Muter verhindert einen normalen Tagesbeginn des Kindes...

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Apfelkern
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Muter verhindert einen normalen Tagesbeginn des Kindes...

Beitrag von Apfelkern » Sonntag 15. März 2015, 16:30

Auch ich muss mich nun einmal an euch wenden.
Ich weiss mir nämlich so langsam keinen Rat mehr.

Ich bin ja erst seit 6 Monaten Gruppenleitung meiner Gruppe. Einige Monate zuvor wurde ein Kind eingewöhnt. Oder zumindest wurde dies versucht.
Das Problem: Die Mutter. Sie hat sich von Beginn an nur negativ über den Kindergarten geäußert. ("Keines meiner Kinder ging gern hierher"). Sie begleitet jede Handlung mit negativen Äußerungen.

Nun gut nach unendlich langen Wochen war das Kind zumindest teilweise eingewöhnt. Als ich in die Gruppe kam bemerkte ich das der morgendliche Abschied IMMER mit vielen Tränen verbunden war. Da mich das Kind nicht kannte konnte ich zu Beginn nicht SO viel bewirken. Nach und nach aber ging das und es liess sich von mir zu Spielen etc. animieren und die Mama oder der Papa konnten gehen ohne das es Probleme gab.
Nachdem diese Hürde geschafft war und das Kind sich von mir trösten und begleiten liess begann etwas komisches. Die Mutter und der Vater eine zeitlang ebenso, haben so lange "Tschüss" gesagt bis das Kind anfing zu weinen. Erst dann und mit der üblichen Aussage das es die Kita eben nicht möge gingen sie. :200p:

Aber auch dies haben wir mit viel Aufmerksamkeit überwunden.
Obschon ich sagen muss das ich von dem Moment an das Gefühl hatte das besonders die Mutter aktiv gegen uns arbeitet, damit ihr Kind weint. Das klingt komisch und nicht so als würde eine Mutter dies tun? Richtig, aber es ist wirklich so.

Nächstes Kapitel - die Sauberkeitserziehung und die Sprache. Das Kind spricht nicht mit uns. Mit den Kindern ab und an ein Wort. Mit keinem Erwachsenen in der Kita auch nur einen pieps.
Der Vater sagte "Der große Bruder war auch so. Hat nie ein Wort geredet."
Die Mutter sagte "Ich verstehe das nicht keines meiner anderen Kinder war je so gegenüber den Erzieherinnen".

Ja was denn nun bitte???

Wir sollen in der Kita nun darauf achten das das Kind auf die Toilette geht. Gut keine Sache. Das Kind weiss wo die Toiletten sind, wir sind auch ganz oft mit dem Kind hingegangen. Zum Händewaschen (nachdem wir zB gekleistert haben oder so) geht es allein dorthin.
Das Problem besteht nun daraus das das Kind nix mit uns redet, es also auch nicht sagt das es mal muss. Und dann gehts daneben. Die Eltern verweigern Trainer Windeln, weil das Kind dann ja nie lernen würde die Toilette zu benutzen.

Der Vater sagt "Naja, zu Hause macht es auch noch oft mal auf den Teppich oder so und geht nicht auf die Toilette".
Die Mutter sagt "Zu Hause ist es sauber und sagt immer Bescheid".

Wem glauben wir nun???

Die Mutter ist der Ansicht das ihr Kind immer nur allein spielen würde und sich niemals jemand mit dem Kind beschäftigt. Das stimmt einfach nicht. Mich macht das langsam wirklich sauer.
Wir müssen 25 Kindern gerecht werden und beziehen ihr Kind in jedes Spiel auf das es Lust hat mit ein. Ob Brettspiele, Bastelarbeiten, Fenstergestaltung, Geschichten lesen etc. Immer beziehen wir ihr Kind mit ein. Damit es eben irgendwann auch mal mit uns redet.

So einen Fall hatte ich schonmal und es hat lange gedauert bis damals von dem Mädchen ein Ton kam. Aber mit viel viel Geduld ging das eben auch.

Letzten Freitag ist die Situation dann gekippt. Ich bin Vormittags nicht in der Gruppe, weil wir Vorschultag haben. Meine Kolleginnen sind dann allein.
Meine Kolleginnen holen das Kind also an den Esstisch, Obst aufschneiden und verteilen helfen.

Mutter :"Mein Kind mag dieses Obst aber gar nicht":

Ok, weiter gemacht und das Kind hatte wohl Interesse daran die Sachen zu verteilen. Mutter verabschiedet sich, stellt sich im Flur so in Sichtweite das das Kind sie sehen kann und winkt es zu sich.
Nimmt es auf den Arm, beginnt zu weinen und meint sie würde es wieder mitnehmen, keiner würde sich um ihr Kind kümmern. :nene: :nene: :nene:

Ich weiss einfach nicht mehr weiter. :c090:
Die Zusammenarbeit klappt einfach gar nicht. Die Mutter tischt uns nur Lügen auf und das Kind KANN einfach nicht ankommen. Es klappt nicht. Wir bemühen uns alle nach Kräften und dennoch fährt sie immer so dazwischen das das Kind nie stabil in der Gruppe wird.

Dabei, nebenbei bemerkt, wenn die Mama denn doch mal weg ist (denn sie setzt sich auch einfach mit in eine Bauecke und geht erst nach einer Stunde oder mehr!!!) spielt das Kind wirklich toll mit den anderen in demselben Alter (3Jahre). Es hat Spaß flitzt viel herum lacht viel und spielt sehr abwechslungsreich.

Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben wie ich damit umgehen soll?
Montag haben wir ein Elterngespräch mit ihr und ich werde definitiv vorher noch mit meinem Chef sprechen, denn ich mag das (und vor allem auch die Situation vom Freitag) abgeklärt haben.

Zenobia
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Re: Muter verhindert einen normalen Tagesbeginn des Kindes..

Beitrag von Zenobia » Dienstag 17. März 2015, 14:03

Zunächst einmal liebt die Mutter ihr Kind und möchte, dass ihr Kind von euch auch Wertschätzung und Liebe, sofern dies für eine Erzieherin möglich ist, erfährt.
Eure Sicht auf die Mutter halte ich für fatal. Ihr seid Dienstleister und urteilt so negativ über die Eltern.
Wenn ihr das Gefühl habt, mit den Eltern nicht zusammen arbeiten zu können, dann ist doch der nächste Schritt ganz klar die Kündigung des Vertrages.
Zum Abschlussgespräch solltet ihr vielleicht noch eine wertneutrale Person hinzuziehen.

Weshalb ist es denn so unvorstellbar, dass sich die anderen Kinder der Familie bei euch unwohl gefühlt haben? Es kann doch nicht nur allen Kindern gefallen, ständig irgendwelche Sachen machen zu müssen, auf die sie keine Lust haben?

Familien sind immer noch alle verschieden und sollten von uns auch würdevoll behandelt werden.

Kritik als gezielten emotionalen Angriff auf sich selbst zu werten, bringt euch, das Kind und seine Eltern keinen Millimeter weiter.

Kees_Kopf
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Re: Muter verhindert einen normalen Tagesbeginn des Kindes..

Beitrag von Kees_Kopf » Dienstag 17. März 2015, 21:00

Ich bin da ziemlich radikal.

Wenn Mutter meint, Kind will nicht in Kindergarten, keiner wollte dahin udn es ist sowieso und überhaupt und so weiter, dann würde ich ihr vorschlagen, das Kind aus dem Kidnergarten zu nehmen.

Das wird sie nicht können und sie wird zunächst entsetzt sein, da kann man dan ansetzen. Da Sie nicht auf dem Kidnergarten verzichten können, müssen Sie sich entscheiden das für dem Kind so einfach wie nur möglich zu machen. Dazu gehört, aus der professionelle Sicht, ein kurzes Abschiedsritual, einmal "Tschüss bis heute Mittag/Abend" und dann gehen. Bleiben Sie länger, machen Sie es ihr Kind nur schwerer als es sein muss.

Wenn das Kind immer wieder von Ihnen härt wie schrecklich der Kindergarten ist, kann es keine eigene Meinung bilden. Ohne es zu wollen bringen Sie das Kind auch in ein Loyalitätskonflikt. Meine Eltern oder der Kindergarten. Es ist aber keine "oder" sondern ein "und" und das geht nur, wenn Sie dem Kind gegenüber nicht Negativ über dem Kindergarten reden.

Sie lieben Ihr Kind, Sie möchten in dieser Situation das Beste für Ihr Kind, was nicht unbedingt das Beste ist aus Ihrer Sicht bei freier Wahl, aber die haben Sie ja nicht. Ihr Kind muss im Kindergarten, damit Sie und Ihren Mann Ihre Arbeit nachgehen können. Das ist nicht optimal, aber damit müssen allen irgendwie fertig werden. Machen Sie es ihr Kind nicht schwerer als notwendig.

Kees
Je suis Charlie!

Apfelkern
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Re: Muter verhindert einen normalen Tagesbeginn des Kindes..

Beitrag von Apfelkern » Dienstag 17. März 2015, 22:31

Zenobia hat geschrieben:Zunächst einmal liebt die Mutter ihr Kind und möchte, dass ihr Kind von euch auch Wertschätzung und Liebe, sofern dies für eine Erzieherin möglich ist, erfährt.
Eure Sicht auf die Mutter halte ich für fatal. Ihr seid Dienstleister und urteilt so negativ über die Eltern.
Wenn ihr das Gefühl habt, mit den Eltern nicht zusammen arbeiten zu können, dann ist doch der nächste Schritt ganz klar die Kündigung des Vertrages.
Zum Abschlussgespräch solltet ihr vielleicht noch eine wertneutrale Person hinzuziehen.

Weshalb ist es denn so unvorstellbar, dass sich die anderen Kinder der Familie bei euch unwohl gefühlt haben? Es kann doch nicht nur allen Kindern gefallen, ständig irgendwelche Sachen machen zu müssen, auf die sie keine Lust haben?

Familien sind immer noch alle verschieden und sollten von uns auch würdevoll behandelt werden.

Kritik als gezielten emotionalen Angriff auf sich selbst zu werten, bringt euch, das Kind und seine Eltern keinen Millimeter weiter.

War ich von Beginn an negativ?
Nein keinesfalls!
Ich hab mich so bemüht. Ihr auch immer wieder gezeigt das ihr Kind toll mit den anderen spielt, wenn es sie nicht bemerkt.
Es weint nicht...ist einfach ein normales Kind in der Gruppe. Bis auf den Fakt das es eben nicht redet.

Dann sind die Aussagen der Eltern grundsätzlich immer vollkommen unterschiedlich. Wie soll man sich also auf etwas einlassen bei dem man nie weiss ob man den richtigen Weg geht???

Du hast recht wenn du die Situation als sehr ungünstig betrachtest. Aber wenn sie SO sicher ist das es ihrem Kind nicht gut geht, dann soll sie es zu Hause lassen.
Dann müssen wir uns nicht immer wieder sagen lassen was nicht gut läuft, denn wenn sie mal objektiv schauen würde dann könnte sie sehr oft genau das Gegenteil sehen.

Und weisst du die anderen Eltern sind zufrieden. Kann ja nicht sein das wir SO daneben liegen mit unserer Art zu arbeiten, wenn 24 andere Elternpaare zufrieden sind.

Sie hätte einfach gern das immer nur bestimmte Kinder bei ihrem Kind sind. Und das immer eine von uns bei ihrem Kind sitzt.
Wie soll das jemals möglich sein??? Das wird es nicht. Das geht nicht. Und solang sie das haben möchte und wir das nicht leisten können wird sie unzufrieden bleiben.

Das Gespräch hat in der Hinsicht nichts gebracht, denn sie will einfach nicht sehen das ihr Kind langsam ankommt.
Heute wollte es nichtmal mit nach Hause gehen. Das sagt ja auch schon einiges finde ich.

Johanna2
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Re: Muter verhindert einen normalen Tagesbeginn des Kindes..

Beitrag von Johanna2 » Dienstag 17. März 2015, 23:33

Hallo!

Ich finde, dass das was du schreibst schon sehr negativ klingt.
DU hast dich bemüht, DU hast ihr gezeigt...

Für mich klingt es so: Wir sind die Profis, wir wissen was am besten ist. Leider hat die Mutter noch nicht kapiert, dass der Fehler nicht bei uns liegt. Wir haben hier 24 zufriedene Elternpaare, was beweist, dass wir Recht haben.

Was sagt es denn deiner Meinung nach aus, dass die Mutter heute nicht nach Hause gehen mochte?

Apfelkern
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Re: Muter verhindert einen normalen Tagesbeginn des Kindes..

Beitrag von Apfelkern » Mittwoch 18. März 2015, 06:45

Nicht die Mutter wollte nicht nach Hause gehen. Ihr Kind wollte bleiben.

Es klingt so, weil es eben so ist. Mehr als das was wir tun um ihr entgegen zu kommen können wir einfach nicht mehr machen.
Und ich fange nun nicht noch an Kameras zu installieren damit sie den kompletten Tag sehen kann.
Hab ihr schon angeboten Filme von ihrem Kind zu machen, aber das wollte die dann auch nicht. Ihr Mann hingegen fand die Idee gut.

Sie sind sich zu Hause schon nicht einig wie alles am besten laufen sollte. Und da liegt dann schonmal ein Teil des Problems. Denn Absprachen sind am Mittag wenn das Kind abgeholt wird nicht ok, weil sie mit dem andren Elternteil getroffen wurden.

Wir werden uns nun aber nochmal als Team beraten lassen. Vielleicht finden wir so einen anderen Weg und eine andere Sicht auf die DInge.
Ich hoffe es.

Frips Fuchs
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Re: Muter verhindert einen normalen Tagesbeginn des Kindes..

Beitrag von Frips Fuchs » Freitag 20. März 2015, 13:19

moin Apfelkern,
ich kann sehr gut nachvollziehen, wie das mit der Mutter abläuft.
Ist es das letzte Kind der Familie?

Dann hat die Mutter ein Problem, das letzte Kind loslassen.

Ich würde die Abschiedssituation für die Mutter sehr verkürzen und fragen, ob sie den langen Abschied braucht und das ihrem Kind das nicht gut tut.
Wenn sie mit der Einrichtung nicht zufrieden ist, dann soll sie doch die KITA wechseln.

Dir viel Weisheit und Diplomatie
Shalom
Frips

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.

© Kurt Marti

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Re: Muter verhindert einen normalen Tagesbeginn des Kindes..

Beitrag von Apfelkern » Samstag 21. März 2015, 12:48

Frips Fuchs hat geschrieben:moin Apfelkern,
ich kann sehr gut nachvollziehen, wie das mit der Mutter abläuft.
Ist es das letzte Kind der Familie?

Dann hat die Mutter ein Problem, das letzte Kind loslassen.

Ich würde die Abschiedssituation für die Mutter sehr verkürzen und fragen, ob sie den langen Abschied braucht und das ihrem Kind das nicht gut tut.
Wenn sie mit der Einrichtung nicht zufrieden ist, dann soll sie doch die KITA wechseln.

Dir viel Weisheit und Diplomatie
Hallo...

Ja es ist ihr letztes Kind.
Meine Kollegin und ich haben uns gestern mal beraten lassen.
Wir haben einmal pro Monat in unserer Einrichtung Fachleute von Ausserhalb da, die Eltern, Erziehern... beratend zur Seite stehen.

Das hat uns wirklich geholfen.

Mich hat eine Frage der Dame sehr nachdenklich gemacht. "Was können sie positives über die Mutter berichten?"
Meine Kollegin und ich haben uns angeschaut...und konnten nichts finden.
Mich quält das schon. Ich möchte gern das sie sich angenommen fühlt.

Ich denke immer wieder..."Wie würde es MIR gehen, wenn ich nicht sicher sein könnte das es meinem Kind in der Schule gut geht? Das mein Kind womöglich täglich leidet?"
Mir würde das Herz brechen. Und ich versuche die ganze Zeit heraus zu finden was wir falsch machen, das die Mutter uns nicht vertraut???
Ich finde nichts. Wirklich nicht. Und das meine ich NICHT überheblich.

Wir haben uns nun darauf geeinigt (mit der Beraterin) das wir selbst die minimalsten Schritte der Mutter und sei es nur ein halbes Lächeln positiv verstärken. Irgendwie. Damit sie vielleicht ganz ganz langsam auf uns zukommen kann.
Ich wünsche mir sehr das es etwas bewirkt. Ich habe am Freitag ganz bewusst intensiv mit ihr gesprochen. Das versuche ich immer, jedoch bei so vielen Kindern die zu selben Zeit ankommen ist das nicht immer machbar. Mit einer meiner Kolleginnen im Raum geht das. Die andre...naja...das ist ein anderes Thema.

Die Beraterin hat uns auch darauf hingewiesen das wir aus der Rechtfertigung unserer Arbeit rauskommen müssen. Das wir die Mutter ohnehin nicht überzeugen können. Nicht auf der Basis, die momentan besteht. Also versuchen wir es ganz neu und anders mit einem anderen Blick auf die Situation.

Danke dir für deine Worte. Der Hinweis auf eine andere Einrichtung kam auch von der Beraterin. Das wäre dann am Ende die letzte Alternative. Ich hoffe sehr das es soweit erst gar nicht kommen muss.

Liebe Grüße...

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