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Extern - soll ich oder soll ich nicht?

Verfasst: Dienstag 17. Februar 2015, 15:42
von Creola
Hallo, Ihr Lieben!

Ich möchte gerne Eure Meinung hören.

Ich bin 27, eigentlich gelernte Bürokauffrau und habe nach einigen Umwegen (nach Abi auf dem zweiten Bildungsweg und abgebrochenen Studium) zu dem gefunden, was mir wirklich Spaß bereitet und mich glücklich macht: Die Ausbildung zur Erzieherin.
Derzeit mache ich das einjährige SPS (Vorpraktikum in Bayern) und schließe dieses (hoffentlich ;-) ) im September als Kinderpflegerin ab.
Danach habe ich zwei Möglichkeiten, mich zur Erzieherin weiterzubilden, denn die Vollzeit-Ausbildung habe ich für mich aus mehreren Gründen ausgeschlossen.
Diese Möglichkeiten bleiben also für mich:
1. Möglichkeit: Berufsbegleitende Teilzeit-Ausbildung. Diese dauert drei Jahre, an drei Abenden in der Woche hat man von 17:30 - 21:30 Unterricht und schreibt am Ende des dritten Jahres die "normale" Abschlussprüfung.
PRO: Durch die recht lange Dauer hat man natürlich viel Zeit, sich vertieft mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Außerdem müssen insgesamt drei Praktika in jeweils unterschiedlichen Arbeitsfeldern absolviert werden, man kann also in mehrere Bereiche "hineinschnuppern".
CONTRA: Momentan wohne ich wieder bei meinen Eltern und will nach dem SPS auf jeden Fall wieder in eine eigene Wohnung ziehen. Bei der Teilzeit-Ausbildung ist es schwer, Vollzeit zu arbeiten. Maximal würde ich mir 35 Wochenstunden Arbeit zutrauen, eigentlich eher 30-32 Stunden. Das wiederum würde eine finanzielle Einschränkung bedeuten, v.a., weil ich in München wohne und hier die Lebenshaltungskosten recht hoch sind.
Außerdem muss man die Praktika natürlich mit seinem Arbeitgeber abklären, insgesamt betragen die Praktika mindestens acht Wochen, sie übersteigen also jeglichen Urlaubsanspruch. Es kann also sehr schwierig sein, das mit dem Arbeitgeber zu koordinieren, ohne, dass mir dadurch finanzielle Nachteile entstehen (unbezahlter Urlaub oder keine Lohnfortzahlung während der Praktika).
Noch ein Aspekt: Die drei Jahre sind mit Sicherheit ein Vorteil, was das Lernen und das Inhaltliche angeht. Aber es ist eben auch sehr kräftezehrend, drei Jahre lang an drei Abenden in der Woche zusätzlich zur Arbeit noch zur Schule zu gehen.

2. Möglichkeit: Lehrgang für andere Bewerber an der Fachakademie
Dieser Lehrgang dauert ein Schuljahr und man wird ebenfalls an drei Abenden in der Woche im Unterricht auf die externe Abschlussprüfung vorbereitet. Tagsüber würde ich, wie bei der Teilzeit-Ausbildung, arbeiten.
PRO: Die kurze Dauer, denn für ein Jahr ist die finanzielle Einschränkung (auch hier würde ich nicht Vollzeit arbeiten) eher auszuhalten.
CONTRA: Ich habe natürlich Angst, dass die Inhalte auf der Strecke bleiben und ich es später schwer haben werde, mir eine Stelle zu finden. Andererseits würde ich es als Arbeitgeber honorieren, wenn ein Bewerber sich so "durchbeißen" kann.
Weiteres Contra: Am Ende steht die Exterenprüfung, also satte 14 Abschlussprüfungen. Kleiner Bonus: Ich kann diese Prüfung an der Fachakademie ablegen, an der ich auch den Lehrgang machen würde.

Auf den Lehrgang bin ich v.a. deshalb gekommen, weil meine Lehrer mich aufgrund meiner guten schulischen Leistungen dafür empfehlen würden. Mir ist durchaus bewusst, dass die schulischen Leistungen NICHTS über meine Tauglichkeit in der Praxis aussagen. Aber auch in der Praxis bekomme ich nur positives Feedback und das in allen Einrichtungen, in denen ich bisher war. Ich traue mir den Lehrgang also durchhaus zu, habe aber andererseits auch Angst, dass eben einiges auf der Strecke bleibt (nicht nur Inhaltlich, sondern auch, was persönliche Kompetenzen angeht). Andererseits kann ich mir auch nicht vorstellen, die finanziellen Einschränkungen für die Dauer der Teilzeit-Ausbildung hinzunehmen.
Deshalb meine Frage an Euch:
Wie würdet Ihr auf einen Bewerber reagieren, der erst durch einige Umwege zur Erzieher-Ausbildung gelangt ist und dann die Externenprüfung abgelegt hat, statt die Regelausbildung zu absolvieren?
Momentan wird ja gerade in München händeringend Personal gesucht, aber ob sich diese verkürzte Ausbildung in einigen Jahren nicht doch rächen wird?

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen!

Viele Grüße,

Creola

Re: Extern - soll ich oder soll ich nicht?

Verfasst: Dienstag 17. Februar 2015, 22:46
von Apfelkern
Ich kann dir sagen ich hab nur positive Resonanz bekommen. :winke:

Ich habe die Externenprüfung 2013 gemacht. Nachdem ich 2 Jahre einen Kurs gemacht hatte.
Ohne irgendetwas beschönigen zu wollen: Es ist schwer. Sehr schwer sogar. Jeder der dir sagt das es leicht zu schaffen sei...irrt sich.

Zumal die Inhalte in den Kursen nicht immer mit denen der Schule konform gehen. Glücklicherweise hat die Schule an der ich dann meine Prüfungen ablegte uns Externe gut informiert und somit war es auch zu schaffen. Natürlich musste man dennoch sehr viel lernen.

Was die Nachhaltigkeit dieser Art der verkürzten Ausbildung angeht...das liegt ganz bei dir.
Ich kann nur sagen das ich noch alles weiss. Ich hab nix vergessen nur weil ich es auf "schnellerem" Wege gelernt habe. Und durch die folgende praktische Arbeit bleibst du ja dabei sozusagen.

Ich habe eine Kollegin die die berufsbegleitende Ausbildung macht. Sie quält sich mitunter sehr. Denn die Schule fordert Teilnahme und es stehen einige Prüfungen an. Andererseits muss sie bei der Arbeit ja auch was leisten. Nicht leicht. Das muss man dann schon sehr wollen.

Ich würde dir dazu raten noch bei deinen Eltern wohnen zu bleiben, wenn das möglich ist. Das nimmt dir einiges an Sorgen ab. So könntest du dich vollkommen aufs Lernen konzentrieren.

Ich wünsche dir alles Gute. :winke:

Re: Extern - soll ich oder soll ich nicht?

Verfasst: Samstag 21. Februar 2015, 12:28
von Creola
Lieber Apfelkern,

Du hast mir mit Deinem Beitrag wirklich Mut gemacht, vielen Dan! :winke:

Mein "Glück" ist, dass ich den Kurs direkt an der Fachakademie machen kann, an der danach auch die Prüfung stattfindet, das ist im Hinblick auf die nicht-zentral gestellten Prüfungen natürlich ein großer Vorteil.

Vielen Dank für Dein liebes Feedback!

Re: Extern - soll ich oder soll ich nicht?

Verfasst: Mittwoch 4. März 2015, 11:38
von Alanme
Hallo Creola,

ich bin 35, habe zwei Kinder (fast 5 und fast 9) und hab mich ab September 2015 für das SPS II an der Städt. FAKS in München eingeschrieben. Ich bin grade auf der Suche nach der passenden Praxisstelle und habe vor, wenn ich mit der Kinderpflegerin fertig bin, auf jeden Fall zur Erzieherin weiterzumachen.

Für die Städt. FAKS habe ich mich entschieden, weil ich dort die meisten Möglichkeiten hab, die Erzieherin berufsbegleitend zu machen - LAB, Teilzeitausbildung etc.

So wie sich Dein Bericht anhört, bist Du genau diesen Weg gegangen bzw. wirst ihn wohl ein Jahr früher als ich gehen ...

Es würde mich sehr interessieren, wie es bei Dir weitergeht und ich würde mich sehr freuen, wenn Du mich auf dem Laufenden halten kannst !?

Hast Du Dich schon entschieden ? Bist Du auch auf der Städt. FAKS ? Bekommt man dort, wenn auch dort im SPS ist leichter einen Platz für die weiterführende Ausbildung ?

Würd mich echt freuen, von Dir zu hören ! Ich drück Dir ganz fest die Daumen !!!

LG

Re: Extern - soll ich oder soll ich nicht?

Verfasst: Samstag 7. März 2015, 13:27
von Creola
Liebe Melanie,

klar halte ich Dich auf dem Laufenden ;)

Den LAB habe ich zwischenzeitlich für mich ausgeschlossen, zumindest für das kommende Schuljahr. Ich habe gemerkt, dass ich für mich persönlich nicht davon überzeugt bin, die Externenprüfung zu machen, ohne relevante Berufserfahrung als Kinderpflegerin zu haben. Deshalb möchte ich erst etwas Berufserfahrung sammeln, bevor ich den LAB mache.
Die Option der Teilzeitausbildung bleibt weiterhin für mich bestehen. Bis Juni habe ich Zeit, mich dafür oder dagegen zu entscheiden. Wenn ich bis dahin einen Arbeitgeber finde, der die ganzen Praktika, die ich außerhalb meiner Arbeitsstätte machen muss, auch mitmacht, werde ich wohl diese Option wählen. Ich möchte dann 35 Wochenstunden arbeiten, dann sind die finanziellen Einbußen nicht ganz so heftig.

Wenn ich mehr weiß, melde ich mich nochmals.

Ich wünsche Dir viel Erfolg für das SPS! Das einjährige SPS ist zeitweise etwas stressig, vor allem die Mütter unter uns sagen das. Aber Deine Kinder sind ja schon etwas älter und schaffbar ist es auf jeden Fall :)

Achso, übrigens bin ich tatsächlich auf der städtischen FAKS. Ich habe oft gehört, dass diese Schule sehr chaotisch sein soll. Teilweise ist es auch etwas unorganisiert, aber nie so, dass man nicht an wichtige Infos kommt oder etwas überhaupt nicht hinhaut (zumindest bei uns hat dann bisher immer alles doch wenigstens irgendwie funktioniert). Also lass Dich da von evtl. Gerüchten nicht einschüchtern :)

Viele liebe Grüße

Creola

Re: Extern - soll ich oder soll ich nicht?

Verfasst: Montag 9. März 2015, 15:08
von Alanme
Hallo Creola,

danke für Deine Antwort ! Ja, ich glaube auch, dass es grundsätzlich sinnvoller ist, sich für die Ausbildung so viel Zeit zu nehmen, wie es nur geht. Vollzeitausbildung kommt aber bei mir nicht in Frage, weil ich Geld verdienen muss, damit wir als Familie über die Runden kommen... Mein Mann unterstützt meine Entscheidung gottseidank und verschiebt seine Arbeitszeit ab September in die frühen Morgenstunden, damit er am Nachmittag bei den Kindern sein kann...

Bin echt gespannt, wie es bei Dir weitergeht, wär toll wenn ich ab und zu was von Dir höre ....

Lg

Re: Extern - soll ich oder soll ich nicht?

Verfasst: Dienstag 17. Mai 2016, 23:07
von Alanme
Hallo Creola,
mittlerweile ist viel Zeit vergangen... Ich stecke mitten in den Prüfungen und Du?
Ich würde mich sehr freuen von Dir zu hören...
LG

Re: Extern - soll ich oder soll ich nicht?

Verfasst: Donnerstag 9. Februar 2017, 18:56
von KatiMuc
Hallöchen,

sehr schöner Artikel, obwohl schon etwas älter für mich aktuell sehr interessant. Ich bin Quereinsteigerin und seit 2009 in einer Mittagsbetreuung tätig. Zwischenzeitlich habe ich den Lernbegleiter und die Ausbildung zur Fachkraft für Mittagsbetreuungen gemacht und denke ich könnte mich jetzt an den Erzieher herantrauen. Aus finanziellen Gründen tendiere ich für LAB an der FAKS in München, habe aber einen Riesenbammel vor den Anforderungen. Vielleicht kannst mir schildern, wie es Dir ergangen ist und ob das für eine 47 jährige machbar ist.
Ich freue mich auf Deine Antwort.
Liebe Grüße
Kati