Trinkstation mit eigenem Becher im Elementarbereich?

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Wölkchen89
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Trinkstation mit eigenem Becher im Elementarbereich?

Beitrag von Wölkchen89 » Freitag 27. Januar 2017, 07:54

Hallo ihr Lieben,

Seit einem halben Jahr arbeite ich in einer neuen Kita. In meiner I-Gruppe gefallen mir einige Strukturen und auch die Raumausstattung nicht.
Ein Thema bei dem ich keinen Rat weiß ist, dass die Kinder keine eigenen Becher haben und eigentlich nur in den Essenszeiten trinken können. Fragen Sie zwischendurch nach, dann ist es doch eher umständlich ( aber natürlich bekommen sie dann etwas zu trinken! :declare: )
Wir können unser Geschirr nur zu bestimmten Zeiten zu unseren Küchenfeen bringen und zum selbst abwaschen fehlt uns ganz einfach Zeit bzw Personal.
Deshalb war meine Idee eine Trinkstation mit einem eigenen Becher für jedes Kind, welcher dann den ganzen Tag benutzt werden kann. Doch was gibt es da für günstige Alternativen? Wenn ich die becher mit Symbolen oder Namen beklebe, hält das sicherlich nicht lange in der geschirrspülmaschine oder? Meine zweite Idee war, Becher in 18 verschiedenen Farben....habe ich aber nicht gefunden. Als letztes habe ich im Internet nach Druckereien gesucht, die 18 Symbole auf die Becher drucken (natürlich bezahlbar!).... Bin ich auch dran gescheitert. :sorry:
Wenn mir also jemand mit einer simplen aber genialen Idee für mein so unscheinbar aussehendes Problem helfen kann, wäre ich sehr dankbar!! :zwinker:
Liebe Grüße

amaria
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Re: Trinkstation mit eigenem Becher im Elementarbereich?

Beitrag von amaria » Freitag 27. Januar 2017, 08:42

Hallo!

Je nachdem wie sehr einzelne Kinder behindert sind, müssen diese Kinder sogar unbedingt zwischendurch zum Trinken angehalten werden. - Auch wenn dann vielleicht mehr Windeln gewechselt werden müssen. Dass du dir Sorgen machst und mit der bestehenden Situation unzufrieden bist, kann ich gut verstehen.

Zwar ist eine Station, an der Kinder sich jederzeit etwas zu trinken holen können, einerseits eine gute Idee. Aber kann es nicht sein, dass die Getränkespender vielerorts wieder abgeschafft wurden weil sie verkeimten oder ihre Reinigung zeitaufwändig war? Ein wenig erinnert ihr Einsatz auch an eine Viehtränke und wenn wir der Massenkinderhaltung etwas entgegensetzen wollen, kann es gut sein, auf Tischsitten und eine harmonische Atmosphäre in der Gruppe zu achten. Warum nicht in der Kindererziehung beim schlicht Normalen bleiben? Es ist ein Grundbedürfnis, dann etwas trinken zu können, wenn man Durst hat. Damit Kinder nicht matschen, ist es gut, wenn sie am Tisch trinken. Schafft man geeignete Nischen, können Kinder "Restaurant" spielen und dabei soziales Verhalten ausprobieren. Dabei mag manchmal etwas umkippen - aber das ist in Ordnung. Wegwischen gehört auch zu den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, die Kinder einüben sollen und wollen!

Bleibt es bei der bisherigen Situation werden einige Kinder zwischendurch zum Wasserhahn laufen und sich Wasser in den Mund rinnen lassen. Aber um zu zeigen, dass Erwachsene fürsorglich mit Kindern umgehen und Kinder diesbezüglich etwas von ihnen lernen können, gehört es dazu, dass man jederzeit Getränke im Angebot hat und bei I-Kindern, die vielleicht kaum ihrem Durtsgefühl Ausdruck verleihen, sógar gezielt Getränke anbietet. Überhaupt sollten die Fachkräfte im Blick haben, welche Kinder nichts oder zu wenig getrunken haben. An den Pipilachen, die auf den Toiletten zu sehen sind, fällt immer wieder auf, dass einzelne Kinder zu wenig getrunken haben.

Sehr gut kommt es bei Kindern an, wenn beispielsweise vor dem Stuhlkreis oder vor dem gemeinschaftlichen Rausgehen in den Garten "gekellnert" wird. Ein oder zwei Kinder teilen Becher aus, dann können andere die Aufgabe des Anbietens und Einschenkens von Wasser übernehmen und am Schluss werden die Becher von den Kindern auf ein Tablett gestellt oder eingesammelt. Derartiges muss einfach möglich sein. Der Tagesablauf in der Küche muss sich so umstrukturieren lassen, dass für das Trinken der Kinder stets genügend Trinkgefäße zur Verfügung stehen. An dem Punkt wäre Kompromissbereitschaft kontrarpoduktiv.

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

Lenina
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Re: Trinkstation mit eigenem Becher im Elementarbereich?

Beitrag von Lenina » Freitag 27. Januar 2017, 14:23

Und wenn ihr für zwischendurch die Eltern bittet, Trinkflaschen mit Wasser mitzubringen und nachmittags wieder mit heim zu nehmen? Damit habt ihr den Aufwand nicht, die Flaschen sind (hoffentlich) sauber, der "Matsch"faktor ist niedrig und man kann sie einfach mit zum Turnen oder in den Garten nehmen.

Wir haben das vor ein paar Jahren für unsere Krippenkinder aus dem gleichen Grund eingeführt.

Bedenken, dass die Kinder dnan nicht lernen, aus dem Glas zu trinken, haben sich nciht bestätigt, da sie es ja beim Essen trotzdem tun.

Seitdem trinken die Kinder mehr und alle sind zufrieden :-)
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Wölkchen89
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Re: Trinkstation mit eigenem Becher im Elementarbereich?

Beitrag von Wölkchen89 » Freitag 27. Januar 2017, 18:01

@ amaria:
Danke für deine Antwort! Ich bin komplett deiner Meinung.
Vorweg muss ich noch sagen, dass unsere 5 i-plätze momentan nicht von Kindern belegt sind, die schwerstbehindert bzw pflegebedürftig sind, sondern es sind Kinder mit sozial-emotionalen Behinderungen. Diese können sich also gut "selbst versorgen".
Mit Trinkstation meine ich gar keinen Wasserspender (den haben wir gar nicht). Ich meine einen bestimmten Platz an dem becher o.ä. und eine Kanne Wasser steht. Und diese habe ich als Übergangslösung erstmal eingerichtet. Auf einem Tablett habe ich ein Papier mit Namen geklebt. Auf jedem Namenskästchen steht ein Becher. Diese werden dann zum Mittag und zum Imbiss an die Plätze der Kinder verteilt. Allerdings können die viele Kinder ihre Namen natürlich noch nicht lesen. Desshalb reiche ich sie ihnen, wenn sie Durst haben, an. Dabei ist von Selbstständigkeit ja aber leider keine Spur. Vor oder nach bestimmten Aktivitäten gibt es bei uns sowieso schon eine Trinkzeit am Tisch für jedes Kind.
Unsere Küchenfeen sind schon wirklich super und entgegenkommend :) da bei uns vor Ort frisch gekocht wird, kann Vormittags kein Geschirr in die Küche gebracht werden. Und hin zu kommt, dass unser Becher Vorrat sehr knapp bemessen ist. So können wir leider nicht mehrmal am Tag Becher zum Spülen in die Küche bringen. :confused:
Ich hoffe das gibt jetzt einen guten Einblick in meine Situation :wink:

@lenina:
Danke für die super Idee.
So simpel wie einfach :)
Das mit den Trinkflaschen wollte ich für draußen einführen, aber warum auch nicht für drinnen?! Darüber werde ich auf jeden Fall nachdenken :freu:

Adrasteia
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Re: Trinkstation mit eigenem Becher im Elementarbereich?

Beitrag von Adrasteia » Freitag 27. Januar 2017, 19:20

Unsere Kinder haben alle einen eigenen Becher von daheim mitgebracht. Glücklicherweise doppelt sich da nichts.
Die Becher stehen gut erreichbar für die Kinder, Mineralwasser still oder sprudelig ist immer da.

Da unsere Kinder momentan auch zu wenig trinken, haben wir eine "Trinkpause" für alle Kinder der Gruppe eingeführt, die vormittags zwischen Frühstück und Mittagessen stattfindet.

Man kann Plastikbecher gut mit einem Edding bemalen, auf denen mit rauerer Oberfläche hält der Edding auch ein paar Spülmaschinengänge durch.

Es gibt viele einfach zu zeichnende Symbole, wir haben diese nicht auf den Trinkbechern aber z.B. auf der Mittagsausruh-liste (dann können sie selbst gucken, wer lange in der Kita bleibt und zum Ausruhen geht) und auf den Zahnputzbechern.
Ich finde das echt praktisch. Jetzt greift auch der Jüngste nicht mehr zum falschen Zahnputzbecher :daumen:

Du kannst auch mit unterschiedlichen Eddingfarben atbeiten (rotes Herz, blaues Herz, grünes Herz ...)

Herr Uhl
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Re: Trinkstation mit eigenem Becher im Elementarbereich?

Beitrag von Herr Uhl » Sonntag 26. März 2017, 23:23

Lenina, du hast vollkommen Recht. Einfach Flaschen mitbringen und gut ist.

Was in Kitas für ein Geschrei ums Trinken gemacht wird, ist einfach der Knaller. Abgesehen davon, dass einfache Lösungen (eigene Flasche in Griffweite) nicht gut genug sind und eine Wissenschaft aus irgendwelchen Bechersystemen gemacht wird, kann ich die Angst, dass Kinder in Mitteleuropa am hellichten Tag verdursten könnten, in keinster Weise nachvollziehen. Bei I-Gruppen gibt es sicher andere Bedarfe. Ich kenne jedoch kaum eine nicht I-Kita, in der nicht die Angst vorm Verdursten umgeht.

Das Beste ist aber, dass manche Kolleginnen selbst nicht in der Lage sind zu trinken. Wie sollen es dann die Kinder lernen?
Wenn eine Kollegin mittags nach Hause geht und weniger als ein Glas Wasser getrunken hat, ist sie schlichtweg selbst schuld. Ich habe schon zur Genüge mit absoluter Unterbesetzung gearbeitet, aber eine Sache geht dann doch. Und die möchte ich noch als Lösung vorschlagen:

Wie wäre es, den Kindern zu sagen, dass man Durst hat und sich dann hinzusetzen und etwas zu trinken? Man könnte sogar die Kinder ganz verwegen dazu einladen, mit einem mitzutrinken. Kinder mögen es zum Beispiel auch, wenn sie sich zuprosten oder mit Erwachsenen anstoßen können.

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Jagaires
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Re: Trinkstation mit eigenem Becher im Elementarbereich?

Beitrag von Jagaires » Donnerstag 24. August 2017, 12:37

Vorerst ein Mal ist die Idee mit der Trinkstation echt super.
Wenn das Problem die Gläser sind, warum sagt ihr den Eltern nicht einfach Bescheid,
dass sie ihren Kindern einen individuellen Becher mitgeben sollen?
Ansonsten ist die Idee mit den Trinkflaschen auch gut.

Ich würde es auch ganz nett finden, wenn man einfach mal kleinere Gruppen an verschiedenen Tagen einteilt
mit einer Betreuerin zusammen um "abzuspülen".
Warum nicht?

hallihallo
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Re: Trinkstation mit eigenem Becher im Elementarbereich?

Beitrag von hallihallo » Freitag 25. August 2017, 19:08

Bei uns gibt es eine Trinkbar. Ein Wasserbehälter mit Hahn....schonmal sehr interessant von der Sache an sich. Bis zum letzten Jahr gab es für jedes Kind einen Plastikbecher. Das war aber nicht optimal, weil sie oft verwechselt wurden. Nun gibt es von der ASF gesponserte 300ml Trinkflaschen mit Drehverschluss. Mit Edding beschriftet (hält erstmal ganz gut....zur Not eben nachschreiben). Wenn alle Kinder abgeholt sind, wandern sie in sie Spüma und fertig. Das hat auch den Vorteil, das diese Behälter immer zu den Ausflügen mitgenommen werden und dann kein Kind ohne etwas zu trinken da steht.

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