Das Mittagessen in der Einrichtung

amaria
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Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von amaria »

Hallo!

Damit Vergleiche gezogen werden können, wäre es hilfreich, wenn möglichst viele Erzieherinnen oder im Forum lesende Eltern angeben würden, wie viel ein Mittagessen in Krippe, Kita, Hort oder Heim kostet. Wird frisch gekocht, gibt es Tiefkühlkost oder wird Essen in den Wärmer geschoben? (Falls jemand weiß, welche Zuschüsse Geringverdiener für das Essen ihrer Kinder erhalten, bitte deren Höhe auch noch angeben. Überhaupt alles, was Euch im Zusammenhang mit dem Mittagessen wichtig ist.)

Das beste Essen habe ich als Vertretungskraft in einer eingruppigen integrativen Einrichtung genossen, wo an vier Tagen in der Woche eine Köchin kam. Sie kochte abwechslungsreich und es kamen viele Bioprodukte auf den Tisch. Die Köchin wurde von den Kindern meist freudig begrüßt, die Kinder äußerten ihr gegenüber Wünsche und halfen ihr gern, Obst und Gemüse zu zerkleinern. Freitags haben wir selbst mit den Kindernn ein einfaches Mahl zubereitet.

In anderen Einrichtungen war das Essen leider oftmals so, dass ich allenfalls "einen pädagogischen Happen" genommen habe. Die Erzieherinnen hätten gern besseres Essen bestellt, aber die Eltern waren mehrheitlich nicht bereit mehr Geld für besseres Essen auszugeben.

amaria
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Steffi1986
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von Steffi1986 »

Hallo, wir nehmen 40 euro pro monat und es gibt die möglichkeit durch diese gutscheine von bildung und teilhabe ich glaube etwas mehr als die Hälfte monatlich zurück zubekommen. Dann haben wir einige anträge stellen können, wo für spezielle familiäre fälle das komplette essensgeld übernommen wird. wir lassen das essen liefern, haben aber darauf geachtet, dass ausschließlich bio- obst/-gemüse verwendet wird und täglich frischer salat und mehrmals die woche obst zum nachtisch gebracht wird. wir haben täglich mehrere gerichte zur auswahl und bestellen immer ein fleisch/ fisch-gericht und ein vegetarisches gericht. die eltern mussten vorher entscheiden, ob das kidn nur vegetarisch oder gerichte mit fleisch essen darf.
Judith
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von Judith »

Bei uns muss pro Kind 50€ gezahlt werden.
Dafür bekommen die Kinder ein Frühstück. Einen Tag Müsli (drei verschiedene Sorten) und dazu oft noch Cranberries, getrocknetete Aprikosen, o.ä.. Obst auch. An einem Tag gibt es Brötchen (verschiedene Sorten) und an den anderen drei Tagen Brot (einmal helles, einmal dunkles). Zu den Brötchen und Brot gibt es verschiedenen Belag. U.a. gibt es immer Marmelade, Leberwurst, Frischkäse und Käse. Oft noch Kinderwurst, Salami, Sahekäse, Tomaten-Paprika-Auftrich, uvm.. Es sind mind. 5 Sachen mit dabei. Ab und zu auch noch Obst (wobei es in meiner Gruppe morgens nur bedingt angenommen wird). Ca. 2-3 Mal die Woche noch Gemüse (Gurke, Tomate, Paprika), was sehr gut ankommt.
Unser Mittagessen wird von einer Köchin frisch zubereitet, rein mit Bioprodukten. Das sieht immer sehr anschaulich aus und schmeckt auch so (ich probiere es meist). Wenn die Köchin nicht da ist haben wir eine Aushilfsköchin. Da ist das Essen anders, aber auch rein biologisch. Ab und zu zwar nicht so anschaulich, aber es schmeckt (zumeist hessenfall. Fisch ist nicht ihre Spezialität, aber alles andere geht). Bei uns ist das Essen ausgewogen, meist mit Salat. Die Wünsche von Kindern (wie bsp., das meine Gruppe sich vor zwei Wochen sehnlichst Lasange wünschte, die es seit Monaten nicht mehr gab) wird schnell erfüllt (innerhalb einer Woche). Wenn unsere Köchin nicht kann und die Aushilfsköchin auch nicht, dann kochen Eltern. Da ist es mal mehr mal weniger gut. Es kommt drauf an wer kocht. Bsp. hatten wir einen Vater, der konnte nur ein Gericht, aber das war perfekt und somit war er zweimal die Woche da und hat das gekocht. Leider hatten wir auch schon welche, die können gar nicht kochen, aber das können wir im voraus nicht wissen. Biologisch versuchen wir auch dann zu bleiben.
Nachmittags bekommen die Kinder noch einen Nachmittagssnack, den auch die Köchin vorbereitet. Mal selbstgebackene Brötchen mit Belag oder Kuchen. Quark, Joghurt oder Pudding. Obst gibt es da immer (mind. zwei verschiedene Sorten) und wird da gut angenommen. Wenn die Köchin nicht da ist müssen dieses die Eltern machen (die Aushilfsköchin ist überfordert damit).

Unsere Köchin, wie auch wir als Erzieher, achten sehr auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder. Gemeint damit sind Unverträglichkeiten und Allergien, wie bsp. Laktoseintolleranz oder aber zuckerfreie Ernährung. Diese Kinder bekommen ggf. gesondertes Essen. Das ist von der Art her das Gleiche wie die anderen es bekommen, nur halt ohne diese Stoffe drin.
In der Krippe gibt es auch Brei oder pürierte Kost. Jenachdem was sich die Eltern für ihr Kind wünschen.

Bis jetzt mussten wir, während der offiziellen Kitazeit, erst einmal Essen liefern lassen. Da mussten alle Eltern 1€ pro Kind für zahlen. (Den übrigen Teil haben wir gezahlt.) Das Essen war ok. Es gab auch spezielle Kost für unsere Allergiker, nur leider zu wenig. (Aber Zwieback hilft da aus; den haben wirmeist griffbereit.) Gemacht wurde es auch mit biologischen Zutaten und von einer Firma, woher wir sonst die Zutaten geliefert bekommen.
Während der Notgruppe (5 Tage) wurde das Essen auch geliefert. Pro Tag kostete es 2,20€, welches die Eltern selber zahlen mussten. Es war nur das Mittagessen. Frühstück und Nachmittagsessen mussten die Kinder von zu Hause mitbringen.

Ich finde es gut, dass die Kinder alle Mahlzeiten bei uns bekommen. Viele Eltern sagen auch, dass sie morgens nur das Kind fertig machen und zu uns bringen müssen. Alles andere wie Essen usw. bekommt es bei uns und erst abends muss es zu Hause was essen.
Gebby
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von Gebby »

Bei uns wird pro Mittagessen abgerechnet, da einige Kinder z.B. nur 2mal die Woche in der Kita essen. Pro Essen wird dann 2,50€ verrechnet.

Das Essen bekommen wir von der Caritas geliefert, is eigentlich ganz in Ordnung (mal besser, mal schlechter), haben nur in letzter Zeit das Problem, dass die Portionen sehr klein sind... Bei dem Essen ist immer Salat dabei, dann eine Hauptspeise und noch Nachspeise (Joghurt, Quark, Obst usw.).

Wir handhaben es in unserer Einrichtung dann noch so, dass wir nachmittags (nicht jeden Tag aber häufig) noch Obst/Gemüse aufschneiden und die Kinder sich bedienen können.
amaria
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von amaria »

Dass Kolleginnen sich über kleiner gewordene Portionen beschweren, habe ich auch schon öfter gehört und es - früher in der Praxis wiederholt mitbekommen. Für Tage, wo sich die Hortkinder einen Jux daraus gemacht haben, alles ratzeputz leer zu essen und mehr zu fordern, hatte man extra Nudeln eingefroren, die dann kurz mit kochendem Wasser übergossen und in der Mikrowelle mit Tomatensauce erhitzt wurden.
Im Teamgespräch wurde sogar erwogen, ob eventuell Tiefkühlpommes zum Einsatz kommen könnten, aber man war mehrheitlich dagegen. Ursächlich für die Ablehnung war aber nicht der hohe Gehalt minderwertiger Fette, man wollte vermeiden, dass Kinder extra viel essen würden, um später in den Genuss von Pommes zu kommen.

Dass die Portionen für 2,50 Euro oftmals zu klein ausfallen, kann ich kaum verstehen. Die Gastronomie hat sich mit preiswerten Mittagsmenüs darauf eingestellt, Berufstätigen und Rentnern den täglichen Restaurantbesuch zu ermöglichen. In meinem Nachbardorf können sich Erwachsene für 5,00 Euro wirklich satt essen. Und der Nachtisch (gehört dazu) ist selbst gemacht und nicht etwa ein Schoko-Nuss-Riegel einer bekannten Firma.

Judith, arbeitest Du eigentlich in einer kleinen oder einer größeren Einrichtung? In meinem Umfeld sind es eher die kleinen Einrichtungen, wo noch frisch gekocht wird. Kauft Eure Köchin auch selbst ein oder müssen das die eltern übernehmen?

amaria
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Judith
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von Judith »

@ amaria
Ich arbeite in einer "kleinen" Einrichtung. Wir haben 3 Gruppen (1xKrippe, 2xKindergarten) mit jeweils 11 (1xKrippe, 1xKindergarten) und 18 Kinder (Kindergarten). Ingsesamt sind 40 Kinder in der Kita.

Unsere Köchin hat einen Lieferanten, der ihr einmal die Woche nach vorheriger Bestellung Obst, Gemüse, Eier, und evtl. auch mal Milch liefert. Alles weitere, wie bsp. Nudeln, Fleisch, usw. kauft sie selber ein. Ebenso das was wir für das Frühstück und Nachmittagsessen brauchen.

Unsere Eltern kaufen nur selten ein. Bsp. wenn wir ein Fest haben und große Mengen an Apfelsaft usw. brauchen, dann macht das ein Elternteil. Ansonsten macht alles die Köchin selbst.

Somit weiß sie was sie braucht und kann auch mal spontan morgens noch was holen. Und nicht zu verachten ist: Sie kauft nur das ein was sie wirklich verbraucht und nicht zu viel. Unsere Eltern neigen dazu (trotz genauer Einkaufsliste) zu wenig zu kaufen, weil sie sich nicht vorstellen können, dass Kitakinder so viel essen können. Oder aber das Gegenteil: Sie kaufen zu viel und wir haben plötzlich bsp. 5kg Porrie (wirklich passiert und da gab es tagelang irgendwas mit Porrie. Den Kindern und auch den Erwachsenen hing es "am Ende zum Hals raus" und danach gab es wochenlang keinen Porrie mehr).

Das es zu wenig gibt ist bei uns selten. Es gab eine Phase da war es oft. Da haben wir dann aber auch oft der Köchin diese Rückmeldung gegeben; letztendlich haben wir sogar notiert wann es war und was es gab und wollten damit zur Leitung gehen und es dort melden (da unsere Kinder wirklich zu wenig bekamen und immer noch 2-3 Zwiebacke nachgegessen haben). Allerdings wurde es von dem Moment an besser (als wenn die Köchin geahnt hat was wir vor haben). Seitdem ist es selten, dass es zu wenig gibt.
amaria
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von amaria »

Hallo!

Danke für die langen und ausführlichen Antworten. Weil ich mich auch außerhalb des Forums nach Umfang und Qualität des Essens erkundigt habe, habe ich den Eindruck gewonnen, dass recht schnell Abhilfe geschaffen wird, wenn bemängelt wird, dass die Portionen zu klein waren. Weniger efolgreich hingegen waren Bemühungen, um eine bessere Qualität. Nach einer anfänglich großen Zufriedenheit - das Essen kam bei Kindern und Erzieherinnen besser an als das des vorherigen Anbieters - sank auch beim nächsten und übernächsten Anbieter die Qualität schon nach wenigen Wochen. Aus diversen Gemüseresten zusammengemixte Eintöpfe und Saucen wurden auf eine Weise gewürzt, an die man sich nicht gewöhnen konnte. Oder wenn die Kinder großen Schmacht auf etwas Fleisch hatten, mussten vor dem Auftischen die Fleischbröckchen rausgesucht oder geteilt werden, damit zumindest jedes Kind ein bisschen Fleisch haben konnte. Das war zeitaufwändig und gerade zur Mittagszeit hätten die Erzieherinnen lieber auf jede überflüssige Zusatzaufgabe verzichtet, um anderswo nach dem Rechten sehen zu können.

Wurde in Euren Einrichtungen auch schon mal der Catering-Service gewechselt und wenn ja, aus welchen Gründen?

Wäre es eigentlich sinnvoll, wenn wir vielleicht ab und zu einzelne Sätze in Fettdruck schreiben? So könnten Stellen markant hervorteten und wenn später jemand einen länger gewordenen Thread überfliegt. fiele es leichter, sich einen Überblick zu verschaffen.

Ich probiere es jetzt mal mit Fettdruck: Manche Einrichtungen bekommen Essen, dass in Plastikschläuchen angeliefert wird! Bei welcher Temperatur müssen diese eigentlich warm gehalten werden, damit das Essen nicht verkeimen kann? Kennt jemand die entsprechenden Vorschriften?
Findet Ihr es auch gruselig, wenn das Essen in riesigen Plastikwürsten geliefert wird?

amaria
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von Steffi1986 »

Hallo, wir haben einmal den ANbieter wechseln müssen, weil es große Probleme mit den Temeraturen gab udn wir mehrmals das Essen nicht ausgeben konnten.

warme Gerichte müssen mit mindestens 65°C angeliefert werden und Salate, Joghurt,... (kalte Gerichte) unter 10°C

wir haben so Tabellen vom Gesundheitsamt wo es genau drauf steht und auch täglich eingetragen werden muss sobald das Essen kommt. Wir haben Konvektormaten wo das Essen dann warm gehalten wird.
amaria
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von amaria »

Hallo!

Nachdem gerade durch die Presse ging, dass das Schulessen in Untersuchungen schlecht abgeschnitten hat, frage ich mal, ob dies in einzelnen Kindergärten dazu geführt hat, dass Eltern bezüglich des Essens für die Kindergartenkinder kritische Fragen gestellt haben?

Freundliche Grüße

amaria
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amaria
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von amaria »

Hallo!

Kein Lob auf die Schulverpflegung. Die in Kitas dürfte in manchen Einrichtungen auch nicht viel besser sein. Leider.

http://www.ag-schulverpflegung.de/downl ... l-0130.pdf

amaria
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von Kees_Kopf »

Es ist inzwischen schon ein Jahr her, dass ich an einer Schule hospitierte und es da "Mittagessen" gab. Die Kinder konnten aus zwei Gerichte wählen (vorher, wegen Zubereitung natürlich).
Es gab ein Blumenkohlsuppe, zumindest hieß es so. In der weiße, dünnflüssige Masse die auf dem Tisch kam habe ich nicht ein einzelnes Teilchen Blumenkohl identifizieren können, der Geruch nach war zumindest Blumenkohlaroma mit Geschmacksverstärker benutzt. Dazu gab es pro Kind drei ca. 9mm dicken Baguqttescheibchen. Da ich allergisch auf einige Zusatzstoffe reagiere, habe ich nicht probiert, das Risiko war mir zu groß. Später realisierte ich mich, dass es vielleicht mit der Blumenkohlsuppe so war wie mit Jägerschnitzel, die werden ja auch nicht aus Jäger gemacht, oder?

Als Alternative gab es Grießbrei. Diese war kalt und erinnerte mich in seiner Konsistenz und Aussehen an eine Masse die ich beim Bauen groben ausgleichen von alzu unebene Wände verwendete. Dazu gab es ein Schälchen (10 cm durchmesser, ca. 2,5 sm tief, nach unten gerundet) rote Grütze - pro sSechsertisch wohl gemerkt, um doch noch ein farblichen Aspekt einzubringen.

Die Kinder hatten Hunger und die Teilnahme am Mittagessen in der Schule war Pflicht, also wurde gegessen. Die Kinder aber berichteten (bestätigt von Eltern), dass es regelmäßig passierte, das die Kinder so bald sie nach Hause kamen erst einmal was essen mussten, damit sie überhaupt wieder vernünftig ansprechbar waren. Auffällig war auch, dass es eine Reihe von Berichten gab, wonach einige Kinder besonders bei sehr farbintensives oder "gut gewürztes" Mittagessen, danach sehr aufgedreht waren. Ob ein Zusammenhang mit Natriumglutamat bestand wusste keiner, das dies aber ein bekanntes Phänomen ist war aber auch unbekannt.

Die Kosten für eine Fütterung betragen ca. € 2,50.

Kees
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von amaria »

Auf Landlive.de https://www.landlive.de/boards/thread/45712/page/1/ wird gerade auch noch über die Qualität des Essens für Kinder diskutiert.
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Janette
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Re: Das Mittagessen in der Einrichtung

Beitrag von Janette »

Die Essensregeln in meiner Kindergartengruppe bereiten mir Probleme. Ich bin eine neue Erzieherin in der Gruppe, meine anderen 2 Kolleginnen arbeiten schon etwas länger da, als ich.

Sie verhalten sich folgendermaßen beim Essen: sie bestehen darauf, dass die Kinder alles probieren. Das ist schon die erste Sache, mit der ich nicht einverstanden bin. Ich sehe nicht ein, warum ein Kind zum Probieren gezwungen wird. Ich sehe es so: will das Kind etwas nicht essen oder probieren, dann ist es gut so und ich akzeptiere das. Das Kind weiß sicher besser als ich. Ich will niemandem zum Probieren zwingen. Es gibt Sachen, die ich auch nicht esse und gar nicht probieren möchte. Ich sehe nicht ein, warum Kinder alles probieren müssen. Wenn einem die Farbe der roten Beete , der Fischgeruch oder die Konsistenz vom Kartoffelbrei nicht gefällt, warum sollte er/sie das probieren müssen?

Die zweite Sache ist: wenn das Kind die Hauptspeise nicht probiert hat oder sich geweigert hat, das zu essen, kriegt es keine Nachspeise. Eine Anmerkung: bei uns ist alles frisch, biologisch und in der Einrichtung gekocht und die Nachspeise besteht aus Naturobst, Obstsalat oder Fruchtjoghurt, Fruchtquark etc. Ich bin der Meinung, dass die Nachspeise keine Belohnung oder Strafe ist, sondern ein Teil des Menüs. Dafür haben Eltern bezahlt und meiner Meinung nach dürfen die Kinder das essen, wenn sie Lust dazu haben. Die Nachspeise steht ihnen einfach zu, auch wenn sie vorher die Hauptspeise nicht angerührt haben. Ich finde sogar, dass Erzieherinnen kein Recht haben, Kindern die Nachspeise zu verweigern, wofür Eltern bezahlt haben. Oder ist es vielleicht in einem Restaurant so, dass der Kellner entscheidet, ob ich die bezahlte Nachspeise bekomme, wenn ich die Suppe nicht aufgegessen habe?

Noch dazu findet das in der Nähe von Frankfurt in einer Waldorf-Einrichtung statt, wo ja die Entscheidungsfreiheit und Respekt großgeschrieben ist (??). In der täglichen Arbeit sind meine Kolleginnen sehr respektvoll und nie würden sie ein Kind zu irgendeiner Aktivität zwingen. Aber in der Essenssituation verwandeln sie sich und benutzen das Essen als Druckmittel. Das Ganze ist mir nicht authentisch und ich sehe schon, es wird ein Konflikt daraus.
Was ist Eure Meinung? Habt ihr Ratschläge?
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