Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Floriane
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Floriane » Freitag 3. April 2015, 15:31

Hallo zusammen,

es ist nicht mehr lang bis Ostern. In vielen Einrichtungen wird fast jedes Jahr das gleiche dazu "gemacht". Damit jeder neue Anregungen und Ideen bekommt, könnt ihr euch hier austauschen, wie die Osterzeit bei euch im Kiga vonstatten geht.

o Wie geht ihr auf den religiösen Hintergrund ein?
o Wie thematisiert ihr Ostern, wenn die Religion außen vor bleiben soll?
o Was bastelt ihr?
o Wie läuft eure Osterfeier ab?
o Was bekommen die Kinder zu Ostern von euch?
o ...

aufdenpunkt
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von aufdenpunkt » Freitag 3. April 2015, 16:51

Wie im Kindergarten Ostern thematisieren/feiern etc.? - ein interessantes Thema. (wäre auch gut für einen neuen thread)

also DAS zentrale Thema von Ostern ist "Tod und Auferstehung" und dies kann mit Kindergartenkindern und sogar mit U3Kindern auf eine sehr einfache Art thematisiert werden. Dazu braucht man nur genau sich in der Natur umzusehen. Eine Metapher ist z.B. das Samenkorn aus dem neues Leben wächst. oder auch die Metamorphose der Raupe (Verpuppung) zum Schmetterling. Solch einfache Bilder brauchen gar keine wortreichen Erklärungen - sie wirken für sich.

Die Passionsgeschichte ist m.M.n. sehr brutal für die Kleinsten - erschreckt sie ja der gekreuzigte Jesus in der Kirche und fordert erklärende Gespräche.
Doch dazu sollte der Erwachsene auch bereit sein d.h. sich selbst mit dem Inhalt dieser Dinge auseinandergesetzt haben. Die Widerwilligkeit einiger KollegInnen sich mit christlichen Glaubensinhalten ernsthaft und in die Tiefe gehend auseinanderzusetzen und sie dann in Gesprächen den Kindern nahezubringen ist für mich nicht nachvollziehbar - gerade vor dem Hintergrund das ein Großteil der KiTas einen christlichen Träger haben und eine positive Grundeinstellung zur ev./kath. Kirche erwartet wird.

Kees_Kopf
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Kees_Kopf » Freitag 3. April 2015, 17:20

Für mich ist das zentrale Thema an Ostern nicht die Tod und die Auferstehung, sondern die Vergebung, das Ende der Trennung zwischen Gott und den Menschen.

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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Kees_Kopf » Freitag 3. April 2015, 17:23

@Floriane:

Ostern thematisieren wenn die Religion außen vor bleiben soll ist nicht möglich.

Bereits das Pesach-fest, was Jesus mit seine Jünger eigentlich in dieser Zeit in Jerusalem feierte (zusammen mit tausende von anderen Juden), ist ein Zeugnis des Weges von Gott mit seinem Volk Israel.

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aufdenpunkt
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von aufdenpunkt » Freitag 3. April 2015, 18:19

"Vergebung, das Ende der Trennung zwischen Gott und den Menschen." Zitat Kees

Die letzten Wort am Kreuz . . . ja das greift tiefer als Tod und Auferstehung - doch es wirft Fragen nach sich: Sühne, Schuld, Opfer. . . Fragen die weder einfach zu beantworten sind und immer ein "warum?" nach sich ziehen. läßt sich so die Liebe Gottes zu den Menschen beantworten? oder zeigte sich diese bereits durch die Geburt Jesu (Menschwerdung) ?

Kees_Kopf
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Kees_Kopf » Freitag 3. April 2015, 20:04

Das Bild der Liebe Gottes zeigt sich vom Augenblick der Geburt Jesu über den Tod am Kreuz hinaus durch der Auferstehung und dem Heiligen Geist bis zu seiner Widerkunft.

Schwieriger Satz.

Damit Jesus das perfekte Opfer für die Sünde der Menschen sein konnte musste er, wie das Opferlamm nach den Gesetzen des Thoras, ohne Makel sein. Jesus selbst sagt desgefragt: "Ich bin nicht gekommen um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen!" Das spannende ist, dass man die Zehn Gebote (Grundlage der ganze Gesetzesbücher) nicht nur mit "Du solst..." übersetzen kann, sondern auch mit "Wo ich der Herr Dein Gott bin wirst Du nicht..." (Hebräisch ist eine Sprache die man immer nur im Kontext lesen sollte). Da wird es also spannend wenn man das macht was Jesus fordert: "Komm und folge mir nach!" Es geht also nicht um Mitgliedschaft einer Religionsgemeinschaft, Taufen ja oder nein und wenn dann wann, Hände heben oder Knien beugen, sondern um die Nachfolge.

Für mich ist Ostern, neben Pfingsten, verbunden mit ein persönliches Schlüsselerlebnis. Deswegen nicht die Tod oder die Auferstehung im Mittelpunkt, sondern die Vergebung, eine Gabe aus Liebe, eine Gabe die man sich nicht verdienen oder erkaufen kann und so einfach zu erlangen ist, dass es schon wieder schwer wird.

Natürlich, Vergebung bedeutet auch umkehren, sich abwenden von dem, was von Gott trennt. Dann kann es sein, dass man auch in irgendeiner Form Wiedergutmachung leistet, aber die Vergebung ist nicht von der Wiedergutmachung abhängig. Schaut man z.B. auf die Begegnungen die Jesus mit verschiedene Leute hat, so hört man in unterschiedliche Worte immer wieder "gehet hin und sündige nicht wieder...", aber nicht "mache eine Pilgerreise..." oder "brenne zehn Kerzen..." oder sonst was.

Sich selbst als Christ bezeichnen ist aus biblischer Sicht ungewöhnlich. Insgesamt drei Mal wird der Begriff verwendet und nie als Eigenbezeichnung sondern immer dann, wenn anderen nach seinem Tod von die Jünger Jesu reden. Jesus selbst sagt dazu: "An die Liebe untereinander werden die Menschen erkennen, dass ihr meine Jünger seid!" Also überlasse ich es anderen zu entscheiden ob ich Christ bin oder nicht. Ich versuche in meinem Alltag die Nachfolge zu leben und das versuche ich auch die Kinder mit denen ich arbeite jeden Tag erneut zu zeigen. Wertschätzung, Hilfsbereitschaft, Akzeptanz, Konsequenz, Liebe, "die extra Meile" die wir gemeinsam gehen, auch ohne das ich sofort eine Rechnung schreibe, das offene Haus wo jeder der kommt etwas zu essen und zu trinken und bei Bedarf auch ein Bett finden kann. Teilen was wir haben (meine Frau und ich), nicht immer einfach, manchmal auch unheimlich nervig und anstrengend, manchmal auch frustrierend aber dann, wenn ich ein Postkarte bekomme mit darauf "Danke das Du an mich geglaubt hast..." oder wenn ich sehe wie ein Kind sich traut gegen den Strom zu schwimmen und damit erfolge hat, Augenblicke der unendliche Dankbarkeit.

Ostern, Pfingsten, es sind Momente die man eigentlich jeden Tag leben sollte. Das wir die Kinder berühren und wenn man seinen Glauben weiter geben will, dann so, denn alles wo Du jemand mit Argumente hinein predigst, kann jemand anderem ihm mit andere Argumente wieder hinaus predigen!

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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von nannysam » Donnerstag 7. Mai 2015, 22:43

Einerseits ist es gut, aber ich finde dass immer mehr Unwahrheiten gelehrt werden. Daher muss man ein Zwischending finden
Es kommt nie so, wie man denkt. Es kommt so, wie man nie gedacht hat.

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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Kees_Kopf » Samstag 9. Mai 2015, 06:50

Das Lehren von Unwahrheiten ist aber kein Privileg der Religionen.

Ein viel verbreiteter Missvertand ist, das man sobald man glaubt nicht mehr nachdenken muss. Das ist natürlich einfach, nur noch den Glauben im Kopf und sonst nichts. Anderen denken und entscheiden für einem; herrliches Leben, denn wenn jemand anders für mich denkt und entscheidet, bin ich nicht länger verantworlich.

Wer sich einmal selbst intensiv mit dem neuen Testatment beschäftigt und genau hinschaut wie Jesus mit seine erste Jünger umgegangen ist, sieht genau das Gegenteil. Er ruft auf zur Nachfolge, lebt in der Praxis vor was er predigt und weist seine Jünger immer wieder auf die eigene Verantwortung für ihre Entscheidungen hin. Er entbindet sie nicht der Verantwortung, nein er bürdet sie gerade eine noch größeren Verantwortung auf, denn "an der Liebe wird man erkennen, dass ihr meine Jünger seid..." (Johannes 13, 35). Liebe, nicht als Gefühl sondern als Entscheidung. Wertschätzung weil jemand ist, nicht weil jemand macht.

Und das ist für mich die Aufgabe die ein Jesusnachfolger (was man also nicht wird weil man als Baby getauft wurde oder weil man ein kirchlichen Verein angehört) in seinem täglichen Leben hat.

Gestern sitze ich, am Rande einer von mir organisierte und geleitete Großveranstaltung zum Ende eines Projektes (nicht mit dem Glauben in Verbindung stehend!) mit ein zehn, fast elfjähriges Mädchen aus ein nicht so einfachen Familiensituation kurz zusammen. Ich sage ihr, sie sei wertvoll weil sie IST und nicht weil sie macht. Es ist völlig in Ordnung, so wie sie ist. Das sie vielleicht anders denkt, anders empfindet, andere Musik oder Bücher mag. Das sie einmalig ist. Da rollen plötzlich die Tränen herunter.

Keine große Wort über Glauben, über Gott oder sonst was, sondern nur die Antwort auf die mir selbst gestellte Frage "Was würde Jesus jetzt sagen. Hier und jetzt in Anbetracht aller Probleme die sie umgeben."

Und gefolgt durch das Angebot heute am zweiten Tag der Veranstaltung, ein wenig mitarbeiten zu dürfen.

Es sind diese Augenblicke die mir klar machen, dass jeder Mensch -nicht nur Kinder- Glauben benötigt. Ein Glauben die befreit, die Mut macht zu einem eigenständigen Wesen, lebend in der Verantwortung für sich udn seine Umwelt, lebend in der Gewißheit das man bedingungslos geliebt wird und das es bedingungslose Vergebung gibt, weil derjenige der uns als Menschen ins Leben gerufen hat uns viel mehr liebt als wir uns vortellen können.

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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von nannysam » Sonntag 17. Mai 2015, 19:58

Ich denke schon..jeder sollte wissen zu welcher er gehört
Es kommt nie so, wie man denkt. Es kommt so, wie man nie gedacht hat.

Soliniba
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Soliniba » Montag 5. Oktober 2015, 10:54

Ein definitiv gut gewähltes Thema. Sehr interessant aber auch schwierig, dem muss ich zustimmen.
Ich denke nicht, dass Religion für Kinder notwendig ist. Religion dient zwar dazu, Dinge zu erklären, die man sich nicht erklären kann und Zuflucht zu finden, aber Bildung und eine intakte Familie kann dies schließlich heutzutage ziemlich gut ersetzen.
Ob ein Kind zur Religion findet, oder nicht, sollte ihm so oder so selbst überlassen sein.
Wenn jedoch von BRAUCHEN die Rede ist, würde ich definitiv nein sagen.

LG Soli

Kleine Maus
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Kleine Maus » Donnerstag 20. Oktober 2016, 19:37

Ich finde Religion für Kinder wichtig, insbesondere wenn man in einen katholischen Kindergarten arbeitet. Schon in der Taufe des Kindes wird der erste Baustein gelegt durch die Eltern, ob sie ihr Kind religiös erziehen wollen. Ich finde die Erfahrung mit Religion wichtig.

BettyFrisch
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von BettyFrisch » Montag 20. Februar 2017, 15:54

Greetings to all! Experiencing difficulties with preparing an assignment about the religion? I know how much stressed you can be! Stay away from such problems - follow http://skywritingservice.com/blog/essay-about-religion for the details on how to male your paper attractive.

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