offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so?

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Huba
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offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so?

Beitrag von Huba » Sonntag 5. März 2017, 19:41

Moin,

seit Februar arbeite ich in einer kleinen Kita nach dem offenen Konzept.
Viele alteingesessene Erzieherinnen finden dieses Konzept schlecht und begründen es mit (beispielsweise) der erhöhten Lautstärke.
Meine Frage ist, wer arbeitet aktuell offen? Wer könnte mir seine Erfahrungen mitteilen...
Liegt es wirklich am Konzept, dass die Kinder (noch) unruhiger und lauter sind, oder ist es eher eine Sache im Sinne von "es muss sich erstmal einpendeln?".
Hat jemand von Euch Erfahrungen mit der Umstellung von Gruppen auf offen?

Gruss Huba

Floriane
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Re: offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so

Beitrag von Floriane » Montag 6. März 2017, 13:50

scheint nicht besonders verbreitet zu sein

amaria
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Re: offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so

Beitrag von amaria » Montag 6. März 2017, 15:26

Hallo Floriane, hallo Huba!

derzeit arbeiten einige nach einem offenen Konzept, weil der Träger es angeordnet hat. Allerdings ist man in vielen Einrichtungen schon wieder so weit, dass es für die Jüngsten feste Gruppen gibt, nachdem sich gezeigt hat, dass etliche der Kleinsten von der Betreuung nach einem offenen Konzept überfordert waren.

Dass ich eigentlich die Kinderbetreuung nach einem offenen Konzept bevorzuge, merkt man dem Artikel nicht unbedingt an. http://www.kindergartenkritik.de/offenh ... ergaerten/ Es ist grässlich, was alles als "offene Arbeit" angepriesen wird und Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass nicht innovatives Denken, sondern der Wunsch, Personalmangel zu verschleiern, ausschlaggebend für eine Umorientierung sein kann.

Dass die Kinder lauter wären, wenn sie nach einem offenen Konzept betreut werden, ist mir noch nicht aufgefallen. Mir gefällt es nicht, wenn Erzieher/innen oder Grundschullehrer/innen derart streng sind, dass die Kinder sich davon einschüchtern lassen.

Freundliche Grüße

amaria
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Huba
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Re: offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so?

Beitrag von Huba » Dienstag 7. März 2017, 20:46

Interessant.
Ich mag das Konzept und bin sehr dafür, dass Kinder ihren Interessen nachgehen können und weniger in Zwangsbastelstuben von Sitzpädagogen bewacht werden. :c085:
In Berlin werden es zunehmend mehr Kitas mit offener Arbeit... Schade, dass sich hier keiner findet der etwas dazu sagen könnte. Heute hatten wir einen Elternabend und haben viiiiele Fragen mit einem Video von der täglichen Arbeit geklärt. Zum Personalmangel kann ich nur sagen; wo nicht? - oder besser, der Schlüssel ist der Schlüssel.

Gruss Huba.

Lenina
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Re: offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so?

Beitrag von Lenina » Dienstag 7. März 2017, 23:03

Ich habe einmal in einer offenen Einrichtung mit ca 100 Kindergartenkinder gearbeitet und fand es schlimm.

Ja, es steht fällt mit den Erzieern und dem Schlüssel.
Was mir hier besonders aufgefallen ist im Vergleich zu gecshlossenen Einrichtungen: Wer sich engagiert und tut, der hat mehr Arbeit, weil die arbeit zu ihm kommt.

Hat man in Gruppen noch ungefähr ähnliche Aufgaben in den einzelnen Gruppen, so kann das schnell anderes werden.

Bei uns hat z.B. eine Erzieherin nur die Kinder empfangen und abgehakt, nicht mal verteilt wie abgesprochen und ich stand im AJ mit 20 Kindern alleine im Bauraum da.

Man muss noch mehr miteinander sprechen und Absprachen einhalten.

Beobachtungen waren mit das Schwirigste: Wir haben jede Woche 1-2 Kinder besprochen. Da kommt nicht mal jedes Kind einmal im Jahr an die Reihe...

Und : Wer zuerst kommt mahlt zuerst. Die Kinder, die schneller in den beliebten Räumen waren, waren dauernd dort. Eigentlich hätte man 2 Bewegungs-und 2 Bauräume gebraucht, damit wirklich jedes Kind seinen Interessen ausreichend hätte nachgehen können.

Meine Bezugskinder habe ich manchmal nur 1/2 Stunde am Tag gesehen und auch kaum Rückmeldung von anderen bekommen. So kann man nciht arbeiten.


Für mich macht teil-offen (feste gruppen und zu festgelegten zeiten freies Bewegen in der Einrichtung einfach mehr Sinn).
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Ella311
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Re: offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so?

Beitrag von Ella311 » Montag 13. März 2017, 10:58

Hallöchen. Ich kann auch einiges zum offenen Konzept sagen. Ich habe letztes Jahr mein SPS ein einer solchen Einrichtung absolviert. Je Gruppe 15 Kinder, 1 Erzieherin, 1 Kinderpflegerin und 1 sps Praktikantin. Neben dem offenen Konzept gibt es in dieser Einrichtung auch die Arbeit nach denn situativen Absatz. Es gibt 4 altersgemischte Gruppen (0-6 Jahre) ich selbst war am Anfang skeptisch ob das geht gehen kann. Ich versuche jetzt mal einen Tagesablauf grob zu beschreiben.
-7.15 Uhr bis 8.00 Uhr war sammelgruppe in einem Gruppenraum- die Kinder blieben dort oder im großzügigen Flur.
-8.00 Uhr wurden dann die Kinder von einer Erzieherin abgeholt und mit in ihre Gruppe genommen
-ab 8.30 -9.30 gleitendes Frühstück (eine Erzieherin hatte Aufsicht- es hab einen Plan das jeder mal dran war)
-ab etwa 9.30 können die Kinder frei spielen und in andere Räume des Hauses gehen. ABER oberste Regel ist es sich in der Gruppe abzumelden. Offen sind wir auch in den angrenzenden Park mit Spielplätzen und wiesen usw. Gehangen.

Ich finde dieses Konzept echt toll. Und auch keines Wegs zu laut. Viele denken das die Kinder dann nur im Bewegungsraum sind und toben, dies war/ ist in dieser Einrichtung überhaupt nicht so. Denn die meisten Kinder waren trotzdem meistens in ihrem Gruppenraum. Es gibt auch ca. 2-3 mal geplante Angebote,- backen oder je nach dem was eben ansteht. Aber alles auf freiwillige Basis.
So ich denke ich habe das wichtigste.
Fragen gerne stellen.

Lg Ella311

Huba
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Re: offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so?

Beitrag von Huba » Sonntag 19. März 2017, 14:00

Hallo Ella311,

... ich war etwas verwirrt, weil Du von "Gruppenräumen" geschrieben hast- meintest bestimmt Funktionsräume. Egal. Wie war das beim Mittagessen? Das ist scheinbar bei uns das Problem... zu hektisch zu viele... Wie wars bei Euch ?

Ella311
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Re: offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so?

Beitrag von Ella311 » Montag 20. März 2017, 08:25

Hi huba.

Also es hat schon jedes Kind seine stammgruppe in der auch tatsächlich Angebote oder z.b. Geburtstagsfeiern stattfinden . Wahrscheinlich ist das Konzept dadurch kein Komplet offenes Konzept, weis ich nicht. Aber wie glaub ich oben schon geschrieben gibt es viele funktionsräume. Das Mittagessen: also die kleinen unter drei treffen sich 11.30 Uhr mit 4 erwachsen (also je nach dem wer dran ist) und singen noch etwa 15 min Lieder und machen fingerspiele, danach gehen sie ins "Restaurant" (speiseraum) zum Essen. In der Zeit haben die ältern Kinder (ab drei) im Prinzip die Chance etwas ohne die jüngeren zu spielen oder haben eben Zeit um unter sich zu sein. Oder für Angebote die nur für sie sind. Oft wurde dann auch eine Gesprächsrunde oder ähnliches gemacht. 12.30 Uhr gab es dann im Gruppenraum für sie das Essen. Die kleine wurden in der Zeit bettfertig gemacht oder abgeholt. Dies ist aber auch nur durch den meiner Meinung nach guten Personalschlüssel machbar.

Lg Ella

Huba
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Re: offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so?

Beitrag von Huba » Mittwoch 5. April 2017, 19:12

Der Schlüssel sollte eigentlich gleich sein... :c090: Danke für Deine Antwort.

Jelka
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Re: offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so?

Beitrag von Jelka » Mittwoch 5. April 2017, 20:09

Lenina hat geschrieben:
Dienstag 7. März 2017, 23:03
Was mir hier besonders aufgefallen ist im Vergleich zu geschlossenen Einrichtungen: Wer sich engagiert und tut, der hat mehr Arbeit, weil die arbeit zu ihm kommt.
Dieser Satz gefällt mir. Ich unterstreiche ihn gerne.
Während in der Gruppenarbeit jeder die Verantwortung für sein Tun oder Nichtstun tragen muss, müssen engagierte Leute mangelndes Engagement mittragen.
Für die Kinder finde ich die offene zwar nicht generell positiv, aber sie hat sehr, sehr viele positive Aspekte. Ich als Erzieherin bevorzuge trotzdem (für mich) die Gruppenarbeit.
Liebe Grüße Jelka

Huba
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Re: offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so?

Beitrag von Huba » Mittwoch 5. April 2017, 20:32

In der Vergangenheit musste ich jedoch auch feststellen, dass es in Gruppen oder KleinTeams auch weniger engagierte Kollegen gab. Das ist kein Merkmal der offenen Arbeit, denke ich.
Heute habe ich bei einem Osterfest, im Gespräch mit Eltern die den Wechsel von Gruppen zu offen negativ sehen, festgestellt, dass viele (oder alle) negativen Argumente auf "logistische Probleme" zurück zu führen sind, nicht grundsätzlich auf die offene Arbeit. Zum Beispiel beschwerte sich eine Mutter, dass ja jetzt (im Gegensatz zur Gruppenarbeit) gar kein Unfallbuch mehr geführt wird - oder die Kinder gar keine neuen Lieder mehr lernen. Beides Fehlinformationen, die ich schnell widerlegen konnte. Wir haben halt kein Gruppenunfallbuch mehr, klar. Und gesungen wird, immer da wo es passt und mit wem es passt. Ihre Tochter wollte halt lieber etwas anderes spielen... Ach ja. Die Arbeit könnte so leicht sein... ich sag ja, wir haben Kinder mit schwer erziehbaren Eltern. :biggrin:

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Re: offene Arbeit /offenes Konzept - wer arbeitet derzeit so?

Beitrag von Jelka » Mittwoch 5. April 2017, 21:59

Huba hat geschrieben:
Mittwoch 5. April 2017, 20:32
In der Vergangenheit musste ich jedoch auch feststellen, dass es in Gruppen oder KleinTeams auch weniger engagierte Kollegen gab. Das ist kein Merkmal der offenen Arbeit, denke ich.
Nein, es ist sicher kein Merkmal der offenen Arbeit. Deshalb stelle ich das gar nicht in Frage.
Der Unterschied liegt für mich darin, dass ich in der offenen Arbeit mangelndes Engagement mittragen muss, weil wir als Team gelten, während diese KollegInnen sich in der Gruppenarbeit selbst verantworten müssten.
Liebe Grüße Jelka

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