Horrorfilme

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Lisa N.
Beiträge: 2
Registriert: Donnerstag 12. September 2019, 11:16

Horrorfilme

Beitrag von Lisa N. »

Hallo,
ich habe folgendes Anliegen:

Ein vierjähriger aus meiner Gruppe erzählt seit Kurzem von mehreren Horrorfilmen/-spielen, wie 'Chucky-die Mörderpuppe' und 'Annabelle'. Er erzählt mehrere Szenen aus den jeweiligen Filmen und spielt diese auch mit Kindern aus der Gruppe nach (z.B. "Aufschlitzen/Töten/Zerhacken"). Ich habe ihn gefragt, wo er sowas denn gesehen hat und mit wem er diese Filme geschaut hat. Er erzählte, dass er sie mit Mama und seiner Schwester schauen würde und es "supertoll" wäre. Ich habe mit der Mutter gesprochen und sie sagte mir, dass er solche Filme mit ihr niemals geguckt hätte und er dass von Freunden von ihm hätte, die so welche Filme sehen würde, aufgegriffen hat. Ich habe ihr erklärt, dass ich wirklich sehr schockiert darüber bin, da er uns auch genau erklären könne, wie Chucky oder auch Annabelle aussehen würde. Sie verneinte es trotzdem. Das Kind spielt nach wie vor einzelne Situationen nach. Auch nach mehreren Ansprachen hört er nicht auf. Meine Frage ist nun, was es noch für Möglichkeiten gibt, mit diesem Thema umzugehen..?

Vielen Dank! :wink3:
Engelglück
Leseratte
Beiträge: 428
Registriert: Sonntag 16. Dezember 2018, 23:04

Re: Horrorfilme

Beitrag von Engelglück »

Hallo,
ich würde noch einmal sehr ernsthaft mit der Mutter darüber sprechen und ihr deutlich machen,das es schon an Kinderwohlgefährdung grenzt. Wenn sie weiß,das Frende von ihr solche Filme schauen,ist es mir unverständlich,das sie ihren Sohn dort diese Filme schauen lässt.
LG Engelglück
Tobi_Rademaker
Beiträge: 2
Registriert: Montag 16. September 2019, 14:09

Re: Horrorfilme

Beitrag von Tobi_Rademaker »

Hallo,
auch wir haben zur Zeit einen beinahe identischen Fall in der Kita. Auch bei uns erzählt ein Junge er würde solche Filme mit der gesamten Familie schauen. Ich kann meiner Vorrednerin nur zustimmen, es grenzt an Kindeswohlgefährdung. Allerdings ist mit der Thematik §8a Vorsicht geboten. Solche Vermutungen sollten selbstredend nicht nach Außen getragen werden. Es ist immer möglich, dass das Kind diese Filme bei Freunden oder sonst wo gesehen hat. Oft reicht auch schon ein Trailer aus. Der aktuelle Trailer zum Film "ES 2" läuft auch am Nachmittag oder frühen Abend. Ich finde immer einen offenen Umgang mit den Eltern gut, so wie es auch schon geschehen ist. Das Erzählte des Kindes sollte bei den Eltern offen angesprochen werden und bei Abweisung empfiehlt es sich immer die Eltern mit ins Boot zu holen. Sprich: "Wenn das Kind die Filme nicht mit Ihnen sondern mit Freunden/Verwandten etc. geguckt hat, was meinen Sie können wir (Erzieher und Eltern) dann am besten tun damit das Kind solchen Inhalten nicht mehr ausgesetzt ist.?"

Also nicht verzagen und weiterhin offen und ehrlich bleiben! Ich werde mal berichten wie es bei uns letztendlich gelaufen ist.
Tobi
Lisa N.
Beiträge: 2
Registriert: Donnerstag 12. September 2019, 11:16

Re: Horrorfilme

Beitrag von Lisa N. »

Hallo,

ich habe nun nochmal mehrmals mit der Mutter gesprochen, eine Kollegin von mir ebenfalls. Die Mutter wirkte sehr ratlos. Sie hat nun lange mit ihrem Sohn über das Thema gesprochen. Auch wir Erzieher haben uns mit ihm alleine gesetzt, sodass er die Möglichkeit hatte, "sich alles von der Seele zu reden". Problem ist jetzt, dass sich dieses Thema auch bei anderen Kindern bemerkbar macht. Nun spielen sie zusammen gegenseitiges "töten/zerhacken". Natürlich verarbeiten Kinder solche Erfahrungen meist am besten im Spiel, aber für mich persönlich geht das langsam zu weit.. ich bin echt überfragt.. ob man vielleicht einen Elternabend/-nachmittag zu dem Thema machen sollte, der von Personen von außerhalb geleitet wird?
Engelglück
Leseratte
Beiträge: 428
Registriert: Sonntag 16. Dezember 2018, 23:04

Re: Horrorfilme

Beitrag von Engelglück »

Hallo,
ich würde die Kinderschutzbeauftragte mit ein beziehen.
LG Engelglück
Tobi_Rademaker
Beiträge: 2
Registriert: Montag 16. September 2019, 14:09

Re: Horrorfilme

Beitrag von Tobi_Rademaker »

Hi,
lösen wird man die Situation indem man herausfindet was genau daran für die Kinder faszinierend ist. Bei dem von dir beschriebenen Kind handelt es sich meiner Meinung nach um eine klassische Verarbeitungsstrategie im Spiel wie du schon ganz richtig erkannt hast. Hier geht es also darum dem Kind bei der Verarbeitung dieser Erlebnisse zu helfen. Das geht am besten über Gespräche in ruhigen Situationen. Oder 1:1 Situationen im Spiel. So hat man noch am meisten Möglichkeiten das Kind zu erreichen. Welches standing hat denn deiner Meinung nach das Kind in der Gruppe? Zählt es zu den "beliebten" oder "wortstarken" Kindern aus der Gruppe wäre es kein Wunder dass die anderen Kinder auf sein Spiel anspringen da sie zu ihm aufsehen. Kannst du mir folgen? Konnte denn nun ergründet werden wo das Kind die Filme gesehen hat?
LG
Basti85
Schriftsteller
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Re: Horrorfilme

Beitrag von Basti85 »

Horrorfilme sind ein spannendes Medium, aber natürlich nicht für KiTa-Kinder. Ich habe schon den ein oder anderen Film analysiert und es ist spannend, was man daraus lesen kann :comp:
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