Toalverweigerung nach Eingewöhnung

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123dianahase
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Toalverweigerung nach Eingewöhnung

Beitrag von 123dianahase » Samstag 18. Januar 2014, 13:14

:comp: Hallo!!!
ich bin echt Ratlos :schnief: Habe im Oktober ein neues Kind (2,5 Jahre) in meine Kleingruppe aufgenommen. Die Eingewöhnung verlief normal und unkompliziert.
Mit der Zeit beobachtete ich immer mehr daß sich das Kind voll auf mich fixiert hat und sich wie mein "Schatten" nur noch in meiner Nähe aufhielt. das Kind spricht mit niemandem und Spielt mit niemandem ausser mit mir! Es antwortete mir dass es leider mit gar nichts spielen kann weil die Spielsachen nicht interressant sind. Basteln oder Malen geht auch nur so lange wie ich mit am Tisch sitze, stehe ich auf verfolgt es mich. Das Kind und die Mutter erzählten mir daß es zuhause gern mit seinem Kaufladen spielt, also schaffte ich Platz und baute einen auf. Als das Kind am Morgen danach in den Raum kam sagte es dass es leider auch nicht mit dem Kaufladen spielen kann weil der nicht so aussieht wie der zuhause.
Da ich die Gruppe (6 Kinder) alleine führe, bin ich also für alle Kinder die einzige Bezugsperson, kann mich also nicht nur um ein einziges Kind kümmern zudem ich ja auch noch "kleinere" bzw. neue Kinder danach aufgenommen habe... wer hat eine Idee was man da tun kann????? Bitte bald, meine Geduld ist schon arg strapaziert :sad:

Zenobia
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Re: Toalverweigerung nach Eingewöhnung

Beitrag von Zenobia » Samstag 18. Januar 2014, 13:43

Wenn möglich, zu Hause von den Eltern betreuen lassen und in eineinhalb Jahren wieder kommen.

Eine andere Alternative hat das Kind vermutlich nicht.

Judith
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Re: Toalverweigerung nach Eingewöhnung

Beitrag von Judith » Samstag 18. Januar 2014, 18:23

Geduld haben

Das entspricht in Krippen ja dem Bezugserziehermodell. Eine Erzieherin hat bis zu 5 Kinder die ihre Bezugskinder sind und da kommt es auch durchaus vor, dass das Kind in den ersten Wochen, Monaten nur mit der Erzieherin etwas machen möchte und die anderen Erzieher "ignoriert".
In deinem Fall ist es natürlich besonders schwierig, weil du alleine in der Gruppe bist. Ich hoffe du weißt, dass du bei 6 Kindern U3 gar nicht mehr alleine in der Gruppe sein darfst. Ab dem 6.Kind muss eine zweite Fachkraft mit anwesend sein, mindestens für die Zeit, wo sechs Kinder anwesend sind. Das ist aber hier nicht das Thema.
Du bist alleine in der Gruppe und du musst deinen Alltag weiterführen. Das Kind ist mit dabei. Lass es daran teilhaben. Wenn es hinter dir herläuft, ok, dann lass es hinter dir her laufen. Wenn es die ganze Zeit neben dir sitzt, dann lass es dort sitzen. Wenn du mit anderen Kindern spielst, bsp. Kaufmannsladen, und das Kind sitzt neben dir, dann frage es, ob es auch etwas kaufen möchte oder frage, ob es etwas gekauft haben möchte (dann nimmst du die Rolle der Mutter ein, im Rollenspiel). Das könnte eine Möglichkeit sein es ins Spiel mit einzubeziehen.
Ich denke, dass das Kind noch Zeit braucht um mit den anderen Kindern "warm" zu werden.
Biete Gruppenangebote an, wo alle Kinder gemeinsam etwas machen sollen, wie bsp. ein großes Bild gestalten. Gruppenangebote sollen die Gruppe zusammenführen. Bei den Jüngeren mache ich es oft durch Aktivität (Bewegung, viel Kreativität). Auch ein Bilderbuch kann helfen. Versuche die Gruppe mit einzubeziehen, so dass das Kind nicht das Gefühl hat, dass du das Ganze nur für es machst. Du machst es für die ganze Gruppe.
Natürlich sollte es auch Phasen am Tag geben, wo du dich mal ganz dem Kind widmest.

ES wieder aus der Gruppe raus zu nehmen sehe ich als Rückschritt. Das Kind weint nicht, schreit nicht, es ist die ganze Zeit bei dir und das ist auch belastend, aber es isz wichtig, dass du dem Kind diesen Rückhalt und die Sicherheit gibst. Du bist aktuell der sichere Hafen und versuche diesen zu erweitern

Ich habe Ende September einen gerade 1-jährigen eingewöhnt (habe ich hier auch drüber geschrieben). Er war nach der Eingewöhnung (die schwer war) nur auf mich fixiert. War ich nicht in seiner Nähe schrie er. Ich nahm ihn überall mit hin, hatte ihn eigentlich immer auf dem Arm und habe ihm somit die nötige Sicherheit gegeben. Ich habe ihn immer neben mir sitzen gehabt, ihm auch immer was zum spielen gegeben und wenn er es nicht wollte, einfach in Griffnähe abgelegt und er hat es sich fast immer dann doch genommen.
Ich war zwar im Gegenteil zu dir in einer Krippengruppe und meine Kollegen nervte es, dass der Kleine bei ihnen nur schrie, dass er überall mit hin durfte, sich überhaupt nicht löste, usw.. Da gab es Unmut im Team deswegen. Aber ich glaube, dass der Junge genau das gebraucht hat.
Ich habe auch versucht ein Spiel mit den Kollegen zu beginnen und er war dabei, aber er nahm von ihnen anfangs nichts an. Mit der Zeit legte sich das auch.
Als ich dann Ende November erkrankte war die Sorge groß, dass der Junge seine 5h in der Krippe durchschreien wird. Er hat zwar geweint/geschrien als die Mutter gegangen ist (tat er da eigentlich schon nicht mehr), aber er ließ sich beruhigen, fand ins Spiel und brauchte dann auch keine spezielle Person mehr. Die Mutter hat mir später im Elterngespräch erzählt, dass sie bei der Arbeit gesessen und geheult hätte, weil sie dachte, dass ihr Junge jetzt nicht glücklich sein kann, weil seine "geliebte" Erzieherin fehlt. Ich hatte meine Bedenken zu Hause, wie das wohl dort ablaufen wird, insbesondere mit dem Jungen.
Das Kind hat uns allen gezeigt, dass es bereit war nun eigene Wege zu gehen. Als ich wieder kam fixierte er sich erneut nur auf mich, ich integrierte ihn mit ins Spiel, so wie ich es vorher auch getan habe. Immer mehr löste er sich von mir.
Ich bin mir sicher, dass er genau diesen Weg auch gegangen wäre, wenn ich nicht erkrankt wäre.
Mitte Dezember waren wir dann soweit, dass jeder ihn problemlos morgens annehmen konnte, wickeln, "füttern", usw. gar kein Problem mehr. Jeder Erzieher in der Gruppe kann das heute machen.

Das Ganze braucht seine Zeit. Manche Kinder finden schnell Anschluss zu anderen Kindern; andere brauchen da halt länger Zeit. Wichtig ist es, so finde ich, dass die Kinder genau diese Zeit bekommen.

Jelka
Leseratte
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Re: Toalverweigerung nach Eingewöhnung

Beitrag von Jelka » Samstag 18. Januar 2014, 19:35

Danke Judith, dein Beitrag spricht mir fast aus der Seele.

Hallo 123dianahase,
unklar ist mir, ob es "nur" für dich eine Anstrengung bedeutet oder ob du auch meinst, dem Kind geht es nicht gut?
Und wenn es nur für dich eine Anstrengung ist, worin besteht die Anstrengung? Fordert es dich ständig heraus, etwas mit ihm zu tun oder ist es nur dein Gefühl?
Die Antworten dieses Kindes lassen mich vermuten, dass es unterfordert ist. Konntest du schon beobachten (oder das Kind fragen) wo seine Interessen liegen? Gut wäre auch, mit der Mutter im Gespräch zu sein, wie er die Zeit zu Hause gestaltet. Ist er dort auch ständig in ihrer Nähe? Beschäftigt er sich alleine und wenn ja, wie lange und womit? Was interessiert ihn zu Hause? Wie verhält er sich, wenn sie mit ihm unterwegs ist, um z.B. jemanden zu besuchen? Ist er dann auch immerzu in ihrer Nähe? Dies alles nicht als Wertung, sondern um mehr über das Wesen des Kindes zu erfahren.
Möglich wäre es, diesem Kind viele Aufgaben zu geben, die im Tagesablauf anfallen. So ist es kurzfristig beschäftigt und auch mal nicht neben dir.
Insgesamt kann ich mich Judiths Tipps nur anschließen:
[---]du musst deinen Alltag weiterführen. Das Kind ist mit dabei. Lass es daran teilhaben. Wenn es hinter dir herläuft, ok, dann lass es hinter dir her laufen. Wenn es die ganze Zeit neben dir sitzt, dann lass es dort sitzen. Wenn du mit anderen Kindern spielst, bsp. Kaufmannsladen, und das Kind sitzt neben dir, dann frage es, ob es auch etwas kaufen möchte oder frage, ob es etwas gekauft haben möchte
Das Kind abzumelden und in eineinhalb Jahren wieder aufzunehmen sehe ich nicht als guten Weg an.
Liebe Grüße Jelka

123dianahase
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Re: Toalverweigerung nach Eingewöhnung

Beitrag von 123dianahase » Samstag 18. Januar 2014, 19:51

Danke für deine Antwort.
Ich denke auch daß es die falsche Lösung wäre das Kind wieder nach Hause zu schicken.
Die Mutter hat mir erzählt daß ihr Kind gerne in den Kindergarten kommt. Es erzählt wohl auch viel von dem was wir gemacht haben, spielt wohl auch sämtliche Fingerspiele und Singspiele die wir machen zuhause nach.(mit Mama!) Spielt aber zuhause auch nicht alleine sondern wird permanent durch Mama oder andere Erwachsene bespielt. Hat auch kaum Kontakte zu anderen Kindern.
Ich muss wohl noch einiges an Geduld und Zeit investieren. Aber so wie Du schreibst habe ich gute Chancen daß sich die Situation von selbst löst.

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