Keine Anleitung...

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Spatz47
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Registriert: Mittwoch 6. April 2016, 19:23

Keine Anleitung...

Beitrag von Spatz47 »

...bzw. Hilfe von der Leitung!
Guten Abend zusammen.
Durch suchen im Internet bin ich auf dieses Forum gestoßen. Ich bin der Vater einer 22 jährigen Tochter die i.M. eine Ausbildung zur Erzieherinn absolviert. Sie hat bereits eine abgeschlossene Ausbildung als Kinderpflegerin. Danach hat sie die Ausbildung zur Erzieherinn begonnen aber auf Grund psychischer Probleme (Freund hat Schluss gemacht :schnief: ) nach einem Jahr abgebrochen. Darauf hin hat sie jeweils für einige Monate als "Ersatzkraft" in 3 Kitas gearbeitet. Nach dem wir Ihre Psyche halbwegs wieder hergestellt hatten :daumen: (und es ist schwer zu sehen wenn die geliebte Prinzessin plötzlich völlig auf dem Boden liegt) haben wir sie überreden können die A.z.E. wieder anzufangen. Problem war die Ausbildungsdauer, die eigentlich durch den ersten "Schuß" zu lange wäre. Aber nach Intervention des Schulministeriums an der Schule war es kein Problem mehr. Nur sitzenbleibe darf sie halt nicht mehr :zunge: ! Jetzt aber zum eigentlichen Problem: das Praktikum! Sie ist in einer Kita in der ihr keinerlei Hilfe oder Unterstützung angeboten wird. Sie muß ALLES allein machen bzw. selber herausfinden wie. Sie möchte gern ein Angebot für die Kinder machen. Sie fragt nach wie, wo, was am besten, wie es halt üblich ist in einer Ausbildung! Antwort: sie kann ihr ja nichts sagen, sie muss das ja selbst machen! Das gleiche bei Impuls usw.! Immer nur: das müßte sie selbst herausfinden! Das kann doch aber nicht sein! Das ist ja wie wenn ich bei einer Maurerlehre gesagt bekomme: Mauer eine Wand, wie mußt du selbst herausfinden! Wofür ist das Praktikum denn dann da? Sie hat natürlich jetzt Angst vor der Bewertung, vor schlechten Praktikumsnoten, vorm Sitzenbleiben. Wir haben natürlich Angst das sie dadurch wieder in die psychische Erkrankung abrutscht! Der Job mit Kindern ist eigentlich ihr Traum! Wir (meine Frau und ich) sind schon recht verzweifelt... :nein:

hallihallo
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Re: Keine Anleitung...

Beitrag von hallihallo »

Da sie bereits in dem Bereich gearbeitet hat und auch eine erstausbildung in dem Bereich gemacht hat, würde ich es als normal empfinden,dass ich erstmal alleine "mache". Bei kleineren Detail kann man ja fragen, aber das Grundgerüst sollte schon stehen.

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amaria
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Re: Keine Anleitung...

Beitrag von amaria »

Hallo!

Um eine Antwort auf Fragen zu bekommen, ist es gut, wenn die Praktikantin deutlich zeigt, dass sie sich mit ihrer Aufgabenstellung auseinandergesetzt hat. Soll sie beispielsweise ein Angebot im hauswirtschatlichen Bereich durchführen, kann sie bei der Praxisanleiterin fragen, ob sie mit den Kindern Popcorn machen kann oder mit ihnen Schuhe oder ein Stück des Gruppenraumes putzt oder sonst etwas macht. Natürlich sollte sie erfahren, ob entsprechende Angebote zuvor schon stattgefunden haben, ob es zu anderen geplanten Angeboten passt, ob Allergien einzelner Kinder zu beachten sind, etc...
Eine Praxisanleiterin sollte sich erst die Vorüberlegungen der Praktikantin anhören und ihr dann anregende Fragen stellen, die zielführend für weitere Entscheidungen sind.
Auch hier im Forum kann eure Tochter natürlich Fragen stellen. - Und am besten auch hier erst Fragen stellen, wenn sie schon ein wenig Pläne geschmiedet hat, die zur Diskussion gestellt werden.

Da heute an manchen Erzieherfachschulen andere Aufgaben vergeben werden als dies früher der Fall war, kann es sein, dass manche Fachschüler an Praxisanleiterinnen geraten, die sich auf neue Ausbildungsinhalte nicht einlassen mögen. Da dann jedoch in einer Einrichtung auch andere Kolleginnen oder die Leitung um Rat gefragt werden können, muss es nicht zum Problem werden, wenn die Betreuung durch die Praxianaleiterin zu wünschen übrig lässt. Letzten Endes muss jede Praktikantin ihren eigenen Stil entwickeln. Diejenigen, die sich von ihrer Praxisanleiterin zu viel anregen lassen, erhalten darum auch nicht immer die besten Noten.

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

Matushka
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Re: Keine Anleitung...

Beitrag von Matushka »

Hallo,

Trotz aller Widrigkeiten ist deine "Prinzessin" eine erwachsene junge Frau.

Wie waere es, wenn Ihr sie auffordert, sich selbst hier anzumelden?

Gruss, Sabine

Spatz47
Beiträge: 3
Registriert: Mittwoch 6. April 2016, 19:23

Re: Keine Anleitung...

Beitrag von Spatz47 »

Erst mal danke für eure Antworten.
Sie weiß nicht das ich hier aktiv geworden bin. Klar kann man von ihr gewisse Dinge voraussetzen. Aber trotzdem finde ich das Fragen beantwortet werden sollten. Selbst die "Kolleginnen" trauen sich nicht richtig Ihr Unterstützung angedeihen zu lassen weil es die Leiterinn erfahren könnte!
Das ist doch kein Zustand!

Matushka
Schriftsteller
Beiträge: 997
Registriert: Freitag 5. Oktober 2012, 16:04

Re: Keine Anleitung...

Beitrag von Matushka »

Hallo,

Es gibt immer wieder junge Frauen hier, die mit sehr aehnlichen Problemen "auftauchen".

Ich koennte mir vorstellen, dass deine Tochter von einigen Leuten im Forum zumindest moralische Unterstuetzung erfahren koennte.

Ich habe Kinder im gleichen Alter. Deshalb sage ich mal so: Wenn du quasi hinter ihrem Ruecken immer wieder Schritte einleitest, die ihr den Weg ebnen sollen, wird es fuer sie womoeglich immer schwieriger, sich auf eigene Faust durchzuboxen.


Haben die Kolleginnen tatsaechlich Angst, sich gegen die Anleitung zu stellen?

Oder ist es so, dass sie hinter dem Konzept stehen, vielleicht weil sie sich selbst Antworten erarbeiten mussten?

Gruss,

Sabine

Betsy1234
Beiträge: 18
Registriert: Samstag 30. Januar 2016, 12:39

Re: Keine Anleitung...

Beitrag von Betsy1234 »

Warum muss man einer fertig ausgebildeten Kinderpflegerin noch sagen WAS sie WO und WIE machen soll?
Ich bin im letzten Ausbildungsjahr zur Erzieherin, habe zuvor nicht Kinderpflegerin gelernt, und mir hat meine Anleitung auch nie gesagt was ich machen soll. Sie erwartete immer von mir, dass ich Kinder beobachte, ihre Bedürfnisse und Interessen herausfinde und darauf aufbauend Angebote entwickle und sollte ich dann zu diesen Ideen für Angebote KONKRETE Fragen haben, war sie immer bereit mir zu helfen und diese Fragen zu beantworten.
Evtl. hat die Anleiterin andere Vorstellungen als deine Tochter, was eine Anleiterin für Aufgaben und Pflichten hat und ein klärendes Gespräch zwischen den beiden wäre ratsam um die Erwartungen beider Seiten zu klären.
Ferner denke ich auch, dass eure Tochter sich hier anmelden sollte um konkrete Fragen zu konkreten Angebotsideen zu stellen. Zudem erwarte ich von einer angehenden Erzieherin Selbstverantwortung, denn schließlich wird sie in absehbarer Zukunft für mehrere Kinder verantwortlich sein und wie soll sie die Verantwortung für die Kinder übernehmen, wenn sie nicht Verantwortung für sich selbst übernehmen kann?
Eure Tochter ist 22 Jahre alt, ok sie hatte psychische Probleme, aber ihre Resilienz wird sie nicht stärken und aufbauen können wenn ihr weiterhin alles abgenommen wird und ich spreche aus Erfahrung, denn ich habe eine zeitlang die Verantwortung für meinen suizidalen jüngeren Bruder getragen, nach dem Tod seiner damaligen Freundin.

Ich hoffe, sie verstehen was ich meine, denn es klingt geschrieben schon sehr hart, aber ich kann sehr gut mit ihnen fühlen, man sieht geliebte Menschen nur ungern straucheln.

Spatz47
Beiträge: 3
Registriert: Mittwoch 6. April 2016, 19:23

Re: Keine Anleitung...

Beitrag von Spatz47 »

Vielen Dank für die offenen Worte. Der letzte Satz ist genau der Grund warum ich hier ein Thema eröffnete! Heute hatte sie die Beurteilung für das Angebot! Sie ist ziemlich gefrustet! Es gab keine direkte Note, nur eine "weiterbeurteilung"!? Was auch immer das sein soll! Na jedenfalls lief es wohl nicht so toll :c085:

P.s.: sie hat alle Lust verloren das Praktikum weiter zu führen!

Jelka
Leseratte
Beiträge: 485
Registriert: Freitag 3. Juli 2009, 22:54

Re: Keine Anleitung...

Beitrag von Jelka »

Hallo Spatz,
auch ich habe überlegt, warum du Hilfe für deine Tochter suchst. Die Gründe, warum sie damals die Ausbildung abgebrochen hat, sind zwar verständlich, da ist sie kein Einzelfall, aber die Verantwortung muss sie trotzdem für sich tragen.
Spatz47 hat geschrieben:Nach dem wir Ihre Psyche halbwegs wieder hergestellt hatten :daumen: (und es ist schwer zu sehen wenn die geliebte Prinzessin plötzlich völlig auf dem Boden liegt) haben wir sie überreden können die A.z.E. wieder anzufangen.
Kann es sein, dass der Beruf nicht ihrem Interesse entspricht und sie sich deshalb nicht durch beißt?
Oder lässt sie sich generell schnell entmutigen?
Viele denken, der Beruf ist leicht, weil man einen guten Draht zu den Kindern im eigenen Umfeld hat, Freude daran hat, ein bisschen mit ihnen zu spielen und weil das Aufpassen auch ganz gut klappt.
Leider sieht der Alltag in diesem Beruf völlig anders aus.
Es gibt zwar viele schöne Seiten und ich liebe diesen Beruf auch nach fast 40 Jahren Beruferfahrung noch, aber die Bedingungen sind nichts für schwache Gemüter. Und damit meine ich nicht nur die Rahmenbedingungen.
In diesem Beruf wird man immer wieder mit Kritik (berechtigt und unberechtigt) konfrontiert, muss sich bei den Eltern und Kolleginnen durchbeißen oder Kompromisse finden, hat selten den Träger auf seiner Seite, muss oft auch Absprachen umsetzen, ohne richtig dahinter zu stehen, man muss Entscheidungen treffen und vertreten, muss sich auch nach der Ausbildung noch fachlich weiter entwickeln und auseinandersetzen etc.
Ist man psychisch labil, fällt einem all dies sehr schwer. Deshalb wäre es wichtig, dass deine Tochter sich alleine für ihre Interessen einsetzt oder sich Hilfe sucht. Läuft diese Hilfe über euch, indem ihr alles für sie klärt, kann sie keine eigenen Kräfte bzw. kein Selbstbewusstsein entwickeln.
Häufig sinkt mit mangelndem Selbstbewusstsein auch das Selbstwertgefühl. Aber das sind genau die Punkte, die einem helfen, in dem Beruf zu überstehen.
Heute hatte sie die Beurteilung für das Angebot! Sie ist ziemlich gefrustet! Es gab keine direkte Note, nur eine "weiterbeurteilung"!? Was auch immer das sein soll! Na jedenfalls lief es wohl nicht so toll :c085:
P.s.: sie hat alle Lust verloren das Praktikum weiter zu führen!
Den Begriff Weiterbeurteilung habe ich noch nie gehört.
Warum lief ihr Angebot nicht gut? Meint sie das, oder die Seite, die beurteilt?
Ist es ihr möglich, die Kritik anzunehmen und daraus zu lernen oder fühlt sie sich ungerecht behandelt?
Welche Alternative gäbe es für sie, wenn sie die Ausbildung wieder abbricht?
Welche Alternative sieht sie?
Liebe Grüße Jelka

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