Sprachförderung für U3

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laura0806
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Sprachförderung für U3

Beitrag von laura0806 » Dienstag 19. Januar 2010, 16:21

Hallo ihr lieben ,

hätte eine große Bitte . Ich bin ab jetzt bei uns in der Einrichtung für die Sprachentwicklung zuständig . Finde es sehr schwer etwas zu diesem Thema zu finden, weil es sich in meiner Einrichtung um KInder unter drei Jahren handelt . Die Kinder, die dieser Sprachentwicklung bedürfen sind zwischen anderthalb und 3 jahre alt. Hat jemand evtl Anregungen oder sonstiges oder hat jemand schon ein ähnliches projekt in dem Berei h durchgeführt? Freue mich über alle Antworten und Anregungen . Danke im Vorraus!!

Lenina
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Re: Sprachförderung für U3

Beitrag von Lenina » Mittwoch 29. Januar 2014, 21:38

Ich krame das hier mal raus.

Hat jemand Erfahrung damit? Haltet ihr es für sinnvoll, gezielt Sprachförderung in der Krippe einzuführen? Eine Weiterbildung zu machen?
Oder reicht es aus, sich mit den Kindern, deren Sprache nicht dem "Optimum" entspricht einfach immer mal wieder ein bisschen zurück zu ziehen und zu erzählen oder vorzulesen?
Eine Kollegin möchte dies nun ganz gezielt tun. Eins der Kinder ist bei den Grenzsteinen immer auffällig gewesen, eines ist insgesamt auffällig und definitiv altersentsprechend oder "normal" entwicklet. Die anderen beiden sind Jungs, die laut Grenzsteinen normal sind, aber noch relativ wenig reden, dies aber so, dass man mit ihnen kommunizieren kann. Alle im Alter um den 2ten Geburtstag herum.
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Nora ohne Ben
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Re: Sprachförderung für U3

Beitrag von Nora ohne Ben » Samstag 1. Februar 2014, 17:00

Hallo Lenina,
seit Tagen "kreise" ich um deinen Beitrag und erwarte gespannt die Rückmeldung(en).
Nun schreibe ich mal, was mir dazu einfällt.
Sprachförderung ist in meinen Augen eine sehr wesentliche Aufgabe in Krippen und KiGas. Aber ich sehe es nicht "verkrampft" - also nicht auf Teufel komm raus oder nach "Lehrplan" - eher nebenbei, spielerisch, gerade so wie es sich aus der Situation "natürlich" ergibt.
Ich denke bei einer Weiterbildung lernt man nicht entscheidend Neues. Man bekommt i.d.R. neue Anregungen, erfährt vielleicht die Ergebnisse von aktuellen Studien. Auch das ist sicher interessant, aber den unbestrittenen Vorteil in einer Weiterbildung sehe ich darin, dass man sich sehr kompakt noch einmal alle Aspekte vergegenwärtigen kann. Daher finde ich Weiterbildungen immer sinnvoll.
Wenn du aber Kosten und Zeit für eine Weiterbildungsmaßnahme scheust, oder auch so, zum Einlesen oder vorbereiten: Zum Thema Sprachförderung bin ich auf eine, wie ich finde, sehr gelungene Broschüre gestoßen. Sie heißt "Hilfe für Sprachanfänger". Sie ist für 1€ (zzgl. Versandkosten - derzeit 4€) auf nachfolgender Seite erhältlich. http://www.dbs-ev.de/43.html
Darin sind alle "Motoren" der Sprachentwicklung gut lesbar und übersichtlich (kurz und knapp) zusammengefasst.
Was ich auch bei der Recherche über Sprachförderung sehr interessant fand war, dass es nach einer Studie nicht entscheidend ist, wie viel man zu einem Kind sagt, auch nicht, wie oft man ein Gespräch beginnt, sondern wie oft man auf die Sprachversuche des Kindes reagiert. Das Kind registriert nämlich sehr früh, dass es mit Gesprächsversuchen Aufmerksamkeit erregen und halten kann. Entsprechend groß sind Motivation und Lernfortschritt.
Alles Gute
Michaela
(Es würde mich interessieren, für welchen Weg du dich entscheidest. Falls du dann noch daran denkst freue ich mich über eine Info.)
Das Gespräch ist die einzige Brücke zwischen den Menschen.
Albert Camus
http://www.Nora-und-Ben.de

Lenina
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Re: Sprachförderung für U3

Beitrag von Lenina » Samstag 1. Februar 2014, 18:07

Hallo Nora ohne Ben

Danke für deine antwort.
In der Fragestellung ging es nicht um mich - sondern um eine Kollegin.
Ich sehe das nämlich ähnlich, dass es vor allem auf die Sprache im Alltag ankommt. Ich reagiere - wie du schon so schön beschriebst - auf alle Sprachversuche (natürlich wenn grad möglich). Mir reicht auch erstmal ein "Uah" für "Ich möchte etwas zu trinken haben" und bestehe nicht darauf, dass ein Kind "bitte" und "Danke" sagt, wenn es gerade erst 10 Worte überhaupt spricht. Mir ist es wichtig, dass ein Kind die Sprache entdeckt und merkt, dass es etwas damit erreichen kann.

Deswegen stehe ich den Anstrengungen meiner Kollegin kritsch gegenüber, da sie das Ganze wirklich "professionell" wie sie selbst sagt, aufziehen will. Mit Dokumentation und allem pipapo. Und sich dafür als Sprachförderkraft ausbilden lassen will (wohlgemerkt, sie ist seit 3 WOchen da und ihr Vertrag läuft im November wegen Elternzeitvertretung aus).
Die Zeit, die sie dann mit dem "pipapo" verbringt, geht doch von der "sprachzeit" der Kinder ab.

Sicher ist es sinnvoll, sihc Kindern, die laut Beobachtungsbögen hinterher sind, besonders zuzuwenden, aber dafür sehe ich in einer Krippe diese Anstrengung nicht notwendig.
Genauso gut könnte man sagen: Das Kind, was bei uns fantastisch spricht (3-5 Wortsätze und eine Riesenwortschatz und fast perfekte Aussprache mit 23 Monaten) hat es mindestens genauso verdient, dass man es fördert, weil da offensichtlich eine BEgabung vorliegt).
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Nora ohne Ben
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Re: Sprachförderung für U3

Beitrag von Nora ohne Ben » Samstag 1. Februar 2014, 19:33

Hallo Lenina,
ich glaube wir haben die selbe, oder zumindest ähnliche, Grundeinstellung dazu.
Dass sich deine Kollegin als Sprachförderkraft ausbilden lassen will ist sicher gut, richtig, wichtig und begrüßenswert.
Aber wenn sie nur für ein paar Monate da ist und eben noch nicht als Sprachförderkraft ausgebildet ist, dann finde ich es etwas fragwürdig Instrumentarien einzuführen, die danach vorraussichtlich keiner mehr weiterverwendet oder auf die keiner mehr zurückgreift. Dann wäre es doch (meine Meinung) besser sich vertieft einzulesen und Verschiedenes in der Praxis auszuprobieren. Wenn sie sich dann als Sprachförderkraft ausbilden lässt hat sie ein tolles Vorwissen und kann die Theorie mit ihren gemachten Erfahrungen abgleichen.

Ich muss ausserdem zugeben: Allem was etwas mit "Bewertung" zu tun hat stehe ich sehr kritisch gegenüber. Objektiv ist das meiner Ansicht nach in den seltensten Fällen. Meiner Ansicht nach hat das immer sehr viel mit der augenblicklichen Verfassung (Stimmung, Erlebnisse, vorhandene Vergleiche) desjenigen zu tun, der gerade etwas bewertet. Und mal gelingt es einem besser, mal schlechter objektiv zu sein.
Das Gespräch ist die einzige Brücke zwischen den Menschen.
Albert Camus
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