsüber so viel zu tun, dass ich nur selten eine Verschnauf- und Denkpause einlegen kann. Ich reflektiere also meistens erst Abends das Geschehene. Ich würde mir aber oft wünschen, tagsüber ein bisschen mehr Raum dafür zu haben, um bestimmte Dinge noch am selben Tag zu lösen oder zu korrigieren.
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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon amaria » Dienstag 28. August 2012, 11:55

Hallo,

wenn die Zeit und Muße für kritische Gedanken am Tag fehlt, ist das vielleicht schon ein Zeichen dafür, dass die Rahmenbedingungen der Arbeit nicht stimmen. So habe ich es jedenfalls bei mir selbst schon empfunden. Dort wo gute Arbeitsbedingungen geherrscht haben, hatte ich mehr Energie frei, um hier und da noch etwas zu verbessern. Unter Stress hingegen funktioniert man eher automatisch, ist organisiert, arbeitet notgedrungen strukturiert - und Zeit, sich mit Kolleginnen auszutauschen fehlt auch.

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Re: Wer denkt VOR dem Feierabend quer?

Beitragvon Frips Fuchs » Dienstag 28. August 2012, 21:19

moin,
da kann ich die nur zustimmen amaria!
Als es bei uns Überlast gab haben wir im team nur noch "funktioniert". Zeit zur Reflexion blieb mir selbst nach der Arbeit nicht mehr.
Momentan arbeite ich unter guten Bedingungen und wir haben manch Tür und Angelgespräch mit fruchtbaren Ideen für den Alltag und die Kinder und für uns selbst.
Shalom
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