Erfahrungen mit "Early Excellence"?

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amaria
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Erfahrungen mit "Early Excellence"?

Beitrag von amaria »

Hallo!

Nach dem Lesen des längeren und sehr informativen Artikels http://www.derwesten.de/staedte/muelhei ... 84326.html vermute ich, dass einige etwas zu "Early Excellence" in unfreiwillig abgespeckter Form sagen können.

Wer hat sehr gute Erfahrungen mit Early Excellence gemacht und kann angeben, wie der Personalschlüssel aussehen muss, um gut nach einem Konzept mit offenen Gruppen arbeiten zu können? - Und wer hat "Early Excellence" oder ein an "Earlx Excellence" angelehntes Konzept von oben herab verordnet bekommen?

Hat jemand verfolgt, was auf Facebook zum praktischen Alltag mit EEC geschrieben wurde?

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

sanle
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Re: Erfahrungen mit "Early Excellence"?

Beitrag von sanle »

Hallo amaria,
unsere Einrichtung hat die offene Arbeit von oben übergestülpt bekommen. Es war ein langer Prozess bis heute und wir sind noch lange nicht angekommen. Wir haben damals mit einem "Kinderrestaurant" begonnen, erst eine gleitende Frühstückszeit später haben wir alle Mahlzeiten dort eingenommen.
Da wir eine integrative Kita sind und die offene Arbeit nicht unbedingt zu jedem Kind passt, haben wir uns im Team dazu entschlossen, die Stammgruppen zu behalten und lediglich das Hauptangbot gruppenübergreifend zu gestalten. Wir beginnen mit einem gemeinsamen Morgenkreis, in dem die Angebote vorgestellt werden und die Kinder sich dann aussuchen können, wo sie teilnehmen möchten. Das klappt inzwischen sehr gut, die Absprachen untereinander sind wahnsinnig wichtig. Wir haben für 45 Kinder (darunter 12 beeinträchtigte Kids) 6 Erzieher, die möglichst zur Angebotszeit alle anwesend sind. Dies gilt allerdings nur für den Ü3 Bereich.
Diese Arbeit ist aufwendiger in der Vorbereitung und Durchführung. Es hat Vorteile aber auch Nachteile. Wir Erzieher müssen jetzt nicht nur "unsere" Kinder fordern und fördern sondern alle Kinder der Einrichtung einschätzen und entsprechende Hilfestellungen geben können. Jeder Erzieher ist nun für jedes Kind verantwortlich. Das mag bei einer kleinen Einrichtung wie wir es sind noch funktionieren, aber in großen Kitas verliert man doch sicher leicht den Überblick? Und gibt es nicht immer Kinder, die in so einer Form untergehen?

Lenina
Schriftsteller
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Re: Erfahrungen mit "Early Excellence"?

Beitrag von Lenina »

Ich glaube, ein offenes Konzept braucht mehr Erzieher als ein geschlossenes oder teiloffenes. Zum einen aus Gründen, die im Artikel lesbar waren und zum anderen, wie sanle schrieb, weil man viel mehr Kinder im Blick haben muss bzgl. Entwicklung, Vorlieben etc.

Hat man ein gutes, personenmäßig starkes und motiviertes Team, in dem jeder seine Nische gefunden hat, dann kann das Ganze funktionieren, aber ansonsten - no way!

Alles steht und fällt mit dem Personalschlüssel. Nicht nur im U3-Bereich, auch bei den Großen. Und solange das die Verantwortlichen nciht einsehen und die Kollegen "das schon schaffen" wird sich ncihts ändern und jedes Jahr ein neues Modewort auftauchen, was alles ein bisschen "schöner und neuer" macht. (Wer hat die Anspielung verstanden? ^^)
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

amaria
Stammgast
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Re: Erfahrungen mit "Early Excellence"?

Beitrag von amaria »

Die Begeisterung über "Early excellence" scheint bemerkenswert gering zu sein.

Gut, wenn Eltern kritische Fragen stellen und Erzieherinnen sich nichts überstülpen lassen.
https://www.waz.de/staedte/muelheim/str ... 65689.html

Hier könnten bestimmt noch mehr Erfahrungen mitgeteilt werden.

Freundliche Grüße

amaria
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