Eingewöhungsproblem

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Huba
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Eingewöhungsproblem

Beitrag von Huba » Mittwoch 4. November 2015, 18:41

Hallo, auch ich möchte auf diesem Weg vielleicht den ein oder anderen Denkanstoß bekommen;

Gruppe: Nest (U3)
Kind: 2,6 Jahre / deutsch-türkisch / m

Das Problem ist folgendes;

Das Kind reagiert auf eine Trennung extrem lautstark und mit wütendem Brüllen. Die Mutter teilte mit, dass "der kleine Prinz" mit 2,6 Jahren grundsätzlich getragen und auch gefüttert wird, denn: "sonst macht er es ja nicht".
Das Kind lässt sich in sofern beruhigen, wenn man mit ihm durch die ganze Kita läuft und "nach Mama schaut". Nun ist die dritte Woche angebrochen und wir kommen nicht weiter. Er brüllt sich in Rage und die Mutter möchte einerseits endlich wieder arbeiten gehen, andererseits soll ihr Kind nicht leiden...

Er lässt sich nicht ablenken, schreit und will alle Türen öffnen. Wir können leider nicht ständig mit ihm durch die Kita laufen- schliesslich haben wir noch andere Kinder zu betreuen...

Hat jemand eine Idee zu derartigen Situationen?

Jelka
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Re: Eingewöhungsproblem

Beitrag von Jelka » Mittwoch 4. November 2015, 20:09

Hallo Huba,
wenn die dritte Woche gerade angefangen hat, muss man ihm noch viel Zeit geben, anzukommen.
Ich vermute, er spricht und versteht nur Türkisch?
So wie das Kind reagiert, solltet ihr mit der Eingewöhnung nicht vorwärts gehen, sondern eher zurück.
Wie lange trennt ihr mittlerweile?
Das Kind reagiert auf eine Trennung extrem lautstark und mit wütendem Brüllen. Die Mutter teilte mit, dass "der kleine Prinz" mit 2,6 Jahren grundsätzlich getragen und auch gefüttert wird, denn: "sonst macht er es ja nicht".
Ist das Orginalton der Mutter oder ist es euer Empfinden?
Sollten es eure Gedanken sein, müsstet ihr schnell umdenken. Denn Kinder in dem Alter sind sehr empfänglich für Stimmungen.
Das Kind lässt sich in sofern beruhigen, wenn man mit ihm durch die ganze Kita läuft und "nach Mama schaut". Nun ist die dritte Woche angebrochen und wir kommen nicht weiter.
[...] Wir können leider nicht ständig mit ihm durch die Kita laufen- schliesslich haben wir noch andere Kinder zu betreuen...
Wenn sich der Junge durch Herumlaufen beruhigen lässt, seid ihr auf dem richtigen Weg. Er steht enorm unter Stress und der kann u.a. durch Bewegung abgebaut werden. Ein weiter positiver Aspekt ist, dass der Junge durch das Wandern die Einrichtung kennen lernt und dadurch erfährt, was sich hinter den Türen verbirgt. Das gibt ihm Sicherheit, die er momentan sehr nötig hat.
Habt ihr kein Konzept, wie euch für die Eingewöhnung weitgehend der Rücken frei gehalten werden kann?

Meine letzte Erfahrung mit einem schreienden Kind ist schon einige Zeit her. Aber damals hat es sehr geholfen, die Zeit der Trennung auf eine halbe Stunde zu reduzieren. Ich bin mit dem Kind durch die Einrichtung gelaufen, sobald die Mutter das Haus verlassen hatte. Anfangs habe ich mich vom Kind leiten lassen, bin ihm nur hinterher. Nach kurzer Zeit gab es etliche Situationen, die kurzfristig seine Aufmerksamkeit erregt haben. Dort haben wir dann kurz Rast gemacht. Parallel dazu habe ich in den folgenden Tagen den Weg (der ihm nun vertraut war) vorgegeben, täglich den Gleichen, als immer wiederkehrendes Ritual. Als er dann endlich emotional angekommen war, ging es mit dem Rest sehr schnell. Seitdem ist er ein lustiges Kerlchen, das den Schalk im Nacken hat und viel Charme versprüht. Abschidesprobleme gibt es nur ganz ganz selten.

Übrigens, hilfreich könnte auch sein, wenn die Mutter ein Teil von sich da lässt, z.B. ihren Schal, quasi als Pfand, dass sie wieder kommt.
Liebe Grüße Jelka

Huba
Beiträge: 13
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Re: Eingewöhungsproblem

Beitrag von Huba » Mittwoch 4. November 2015, 20:39

Hallo - und danke.

Neee, nee - das ist leider der Originalton der Mutter. Sie trägt den Jungen auch ständig. Ich hab ihr schon durch die Blume gesagt, dass er zwei gesunde Beine hat...
Naja. Das mit dem Pfand ist eine gute Idee - werde ich morgen mal ausprobieren. Wir arbeiten nach dem "BerlinerEingewöhnungsmodell" - was sich so nicht 100%ig umsetzen lässt. Danke für Deine Ideen.

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