Verzweiflung im Praktikum

Antworten
ColouredSky
Beiträge: 1
Registriert: Mittwoch 24. Januar 2018, 00:02

Verzweiflung im Praktikum

Beitrag von ColouredSky »

Hallo ihr Lieben,

Ich bin neu hier und ich bin so langsam wirklich etwas verzweifelt. Ich bin im zweiten Jahr in der Erzieherausbildung und jetzt im zweiten Praktikum. Eigentlich möchte ich gerne später in der Jugendhilfe arbeiten jedoch muss ich für die Ausbildung 400 Stunden im Kindergarten ableisten. Da bin ich jetzt gerade dabei.
Leider muss ich sagen, dass ich es total furchtbar finde und nicht so wirklich klar komme in der Kita.
Es fängt damit an, dass ich beim Vorstellungsgespräch gefragt wurde zu welchen Altersgruppe ich will (die Gruppen der Kita sind altersrein) und ich sagte zu den Vorschülern. Und im Endeffekt bin ich jetzt bei den Kleinsten (2-3 Jahre) gelandet. Das war schon nervig, weil ich für die älteren schon Sachen geplant hatte und dann alles über den Haufen werfen musste.
Das zweite Ding ist, dass ich mir sehr ausgeschlossen vorkomme. Die Erzieher duzen sich untereinander alle, aber ich werde gesiezt. Das finde ich irgendwie komisch. Zudem hieß es dass ich mich draußen im Außengelände mit den Kindern beschäftigen soll, was ja auch logisch ist... Ich laufe dann also draußen mit den Kindern durch die Gegend, während die restlichen Erzieher in Grüppchen zusammenstehen und Smalltalk halten. Letztens habe ich in der Großgruppe mit 30 Kindern alleine den Morgenkreis machen müssen, während die anderen Erzieher woanders saßen. Ist natürlich voll schiefgegangen, die Kleinen können sich gar nicht so lange konzentrieren bis jedes Kind was erzählt hat.
Zudem finde ich den Umgang mit den Kinder recht herzlos... Wenn ein Kind weint weil es seine Mama vermisst wird es nur angemault es sei zu laut und solle aufhören. Oder wenn ein Kind sich einpullert wird es als Baby bezeichnet, dass zurück in die Krippe muss.
Nun muss ich ausgerechnet in diesem Praktikum auch Angebote durchführen und habe auch bald eine Sichtstunde. Mit jedem Angebot, dass ich mache werde ich unsicherer und zweifle immer mehr an meinen Fähigkeiten. Das finde ich ganz furchtbar, weil ich in der Zeit in meinem FSJ das mich bestärkt hat Erzieherin zu werden so gut mit den Jugendlichen klargekommen bin. Und zu den Kindern finde ich so gar keinen Draht.

Habt ihr Tipps was ich machen kann um nicht so aufgeregt zu sein?
Und findet ihr ich reagiere über, wenn ich den Umgang mit den Kindern seltsam finde teilweise?

Die Einrichtung möchte ich eigentlich nicht wechseln denn es sind auch "nur" noch sechs Wochen und ich ziehe Dinge eigentlich lieber durch.

Ahanit
Beiträge: 47
Registriert: Dienstag 19. Dezember 2017, 12:20

Re: Verzweiflung im Praktikum

Beitrag von Ahanit »

Ich arbeite ebenfalls in der Jugendhilfe und nebenbei im Hort der Grundschule und fang im Herbst mit der Erzieher ausbildung an. Ich kann dir sehr gut nachfühlen. Mit So kleinen Kindern wüßt ich auch nicht wirklich was anzufangen. Der eine ist halt so der andere so, aber da es zur Ausbildung gehört müssen wir wohl da durch :)

Was das Sie angeht, hast du denn das Du ganz offen angeboten? Solltest du es getan haben finde ich das Verhalten der Kollegen recht unhöflich, wenn nicht ist das Vorgehen durchaus korrekt. Es ist deine Aufgabe auf sie zu zugehen und das Du anzubieten.

Was das alleine lassen betrifft: Du müsstest doch jemanden in der Einrichtung haben der dich anleitet, suche das Gespräch mit dieser Person, falls das nciht helfen sollte, dann geh eine stelle Höher. Tatsache ist, du machst ein Praktikum, bist also nicht ausgelernt, du sollst noch lernen, das heißt aber auch das jemand da sein sollte von dem du lernen kannst. GGF kannst du das ja auch deinen Lehrern gegenüber ansprechen und fragen wie du dich verhalten sollst wenn die Einrichtung nicht reagiert.

Was den Umgang mit den Kindern betrifft, ist die Frage was du machst, wenn du es ansprichst und sich wer auf den Schlips getreten fühlt, können 6 Wochen sehr lange werden, andererseits ist das aber auch nicht OOK wie es abgeht. Ich würde die Dinge Dokumentieren, vor allem wenn du es öfter beobachtest (Auch Erzieher können mal einen schlechten Tag haben, auc h wenn sie das dann nicht an den Kindern auslassen sollten) Am Ende des Praktikums, würde ich dann die Dokumatation mit der Einrichtungsleitung besprechen, konstruktiv, also nciht nur Kritisieren sondern auch Vorschläge unterbreiten wie man es verbessern kann. Das Betrifft das gesamte Vorgehen nicht nur mit den Kindern sondern auch mit Praktikanten und ggf auch untereeinander. Vergiss aber auch nicht positives zu erwähnen. DAS wäre so meine Idee.

Was die Angebote angeht... Augen zu und durch, Kleine Kinder sind nun mal ein ganz anderes Klientel als Jugendliche, da muß man sich erst drauf einstellen, dafür machst du ja das Praktikum. Lies hier im Forum mal rum, hier gibt es einige tolle Ideen für Kinder, vieleicht hilft es dir ja deine Angebote anzupassen.

Antworten

Zurück zu „Praktika“