Muss Suchtvorbeugung schon in der Kita beginnen?

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amaria
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Muss Suchtvorbeugung schon in der Kita beginnen?

Beitrag von amaria » Mittwoch 17. Juli 2013, 08:36

Hallo!

Der Überschrift des Artikels http://www.epd.de/landesdienst/landesdi ... indergarte mag man kein "Nein!" entgegenhalten. Wer Kinder davor schützen will, Drogen zu nehmen, wird den Wunsch haben, so früh wie möglich, mit seinen Bemühungen um das Kind zu starten, um nur ja nichts zu versäumen. Gäbe es eine CD mit Musik, die Kinder bereits im Mutterleib davor schützen könne, später zu rauchen, unmäßig Alkohol zu trinken oder synthetische Aufbaupräparate (zur Steigerung von Konzentration und Aufmerksamkeit) oder andere Drogen zu nehmen, sie würde gekauft werden...

Wie steht ihr zur These und welche Erfahrungen mit Drogensucht prägen euer Eingehen auf Kinder?

(Ich bin viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und sehe Kinder und Jugendliche, die offensichtlich esssüchtig sind. Diese Kinder und Jugndlichen haben sowohl im Kindergarten als auch in der Schule immer wieder etwas über gesunde Ernährung zu hören bekommen. - Die Erwachsenen nannten es "Projekt".)

Freundliche Grüße

amaria
Zuletzt geändert von amaria am Sonntag 21. Juli 2013, 23:48, insgesamt 1-mal geändert.
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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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Herr Uhl
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Re: Muss Suchtvorbeugung schon in der Kita beginnen?

Beitrag von Herr Uhl » Donnerstag 30. April 2015, 18:21

Zum Thema Suchtvorbeugung fällt mir folgende Situation ein:

Ein Junge (4,3 Jahre), fährt für sein Leben gerne Bobbycar. Sind beide Bobbycars belegt, beginnt er zu weinen und schreit nach einem Erwachsenen.
Nun kommt die Betreuungsperson und tröstet ihn. Sie fragt, was er möchte und bietet eine Lösung an. Die Bezugsperson geht jetzt mit dem Jungen
zu einem Kind mit Bobbycar und schickt das Kind weg. Dazu sagt die Bezugsperson, dass das Bobbycar für alle da sei. Der Junge setzt sich strahlend
auf das Bobbycar und fährt los. Er fährt um die Ecke und wird von einem anderen Kind, das Bobbycar fahren möchte, von dem selbigen gestoßen. Nun steht
der Junge wieder am Rand des Weges und weint.

Für mich ist diese Situation bezeichnend. Der Junge hat keine Möglichkeit, vor Sucht schützende Eigenschaften zu Entwickeln. Ganz im Gegenteil, er
erlebt sogar seine erste Abhängigkeit. Nämlich die von dem "rettenden" Erwachsenen.

Wissen über Suchtmittel ist eine Seite. Genauso wichtig finde ich aber die charakterliche Veranlagung einer Person (Gene spielen auch eine Rolle). Und da sind wir gefragt.
Deutlich wird dies am Alkohol. Ein großteil der Bevölkerung konsumiert ihn, aber nur ein kleiner Teil wird abhängig.

Amaria: Projekte finde ich gut. Sie sind aber in der Tat nicht zielführend, wenn die Kita oder die Schule den Rest des Jahres Fertiggerichte vom Catering serviert.

amaria
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Re: Muss Suchtvorbeugung schon in der Kita beginnen?

Beitrag von amaria » Mittwoch 20. April 2016, 10:21

Hallo!

Echte Projekte finde ich auch gut. Aber vieles wird einfach nur als solches bezeichnet.

Ob man mit Kindern in der Kita, in der ein Erzieher vom Dienst suspendiert wurde, bald auch ein Projekt zur Suchtvorbeugung beginnt? (Vermutlich nicht.)
Auf einer Behindertentoilette wurden Drogen vergessen.
http://www.taunus-zeitung.de/lokales/ho ... 11,1967914

amaria
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