"Entwicklungsstopp" bei 3-jährigem Kind? Was würdet ihr mach

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Judith
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"Entwicklungsstopp" bei 3-jährigem Kind? Was würdet ihr mach

Beitrag von Judith » Sonntag 30. November 2014, 19:05

Ich betreue seit über sechs Jahren in einer Familie zwei Kinder. Der Junge ist jetzt 7 Jahre; das Mädchen fast 3 1/2 Jahre alt. Das Mädchen habe ich zum ersten Mal mit aufgepasst als sie 4 Wochen alt war; kennengelernt habe ich sie wenige Tage nach der Geburt.

Das Mädchen begann mit fast 18 Monaten zu laufen. Zu dem Zeitpunkt bekam sie bereits regelmäßig Krankengymnastik, weil angenommen wurde, dass sie zu wenig Muskelspannung hat. Die Krankengymnastik endetet wenige Wochen danach, weil Ziel gewesen ist, dass sie selbständig laufen kann.
Mit 22 Monaten sprach sie wenige Worte "Mama, Papa, Oma".

Genau da ereignete sich auch ein schwerer Vorfall, von dem ich bereits einmal schrieb.
viewtopic.php?f=117&t=8943&p=39114#p39114

Seit dem Tag an hat sich das Leben der Familie verändert. Das Mädchen galt vorher als kerngesund. Inzwischen gilt sie als gesund und zeitgleich als "eine Gefahr" welche jeden Moment während des Schlafens keine Luft mehr bekommen hat.
So einen extremen Atemanfall wie damals hat sie bis heute nicht wieder gehabt, allerdings so genannte Vorstufen davon (so nennen es die Ärzte). Die Ursache ist bis heute unbekannt, was für alle Beteiligten sehr schwierig zu verstehen ist.
Das Spray nimmt sie zu Extremszeiten (wenn wieder Vorstufen da waren), aber nicht dauerhaft, da es u.a. auch Nebenwirkungen hat, die bei dem Mädchen auch sichtbar sind.

Sie geht jetzt auf die 3,5 Jahre zu, ist im Sommer von der Krippe in den Kindergarten gewechselt und jetzt wird vieles deutlicher als vorher. Was die Krippe zum Teil evtl. versucht hat zu "vertuschen" bzw. "als nicht ernst genommen hat", "nicht gesehen haben will", wird im Kindergarten nun deutlich.
Die Erzieher im Kindergarten sagen aus,
- dass das Mädchen Gleichgewichtsstörungen hat. Der Vater besucht deshalb nun einen Turnkurs mit der Kleinen, so dass es dort gefördert werden soll.

- sie spricht nur wenig und wenn, dann nur gezielt mit einer Person ohne das andere Kinder/Erwachsene dabei sein dürfen und dann teilweise auch noch sehr undeutlich und ihrem Alter entsprechend zu wenig. Sie kann laut Kinderarzt über 50 Wörter sprechen (was ein 2-jähriges Kind ja soll), aber altersentsprechend mit 3 Jahren wäre das nicht. Kinderarzt sagt, dass man Abwarten soll, es würde vermutlich alles noch von alleine kommen. Ich habe den Eltern im Sommer dazu geraten (da stand gerade der Wechsel von Krippe in Kindergarten an), dass sie bis Weihnachten ruhig warten könnten ehe sie was unternehmen, weil a) das Mädchen mit dem Wechsel gut zu tun haben wird, b) ein Entwicklungsschub aufgrund des Wechsels kommen kann, c) viele Logopäden erst Kinder ab 3,5 Jahre oder älter behandeln. Die Eltern sahen es genauso (sahen da ihre Tochter auch noch nicht bei der Logopädie). Jetzt hat sich ja schon was getan, aber altersentsprechend ist was anderes. Laut Kindergarten wäre sie auf dem Stand eines 2,5-jährigen Kindes (also 1 Jahr hinterher).

Allgemein hat man den Eindruck, dass das Mädchen sich seit dem Vorfall im Juni 2013 nur noch wenig weiter entwickelt hat. Kinderarzt sagt, dass u.a. ein Entwicklungstopp vorliegen kann. Als Ursache hierfür sieht er, dass manche Kinder das einfach so haben und das wäre dann einfach so, allerdings sieht er auch den Vorfall aus dem letzten Jahr und sagt, dass u.a. da auch ein Zusammenhang bestehen kann. Unzureichende Luftzufuhr kann u.a. Gehirnzellen schädigen und vielleicht sind die Zellen, die für die Sprachentwicklung zuständig sind, geschädigt worden.
Motorisch macht sie derzeit Fortschritte, da sieht man jetzt, dass eine Entwicklung kommt.
Aber sprachlich sieht man diese leider nur sehr bedingt. Sie spricht an sich ja schon (zumindest versucht sie es), aber teilweise sehr undeutlich, für andere Menschen nicht zu verstehen (die, die sie im engen Kontakt mit ihr stehen verstehen ja was sie sagt, obwohl es falsch/undeutlich ausgesprochen ist). Hinzu kommt, dass sie kuam in der Gruppe spricht, lieber mit einem alleine.

Wie seht ihr als Außenstehende das Ganze? Weiter Abwarten oder doch den Weg Richtung Logopädie angehen oder doch sogar andere Hilfsmögichkeiten? Wenn ja, welche?

Hatte jemanden schon einen ähnliche Fall, wo so ein Vorfall, wie er hier 2013 passiert ist, einen Entwickungsstopp ausgelöst hat?

Wenn es nach Kinderarzt geht würde abgewartet. Sie ist halt auch erst fast 3,5 Jahre alt, so er.

Die Eltern ziehen sehr oft meine Rat dazu (sie sagen immer "du bist Erzieherin, was sagst du denn dazu" oder "du kennst unser Kind genauso lange wie wir. Wie siehst du das Ganze?").

Zweiter Punkt und nicht ganz unwichtig ist sicherlich auch, dass die Kleine Privatversichert ist. Somit müssten die Eltern alle Therapien ja erst selber zahlen. Weiß jemand wie teuer so etwas kommt?

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