schwierige Eingewöhnung

coooni
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schwierige Eingewöhnung

Beitrag von coooni » Freitag 8. März 2013, 23:40

Hallo!

Ich habe ein neues Kind zu Eingewöhnung. Er ist knapp 1 Jahr alt, leider kann er noch nicht sitzen und krabbeln (körperl. bedingt).
Er war jetzt die erste Woche da. Er klammert sehr an der Mama. Bisher konnte Sie ihn nur wenige Mal neben sich ablegen. Ich versuche zu ihm Kontakt aufzunehmen durch zeigen von Spielsachen, singen, etc. Er liegt auf dem Bauch und hält den Kopf hoch. Ich versuche mich dann in seine Nähe auch etw. hinzulegen um auf Augenhöhe zu sein. Er hat mich schon öfters angelächelt (Beziehung zu mir ist schon da). Aber wenn er dann liegt beginnt er meist sehr schnell zu weinen und Mama nimmt ihn wieder auf den Schoß. Bei den letzten 2-3 Mal habnen wir dann festgestellt, dass gar keine Tränen kommen (Trotz?). Jetzt habe ich versucht ihn mal zu mir zu nehmen, wenn er mit weinen beginnt. Das hat ihm nicht gefallen und ich habe ihn dann immer der Mama gegeben.
Ich weiß nciht so recht weiter. Bisher hatte ich immer recht "unkomplizierte" Eingewöhnungen.
Ich kann mir überhaupt nciht vorstellen die Mama rauszuschicken? Oder wäre das vlt. gerade gut?
Sollte man ihn, wenn er auf dem Boden liegt und "trotzig" weint liegen lassen? Aber ich möchte auch nicht, dass er eine schlechte Verbindung mit dem Gruppenraum herstellt, weil er (für sich) schlechte Erfahurngen macht. Ich möchte, dass er von allein aufhört.
Bisher sitzt die Mama immer unmittelbar neben ihn. Aber ich vermute, wenn sie sich weiter weg setzt, dann beginnt er sofort zu weinen und robbt zu ihr hin.
Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich weiter vorgehen soll?

Lenina
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Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von Lenina » Samstag 9. März 2013, 00:17

Auf keine Fall weinen lassen.
Denn er stellt nicht nur schlechte Beziehungen zur Umgebung her (was ja noch ginge) aber du würdest ihn dadurch noch mehr verunsichern, wenn du seine Bedürfnisse so missachtest.
Um den ersten Geburtstag rum finde ich es auch immer schwer einzugewöhnen (wie schön, dass genau da immer die Elternzeit vorbei geht...), denn die Kinder kriegen schon so viel mit (anders als wenn die Kinder noch kleiner sind, dann ist Mama einfach weg), verstehen aber die Welt nciht mehr udn warum sie jetzt hier sein sollen.

Ich würde wahrscheinlich weiter versuchen, mit ihm Kontakt aufzunehmen, wenn er bei der Mutter auf dem Schoß ist. Mit ihm Quatsch machen, was singen, erzählen, Körperkontakt über Spiele etc. Gefällt ihm das, dann würde ich ihn mir von der Mutter geben lassen.
Habt ihr eine ruhige Umgebung ohne viele andere Reize und Kinder?

Und dann würde ich mal schauen, wie die Mutter zu der Sache steht. Fällt es ihr schwer, ihn abzugeben, will sie vielleicht gar nciht wirklich? Denn oft übertragen sich Zweifel unbewusst auf die Kinder und sie bekommen das Gefühl, dass etwas nicht stimmt.

Ich versuche gerade bei so kleinen erstmal eine Beziehung zu den eingewöhnenden Eltern herzustellen. Merkt das Kind, dass man gut miteinander zurecht kommt, dann vertraut es auch schneller.

Und dann muss man sich einfach die Zeit nehmen. Trennen würde ich erst, wenn er bei dir bleibt und sich auch mal auf ein Spiel ohne Mama einlässt. Und auch dann nur ganz kurz am Anfang, maximal 5 Minuten. Langsam steigernd.

Ich hoffe, die Mutter hat genug Zeit und ihr seid gut besetzt...
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Basti85
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Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von Basti85 » Samstag 9. März 2013, 11:42

wenn das kind noch nicht zu weit ist, muss man die eingewöhnung nach hinten verschieben. weil schlechte erfahrungen wie weinen und trennungsschmerz sind nicht förderlich bei der eingewöhnung

Kassisia

Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von Kassisia » Samstag 9. März 2013, 11:57

Ach je, das arme.

:schnief:

Basti, ich fürchte die Mutter wird keine zeit haben das ganze zu verschieben.

Basti85
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Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von Basti85 » Samstag 9. März 2013, 12:02

dann muss man das kind ins kalre wasser schubsen, ob es das wohl gut übersteht, man weiß es nicht :wink3:

Kassisia

Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von Kassisia » Samstag 9. März 2013, 12:03

Na, so extrem muss es ja nun auch nicht sein.
:lol:

Basti85
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Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von Basti85 » Samstag 9. März 2013, 12:40

aber ich stelle mir das schwierig vor, einjährige sind keine zweijährigen ich weiß über das alter noch sehr wenig, eine eingewöhnung nach dem bekannten modell, funktioniert das??

Johanna2

Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von Johanna2 » Samstag 9. März 2013, 13:21

Hallo coooni!
coooni hat geschrieben: Bei den letzten 2-3 Mal habnen wir dann festgestellt, dass gar keine Tränen kommen (Trotz?). Jetzt habe ich versucht ihn mal zu mir zu nehmen, wenn er mit weinen beginnt. Das hat ihm nicht gefallen und ich habe ihn dann immer der Mama gegeben.
Das Kind ist erst eine Woche bei dir in der Einrichtung. Da würde ich noch nicht von einer Beziehung sondern eher von einer Kontaktaufnahme zu dir sprechen. Da seine Mutter ihm vertraut ist, möchte dass Kind sich natürlich lieber von ihr als von einer "netten Betreuerin" trösten lassen.

coooni hat geschrieben:Sollte man ihn, wenn er auf dem Boden liegt und "trotzig" weint liegen lassen? Aber ich möchte auch nicht, dass er eine schlechte Verbindung mit dem Gruppenraum herstellt, weil er (für sich) schlechte Erfahurngen macht. Ich möchte, dass er von allein aufhört.
Kinder können auch tränenlos weinen, trocken schluchzen und traurig sein. Von Trotz würde ich da nicht sprechen. Hoffentlich könnt ihr dem Kind ganz viel Zeit geben sich an euch zu gewöhnen. Vielleicht kannst du mit der Mutter absprechen, dass sie überwiegend mit dem Kind kommt, wenn vielleicht (noch) nicht so viel Trubel in der Gruppe herrscht?

Freundliche Grüße

Johanna

coooni
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Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von coooni » Samstag 9. März 2013, 17:25

Hallo!

Danke für die zahlreichen Antworten.

Also die Mutti hat noch diese Woche, dann muss sie wieder arbeiten. Der Papa hat dann noch 2 Wochen Urlaub.
Da wir jetzt erst in unsere neue Kita umgezogen sind, ist alles noch ganz ruhig. Wir haben 3 Kinder und 2 Neue. Ich habe jetzt am Freitag (5.Tag) 2 Kinder mit in die Gruppe genommen. Das hat ihn glaub ich nicht so gestört. Er hat viel beobachtet und er hat auch eine große Schwester (acuh bei uns u. ebenfalls schwierige Eingewöhnung - aber da hatte der Papa vieeeel Zeit >2Monate). Mein 2. Eingewöhnungskind habe ich bisher immer etw. später kommen lassen..also mit so wenigen Kindern ist das alles noch machbar. Ich bin auch froh, dass der Kleine jetzt schon gekommen ist, da wir noch so wenig Kinder haben.

Mit dem "Trotz" war ich mir auch nicht sicher..also dann eher nein. Die Mama meinte, dass er seit seinem 9. Lebensmonat ganz stark fremdelt.

Mir ist es auch ganz wichtig, dass er bei uns gut ankommt und sich wohlfühlt. Nur leider hab ich echt bedenken wegen der Zeit.

Das mit der Kontaktaufnahme mache ich genau so. Er sitzt auf dem Schoß und ich singe, erzähle, suche Körperkontakt mit Spielen, mache Quatsch..er beobachtet mich dann ganz viel und lächelt mich auch ab und zu an. Das mit dem >auf meinen Schoß nehmen< werde ich probieren. Und wenn er das annehmen wird, erst dann denke ich daran, die Mama rauszuschicken. Wie gesagt, sie ist nur noch diese Woche zu Hause und dann muss sie wieder arbeiten. Vlt. geht es auch beim Papa ganz anders, weil er (im Moment zumindest) eine viel innigere Beziehung zur Mama hat.

Kassisia

Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von Kassisia » Samstag 9. März 2013, 17:29

Hm, wie gewoehnt ihr denn sonst ein?

Wir haben nach dem Berliner Modell eingewöhnt und das klappte, bis auf eine Ausnahme bei der es aber später eine schlimme Diagnose gab, immer sehr gut.

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Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von coooni » Samstag 9. März 2013, 17:34

Wir gewöhnen auch nach dem Berliner Modell ein. Aber da er sich im Moment fast gar nicht von der Mama löst, habe ich noch keine Trennung gewagt, weil das keinen Sinn hätte. Ansonsten hat es bei mir bisher auch immer gut mit den EIngewöhnungen geklappt.

Kassisia

Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von Kassisia » Samstag 9. März 2013, 17:36

Kennt die Mama denn auch das Konzept?

Vielleicht wäre es hilfreich wenn ein Neustart mit dem Papa gemacht wird, wenn der Urlaub hat?

Lenina
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Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von Lenina » Samstag 9. März 2013, 17:45

Ja, an den Papa dachte ich auch gerade - jetzt hat er nicht zufällig schon Zeit? Ich könnte mir nämlich auch vorstellen, dass es für das Kind schwierig ist, wenn die nächste Woche gut läuft, plötzlich mit jemand anderem hinzu gehen. Könnte sein, dass er dann wieder einen schritt zurück macht. Außerdem kennt der Vater schon den Ablauf vom größeren Kind.
Ansonsten Geduld.
Manchmal scheint es "ewig" zu dauern ehe was geschieht und dann plötzlich, schwuppdiwupp, hat der Kleine sich an dich gewöhnt und dich akzeptiert und dann geht es schnell...
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

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Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von coooni » Samstag 9. März 2013, 17:59

Ja, die Mama kennt das Konzept der Eingewöhnung. Habe ihr im Erstgespräch auch den Ablauf mitgegeben, wie es nach dem Berliner Modell abläuft. Sie erzählte mir, dass sie selbst auch zu tun hat, jetzt wieder arbeiten gehen zu müssen und ihr Kind abzugeben und es hat sie auch traurig gemacht, aber anderer seits freut sie sich für ihr Kind, dass es nun eine neue ansprechende Umgebung bekommt, wo es viel lernen kann, was sie ihm nicht mehr bieten kann.

Leider hat der Papa erst die nächsten 2 Wochen Urlaub und noch nicht diese. Aber Mama und Papa kommen diese Woche zusammen. Papa bringt dann die Große in den Kiga und kann dann auch Mama+den Kleinen in der Krippe verabschieden. Da merkt er schon einmal, dass der Papa auch etwas damit zu tun hat. Wenn die Mama dann arbeiten geht, bringt eigentlich immer nur der Papa die Kinder. Die wohnen leider 1/2Std. von der Kita entfernt (mit Auto+haben nur eins).

Ja, ich empfand die erste Woche auch schon als "ewig", weil halt nur eher ganz kleine Fortschritte gemacht wurden. Naja, geduld ist gefragt. Hoffe, dass ich es mit dem Kleinen schaffe in der gegebenen Zeit.
Zuletzt geändert von coooni am Samstag 9. März 2013, 18:02, insgesamt 1-mal geändert.

Kassisia

Re: schwierige Eingewöhnung

Beitrag von Kassisia » Samstag 9. März 2013, 18:01

Na ja, ganz fies gesagt, ihr habt ja keine Wahl.
Entweder es klappt noch oder er muss da durch.

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