Eingewöhnung

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Judith
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Eingewöhnung

Beitrag von Judith » Montag 5. August 2013, 21:40

Fall 1
Ich befinde mich aktuell in der Eingewöhnung eines fast zweijährigen Jungen. Ich habe ihn letzte Woche zu Hause besucht. Schon da war der Junge nach kurzer Zeit offen und die Mutter ist ganz locker. Das überträgt sich auf das Kind. Heute war er das erste Mal in der Krippe und auch da schnell offen, löste sich schnell von Mama und Papa (waren ausnahmsweise beide dabei; ab morgen nur Mama). Er ging mit mir auch alleine in den Flur, nach draußen.und erforschte mit mir den Kindergartenbereich. Seine Eltern saßen während dem im Gruppenraum und tranken Kaffee. Beide sind da sehr locker.
Ich hoffe, dass es morgen auch so gut läuft.
Kann dann die erste Trennung auch schon an Tag 3 erfolgen? Ich kenne es aus meiner alten Kita ab Tag 3, Kollegin (Gruppenleitung) sagt frühestens ab Tag 4. Ich bin da jetzt verunsichert. Dürfte ich es alleine entscheiden und es morgen so gut laufen wie in den letzten Tagen dann würde ich es wagen.
Was meint ihr?

Fall 2
Mein zweites Eingewöhnungskind kam eine viertel Stunde zu spät, musste weil die Mutter es wollte erst noch Hände und Gesicht waschen dann zur Toilette. Sie kam somit ca. 25 Minuten zu spät in die Gruppe. Lösung von der Mutter schwer weil die sie nicht los lassen wollte. Irgendwann klappte es doch aber Mama wollte dass die Kleine (2) alles perfekt macht (Puppe muss in den Kinderwagen gelegt werden und nicht auf die Ablage). Nach 35 Minuten war die Zeit um. Ich habe die Mutter darauf angesprochen dass sie morgen bitte pünktlich kommen soll und sich mehr zurück ziehen soll.
Die Mutter ist eine Perfektionistin und meint sie sei was besonderes.
Andere Eltern sprechen wir mit Vornamen und sie an. Sie muss mit Nachnamen und sie angesprochen werden weil ie es will.
Sie ist ansonsten sehr freundlich.
Ichwarte da erstmal ab. Kennt ihr so etwas?

Johanna2
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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Johanna2 » Donnerstag 8. August 2013, 23:24

Hallo Judith,
Judith hat geschrieben:Andere Eltern sprechen wir mit Vornamen und sie an. Sie muss mit Nachnamen und sie angesprochen werden weil ie es will.
Sie ist ansonsten sehr freundlich.
Ichwarte da erstmal ab. Kennt ihr so etwas?
Warum stört dich das? Das ist doch in Ordnung.

Freundliche Grüße

Johanna

sanne
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Re: Eingewöhnung

Beitrag von sanne » Freitag 9. August 2013, 19:08

Ich selber habe keine Eingewöhnungszeit auf Personalseite bisher miterlebt da ich erst mitten im Jahr im Kiga zum Arbeiten angefangen.

Bei meinen Kindern war es allerdings so das zwar auch nach dem Berliner Modell eingewöhnt wurde, ich aber trotzdem am ersten Tag schon aus dem Raum bin da mich die Kinder nicht gebraucht hatte. Am dritten oder vierten Tag waren sie bereits den ganzen Vormittag alleine und ich war zu Hause. Es kommt einfach auf das Kind drauf an was es braucht und so starre Regeln wie ab dem vierten Tag und nicht früher oder später haben sie den Raum zu verlassen finde ich unflexibel und nicht passend für die jeweilige Situation.

Zenobia
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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Zenobia » Freitag 9. August 2013, 20:46

Erzieher und Eltern sollten sich viel Zeit für die Eingewöhnung nehmen, besonders für die U3 Kinder. Das Berliner Eingewöhnungsmodell ist sehr gut. Diese Zeit ist doch wichtig für das kleine Kind. Alles ist neu,die Gerüche, die Geräusche, die Räume, die Menschen und die Spielsachen. Alles ist unbekannt und will in Ruhe erobert/kennengelernt werden. Weshalb können wir diesen Kindern nicht die Liebe, Aufmerksamkeit und Würdigung schenken, die sie brauchen und verdienen?
Das Berliner Eingewöhnungsmodell haben sich doch emphatisch fühlende Menschen ausgedacht. Hier geht es um Kinder und nicht um Pakete, die, wie in dem Video, bei Schlecker abgegben werden sollen.
Beziehungsarbeit braucht Zeit und Geduld. Dies muss den Erziehern und den Eltern vermittelt werden.

Von der Qualität der Eingewöhnung hängt der pädagogische Erfolg unserer Arbeit ab. :daumen:

Judith
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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Judith » Mittwoch 9. Oktober 2013, 18:16

Ich gewöhne seit Montag einen 13 Monate alten Jungen ein. Heute habe ich das erste mal getrennt weil es die letzten Tage sehr gutlief. Kind weinte beim Gehen der Mutter, ließ sich ablenken. Anfangs klammerte er anmir dann löste er sich doch ich musste überall mit hin sonst begann er wieder zu weinen. Nach einer halben Stunde kam Mama wieder. Kind weint als er sie sieht.
Morgen weiten wir auf ca.1, 25 Stunden aus.

Leider bin ich zurzeit mit meiner Kollegin alleine. Es sind 9 Kinder da. Eines weint immer wieder braucht immer einen Erwachsenen um sich herum. Ein anderes Kind weint auch immer wieder besonders wenndie Mama vom Jungenim Raum ist. Die Kinder nutzen den engen Personalschlüssel aus hauen, beißen, schubsensich, kippen alles um, schmeißen mit den Sachen rum usw.. und dann ist noch der Junge da.

Ichbin froh dass er alles so gut mit macht (hoffentlich bleibt es so). Die Mutter ist geduldig (zum Glück).
Die Eingewöhnung könnte schneller verlaufen doch es fehlt an Personal.

Ich frag mich ob ich hätte die Eingewöhnung verschieben müssen aus personellen Gründen ( ich wei dass die Mutter erst ab November ins Büro muss zurzeit Homeoffice).

Es wird alles irgendwie gehen (muss ja). Evtl wäre der Junge am Ende der Woche halbtags eingewöhnt gewesen. Nun hoffe ich darauf dass wir zwei Stunden schaffen inkl Mittagessen. Wenn nicht: Ruhe bewahren. Wir haben Zeit (sageichjetzt doch in einer Woche kommt ein zehn Monate altes Kind fur meine Kolleginund dannmuss ich michvermehrt um die anderen kümmern).

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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Judith » Donnerstag 10. Oktober 2013, 18:39

Heute habe ich 1, 25 Stunden getrennt und es war phasenweise gut und schlecht. Kind hat geweint und geschrien. Zudem war ich fast die ganze Zeit alleine in der Gruppe und zudem noch neun weitere Kinder da. Kollegin kommt andauernd rein und geht dann ohne Kind (odernur mit einem) wieder raus. Mein Junge schreit jedes mal darauf. Total verständlich wie ich finde. Dann plötzlich sitzt meine Kolegin direkt neben mir. Idee gut doch sie wußte dass sie wieder raus muss und Kind schreit. Sie geht dann mit fünf Kindern nach draußen. Blöd nur dass wir aus dem Gruppenraum aus nach draußen schauen können (Fenster auf Kinderhöhe). Jungeweint weil er raus will was nicht geht weil wir darauf warten mm
üssen wie vier Kinder von der Chefin zu einer Veranstaltung abgeholt werden. Chefin steht dann plötzlich draußen und eines von den vieren bekommt ein Heulflash (weil esmeintnicht mehr abgeholt zu werden).einweiteres Kind vermisst daraufhindie Mama und nicht zu vergessen mein Junge schreit mit. Dann kommt Chefin und holt Kind mit Heulflash ab nimmt esmit. Die anderenstehenverwirrt da bekommen Tränen in den Augen. Einesbeginnt zu weinen. Ich versuche zu beruhigen nebenher mein Junge der ab jnd zu weint. Endlich fünf Minuten später kommt Chefin mit Kindmit Heulflash wieder welches sich inzwischen beruhigen ließ und holt die anderendrei ab. Unter Geschrei (weil Junge nicht verstand warum er nicht mit durfte) zog ichdenJungen anund ging nach draußen. Draußen war die Welt inOrdnung. Ich saß nebenihmund war froh dass die anderen fünf gut spielten (bis zu dem Punkt wo die Mutter kam abda anfielen die Kinderhin hautenabusw.). Gerade als ich draußen war ging Kolleginrein weil sie die Küche machen wollte.somit war ich wieder alleine.
So eine Eingewöhnung ist anstrengend und ich bin mir sicher dass es besser wäre wennmehr Personal da wäre.

Verschieben (bzw Montag fortsetzen) soll ich laut Kollegin nicht (sie ist die Gruppenleitung). Es würde eine zulange Unterbrechung sein (wir redenvon drei Tage).
Morgentrenne ich wieder wie heute fur 1, 25 Stunden und hoffe dass meine Kollegin präsenter ist undmich mehr unterstützt und somit entlastet.

Die Mutter des Kindes ist geduldig. Zwei Tage die Woche wurde der Junge von den Großeltern betreut (je Paar ca zwei Stunden). Heute ist die Mutter deshalb mit dem Kleinen über 45 Minuten zu den Großeltern gefahren damit die ihn betreuen können während sie arbeitet. Siemacht es. Entlastender wäre es wenn der Junge beiuns wäre und sie arbeiten könnte. Somit ist es für sie auch anstrengend wenn auch unbewusst.

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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Johanna2 » Donnerstag 10. Oktober 2013, 18:55

Hallo Judith,
Judith hat geschrieben:Entlastender wäre es wenn der Junge beiuns wäre und sie arbeiten könnte. Somit ist es für sie auch anstrengend wenn auch unbewusst.
vielleicht empfindet die Mutter es als wesentlich weniger anstrengend, ihr Kind zu den Großeltern zu bringen als es im größten Tohubawohu zurückzulassen.

Das was du schilderst klingt nach purem Chaos. In diesem Durcheinander kann von Eingewöhnung gar nicht die Rede sein.

Insgesamt scheint es mir als wäre viel zu wenig Zeit für die Eingewöhnung eingeplant worden. Wie soll man sich auch Zeit für ein neues Kind nehmen, wenn, verständlicherweise, neun andere Kinder ebenfalls Aufmerksamkeit fordern?

Habt ihr diesen unhaltbaren Zustand schon beim Träger gemeldet?

Freundliche Grüße

Johanna

Judith
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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Judith » Freitag 11. Oktober 2013, 17:36

Nein gemeldet wurde nichts und wird es auch nicht weil laut Kollegin doch alles noch gut sei.und dabei ist sie es die andauernd sagt wie anstrengend es ist.

Heute war der Junge nicht so gut drauf.er ließ sich zwar zeitweise ablenken dochgutnenne ich was anderes.
Montag geht es weiter und der Junge kommt direkt morgens weil Mama einen Termin in der Kita hat und daran teilnehmen will und das Kind nicht mit kann. Ich füge mich dem. Kollegin findet es nicht gut will aber selvstzu dem Termin undich sehe mich schon mit allen Kindern alleine da.

Hoffentlich kommen meine Kollegen wieder.

Auf meinen Hinweis hin dass wennbald das zehn Monate alte Kindkommt hat wieder eine Kollegin Urlwub. Die Bitte jetzt schon sozu planen dass eine Vertretung da ist doch laut Kollegin wird es die wohlnicht geben und warum auch sagte sie. Esgeht doch auch so. Wie das sieht man doch jetzt.
Es ist zwar nicht meinEingewöhnungskind trotzdem möchte ich das es dabesser läuft als jetzt.

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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Judith » Mittwoch 16. Oktober 2013, 18:41

Der Junge wird morgen das erste mal vier Stunden bei uns verbringen. Meinen Kollegen haben Bedenken, dass das Geschrei zu viel wird. Andererseits weint er nicht sondern schreit aus Trotz und ich denke, dass er da durch muss. Laut der Frau von der Stadt (die neutral ist und versucht zu helfen) muss er da auch durch. Kollegen finden es zu lästig und möchten deshalb nicht dass er den ganzen Vormittag kommt. Mama muss allerdings auch wieder arbeiten und macht derzeit Homeoffice, was kein Dauerzustand mehr sein darf. Mit dem ersten Geburtstag ihres Sohnes hätte sie wieder ins Büro gemusst. Zum Glück hatihr Chef Verständnis und ihr nich eineinhalb Monate gegeben und die laufen nun mal ab.
Die Mutter steht hinter der Betreuung trotz dassihr Sohn viel schreit. Sie vertraut uns und gibt mit uhren Sohnin den Arm. Hätte sie Zweifel würde sie das nicht machen. Sie erklärt sich sogar bereit morgen die vier Stunden in der Kita zu verbringen (das hat bis jetzt noch keiner gemacht und es ist freiwillig; die Mutter dürfte auch nach Hause gehen). Heutehat sie mir von sich aus erzählt dass sie auch acht Stundeninder Kuta ohne ihren Sohn verbringen würde. Das gibtmir unbewusst auch eine Art Sicherheit. Sue ist da wenn was ist. Morgen wird sieversuchen Homeoffice zu machen. Zeit ist ja da.
Morgen soll der Kleine seinen Vormittagsschlaf bei uns machen. Wenn es nicht klappt bleibt er wach und soll durchhalten. Mutter steht hinter dem und findet es ok.
Meine Kollegen können das Geschrei nicht haben. Bei den Kindern geht es. Ich glaube sie ignorieren es. Ich habe es inzwischen hingenommen und es ist halt so. Irgendwann wird es besser das hoffe/weiß ich. Wann das ist ist ungewiss. Jedes Kind braucht da seine eigene Zeit fü.
Meine beiden Kollegen sind im Übrigen erst seit dieser Woche wieder da. Somit haben sie letzte Woche nicht mit erlebt.

Was würdet ihr jetzt tun?
Ich habe dass Gefühl meine Kollegen versuchen ihn wegen des Schreiens sich von ihm fernzu halten was ich sehr schade finde. Andauernd bekomme ich"kluge" Ratschläge die ich umsetzen soll und ein "der schreit zu viel".
Er muss dadurch, ja, aber er soll dabei nicht schreien, so meine Kollegen.

Leider ist es auch so dass der Kleine nur auf meinem Arm und Schoß sein mag und mich umarmt sich an mich drückt. Nähern sich meine Kollegen beginnt er zu schreien. Von mir nimmt er Spielzeug an undvon ihnen nicht. Habe aber auch das Gefühl dass sie die Nähe nicht suchen und somit es gar nicht zum Bindungsaufbau kommen kann.
Ich weiß ich gewöhne ihn ein und have entsprechend eine andere Bindung zu ihm als sie. Doch es ware schön wenn sie sich auch ihm nähern würden. Zumal meine Kollegin (zurzeit nicht da krank) auch sagt dass er keine Bindung zu mir hätte. Dabei beruhigt er sich zwischendurch auch beimir besonders wenn ich si fe.

Was würdet ihr sagen wenn ihr das lest?


Das zehn Monate alte Kindkommt nächste Woche. Kollegin hat freiwillig ihren Urlaub um eine Woche verschoben so sind in der ersten Woche alle da. Dann folgt eine Woche wo wieder nur zwei pro Schicht da sind und eine Vertretung gibt es nicht. Ärgerlich wie ich finde.

Johanna2
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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Johanna2 » Donnerstag 17. Oktober 2013, 13:54

Hallo Judith!
Judith hat geschrieben:Der Junge wird morgen das erste mal vier Stunden bei uns verbringen. Meinen Kollegen haben Bedenken, dass das Geschrei zu viel wird. Andererseits weint er nicht sondern schreit aus Trotz und ich denke, dass er da durch muss. Laut der Frau von der Stadt (die neutral ist und versucht zu helfen) muss er da auch durch.
Er schreit stundenlang aus Trotz? Das glaube ich nicht! Warum sollte er "dadurch müssen"? Und die neutrale Dame von der Stadt sieht die tägliche Verzweifelung des Kindes gar nicht. Vielleicht solltet ihr euch lieber von einem Psychologen beraten lassen.

Judith hat geschrieben:Die Mutter steht hinter der Betreuung trotz dassihr Sohn viel schreit. Sie vertraut uns und gibt mit uhren Sohnin den Arm. Hätte sie Zweifel würde sie das nicht machen.
Morgen soll der Kleine seinen Vormittagsschlaf bei uns machen. Wenn es nicht klappt bleibt er wach und soll durchhalten. Mutter steht hinter dem und findet es ok.
Zweifel lassen sich oft auch verdrängen, so dass der Gedanke, dass die professionelle Betreuung dem Kind doch schadet unterdrückt wird. Immerhin schilderst du eine katastrophale Gesamtsituation in der Gruppe!

Judith hat geschrieben:Zumal meine Kollegin (zurzeit nicht da krank) auch sagt dass er keine Bindung zu mir hätte. Dabei beruhigt er sich zwischendurch auch beimir besonders wenn ich si fe.
Dieser Art von Bindung würde ich auch nicht allzuviel Bedeutung beimessen. Als besonders extremes Beispiel: Entführte Kinder lassen sich häufig vom Täter trösten, weil niemand anderes da ist......

Judith hat geschrieben:Was würdet ihr sagen wenn ihr das lest?
Mir wird kalt, wenn ich so etwas lese. Dem Kind, dass noch nicht bereit ist sich von seiner Mutter zu trennen, wird unterstellt, dass es nur aus Trotz brüllt. Ich würde eher annehmen, dass er unter dem Chaos leidet. Dann wird erwartet, dass ein Bindung zu den Kollegen aufbaut. Das die Kollegen nicht von sich aus besonders auf das Kind zugehen finde ich richtig! Die Kontaktaufnahme sollte von dem Kind ausgehen.

Freundliche Grüße

Johanna

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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Judith » Donnerstag 17. Oktober 2013, 20:40

Das Kind war heute doch nur 2h da, weil es die Nacht zum Tag gemacht hat und dann morgens nochmal zu Hause geschlafen hat.
Und heute lief es viel besser als die Tage zuvor. Es gab lange Ruhephasen (bsp. als er im Wagen geschoben wurde, mit Wasser spielen durfte, usw.) und selbst in der Gruppe (meist Teilgruppe mit nur 5-6 Kindern) lief es besser, so dass er zeitweise auch in Ruhe sich mit einem Spielzeug beschäftigen konnte. Zwar war er immer in meiner Nähe, doch das wird sich mit der Zeit ändern, so denke ich.
Am Ende der 2h ist er sogar auf meinem Arm eingeschlafen (einfach so). Als ich ihn dann seiner Mutter übergeben wollte ist er aufgewacht.

Ich sehe dem Ganzen nach heute wesentlich entspannter entgegen und morgen gehen wir nochmal die 4h an.

Die Mutter sagt im Übrigen selbst aus, dass ihr Sohn aus Trotz schreit und es zu Hause macht. "Leider" (naja, jeder sieht das anders) haben sie den Fehler gemacht, so Mutter, wenn er schrie, sind sie bsp. zu Hause geblieben. Selbst wenn nur der Papa gehen wollte, ist er dann zu Hause geblieben bei seinem Sohn (ok, allerdings sollte man sich auch Freiräume gönnen dürfen, wenn doch die Mutter beim Kind ist, denke ich da). Inzwischen ändern sie es da auch. Er schreit sich u.a. zu Hause 30 Minuten lang in den Schlaf. Ich habe der Mutter gesagt, dass ich das nicht durchgehen lasse werde und nicht kann. Wenn er nicht schlafen möchte, dann muss er es auch nicht (immerhin ist Schlafen auch nur ein Angebot was das Kind annehmen und nutzen kann, allerdings ist es kein Muss).

Es ist nun mal einfach so, dass die Zeit gegen uns läuft und es voran gehen muss.

Die Dame von der Stadt haben wir schon mal angefragt gehabt (wegen einem anderen Kind). Ich fand sie da auch sehr suspekt und habe gedacht, es klappt nie, aber siehe an, man muss Kinder auch mal schreien lassen. Das Kind muss seine Trauer auch zum Ausdruck bringen.

Wenn ich das lesen würde als total unabhängige würde ich sagen, schraube einen Gang zurück und lass das Kind erstmal weiterhin nur 2h da. Aber das geht nun mal nicht, weil die Mutter wieder zur Arbeit muss. Zwar macht sie nun Homeoffice bei uns in der Kita, aber das ist nur noch eine Übergangslösung die ihr Chef ihr geboten hat (bzw. duldet). Sie muss wieder ins Büro und das lieber gestern schon als erst in ein paar Tagen. Sie möchte diesen Druck garnicht auf uns abladen, macht es unbewusst aber doch.

Ich denke, dasss der Junge es packen wird (gerade nach heute bin ich davon noch mehr überzeugt). Und dann muss er auch mal schreien (so hart es auch klingt). Zu Hause kommt er damit durch und alle machen das was er will, aber hier geht das nun mal nicht.

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