Angst vor der Arbeit mit Jugendlichen

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kurayami
Beiträge: 2
Registriert: Mittwoch 10. August 2016, 19:06

Angst vor der Arbeit mit Jugendlichen

Beitrag von kurayami »

Hallöchen und einen schönen Abend wünsche ich euch,

ich habe dieses Thema erstellt um mal meine Situation zu schildern (vielleicht um es mir auch einfach mal von der Seele zu schreiben) und andere Ansichten zu hören.

Kurz zu mir; ich bin 26 Jahre alt und habe um Juni die Sozialassistenz, vor 2 Wochen begann ich nun die Erzieherausbildung (an der selbigen Schule). Ich war die zwei Jahre in der Sozialassistenz eine sehr motivierte und auch gute Schülerin. Ich habe als Jahrgangsbeste abgeschlossen und stetig spaß an der Ausbildung (ob in der Einrichtung oder in der Schule) gehabt. Klar, gab es hier und da mal reiberein aber nichts welches mich demotiviert hätte oder ähnliches. Ich liebe die arbeit in der Kita und nichts konnte mich von meinem Weg abbringen.
In dem Jahrgang wo ich nun war, war ich die älteste Schülerin (die anderen waren im alter von 16-20 Jahren). Nun in der Erzieherausbildung ist es ähnlich, wir wurden von 42 Schülern (zwei Klassen) auf eine 26-Kopf-Klasse minimiert und mit der paralell-Klasse zusammen gelegt, soweit kein Problem, ich bin immer noch die älteste aber das kannte ich ja schon. Es ist halt anders da unsere beiden Klassen oft aneinander geraten sind und unsere jetzige Klassenlehrerin, vorher die Klassenlehrerin der anderen Klasse war. Man fühlt sich leicht fehl am Platz und wird oft schief angeschaut aber mit sowas kann ich leben. Ich muss die ja nicht heiraten und professioneller umgang mit ihnen ist möglich. Es drückt die Stimmung, ist allein aber kein Weltuntergang.

In den zwei Jahren der Vollzeitausbildung ist es bei uns nun so, dass ich nicht mehr in den Kindergarten gehen darf. Ich MUSS beide Praktika mit Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren ableisten und wenigstens eins der Praktika MUSS in einer der Einrichtungen der Stiftung abgeleistet werden.
Okay, nicht mein Traum, aber ich dachte mir "okay du hast zwei nichten und zwei neffen im Grundschul-Alter, mit denen machst du auch immer tolle Sachen, wird schon klappen". Pustekuchen^^, da ich nun die älteste meines Jahrgangs bin hat die Stiftung mir einen Platz in ihrem Jugendhof zugeteilt. Dort sind nun Jugendliche im Alter (derzeit) von 17-21 Jahren, welche gravierende Entwicklungsstörungen aufweisen etc.. Die Begründung der Stiftung lautete "Wir sind froh, dass wir diesen Bereich endlich einer Praktikantin zuweisen können. Da die meisten Schüler/innen um die 20 Jahre sind, war es Ihnen nicht möglich dort die praktische Phase abzuleisten, da die Jugendlichen sie nicht anerkennen würden und sie es unnötig schwer hätten."

- Dankeschön -

Ich mag 26 Jahre alt sein, jedoch bin ich erstens sehr klein (1,58) und sehe bei weitem nicht aus wie 26 (meistens werde ich auf 18 geschätzt - wenn überhaupt) und von meinem persönlichem Wesen her bin ich weder stark autoritär noch stahle ich unendlich viel Sicherheit aus.

Man mag denken "ja das hätte ihnen ja bei der hopitation auffallen müssen" ja sollte man meinen, jedoch habe ich den Vertrag ohne irgendein persöniches Kennenlernen zugeschickt bekommen. Da meine Noten so gut waren, waren sie der Meinung mich ohne zu Fragen einfach dort einzuplanen und ja~
Am Telefon, wurde mir dann auch nur gesagt "ja das alles andere als einfach aber Sie sind ja schon 26, dass machen Sie mit links."

JEDER geht davon aus, dass es für mich "super zu handhaben" ist und ich da einfach locker flockig hingehe und mein Praktikum ableiste und sowieso gut bin.
Nicht nur dass ich jetzt echt den Horror vor diesem Praktikum habe - nein es wird auch direkt erwartet, dass ich automatisch sehr gut bin (schriftlich wie praxisbezogen).

Ich bin dann heute zu unserem Schulleiter gegangen und habe geschildert, dass ich mich übergangen und tierisch unter Druck gesetzt fühle. Nun die Antwort war "Ach Frau XXX mit ihrem Alter machen Sie dass schon. Da ist kein Umgang mit Samthandschuhen aber deswegen besetzen wir die Stelle ja auch mit einer reifen Person, wie der Ihren. Ich habe nun Büroarbeiten zu erledigen. Gutes gelingen."

- erneut vielen Dank ^^-

Ich spiele mit dem Gedanken diese Ausbildung nun einfach abzubrechen weil ich so einen Horror habe dort hinzugehen. Ich bin ziemlich sensibel (auch wenn ichs nie zeige) und habe seit beginn August Schlafstörungen bekommen und alles. Ich habe einfach wirklich schlicht weg einfach angst. Ich weiß was mich in Kita's erwartet und kann mich dort super einfinden. In dieser Altersklasse habe ich weder irgendwelche Erfahrungen noch Ideen ob für die Projekt-Arbeit, oder auch allein den allgemeinen Umgang mit den Jugendlichen.

Es ist echt lang geworden; das tut mir ziemlich leid, und ich danke jedem von ganzen Herzen der bis hierher gelesen hat.

Vielleicht hat hier ja jemand Erfahrung in diesem Berufsfeld und kann mir sagen ob mein Horrordenken gerechtfertigt ist, oder ob die mir einfach ein falsches Bild vermitteln und ich mir die ganze Sache schlimmer vorstelle als sie eigentlich ist?!

(Entschuldigung für fehlerhafte Rechtschreibung/Groß-und Kleinschreibung sowie Kommasetzung ich achte da im internet nur geringfühgig drauf)

rumpelstilzchen
Schnuppernase
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Re: Angst vor der Arbeit mit Jugendlichen

Beitrag von rumpelstilzchen »

Lass dich erstmal virtuell umarmen[emoji9]

Bei euch läuft die Ausbildung ziemlich anders, als wie bei mir (...was für ein Satz. ..).
Nun gut.....
Anscheinend trauen deine Lehrer dir deutlich mehr zu als du dir selber. Nehmen wir mal an, du startest ins Praktikum und merkst nach zwei Wochen, dass du es nicht durchhälst.....besteht dann die Möglichkeit zu wechseln?

Aber ganz ehrlich.....versuch es doch wenigstens. Alle meine klassenkollegen, die im Hze Bereich jobben oder eben Praktika hatten, haben keine Katastrophen gehabt.
Wie war denn dein Hospitationstag dort?

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kurayami
Beiträge: 2
Registriert: Mittwoch 10. August 2016, 19:06

Re: Angst vor der Arbeit mit Jugendlichen

Beitrag von kurayami »

dankeschön Q_Q

ja, das stimmt.
Das war (leider) von Anfang an so. Ich wurde nie wirklich als "normale Schülerin" angesehen. Ich bin dann auch so, dass ich den Erwartungen um jeden preis gerecht werden will und setze mich selber noch mehr unter Druck.

Leider nicht, die Stiftung hat begrenzte Plätze und es sind alle belegt. D.h. wenn es mir nicht gefällt bleibt mir eigentlich nur eine Wahl "zähne zusammen und druch" weil sonst würde ich (bei nicht beendigung) das Jahr nächsten August erneut beginnen müssen.

Okay, nja ich versuch schon immer meine nerven mit so "die zeit geht auch vorbei, bleibt ja nicht stehen.." zu beruhigen. Ich werde es denke ich auch auf jedenfall antreten, aber ich erkenne mich selber in letzter Zeit einfach nicht mehr wieder.

Ja, leider hatte ich keinen hospitationstag. Ich dachte mir auch ja ich schaue es mir an und dann weiter, aber nein ich wurde da wirklich zugeteilt ohne dass ich mir es da mal anschauen konnte und ohne dass die mich da mal persönlich kennengelernt haben ._.

rumpelstilzchen
Schnuppernase
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Re: Angst vor der Arbeit mit Jugendlichen

Beitrag von rumpelstilzchen »

Wo machst du denn die Ausbildung? Ist die von der Stiftung (??) finanziert ?

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Soul
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Re: Angst vor der Arbeit mit Jugendlichen

Beitrag von Soul »

Wie lange geht denn das Praktikum?

Bei mir war es so, dass während den zwei Jahren Vollzeit insgesamt ein 4-wöchiges und ein 5-wöchiges Praktikum war. Wir mussten auch immer in einen Bereich gehen, den wir nicht schon kannten, das war ein Kampf. Und auch einige hatten wie in deinem Fall solche Einrichtungen abbekommen, ohne dass sie es wollten bzw. sich vorstellen konnten. Für diese paar Wochen kann ich nur sagen, dass es bei mir jeder durchgezogen hat. Wie es ihm dann mit der Altersgruppe gelungen ist bzw. wie er damit zurecht kam, hat man aber schon in den Noten die von den Anleitungen gegeben wurden, gezeigt.

Habt ihr keinen Lehrer/Dozenten der direkt für euer Praktikum zuständig ist und euch betreut? Das finde ich nämlich sehr wichtig. Das ist dann einfach noch eine andere Ebene als zum Rektor. Vorallem sollten diese Lehrer/Dozenten meiner Ansicht nach auch darauf achten, ob man das wirklich schafft oder einen fertig macht.

Eine aus meiner Klasse musste in ein Therapeutisches Heim, also auch verhaltensauffällige, und hat sich wie du auch viele Sorgen gemacht. Sie war auch die Klassenbeste, etc. Mit dem Alter weiß ich jetzt gerade nicht, bei uns gab es einige die älter als der klassische Stand mit 20 waren, aber sie war glaube ich 20. Im Nachhinein fand sie es okay, würde es aber nicht noch einmal machen. Sie hat es als Erfahrung erlebt. Je nachdem wie die Anleitung ist, würde ich aber auch hoffen, dass diese Erzieherinnen bzw. Sozialpädagogen darauf auch Rücksicht nehmen, dass man sich selbst in diesem Berufsfeld eigentlich nicht sieht und etwas Sorge hat. Also dass die Anleitung nicht zu viel verlangt und akzeptiert, dass man halt da sein muss. (ich weiß ja wie gesagt nicht, wie lange dein Praktikum ist. In meinen Worten gehe ich von 4-5 Wochen aus)

Eine Andere aus meiner Klasse musste auch in ein Heim (nicht therapeutisch, aber ich weiß gerade nicht welches). Sie ist schon ein bisschen älter und hat auch schon ein Kind. Sie ging meines Wissens nach recht ausgeglichen damit um, aber es stellte sich einfach heraus, dass das Berufsfeld nichts für sie ist. Dann ist es halt so. Mit der Anleitung war es wohl auch nicht so leicht.

Ich kann dich verstehen, ich bin auch ein Mensch, der sich viele Sorgen macht. Ich mache mir Sogar sorgen, obwohl ich weiß, dass ich mein Anerkennungsjahr in einer tollen Krippe (meine Wunschstelle) absolvieren darf. Ich glaube, ich hätte mich auch sehr wahnsinnig gemacht, wenn man mich - wenn auch nicht für ein Jahr - in ein Heim bzw. zu verhaltensauffälligen Jugendlichen gesteckt hätte. Ich hoffe, du hast einen Lehrer/Dozenten, mit dem du da nochmal drüber reden kannst? Auch wenn er vielleicht nichts ändern kann, zuhören und einfühlsam reagieren kann einen ja auch schon weiterhelfen und beruhigen.

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