Ratlos über Verhalten eines 5-Jährigen

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Bellatrix
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Ratlos über Verhalten eines 5-Jährigen

Beitrag von Bellatrix » Dienstag 14. Juli 2015, 21:38

Hallo zusammen,
ich komme hier ins Forum um mir Rat und Ideen zu holen, da ich (und mein Team) leider absolut nicht mehr weiter wissen, vielleicht habt ihr erfahrenen Fachkräfte neue Ideen/Ansätze?

Kurz zu mir: Ich habe meine Anerkennungsjahr in diesem Jahr erfolgreich beendet und bleibe bis zur Schließzeit in meiner Einrichtung, bin also ein absoluter Berufsanfänger. Habe jedoch schon in mehreren Kitas gearbeitet, in denen es sehr anspruchsvolle Fälle gab, allerdings bisher ja nur in Blockpraktika.
Unsere Einrichtung ist sehr klein, wir sind eingruppig und haben mit 2 VZ Erziehern, einer TZ Erzieherin und jeweils einer BPlerin eigentlich einen guten Personalschlüssel. Wir betreuen Kinder im Alter von 2 - 6 Jahren.
Da ich natürlich noch am Anfang meines Berufslebens stehe, erhoffe ich mir hier Tipps und Anregungen, wie ich das Kind sinnvoll unterstützen kann und mein pädagogisches Verhalten optimieren kann. :dd:

Nun zu meinem "Sorgenkind".
Das Kind kam relativ zeitgleich mit mir in die Einrichtung, das heisst im August letzten Jahres. Zu dem Zeitpunkt war das Kind 4 und hatte vorher noch keine Kita besucht. Die Mutter erzählte uns, dass der Kindsvater die ersten 3 Lebensjahre das Kind zuhause betreute, während sie selbst arbeiten ging. Sie wüsste, dass ihr Kind "schwierig" (O-ton der Mutter) sei und sie hätte das Gefühl, viele Fehler in der Erziehung gemacht zu haben.
Natürlich wollten wir Kind und Mutter bestmöglich unterstützen und die Eingewöhnung begann eigentlich sehr unauffällig. Das Kind hatte auch keinerlei Probleme sich zu trennen.

Relativ schnell zeichnete sich jedoch ab, dass das Kind absolut keinen Respekt vor seiner Mutter hatte und während der Abhol- und Bringphasen sowohl verbal, als auch körperlich sehr extrem auf seine Mutter reagierte. Dies führte soweit, dass die Abholphase für Mutter und Kind nur noch unangenehm wurde, da das Kind völlig grenzenlos "ausrastete", rumschrie (nicht immer aggressiv, manchmal auch laut lachend, manchmal mit Fäkalsprache), mutwillig Kinder schubste, schlug und trat, durch die ganze Kita rannte (auch durch den Schlafraum, in dem die Kleinen noch schliefen) und Eigentum anderer Kinder und der Kita zerstörte. Der Mutter war dies oft so peinlich, dass sie das Kind entweder als erste oder als letzte abholte um den anderen Eltern aus dem Weg zu gehen.
Natürlich waren wir total überrascht von dieser extremen Entwicklung, da das Verhalten des Kindes tagsüber zwar gelengentlich "auffällig" war, jedoch in keinster Weise in diesem extremen Maß. Wir luden die Mutter zum Startgespräch nach der Eingewöhnung und wollten mal nachhorchen, wie es der Mutter mit der Situation geht und ob sie sich etwas von uns wünscht, ob wir sie in irgendeiner Form zusätzlich unterstützen können.
Es stellte sich raus, dass sie nach eigener Aussage total überfordert ist mit ihrem Kind und überhaupt nicht weiß, wo sie wie ansetzen soll.
Sie sagt selbst, dass sie sehr inkonsequent in der Erziehung ihres Sohnes ist und oft nachgibt, damit er daheim nicht ähnlich ausrastet wie in der Kita, es wäre eher Schadensbegrenzung.

Im November trennten sich die Eltern. Darauf reagierte das Kind (völlig nachvollziehbar) mit Wut und Trauer, was sich in seinem Verhalten spiegelte. Wir versuchten Mutter und Kind bestmöglich zu unterstützen, führten Gespräche, beobachteten das Kind, machten individuelle Angebote, unterstützten das Kind emotional. Jedoch scheint das Verhalten des Kindes sich nicht zu verändern, egal was wir auch tun;

Mittlerweile gestaltet sich die Situation so:
Morgens ist das Kind oft eine Weile das einzige Kind, da es sehr früh kommt. Hier kann sich das Kind sehr gut allein beschäftigen und spielt sehr schön und konzentriert. Jede Situation die wir positiv verstärken können, nehmen wir wahr und wertschätzen das Kind. Sobald andere Kinder da sind, scheint das Kind alle Regeln der Kita vergessen zu haben. Es wird lauthals gebrüllt, andere Kinder angeschrien (die eigentlich nur mit ihm spielen wollen), es fallen Schimpfworte, er provoziert sowohl Erzieher als auch Kinder mit voller Absicht, er reagiert sich körperlich an Kitaeigentum und Eigentum anderer Kinder ab, er reagiert nicht auf Ansprache, läuft weg, ignoriert sowohl Kinder als auch Erzieher, wenn diese ihm Grenzen aufzeigen und noch vieles mehr.

Ich scheine seine Bezugsperson in der Kita zu sein, daher rasselt er mit mir am Meisten aneinander und fordert bei mir am extremsten seine Grenzen ein. Er tut Dinge mit voller Absicht und Blickkontakt zu mir (und auch den anderen Erziehern), von denen er weiß, dass sie nicht in Ordnung sind. Wertschätzen wir das Kind in einer Situation, nimmt das Kind dies an um in der darauffolgenden Situation sofort wieder wissentlich "Mist" zu machen.
Es ist soweit, dass wir andere Kinder vor diesem Kind schützen müssen und ihn aus Situationen lösen müssen. Tun wir dies, werden wir getreten, gehauen, angespuckt und weiteres.
Viele Eltern sind nicht angetan von der Situation, da oft Kinder mit Blessuren nach Hause kommen, die von diesem Kind stammen. Blaue Flecken, Kratzspuren, ein Mal sogar ein Würgemal und eine Platzwunde. Trotzdem meiden die Meisten Eltern Kind und Mutter NICHT und gehen trotzdem auf beide zu, was ich hier auch wertschätzend erwähnen möchte. Natürlich gibt es Ausnahmen.

Wir haben alles versucht, von Wertschätzung für Situationen, in denen das Kind toll reagiert hat (die leider echt kaum vorhanden sind :( ) über Gespräche mit dem Kind auf Augenhöhe (ohne Schuldzuweisung), lösen aus der Situation, nicht-reagieren auf obengenanntes "Grenzen einfordern" (funktioniert auch nicht, da er dann immer extremere Dinge tut und sich und andere Kinder verletzten könnte), bis hin zu "Einzelbetreuung", das heisst, eine Fachkraft ist fast ausschließlich mit dem Kind beschäftigt, macht Impulse und Angebote, spricht mit dem Kind und unterstützt es im Alltag, jedoch funktioniert auch das nur solange, bis die Fachkraft mal aufs Klo muss oder ähnliches. Da wir auch u3 Kinder haben, können wir das Kind nicht non-stop "im Zaum halten".
Trauriger Gipfel bislang war das absichtliche einschmeißen einer Fensterscheibe und das Zerstören eines Blumenkübels.

Die Mutter sagt, sie seie mit dem Kind bei der Frühförderstelle, einer psychologischen Beratung und ähnlichem, jedoch verändert sich das Verhalten des Kindes nicht, es wird eher extremer. Wir möchten Mutter und Kind bestmöglich unterstützen, jedoch müssen wir sowohl die anderen Kinder, als auch Erzieher und das Kind selbst irgendwie schützen.

Zusätzlich hat das Kind Probleme mit der Sprache und eine Wahrnehmungsstörung ist nicht ausgeschlossen, jedoch (noch) nicht diagnostiziert.

Entschuldigt bitte den langen Text, sollte er zu lang sein, werde ich ihn kürzen. Habt ihr Tipps für mich und diese Situation? Bitte bedenkt, noch bin ich "nur" die Praktikantin, allerdings möchte ich das Kind unterstützen und die Situation für das Kind, die Mutter und auch uns verbessern. Auch für ihn ist die Situation ja unglaublich frustrierend. :nein:
Wie würdet ihr handeln? Was würdet ihr unternehmen? Für Tipps, auch für das weitere Berufsleben wäre ich euch sehr dankbar.

Sollte es noch Fragen geben, fragt :)

Grüße

amaria
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Re: Ratlos über Verhalten eines 5-Jährigen

Beitrag von amaria » Dienstag 14. Juli 2015, 22:10

Hallo Bellatrix!

Welche Rolle spielte der Vater im Leben des Kindes?

Herzlich willkommen und freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

Bellatrix
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Re: Ratlos über Verhalten eines 5-Jährigen

Beitrag von Bellatrix » Mittwoch 15. Juli 2015, 17:21

Hallo amaria,

das ist schwer zu sagen, sowohl Mutter als auch Kind erzählen, dass er den Papa noch regelmäßig sieht und Mutter und Vater nicht weit entfernt voneinander wohnen. Wie oft sich Vater und Kind sehen, ist unbekannt, laut Aussage der Mutter ist der Vater eher unzuverlässig und sie sagte ebenfalls, dass sie gar nicht wüsste, wie die Erziehung des Jungen abgelaufen ist, während sie in den ersten 3 Lebensjahren arbeiten war.

Das Kind erzählt wenig vom Vater, wenn es etwas erzählt, dann oft neutral oder das es mitbekommen hat, das Vater und Mutter sich gestritten haben.

Nach einem einem sehr heftigen Kindergartentag sprach ich mit dem Kind und fragte, warum es denn heute so wütend war. Das Kind antwortete, dass es mir dass nicht sagen dürfte. Ich ging auf das Kind ein und vermittelte, dass das Kind über alles mit mir/uns sprechen darf, wenn es das Bedürfnis dazu hat. Darauf hin sagte das Kind, dass es ihn wütend macht das Papa und Mama streiten. Schlussendlich bat uns das Kind, mit Mama zu sprechen und wir kamen dem nach. Wir machten der Mutter keine Vorwürfe, spiegelten ihr das Gespräch mit ihrem Sohn. Ihre Antwort darauf war, dass sie das selber störte, aber ihr Sohn dass "selber schuld sei", da er dem Vater Lügen über sie erzählen würde.

Heute erzählte uns der Junge, dass er es gut finden würde, wenn Mama zuhause weint, ohne vorherigen Wutanfall o.ä. Einfach so. Auf Nachfrage sagte der Junge, dass er das nicht schlimm finden würde, denn Mama sei doof. :c090:

Über den Vater gibt es leider sehr wenig zu berichten, auch die Mutter ist hier sehr verschlossen, im Gegensatz zu anderen Themen...

Vielen Dank für deine schnelle Reaktion, amaria. Hast du eine Idee oder noch eine Frage dazu?

Grüße :)

Frips Fuchs
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Re: Ratlos über Verhalten eines 5-Jährigen

Beitrag von Frips Fuchs » Mittwoch 15. Juli 2015, 18:19

moin,
spontaner Eindruck: Vater und Mutter tragen ihren Krieg über das Kind aus!

Kind immer wieder verdeutlichen, dass die Erwachsenen miteinander reden müssen. Das Kind keine Schuld hat.
Den Eltern diplomatisch sagen, dass sie nicht über das Kind streiten, dazu auch mal den Papa ohne Mutter einbestellen oder mit beiden reden.

Nur Mut
Shalom
Frips

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.

© Kurt Marti

hallihallo
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Re: Ratlos über Verhalten eines 5-Jährigen

Beitrag von hallihallo » Donnerstag 16. Juli 2015, 07:26

Ich würde die Mutter fragen ob sie damit einverstanden ist, wenn ihr euch mit der psychologischen Beratung/ förderstelle kurzschliesst.
Das scheint sehr komplex zu sein.
Hat er vor der kita schon soziale Kontakte gehabt? Wenn es nur der Vater war, dann ist ihm die Hauptperson in seinem Leben genommen wurden. Er leidet.
Und das werdet ihr so nicht beheben können. Ihr müsst allerdings einen weg finden, damit er in der kitazeit gut zurechtkommt. Hat er da Freunde?

Bellatrix
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Re: Ratlos über Verhalten eines 5-Jährigen

Beitrag von Bellatrix » Donnerstag 16. Juli 2015, 19:17

Hallo Zusammen & vielen Dank für euren Rat! :winke:

Also wir als Team sehen das auch so, dass das Kind in Konflikte miteinbezogen wird, die es weder verkraftet noch versteht. Gespräche darüber mit der Mutter gab es, sie sagt dann,
dass sie mehr darauf achten will, jedoch erzählt das Kind immer wieder von solchen Situationen.
Hierzu muss ich sagen, dass unsere Leitung mit wirklich viel Feingefühl agiert und der Mutter stets das Gefühl vermitteln möchte, dass wir sie unterstützen und nicht verurteilen möchten.
Die Mutter öffnet sich auch und scheint dankbar für unser Hilfsangebot, was dann tatsächlich passiert liegt natürlich nicht mehr in unserem Wirkungsbereich.

Der Vater verweigert jegliches Gespräch! Er möchte weder mit uns noch mit der Beratungsstelle sprechen, als Grund nannte die Mutter, dass der Vater selbst eine schlimme Kindheit hatte und der Meinung ist, er müsste sich in solchen Gesprächen mit dieser auseinandersetzen, das wolle er nicht. Der Vater ist also für uns nicht greifbar, haben ihn in der Kita auch noch nie gesehen, selbst als die Eltern noch zusammen waren.

Du hast Recht, Frips Fuchs, das Kind kann auf keinen Fall etwas dafür, ich werde dies in der nächst passenden Situation mit dem Kind auf jeden Fall noch mal thematisieren! :daumen:

Zu deinen Anregungen und Fragen hallihallo,
Es liegt sogar schon eine Einverständniserklärung der Mutter bei uns vor, dass wir uns mit den zuständigen Stellen in Verbindung setzen dürfen. Sprechen wir jedoch die Mutter darauf an,
ob wir denn eine Kontaktadresse bekommen könnten, weicht sie aus und "vertröstet" uns. Ich möchte der Mutter absolut keine "böse Absicht" unterstellen, vielleicht ist sie auch einfach ängstlich und/oder unsicher.
Das heisst allerdings, dass sich diese Kontakte auf das nächste Kindergartenjahr verschieben. Das Kind geht während der Schließzeit in unsere Partnereinrichtung.

Ja, vor der Kita gab es soziale Kontakte, sowohl innerhalb der Familie als auch Kinder von Freunden der Mutter.
Innerhalb der Kita hat er gute soziale Kontakte. Trotz immer wiederkehrender Konflikte mit den anderen Kindern hat er trotzallem feste Spielpartner. Es gibt sogar Spieltreffen nach der Betreuungszeit, in der sich Eltern und Kinder auf Spielplätzen treffen.
Die Kinder beginnen natürlich nach und nach diesem Kind Grenzen aufzuzeigen, selbst die kleineren versuchen sich gegen dieses Kind zu behaupten und entfernen sich aus einem Spielbereich, wenn sie von diesem Kind geärgert werden. Das frustriert ihn natürlich zusätzlich und es besorgt mich, ob er seine Spielpartner auf Dauer nicht vergraulen könnte.

Ich weiß natürlich, dass ich nicht "die Welt retten" kann und es Dinge gibt, die meine Kompetenzen und meinen Wirkungsbereich übersteigen.
Aber wie du schon sagst, zumindest für die Zeit die er in der Kita verbringt, sollte es doch eine Lösung geben, wie die Situation für alle etwas entspannter wird.
Besonders für das Kind selbst. :(

Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass das Kind gerne in die Kita kommt und auch Zuhause viel aus der Kita erzählt.
Zusätzlich besucht er wohl seit kurzem einen Sportverein.

Vielen Dank für eure Antworten!

marienkäfer123
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Registriert: Montag 20. August 2012, 23:16

Re: Ratlos über Verhalten eines 5-Jährigen

Beitrag von marienkäfer123 » Freitag 17. Juli 2015, 11:20

Der Text wurde entfernt! Diese Art der "Erziehungsmethoden" wird in diesem Forum nicht geduldet!

Bellatrix
Beiträge: 10
Registriert: Samstag 23. November 2013, 17:25

Re: Ratlos über Verhalten eines 5-Jährigen

Beitrag von Bellatrix » Freitag 17. Juli 2015, 15:14

Du rätst mir ernsthaft, das Kind zu schlagen? Ich hoffe, ich verstehe einfach deinen Sarkasmus nicht oder das war ein schlechter Scherz!

In keinem Fall werde ich das Kind schlagen oder ihm auch nur androhen, das zu tun! Das kann nicht dein Ernst sein!

Diesen "Rat" werde ich einfach ignorieren und hoffe auf weiteren (nicht Kindeswohlgefährdenden!) Rat :)

Matushka
Schriftsteller
Beiträge: 978
Registriert: Freitag 5. Oktober 2012, 16:04

Re: Ratlos über Verhalten eines 5-Jährigen

Beitrag von Matushka » Freitag 17. Juli 2015, 15:39

Bellatrix, hier sind Leute unterwegs, die mehr oder weniger versteckt versuchen, Werbelinks unterzubringen. Dieser Poster gehoert offensichtlich dazu.

Doof fuer Leute, die sich ernsthaft ueber Themen unterhalten wollen -- leider hat dieser Zustand sich hier aber in letzter Zeit zunehmend etablieren koennen.

Gruss und alles Gute Euch mit dem Jungen,

Sabine

Jelka
Leseratte
Beiträge: 449
Registriert: Freitag 3. Juli 2009, 22:54

Re: Ratlos über Verhalten eines 5-Jährigen

Beitrag von Jelka » Samstag 18. Juli 2015, 10:35

Matushka hat geschrieben:Bellatrix, hier sind Leute unterwegs, die mehr oder weniger versteckt versuchen, Werbelinks unterzubringen. Dieser Poster gehoert offensichtlich dazu.
Das war auch mein erster Gedanke.

@Bellatrix
Trotzdem finde ich es gut und wichtig, dass du entsprechend darauf reagiert hast. Denn, wer weiß, ob nachfolgende Leser dies nicht als ernstgemeinten Ratschlag empfinden.
Bellatrix hat geschrieben:... Frühförderstelle, einer psychologischen Beratung und ähnlichem ... Probleme mit der Sprache und eine Wahrnehmungsstörung ist nicht ausgeschlossen ...
Ich denke, ihr werdet dem Kind nicht helfen können. Ihn wert zu schätzen, ihm signalisieren, dass er sich jederzeit an euch wenden kann etc. sind die wenigen Dinge, die ihr für ihn machen könnt. Der Rest muss auf häuslicher Ebene geschehen, da die Quelle der Probleme offensichtlich dort liegt.
Solange die Eltern ihre Probleme nicht in den Griff bekommen, wird auch die Frühförderstelle oder die psychologische Beratung nichts bringen.
Bellatrix hat geschrieben:... sie sagte ebenfalls, dass sie gar nicht wüsste, wie die Erziehung des Jungen abgelaufen ist, während sie in den ersten 3 Lebensjahren arbeiten war...[...]Das Kind antwortete, dass es mir dass nicht sagen dürfte. [...]Darauf hin sagte das Kind, dass es ihn wütend macht das Papa und Mama streiten. Schlussendlich bat uns das Kind, mit Mama zu sprechen und wir kamen dem nach. [...] ... aber ihr Sohn dass "selber schuld sei", da er dem Vater Lügen über sie erzählen würde.
Ist es bei dieser Schilderung verwunderlich, dass Probleme mit der Sprache (darf nicht darüber reden...) und Wahrnehmungsstörungen nicht ausgeschlossen sind? Ob nun gelogen ist, was er erzählt oder ob es seiner Wahrnemung entspricht, kommt in diesem Fall auf das Gleiche heraus.
Für ihn hat es seine Mutter verdient, Unwahres über sie zu erzählen. Wobei auch unklar ist, wie der Vater die Ausagen des Sohnes verstehen wollte und an die Mutter herangetragen hat. Die Wahrheit liegt vielleicht irgendwo dazwischen.
Und mit jedem Ärger, den der Junge dafür bekommt, fühlt er sich vermutlich immer wieder dafür bestätigt, dass es seine Schuld ist, wenn sie sich streiten.
Die Eltern sollten dringend eine Beratungsstelle aufsuchen, die ihnen hilft, mittels eines Mediators das Kind in den Fokus zu rücken und verbindliche Absprachen zu treffen.
Denn von außen betrachtet sieht es eher so aus, als wäre das Kind der Spielball im Konflikt der Eltern, während es sich so still wie möglich zu verhalten hat.
Liebe Grüße Jelka

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