Chormusik und die Migrationsgesellschaft

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Matushka
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Chormusik und die Migrationsgesellschaft

Beitrag von Matushka » Montag 16. März 2015, 03:17

Hallo,

In Celle fand zu diesem interessanten Thema eine Diskussion statt. Es wurden erste Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die ich allerdings noch nicht aufspueren konnte. Sie scheint nirgends verlinkt zu sein. http://www.weser-kurier.de/region/verde ... 79758.html

Dieser Absatz stach mir im beigefuegten Artikel, in Anbetracht meiner Teilnahme hier im Forum, gleich ins Auge:
Reine Migrantenkinder erreichen wir nicht“, sagt Wendt-Thorne. Sie kritisiert die aus ihrer Sicht unzureichende Ausbildung von Erzieherinnen. „Sie können oft keine Noten, viele trauen sich nicht zu singen und beschränken sich auf ein Morgenlied. Später in der Grundschule gibt es Musik oft nur als AG. Alle Kinder singen und tanzen gerne, so wird ihnen die Musik ausgetrieben.“
Ich kenne es von hier so (meine Kinder haben jahrelang in Schulchoeren an diversen Orten gesungen), dass, vereinfacht gesagt, "alle von allem" mal etwas singen. Hier ein Beispiel aus einem der ehemaligen Choere eines meiner Kinder. https://www.youtube.com/watch?v=O5mhN0-ERCM

Gruss, Sabine

Frips Fuchs
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Re: Chormusik und die Migrationsgesellschaft

Beitrag von Frips Fuchs » Montag 16. März 2015, 17:58

moin,
Musik tut gut!
Es ist schade, dass Musik, Handarbeit/Werken und Kunst in den Schulen zu kurz kommt oder gar "fachfremd" unterrichtet wird.
Ich klimpere genre auf der Gitarre oder Ukulele und singe Quatschlieder, den Kindern gefällt und singen mit.
Shalom
Frips

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.

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Matushka
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Re: Chormusik und die Migrationsgesellschaft

Beitrag von Matushka » Dienstag 17. März 2015, 15:26

Hallo,

:daumen: Gerade mit Musik kann es so einfach sein, Bruecken zu bauen. Ich erinnere mich an ein hinreissendes Lied, das ein afrikanischer Austauschschueler den Saengern beigebracht hatte ("Shosholoza"). https://www.youtube.com/watch?v=keerMIYpyAw

Eric Whitacre ist ein beliebter Komponist, der hier scheinbar gern von Jugendchorleitern eingesetzt wird. Kennt Ihr seinen Virtuellen Chor? https://www.youtube.com/watch?v=D7o7BrlbaDs



Expertenzitate wie dieses zeugen von einer eher "binaeren" Denke und sind m.E. nicht hilfreich.
„Bei uns dient die Chormusik dem Werkzweck, es sind Notenkenntnisse erforderlich. In anderen Kulturen steht beim Singen dagegen das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund, die Schönheit der Stimme ist nicht entscheidend. Es geht nicht, unser Musikverständnis anderen aufzuzwingen und das dann Integration zu nennen.“
Gruss, Sabine

Zenobia
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Re: Chormusik und die Migrationsgesellschaft

Beitrag von Zenobia » Dienstag 17. März 2015, 17:56

Ich bin keine Migrantin und ich war zu keiner Zeit im Chor. Ich hätte in der Schule im Chor singen können oder in der Konfirmationszeit im Kirchenchor. Nur hatte ich keine Lust mit so vielen Menschen christliche Lieder zu singen. Dies geht anders gläubigen Menschen sicherlich genauso. Ich sehe hier auch keinen Integrationsbedarf.

Weshalb Erzieher in Einrichtungen kaum singen, kann ich nicht ermessen. Vielleicht hat man ihnen zu oft gesagt, dass sie es nicht können, noch bevor sie es versuchten.

Unsere deutsche Kultur ist nicht gerade geprägt von Lebensfreude und Menschenliebe. Dies braucht es m.E., um singen zu können. Und das haben uns viele andere Kulturen voraus.

Matushka
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Re: Chormusik und die Migrationsgesellschaft

Beitrag von Matushka » Dienstag 17. März 2015, 19:20

Zenobia, deine Einstellung kann ich nachvollziehen. Wer keine Lust hat zum Singen, oder zum Singen religioeser Lieder, der sollte idealerweise nicht dazu genoetigt werden.

Im Artikel wird eine Behauptung aufgestellt, der ich widersprechen mag. Das ist alles. :-)

Sabine

Frips Fuchs
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Re: Chormusik und die Migrationsgesellschaft

Beitrag von Frips Fuchs » Dienstag 17. März 2015, 21:37

Man muss nicht nur religiöse Lieder singen, es reicht auch ein lalallala oder shallallala oder mmaamaammiimmiimmimoommoommtschiu schu schu und eine fast gestimmte Ukulele und schon singen Kinder.
Erwachsene tun sich damit schwerer.

Wenn ich singe habe ich fort laufenden Erfolg ..., aber es macht Spaß!

(ein Ukulele spielendes smiley)
Shalom
Frips

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Matushka
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Re: Chormusik und die Migrationsgesellschaft

Beitrag von Matushka » Mittwoch 18. März 2015, 01:37

Frips Fuchs hat geschrieben:Man muss nicht nur religiöse Lieder singen, es reicht auch ein lalallala oder shallallala oder mmaamaammiimmiimmimoommoommtschiu schu schu und eine fast gestimmte Ukulele und schon singen Kinder.
Ist auch egal, von woher sie oder ihre Eltern kommen, oder?

Bei Shalaalaala kann ein jeder mitsingen, der/die moechte.

Eine fast gestimmte. :kicher:

Gruss, Sabine

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