Kinderrechte

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July
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Kinderrechte

Beitrag von July » Mittwoch 29. Oktober 2014, 20:43

Hallo,
ich habe mal wieder eine sehr praxisbezogene Frage an Euch. Da ich keinen "passenderen" Platz gefunden habe, hab ich sie iher rein gestellt, auch wenns nicht 100%-ig passt.
Habt Ihr schon mit Kindern im Alter zwischen 2-3 Jahren zum Thema Kinderrechte gearbeitet? Ich muss mit der Altersklasse über den Artikel 16, wo es um Privatsphäre geht, etwas machen. Ich weiß jedoch im Moment nicht, wie ich das anstellen soll. Ich finde, dass die Kinder einfach noch zu klein sind. Oder habt Ihr da schon ERfahrungen, was man mit den Kleinen machen kann?

(1)Kein Kind darf willkürlich oder rechtswidrigen Eingriffen in sein
Privatleben, seine Familie, seine Wohnung oder seinen Schriftverkehr
oder rechtswidrigen Beeintächtigungen seiner Ehre und seines Rufes
ausgesetzt werden.
(2)Das Kind hat Anspruch auf Rechtlichen Schutz auf rechtlichen Schutz
gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

Ist echt ein schwieriges Thema... :ich:

LG July

amaria
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Re: Kinderrechte

Beitrag von amaria » Freitag 31. Oktober 2014, 21:27

Hallo July,

da du auf dein Anliegen bislang noch keine Antwort erhalten hast, kannst du vermuten, dass auch erfahrene Erzieherinnen entweder ratlos sind oder aber die Aufgabenstellung deiner Lehrerin derart unpassend finden, dass sie froh sind, heute nicht mehr zur Schule gehen zu müssen.

Hier erst einmal ein Link: „Im Frühjahr sind alle Kitas in Deutschland angeschrieben und zur Teilnahme aufgerufen worden“, erzählt Anke Petersen. „Insgesamt 70 haben sich beworben. (Kommentar von mir: Nur 70 haben sich beworben? Woher kommt das Geld, um alle Kitas anzuschreiben?)
Vielleicht würde deine Lehrerin gut finden, was in diesem Artikel http://www.shz.de/lokales/husumer-nachr ... 67011.html zu lesen ist?
„Auch das tägliche Essen lassen wir von den Kindern bewerten“, erzählt Anke Petersen. „Ist ein Gericht zwei Mal durchgefallen, wird es gestrichen.“

:c0301: Wo bleiben eigentlich die Rechte des Essens? Immer dieser Leistungsdruck! Zwei Mal durchgefallen und schon darf es nicht mehr auf den Tisch!

Aber im Ernst: Wenn man immer wieder mitbekommt, wie sehr einzelne Kinder leiden, weil sie gegen ihren Willen im Kindergarten bleiben müssen, dann wird schon klar: Kinderrechte sollten von uns Erziehern wirklich ernst genommen werden. Unbedingt!

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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July
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Re: Kinderrechte

Beitrag von July » Freitag 31. Oktober 2014, 21:43

Liebe Angelika,
vielen Dak für deine Antwort - du hast mich allerdings missverstanden. Ich bin keine Praktikantin, sondenr Erzieherin, wenn auch noch mit wenig Erfahrung. Habe in anderem Bereich gearbeitet. Mein Chefin möchte, dass jede Gruppe einen Teil der Kinderrrechte bearbeitet. Ich bin in meiner Gruppe mit den 2-3 Jährigen und soll eben etwas zum Artikel 16 (wie oben beschrieben) machen. Leider gibt es keine weiteren Hilfestellungen für mich. Ich habe durchaus schon zum Thema Partizipation und Demokratie mit Kindern gearbeitet. Aber genau dieser Artikel 16 ist für mich in dem Alter der Kinder absolut schwierig. Wie soll ich den Kindern denn klarmachen, was eine "rechtliche Unterstützung "ist oder dass sie ein Recht auf ein Briefgeheimnis haben? LG JUly

amaria
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Re: Kinderrechte

Beitrag von amaria » Freitag 31. Oktober 2014, 22:37

Hallo July,

entschuldige das Missverständnis. Ich hatte den Beitrag früher gelesen und bei mir hat sich der Eindruck festgesetzt, dass es sich um eine Schulaufgabe handeln würde. (Normalerweise sind es die Praktikanten, die derartige Aufgabenstellungen "zu erledigen" haben.) Was sagen denn deine Kolleginnen im Team? - Haben die anderen alle ältere Kinder in ihrer Gruppe? Aber selbst bei älteren Kindergartenkindern oder Grundschülern können Gespräche über diesen Artikel 16 viel zu kopflastig für die Kinder sein.

Für mein Empfinden verletzen Erzieher die Rechte von Kleinkindern ganz besonders, wenn sie immerzu etwas mit den Kindern "machen". Kinder leben erst einmal nach dem Lustprinzip und wenn man davon ausgeht, dass sie für sich ein Recht auf "gute Gefühle" in Anspruch nehmen, dann können wir jede Spielunterbrechung der Kinder als einen Eingriff in deren Privatleben ansehen. :daumen: So weit wollen aber die meisten nicht gehen. Dabei wäre das aber genau die Basis, von der aus Kinder auch verstandesmäßig verstehen könnten, worum es geht.

Für mich ist dieser Artikel 16 ein Beispiel für ein Gesetz, das eigentlich gar nicht gebraucht wird, denn Kinder werden wie Erwachsene auch durch das GG geschützt.

Freundliche Grüße

Angelika
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amaria
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Re: Kinderrechte

Beitrag von amaria » Montag 22. Juni 2015, 16:41

Den Begriff "Kinderrechteschulen" mag man oder man mag ihn nicht.
http://www.kinderrechte.de/aktionen-pro ... teschulen/
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Re: Kinderrechte

Beitrag von Johanna2 » Montag 22. Juni 2015, 19:38

Ich mag den Begriff nicht.

Johanna

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