Sprachförderung durch Beatboxen - MiniBeatzzz

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Sprachförderung durch Beatboxen - MiniBeatzzz

Beitrag von naprun » Donnerstag 29. August 2013, 21:56

Ich bin heute auf eine durchaus interessante Art und Weise der Sprachförderung gestoßen. Der Sprachförderung in Kitas durch Beatboxen.

Das ganze jetzt ausführlich zu erklären wäre mir jetzt zu schwer, aber ich denke das Video sagt alles:

http://www.youtube.com/watch?v=2rPAtp7dRcs
„Vieles hätte ich verstanden, wenn man es mir nicht erklärt hätte.“

„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht."

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Re: Sprachförderung durch Beatboxen - MiniBeatzzz

Beitrag von amaria » Samstag 31. August 2013, 21:41

Hallo!

Überzeugend finde ich diese Art der Sprachförderung auch nach dem zweiten Anschaeun des Werbefilmchens für unseren Beruf immer noch nicht. Kinder werden auch ohne Teilnahmezwang ein Stück weit dazu gedrängt, sich in Szene zu setzen. - Mir gefällt es besser, wenn Kinder aus eigenem Antrieb Geräusche nachmachen oder erfinden und ihnen kein Animateur vor die Nase gesetzt wird.

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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Re: Sprachförderung durch Beatboxen - MiniBeatzzz

Beitrag von naprun » Sonntag 1. September 2013, 10:23

Das erscheint mir wieder wie das typische, "nein ich will nichts neues und erst recht nicht was mit arbeit verbunden ist, die Kinder sollen ruhigl alles allein"erfinden"."
Einerseits werden die Kinder bei dieser Art von Sprachförderung zu nichts gezwungen und andererseits macht es den Kindern auch noch Spaß. Klar kommen die Kinder gelegentlich auch mal allein auf die Idee solche Geräusche zu machen, aber schadet es denn so etwas anzubieten? Ich wüsste keinen Grund warum man gegen so etwas sein sollte.
Kein Zwang mit viel Spaß was will man mehr?
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Re: Sprachförderung durch Beatboxen - MiniBeatzzz

Beitrag von amaria » Sonntag 1. September 2013, 11:40

Hallo!

Auch wenn ich beim Anschauen des Videos nicht den Eindruck gehabt habe, dass die Kinder wirklich viel Spaß gehabt hätten, würde ich selbstverständlich mit einem derartigen Angebot - solange die Teilnahme stets freiwillig ist - einverstanden sein, sofern jemand anders Kinder zum Beatboxen animieren möchte. Und auch wenn es so wirken mag, als sei ich dem Neuen nicht aufgeschlossen oder scheue es, die mit dem Beatboxen verbundene Arbeit auf mich zu nehmen (Sehr arbeitsintensiv scheint mir die Angelegenheit allerdings nicht zu sein!), möchte ich doch nochmals klarstellen, dass mir das Gezeigte auch deshalb nicht gefällt, weil es - siehe Video - mit Kreissitzerei und Schlangestehen verbunden ist. Auf mich wirkten die Kinder nicht übermäßig interessiert. Sie haben mitgemacht und waren dabei auch ab und zu gut gelaunt. - Das aber ist nichts Besonderes.

Hinlänglich bekannte Angebote wie ein gutes Bilderbuch oder ein richtig gut gezeigtes Fingerspiel bieten meiner Erfahrung nach erheblich mehr! Mehr Lebensfreude und gleichzeitig auch mehr Förderung.
An dem hier verlinkten Video gefällt mir, dass sich die junge Frau allein hat filmen lassen. http://www.youtube.com/watch?v=Bdxse5lRL38 Dadurch mag der kleine Auftritt nicht so gelungen wirken wie der des hinlänglich bekannten Vorzeigeerziehers Guido, doch das gezeigte Fingerspiel mit den Schlangen ist durchaus geeignet, bei Kindern mehr Begeisterung auszulösen als wir sie auf den Gesichtern der am Beatboxen teilnehmenden Kinder gesehen haben.

Sehr viel gelacht und herumgealbert wird auch beim Bilderbuch "Kamfu mir helfen?", das ich für den Einsatz in Kindergärten wirklich empfehlen kann. http://www.amazon.de/Kamfu-mir-helfen-B ... 3888975689

Es ist übrigens auch "Arbeit", wenn Erzieherinnen immer wieder aus dem Fundus altbewährter Angebote etwas auswählen, was Kindern Freude macht und sie in ihrer Entwicklung fördert.

Um mich nicht einseitig gegen das Beatboxen auszusprechen, räume ich ein, dass es eine Alternative zu den Übungen zur Stille und den Phantasiereisen ist (die ich ebenfalls als gekünstelt und wenig kindgemäß ansehe). Es hat gewiss Vorteile, wenn nicht immer die Sprache im Vordergrund steht. - Aber das Auswendiglernen von Texten fördert die Konzentrations- und Merkfähigkeit, was von den Schnalzereien nicht zu erwarten ist.
Gibt es eigentlich schon Fortbildungen zum Beatboxen?

Freundliche Grüße

amaria
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Re: Sprachförderung durch Beatboxen - MiniBeatzzz

Beitrag von Juliala » Sonntag 1. September 2013, 12:07

Hallo,

intessant fand ich, dass im Video fast nur Männer zur Sprache kamen. Wow..... so viele männliche Erzieher.
Ich fand die Art und Weise des Beatboxers sehr herzerfrischend. Das ist doch mal ein angenehmes Gegenstück zur weiblichen Art.

Wenn ich Beatboxer auf der Straße sehe, fesselt mich dieser Auftritt meistens. Ich finde solch ein zusätzliches Angebot in Kitas bereichernd, würde es nun aber nicht explizit als Sprachförderung bezeichnen und anbieten, sondern einfach als Spaß an der Freud für die Kinder, die es mögen und erlernen wollen.
Sprachförderung ist doch alles, was um uns herum passiert. Selbst, wenn ich ein buntes Bonbon aus buntem Papier auspacke, ist dies Sprachförderung mit allen Sinnen - riechen, hören (knistern), schmecken, fühlen, sehen.
So einfach kann Sprachförderung sein.
Das Spielen im Sand und mit Knete formen - all das ist natürliche Sprachförderung, ohne dass man je auf die Idee gekommen wäre, dies als Sprachförderung zu betiteln. Es ist anscheinend viel zu gewöhnlich und nicht attraktiv genug, um damit Aufmerksamkeit zu erregen.
Es ist schließlich ein großer Unterschied, ob ich den Eltern erzähle, dass ich mit den Kindern zur Sprachförderung im Matsch spielte, oder ob der Beatboxer da war. Was kommt wohl besser bei den Eltern an? Ich vermute der Beatboxer. Und die Kinder? Was kommt besser bei den Kindern an? Ich glaube, da müssen wir nicht lange überlegen.

Es ist schon eine neumodische Entwicklung alles Mögliche als Förderung zu bezeichnen.

Julia
Erziehung: einen Kopf drehen, bis er verdreht ist - natürlich auf den neuesten Stand.“
―Karlheinz Deschner

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Re: Sprachförderung durch Beatboxen - MiniBeatzzz

Beitrag von Juliala » Sonntag 1. September 2013, 12:20

Hallo,

und Sprachfördeung impliziert gleich wieder etwas Defizitäres. Kann man einfach mal nicht nur Spaß an etwas haben, ohne dass man alles als Förderung deklarieren muss?
Wird ein Angebot nur als wertvoll erachtet , wenn man es als Förderung bezeichnet? Kann die Förderung nicht als positive Nebenwirkung gesehen werden, ohne dass man sie in den Vordergrund stellen muss?

Julia
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