Hallo Ihr Männer,
auch wenn ich Frau bin, möchte ich etwas zu Eurer Diskussion beitragen:
Mich stören auch diese typischen Klischees. Als wir einen Praktikanten hatten, sagten meine Kolleginnen auch "Der spielt schön Fußball mit den Kindern und werken kann er auch toll!" Ich als Frau kann das auch, dafür brauchen wir keine Männer im Elementarbereich. Ich finde es wichtig, dass Kinder auch Männer erleben können. Die ganze Elementarzeit besteht fast ausschließlich aus Frauen. Zumal viele Kinder von alleinerziehenden Müttern umsorgt werden.
Mich stört z.B. auch der "Chicken-run" wenn mal ein Mann im Haus ist. Der wird von vorne bis hinten vertüddelt, der Kaffee muss gebracht werden, ständig muss sich eine Kollegin mit ihm unterhalten, die Schminke am Morgen wird besonders gut aufgelegt, denn es ist ja ein Mann im Haus!
Zum Punkto Gehalt finde ich, dass dieser Beruf, egal ob Männlein oder Weiblein unterbezahlt ist. Immer wieder geht durch die Medien, wie grundlegend die Arbeit im Elementarbereich ist, nur das Gehalt zeigt dies nicht unbedingt. Und auch hier haben alleinerziehende Kolleginnen große Probleme sich und ihre Familie finanziell zu unterhalten.
Es gab hier vor einigen Jahren einen Fall, da hat sich ein Erzieher auf eine Leitungstelle im Kindergarten beworben. Er bekam die Stelle nicht, obwohl er alle Voraussetzungen erfüllte. Als Grund wurde genannt, dass er mit dem minimalen Gehalt ja keine Familie ernähren könne.
Das Geläster ist unter Frauen sehr schlimm, zumal es oftmals unter die Gürtellinie geht. Mir persönlich ist es egal, wo die Familien herkommen, wie sie sich kleiden oder welche Farbe die Haare heute haben. Ich arbeite mit ihren Kindern, dazu gehört, dass ich die Eltern ernst nehme und mich nicht lustig über sie mache.
Leider stehe auch ich oftmals allein mit dieser Meinung da.
"Du hast ja keine Kinder!", höre ich auch nur allzu oft. Gerade wenn es um Diskussionen zu Mutter- und Vatertagsgeschenken geht. Ich könnte dann immer explodieren. Klar ist, einiges kann man sicher nicht so nachempfinden wie eine Mutter bzw. ein Vater, aber damit ist man noch lange keine schlechte pädagogische Fachkraft!
Wie Ihr seht, gibt es diese Probleme auch bei Frauen, wobei sie bei Männern mit Sicherheit noch massiver auffallen.