Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Matushka
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Matushka »

Zenobia hat geschrieben:Ich freue mich, dass dir mein pauschal gehaltener Beitrag gefällt. ;)
Naja -- "gefallen"? :nene: Er erweckt bei mir eher den Eindruck, dass dir an einem Gedankenaustausch nicht wirklich gelegen ist. Und das ist ja auch okay, solange es zumindest deinem jeweiligen Gegenueber bewusst ist. Mir ist bereits vor laengerer Zeit aufgefallen, dass dir abwaegige Meinungen -- zumindest meine -- scheinbar eher sauer aufstossen. Deshalb weiss ich bei dir fortan, dass es zu keinem "meeting of the minds" kommen wird. Damit kann ich leben. :daumen:
amaria hat geschrieben:Ich denke auch so.
Ach, amaria, das weiss ich doch. Und du hast dich ein bisschen auf den Katholizismus eingeschossen -- waehrend dir "Osho" offenbar imponiert hat. Sei's drum -- ich verstehe, dass jeder seinen eigenen Kontext mit sich rumschleppt.

Persoenlich halte ich die Fragestellung hier auch fuer muessig -- und die Diskussion fuer relativ ueberfluessig. Ich kann nur diese heftige Ablehnung des christlichen Glaubens nicht so recht nachvollziehen. Besonders nicht in Zeiten wie diesen, wo es sich beim Thema Christenverfolgung nicht um einen Mythos oder eine geschichtliche Anekdote handelt.

Aber in unseren Staedten duerfen auch wieder antisemitische Parolen gebruellt werden. Vielleicht sollte ich mich nicht zu sehr wundern.

Gruss,

Sabine

Juliala
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Juliala »

Hallo,

mein Mann kommt aus einem christlichen Elternhaus, während meine Eltern Religion für sich ablehnten. Ich bin also so gut wie "steril" aufgewachsen.
In meiner Kindheit fehlte mir der Glaube nicht. Ich fand es damals eher befremdlich, Sonntags in den Gottesdienst gehen zu müssen und bemitleidete einige meiner Freunde.
Erst als ich älter wurde, wurde mir bewusst, dass mir ein Stück Bildung fehlte und ich eine große Wissenslücke hatte.
Die Auseinandersetzung mit der Religion und dem Glauben gehört für mich zur Allgemeinbildung mit dazu.

Meine Kinder sind nicht getauft und wir leben hier zu Hause auch nicht religiös, aber mir war es immer wichtig, dass meine Kinder am Religionsunterricht teilnehmen, damit sie sich ihre eigene Meinung bilden können.
Wir haben mit den Kindern auch regelmäßig über Religion und Glaube gesprochen und wollten wissen, ob sie sich taufen lassen möchten.
Mit den Großeltern waren sie früher oft in der Kirche zum Gottesdienst und wir Eltern lieben Kirchenbesichtigungen und die Kinder kamen bisher immer mit. Oft entstanden so Gespräche, bei denen auch ich viel lernte. Schließlich hatte ich ein Aufholbedürfnis.
Kirchen sind ein Stück Geschichte und Kultur, daher finde ich eine Auseinandersetzung mit der Religion und dem Glauben ganz wichtig.

Es ist sicher richtig, dass man Werte auch ohne Religion vermitteln kann, aber unsere Werte sind christlichen Ursprungs und das sollten Kinder wissen.
Auch unsere Feste (Weihnachten, St. Martin, Ostern usw.) sind religiöse Feste. Viele Menschen kennen gar nicht mehr den Hintergrund und die Entstehungsgeschichte dieser Feste. Z.B. Ostern wird für viele Kinder einfach nur noch mit dem Osterhasen verbunden.
Daher beantworte ich die Frage, ob Kinder Religion brauchen mit : Ja
Kinder brauchen Religion, weil sie zur Bildung mit dazugehört und manchmal brauchen Kinder Religion, um einen Halt zu haben.
Sie müssen aber auch die Freiheit haben, Religion und Glaube für sich abzulehnen, aber das können sie nur, wenn eine Auseinandersetzung mit diesem Thema stattgefunden hat.

Da wir in unserem Land eine Religionsfreiheit haben, fände ich es wichtig, auch Kinder ihren Glauben frei zu wählen zu lassen, daher lehne ich die Säuglingstaufen ab und befürworte die Jugend- bzw. Erwachsenentaufe ab 14 Jahren.
Nun bin ich aber abgeschweift.
Es ist halt ein interessantes Thema.

Julia
Erziehung: einen Kopf drehen, bis er verdreht ist - natürlich auf den neuesten Stand.“
―Karlheinz Deschner

Matushka
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Matushka »

Hallo,

Danke, Julia, fuer den ausfuehrlichen Beitrag. Das Thema ist so sensibel, dass ich persoenlich jeden sachlichen Beitrag als wohltuend empfinde.

"Religion" ist ueberall, und ihr Stellenwert wird in der westlichen Welt wieder bedeutender. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es inzwischen noch irgend jemandem leicht faellt, dies zu bestreiten... egal, wie sehr wir versucht sind, unsere Haltung zu "Religion" allein ueber unseren jeweils eigenen Werdegang zu definieren.

Gruss,

Sabine

amaria
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von amaria »

Matushka hat geschrieben:
Zenobia hat geschrieben:. Und du hast dich ein bisschen auf den Katholizismus eingeschossen -- waehrend dir "Osho" offenbar imponiert hat. Sei's drum -- ich verstehe, dass jeder seinen eigenen Kontext mit sich rumschleppt.

Persoenlich halte ich die Fragestellung hier auch fuer muessig -- und die Diskussion fuer relativ ueberfluessig. Ich kann nur diese heftige Ablehnung des christlichen Glaubens nicht so recht nachvollziehen. Besonders nicht in Zeiten wie diesen, wo es sich beim Thema Christenverfolgung nicht um einen Mythos oder eine geschichtliche Anekdote handelt.

Aber in unseren Staedten duerfen auch wieder antisemitische Parolen gebruellt werden. Vielleicht sollte ich mich nicht zu sehr wundern.

Gruss,

Sabine
Sabine, ich habe mich nicht auf den Katholizismus eingeschossen. Bei der Auswahl von Vertretungsstellen ist mir sogar manchmal ein Katholischer Kindergarten lieber als andere. Wenn ich gelegentlich Beispiele wähle, in denen der Eindruck entsteht, liegt das daran, dass ich in einer Gegend lebe, in der die römisch-katholische Kirche mehr Einfluss hat als andere Glaubensgemeinschaften und ich insofern mit der römisch-katholischen Kirche mehr erlebt habe. (Die Einstellungsgespräche können eine Farce sein!)Was mir allerdings gerade an der katholischen Kirche unangenehm auffällt, ist, dass ihre Vertreter es kaum schaffen, freiwillig auf Macht zu verzichten. Jesus war ein Rebell und ein Revolutionär und die katholische Kirche lässt sich schon von McKinsey beraten. Vieles, was Osho vor Jahren geschrieben hat, kann auch heute nich gelten und mir gefällt eben, dass er sich nicht scheut, die "natürliche Größe" derer, die einen hohen Status erreicht haben, aufzuzeigen.

Hast du nicht auch schon mal gefunden, dass man in Deutschland zu sehr auf akademische Bildung und Titel achtet?

Wie kommst du darauf, dass in unseren Städten wieder antisemitische Parolen gebrüllt werden dürften? Dass, was leider gelegentlich vorkommt, ist immer noch ein Fall für den Staatsanwalt.

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

Matushka
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Matushka »

Hi amaria,
Hast du nicht auch schon mal gefunden, dass man in Deutschland zu sehr auf akademische Bildung und Titel achtet?
Mir ist im Nachhinein aufgefallen, welcher Kotau in Deutschland vor manchen Berufssparten gemacht wird. Fuer mich als Arbeiterkind war das normal, bis ich in den USA gesehen hab', dass es auch anders geht. Ich habe allerdings nichts gegen akademische Bildung an sich. Was meintest du denn? Ich kann nicht pauschal etwas ablehnen, was ich kaum kenne. Ich bin erst spaet in die Welt der formellen Bildung eingetaucht -- wenn du das so nennen willst. Eine Art "Wissensduenkel" existiert dort ohne Frage, und der beeindruckt mich heutzutage eher wenig. Manchmal finde ich ihn tatsaechlich unertraeglich. Aber vermutlich kann man mir den inzwischen auch zum Teil vorwerfen. Es existieren halt Welten zwischen den Praktikern und den Theoretikern. Deshalb freut es mich, dass es Leute gibt, die sich daran machen, diese Kluften zu ueberwinden.
amaria hat geschrieben:Wie kommst du darauf, dass in unseren Städten wieder antisemitische Parolen gebrüllt werden dürften?
Nicht gesehen? Ist ueberall im Internet zu finden.
amaria hat geschrieben:Dass, was leider gelegentlich vorkommt, ist immer noch ein Fall für den Staatsanwalt.
Was leider gelegentlich vorkommt? Entschuldige, amaria, da muss ich abschliessen. Entweder wir missverstehen uns gerade massiv (kommt ja vor), oder wir sind hier meinungstechnisch wirklich so weit auseinander, dass wir in einem Internetforum sicher nicht zusammenkommen werden. Der "Religionskampf" ist jedenfalls in den Strassen angekommen.

Dass es in Deutschland wieder zu antisemitischen Uebergriffen kommt, finde ich schwer zu ertragen.

Wer die am meisten verfolgte Religionsgruppe der Welt ist, ist dir sicher bekannt. Das gilt heute mehr denn je. Und dass es in der roemisch-katholischen Provinz zu korrupten Verflechtungen und Machtspielchen kommt, wundert mich -- zumindest so auf die Ferne -- tatsaechlich nicht. Kleriker sind auch nur Menschen. Vielleicht empfindest du ja den neuen Oberhirten der Kirche dahingehend als erfrischend.

Gruss,

Sabine

Nenita
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Nenita »

Mir fiel spontan ein Vergleich ein, den ich mal gelesen habe, ich glaube der stammt sogar aus der Kindergarten heute:

Würde man als Erzieher auf die Idee kommen Kinder von jeglicher Musik fern zu halten, weil man sie unvoreingenommen ihre Musikrichtung selber wählen lassen will? Also sie zum Bsp. Nie Musik hören lassen?

Kann man sie überhaupt von Religion abschirmen?

Worüber ich mir auch Gedanken machen würde:

Sind Kinder spirituell? Oder sind sie atheistisch?
Wie kann man sich für oder gegen etwas entscheiden, wenn man es nicht kennt?

Religion gehört überall zu Kultur. So wie Musik überall zur Kultur gehört, so unterschiedlich sie auch ist.

Liebe Grüsse

Nenita
Liebe Grüsse

Nenita

amaria
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von amaria »

Matushka hat geschrieben:
amaria hat geschrieben:Wie kommst du darauf, dass in unseren Städten wieder antisemitische Parolen gebrüllt werden dürften?
Nicht gesehen? Ist ueberall im Internet zu finden.
amaria hat geschrieben:Dass, was leider gelegentlich vorkommt, ist immer noch ein Fall für den Staatsanwalt.
Was leider gelegentlich vorkommt? Entschuldige, amaria, da muss ich abschliessen. Entweder wir missverstehen uns gerade massiv (kommt ja vor), oder wir sind hier meinungstechnisch wirklich so weit auseinander, dass wir in einem Internetforum sicher nicht zusammenkommen werden. Der "Religionskampf" ist jedenfalls in den Strassen angekommen.

Dass es in Deutschland wieder zu antisemitischen Uebergriffen kommt, finde ich schwer zu ertragen.
Hallo Sabine,

dass ich Rassismus, wie er sich hier zeigt http://www.tagesspiegel.de/berlin/poliz ... 29256.html erschreckend finde, davon darfst du ausgehen. Allerdings fühle ich mich nicht verpflichtet, in jedem Bereich sofort die politisch korrekte Meinung zu haben. Was Gesetze angeht, werden wir mit Grauzonen leben müssen und die Illusion, dass strengere Gesetze zur Verbesserung der Menschheit beitragen würden, habe ich nicht. Auch wenn es Beklemmungen auslöst, finde ich es wichtig, dass über die Duldung von extremistischen Äußerungen, solange es bei Worten bleibt! - diejenigen erkennbar werden, die andere Menschen missachten und demokratische Werte verletzen.
Vielleicht hilft ein Vergleich mit dem Tatbestand der Abtreibung. Sie ist grundsätzlich verboten. Geduldet und straffrei ist sie unter bestimmten Voraussetzungen jedoch trotzdem.

Die Frage, ob lediglich die Tatbestände der Ehrverletzungsdelikte ausreichen sollen, um ein Zeichen gegen ein uns zutiefst unangenehm berührendes Vorgehen zu setzen, wird vermutlich noch länger unter Juristen erörtert werden. Und so wie es zum §166 StGB seit Jahrzehnten unterschiedliche Meinungen gibt, https://www.ibka.org/node/631 mag dies auch bei verabscheuungswürdigen Verbalattacken, die auf Demonstrationen skandiert werden, der Fall sein.
Was den Paragraphen 166 StGB angeht, bin ich für seine Abschaffung.

Mir sind die wiederkehrenden Rufe nach einer Ausweitung der Strafgesetzgebung suspekt. Viel wichtiger finde ich es, dass die Presse nicht nur hitzig auf aktuelle Geschehen eingeht. Gesellschaftliche Probleme und Fehlentwicklungen verdienen es, über einen längeren Zeitraum beachtet und erörtert zu werden. Aber genau das geschieht viel zu selten.

Kannst du meine Einstellung nachvollziehen? Oder erinnert sie dich zu sehr an die Steinzeit?

Freundliche Grüße

Angelika
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Wilhelm Busch

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Arthur Schopenhauer

Matushka
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Matushka »

Hallo Angelika,
amaria hat geschrieben:Kannst du meine Einstellung nachvollziehen?
Klaro.

Aber du hast fuer diesen Beitrag die "Gesetzesbrille" aufgesetzt, und die habe ich gerade nicht auf (kenne mich auch nicht aus!).

Die Ueberschrift lautet ja "Brauchen Kinder Religion?" und darum geht's hier im Thread. Religion ist auf der Strasse angekommen, und sie beruehrt unser aller Leben in einem bislang ungekannten Ausmass. Davon erzaehlt Ihr in den Einrichtungen seit Jahren, und jetzt sieht man es auch langsam immer mehr in den Medien.

Es gibt gleichzeitig immer mehr Menschen, die wollen, dass "Religion" in der Gesellschaft fuer alle sichtbar ist. Die Antwort auf die Frage, ob "Kinder Religion brauchen", wird demnach je nach Gruppe auch voellig unterschiedlich ausfallen.

Aber: Religion wird in Zukunft vermehrt Einfluss auf die Kinder der Gesellschaft haben. Egal, ob das Kind nun im abgelegenen Dorf oder in der Grossstadt aufwaechst. Deshalb sollte man es m.E. nicht allein lassen mit der Bewaeltigung dieses Themenbereiches.

Zum Thema Rassismus habe ich anderswo schon etwas geschrieben. Der Begriff wird m.E. absolut inflationaer und als Diskussionskiller gebraucht.

Gruss,

Sabine

Leander Liguster
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Leander Liguster »

Matushka hat geschrieben: .

Persoenlich halte ich die Fragestellung hier auch fuer muessig -- und die Diskussion fuer relativ ueberfluessig. Ich kann nur diese heftige Ablehnung des christlichen Glaubens nicht so recht nachvollziehen. Besonders nicht in Zeiten wie diesen, wo es sich beim Thema Christenverfolgung nicht um einen Mythos oder eine geschichtliche Anekdote handelt.


Gruss,

Sabine

Ich pflücke mal genau dieses Postulat von Sabine heraus. Warum findest du eine Debatte hier im Forum persönlich überflüssig? Vielleicht weil du wegen deiner eigenen Sozialisation religiös geprägt warst?
Heftige Ablehnung des Christentums? Wo siehst du die?
Dass die katholische Kirche in ihrer Historie sich nicht mit Ruhm bedeckt hat, kann man nicht verleugnen. Und wenn darüber Zweifel bestehen sollten, es bereitet mir keinerlei Schwierigkeiten Links über das Treiben der katholischen Kirche zu finden.

Ich persönlich finde dass Kinder eine religiöse Erziehung nicht unbedingt benötigen. Wozu die Story von Adam und Eva erzählen, wenn sie in der Schule sowieso Darwins Evolutionstheorie lernen.
Dass der Bible Belt in den USA die Evolutionstheorie in ihren Schulen nicht lehrt, ist Fakt.

Ich schließe ab mit einem Zitat von Lenin, welches fälschlicherweise Karl Marx zugeschrieben wird :" Wer sein Leben lang schafft und darbt, den lehrt die Religion Demut und Geduld im irdischen Leben und vertröstet ihn auf den himmlischen Lohn. Wer aber von fremder Hände Arbeit lebt, den lehrt die Religion Wohltätigkeit hienieden; sie bietet ihm eine wohlfeile Rechtfertigung für sein Ausbeuterdasein und verkauft zu billigen Preisen Eintrittskarten zur himmlischen Seligkeit. Die Religion ist das Opium für das Volk. Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz, ihren Anspruch auf ein auch nur halbwegs menschenwürdiges Dasein ersäufen."

Matushka
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Matushka »

Leander, gruess' dich! Das war kein Postulat, sondern eine Meinung. Ich kann sie haben -- und begruenden werde ich sie nur, wenn ich mich in einer Diskussion sicher fuehlen kann. Bei dir habe ich derzeit nicht dieses Gefuehl. Ich stelle vielmehr fest, dass dir deine Gegenrede von vornherein wichtiger ist als jedes meiner Argumente. Deine "Google-Finger" stehen, sozusagen, jederzeit bereit... Wieso sollte ich dir da irgendwelche -- ohne Gruss und dazu noch aus dem Kontext gerissenen -- dahingeschleuderten Fragen beantworten?

Ich habe dennoch den Eindruck, dass dich das Thema "Religion" umtreibt. Es geht, glaube ich, zumindest seit der 2012-Beschneidungsdebatte, vielen Menschen in Deutschland so. Ich verfolge es auch mit grosser Spannung.

Was mich so traurig macht: Ich kann nicht fassen, dass Multikulti wirklich gescheitert sein soll.

Kennst du das Buch "Deutschsein" von Zafer Senocak (mit Haekchen unterm S)? Ich habe es vor ein paar Jahren gelesen und fand es toll. Besonders der Gedanke um das "Zurueck-Lieben", den er anspricht, hat bei mir lange nachgeklungen.

Gruss,

Sabine

Leander Liguster
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Leander Liguster »

Hi Sabine,

ja , es geht in dem Thread nun mal um dass Thema "Religion" deshalb umtreibt es mich auch so :unschuldig:
Wenn ich mir die Beiträge so anschaue, hat mir der sarkastische Beitrag von Sewerus am besten gefallen :pfiff: Aber der Grundtenor scheint so zu sein dass Religion eigentlich doof ist, ändert auch nichts an meiner atheistischen Weltanschauung.
Wobei Papst Franziskus ja durchaus reformistische Ansätze zeigt, indem er sagt, dass die Katholen sich nicht wie Karnikel vermehren sollen, gibt ja Verhütungsmittel.

Was Zafer Senocak und Multikulti mit dem Thread zu tun haben , erschließt sich mir nicht. Nebelkerzen etwa? :schnarch:

Religion benebelt das Gehirn und ist in meinen Augen nicht gerade förderlich für die Entwicklung von Kindern, in diesem Zusammenhang fällt mir die archaische Sekte der Zwölf Stämme ein, die ihre Kinder züchtigen und die unser Schulsystem für gottlos halten.
"Die Erziehung der Kinder ist ein ganz wichtiges Thema", sagt er. "Frühmorgens, in der Lehrstunde, werden die Eltern schon von den Ältesten bearbeitet, dass Züchtigung den Kindern guttut." Die Schläge werden nicht aggressiv verabreicht, sondern ganz gelassen, mit System. Robert Pleyer schildert das so: Ein Kind räumt zum Beispiel eine Tasse nicht weg. "Warst du gehorsam?", fragt das Elternteil. Das Kind gesteht: "Nein." Es beugt sich vor. Es tut schrecklich weh mit der Rute. Es entschuldigt sich. Es wird kurz in den Arm genommen. Alles ist wieder gut?
http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... lagen.html


Sicher gibt es immer noch Befürworter von religiösen Inhalten in der Erziehung, aber seit den skandalösen Berichte über die katholische Kirche, kommt es vermehrt zu Kirchenaustritten. Was auch den Vorteil hat, dass man die Kirchensteuer spart und so korrupte, arrogante Geistliche wie Tebarts-van Elst nicht mehr finanzieren muss.
Warum können diese Blutsauger ihre Kollekte nicht privat von ihren Schäfchen abzapfen, als vom Staat die Kohle abzuzocken?
Im laizistischen Frankreich ist Religion und Staat getrennt. Warum auch nicht hier?

Je suis Charlie :kappe:

Matushka
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Matushka »

Leander -- nach ein bisschen Ueberlegen hier nochmal eine Antwort von mir.

Du machst es dir (und anderen) hier etwas schwer, mit dir zu kommunizieren.

Ob Kinder Religion brauchen oder nicht, das ist so eine "grosse" Frage, dass man sie in einem Forum wie diesem m.E. nur unzureichend beantworten kann. Jeder argumentiert halt auf dem eigenen Erfahrungsstand und zieht die logischen Folgerungen, die zum eigenen Leben passen. Deshalb scheint mir eine Diskussion eher muessig.

Das Thema Religion gewinnt in der Gesellschaft exponentiell an Stellenwert und wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit weiterhin -- bis in den Kindergarten hinein -- einen Weg suchen. Der Ansatz, "Religionen abschaffen" ist zwar in verschiedenen politischen Hierarchien immer wieder versucht worden -- aber der Glaube an etwas Hoeheres und Bedeutenderes als "den Staat" ist vielen Menschen viel zu wichtig, als dass er sich jemals komplett "verbieten" liess.

Nun haben wir aber ein neues Phaenomen: Nicht irgendeine obskure Religion, sondern eine der Weltreligionen -- der Islam, in all' seinen Facetten und Ausfuehrungen -- gewinnt gesellschaftlich zusehends an Bedeutung. Meine Vermutung ist, dass viele Ueberschriften, die in der Art "Brauchen Kinder Religion?" daherkommen, sich eigentlich um diese Tatsache drehen.

Die Entwicklung, dass wir "im Westen" dem muslimischen Glauben zusehends unsere kollektive Aufmerksamkeit zuwenden, laesst sich nicht abstreiten. In meinen Augen ist es uebrigens nur logisch, dass diese Entwicklung auch Reaktionen folgen laesst. Ich kenne dazu keine naeheren Studien, aber fuer mich scheint es offensichtlich, dass sich der Einzelne mit seiner vermeintlich individuellen Wahrnehmung zurueckzieht in den Schutz der jeweiligen "Gruppe". Es wird zusehends schwieriger, keine "Meinung", bzw. eine ausgewogene Ansicht bezgl. der politischen Geschehnisse zu haben. Es scheint so, als ob es nur noch Extreme gibt!
--
Achtung, Nebelkerze: Herr Gabriel ging gerade mit Pegida-Leuten reden, und nun erfaehrt er heftigen Gegenwind aus den Reihen seiner Partei -- ausgerechnet der Partei, die sich traditionell fuer den "kleinen, arbeitenden Mann" eingesetzt hatte! Ist das nicht verrueckt?
--
Lieber Leander, ich wuensche dir ganz viel Glueck auf deinem weiteren Weg!

Gruss an alle, die noch mitlesen,

Sabine

Leander Liguster
Beiträge: 29
Registriert: Dienstag 14. Januar 2014, 23:18

Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Leander Liguster »

Matushka hat geschrieben:.
Du machst es dir (und anderen) hier etwas schwer, mit dir zu kommunizieren.
Mir? Nicht im Geringsten? Welche Anderen? Hier sind höchstens zwei, höchstens vier die hier mal im Forum schreiben.
Hab mir den Thread hier durchgelesen und stelle fest, dass es hier nicht so viele Fans gibt , die die das Vermitteln von religiösen Inhalten an Kinder positiv bewerten.



Ob Kinder Religion brauchen oder nicht, das ist so eine "grosse" Frage, dass man sie in einem Forum wie diesem m.E. nur unzureichend beantworten kann. Jeder argumentiert halt auf dem eigenen Erfahrungsstand und zieht die logischen Folgerungen, die zum eigenen Leben passen. Deshalb scheint mir eine Diskussion eher muessig.
Wieso nicht? Wieso große Frage? Dies ist doch ein Erzieherforum. Die Frage ist ob religiöse , in diesem Fall christliche Werte in den Kindertagesstätten vermittelt werden sollen oder nicht.
Und ja ich gebe dir Recht, jeder argumentiert aus seinem eigenem Erfahrungsstand. Warum sollte die Diskussion darüber müssig sein? Kannst es ja ignorieren. Ich halte einen Diskurs ob Religon nötig ist, für notwendig.


Das Thema Religion gewinnt in der Gesellschaft exponentiell an Stellenwert und wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit weiterhin -- bis in den Kindergarten hinein -- einen Weg suchen. Der Ansatz, "Religionen abschaffen" ist zwar in verschiedenen politischen Hierarchien immer wieder versucht worden -- aber der Glaube an etwas Hoeheres und Bedeutenderes als "den Staat" ist vielen Menschen viel zu wichtig, als dass er sich jemals komplett "verbieten" liess.


Nun von ganz verbieten schrieb ich ja nix, immerhin gibt es ja so christliche Traditionen wie Weihnachten und den St. Martins Tag. Und Kinder lieben Weihnachten...
Meine Forderung nach einem laizistischen Staat finde ich sehr vernünftig: Religion sollte Privatsache sein.



Nun haben wir aber ein neues Phaenomen: Nicht irgendeine obskure Religion, sondern eine der Weltreligionen -- der Islam, in all' seinen Facetten und Ausfuehrungen -- gewinnt gesellschaftlich zusehends an Bedeutung. Meine Vermutung ist, dass viele Ueberschriften, die in der Art "Brauchen Kinder Religion?" daherkommen, sich eigentlich um diese Tatsache drehen.
Ich schreibe hier von Kindertagesstätten, habe aber noch nicht feststellen können, dass dort der Islam unterrichtet wird. Sicher in Staddteilen mit hohem Migrantenanteilen kommt man damit in Berührung und es gibt auch Einrichtungen wo kein Schweinefleisch gekocht wird, aus Rücksicht auf die muslimischen Kinder.



Die Entwicklung, dass wir "im Westen" dem muslimischen Glauben zusehends unsere kollektive Aufmerksamkeit zuwenden, laesst sich nicht abstreiten. In meinen Augen ist es uebrigens nur logisch, dass diese Entwicklung auch Reaktionen folgen laesst. Ich kenne dazu keine naeheren Studien, aber fuer mich scheint es offensichtlich, dass sich der Einzelne mit seiner vermeintlich individuellen Wahrnehmung zurueckzieht in den Schutz der jeweiligen "Gruppe". Es wird zusehends schwieriger, keine "Meinung", bzw. eine ausgewogene Ansicht bezgl. der politischen Geschehnisse zu haben. Es scheint so, als ob es nur noch Extreme gibt!
--

Joo, klar auf deinem Lieblingsportal "Achse des Guten" ist ja Broder und Pirinci die Speerspitze der Islamversteher :pfiff: Und Broder ist ja der Allesversteher par exellence
Hierzu noch der letzte Beitrag von Herrn Miersch, der sich von dem "Hetzerportal" endgültig verabschiedet hat.
Doch ich bezweifle, dass man deshalb Leute verteidigen oder gar unterstützen muss, die „Islamkritik“ sagen und „Ich hasse alle, die anders sind als ich“ meinen. Es gibt viele Belege dafür, dass ein Großteil der Anhänger von AfD, Pegida und verwandten Organisationen ausländerfeindlich und antisemitisch sind, und anti-westliche Verschwörungsgerüchte verbreiten. Die Annahme, dass der Feind meines Feindes, mein Freund sei, ist einer der dümmsten politischen Trugschlüsse. Mit diesem Ungeist hat Israel einst die Hamas gefördert und Amerika die Taliban.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/ ... _ohne_mich

Achtung, Nebelkerze: Herr Gabriel ging gerade mit Pegida-Leuten reden, und nun erfaehrt er heftigen Gegenwind aus den Reihen seiner Partei -- ausgerechnet der Partei, die sich traditionell fuer den "kleinen, arbeitenden Mann" eingesetzt hatte! Ist das nicht verrueckt?
Ich gehe mal kurz auf die Nebelkerze ein, dass Herr Gabriel mit den Pegida Leuten spricht, tangiert mich eigentlich wenig. Seine Generalsekräterin Fahimi ist vehement gegen Pegida.
Die SPD setzt sich schon lange nicht mehr für die arbeitende Leute ein, aber da du nicht mehr in D lebst , scheint deine Wahrnehmung sehr getrübt zu sein, wie mir scheint.
Nach der neoliberalen Erneuerung durch Schröder und der Einführung der verheerenden Harzt Vier Gesetze , hat sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter geöffnet.
Soviel zu ach so sozialen SPD, die den Arbeiter in den letzten Jahren nur abgezockt hat und im Zuge der fortschreitenden Globalisierung auf den neoliberalen Zug aufgesprungen ist.

Es gab mal eine Erhebung zur Pegida , wer die eigentlich sind. Die meisten sind männlich verdienen gut und gehören der gut situierten Mittelschicht an, als nichts mit kleiner Mann.
Aber es kommt durch die "Lügenpresse" ein arg verzerrtes Bild auf dem Bildschirm an, da treten nämlich nur die Menschen auf, die sich nicht gut ausdrücken können und sich auch noch vor laufender Kamera blamieren.



--
Lieber Leander, ich wuensche dir ganz viel Glueck auf deinem weiteren Weg!
Oh, vielen Dank :daumen: Wünsche dir alles Beste in deinem Leben. Live long and prosper!


Gruss an alle, die noch mitlesen,

Sabine

Matushka
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Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Matushka »

Leander Liguster hat geschrieben:Die Frage ist ob religiöse , in diesem Fall christliche Werte in den Kindertagesstätten vermittelt werden sollen oder nicht.
Hallo Leander,

Hab' geguckt, und vielleicht hab' ich ja was uebersehen: Wo steht geschrieben, dass die Threaderstellerin bei der Frage "Brauchen Kinder Religion?" explizit den christlichen Glauben gemeint hat?

Ich verstehe deine Vehemenz, aber deine Gehaessigkeit kann ich nicht einordnen. Wenn du einen Diskurs zum Thema Religion hier fuer noetig haeltst, dann fuehre ihn doch. Wie du selbst feststellst, stehst du mit deinen Ansichten nicht allein da. Also frisch an die Tasten! Ich bin sicher, es gibt noch ein Vielfaches zu lernen.

Gruss,

Sabine

Jelka
Leseratte
Beiträge: 490
Registriert: Freitag 3. Juli 2009, 22:54

Re: Facharbeitsthema: Brauchen Kinder Religion?

Beitrag von Jelka »

Leander Liguster hat geschrieben: Mir? Nicht im Geringsten? Welche Anderen? Hier sind höchstens zwei, höchstens vier die hier mal im Forum schreiben.
Hab mir den Thread hier durchgelesen und stelle fest, dass es hier nicht so viele Fans gibt , die die das Vermitteln von religiösen Inhalten an Kinder positiv bewerten.
Hallo Leander,
ich möchte nicht mitdiskutieren. Das würde meinen Horizont übersteigen.
Aber ich mag deinen falschen Eindruck gerade rücken.
Auch wenn sich nur wenige zu Wort melden, gibt es etliche Mitleser, die sich zumindest ihre Gedanken zu den Themen machen. Auch ich lese gerne mit, ohne meine Gedanken aufzuschreiben. Das ich mich an den Diskussionen nur selten beteilige, liegt daran, dass ich das Gefühl habe, in vielen Themen findet eher ein Tauziehen statt, als ein wirklicher Austausch. Dafür ist mir meine Energie zu schade.

Als Außenstehende zum Thema Religion fällt mir auf, dass hier zwar ein Tauziehen um die Religion stattfindet, mit der Frage "Brauchen Kinder Religion?" Aber die Frage, was Religion für den einzelnen bedeutet, wurde nicht geklärt. Vielleicht findet ihr dafür erstmal einen gemeinsamen Nenner, um dann zu klären, ob und wie weit "Religion" nötig ist.

Mein Sohn ist zwar nicht getauft, aber ich habe z.B. darauf bestanden, dass er am Religionsunterricht in der Schule teilnimmt. Ich vermittle auch den Kindern in der Einrichtung, warum Weihnachten gefeiert wird. Auch wenn ich im kirchlichen Sinne nicht religiös bin, käme ich nicht auf die Idee, Religion aus den Einrichtungen auszuklammen. Viele Kinder wachsen damit auf, es ist ihr Leben. Sollen sie das an der Garderobe abgeben? Abgesehen davon ist die Religion ein wichtiger Teil der Kulturen.
Liebe Grüße Jelka

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