Unterschiedliche Bezahlung der Erzieherinnen gerechtfertigt?

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amaria
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Unterschiedliche Bezahlung der Erzieherinnen gerechtfertigt?

Beitrag von amaria »

Hallo!

In Bremen sorgen Lohnerhöhungen für Diskussionen. Beim Träger Kita Bremen werden sie trotz gleicher Qualifikation unterschiedlich bezahlt.
https://www.butenunbinnen.de/nachrichte ... r-100.html

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

amaria
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Re: Unterschiedliche Bezahlung der Erzieherinnen gerechtfertigt?

Beitrag von amaria »

Eltern vor der Kamera mit einem Transparent: "WILLKOMMEN IN SCHWACHHAUSEN / HIER VERDIENEN SIE WENIGER"
https://www.bild.de/regional/bremen/bre ... .bild.html

Ein paar Fragen, in der Hoffnung, dass eine Diskussion entsteht...

1) Warum sind nur Eltern auf dem Plakat zu sehen?
2) Wer würde einen Antrag auf Versetzung in eine Kita stellen, in der die Erzieherinnen mehr Gehalt ausbezahlt bekommen?
3) Früher haben Erzieher in Elterninitiativen eine untertarifliche Bezahlung akzeptiert, wenn die Eltern dafür mehr Personal eingestellt haben. "Das ist es mir wert" sagten sich diese Erzieherinnen und ich kann das verstehen.

Mittlerweile sagen sich doch etliche Erzieherinnen, dass ihnen bessere Rahmenbedingungen noch wichtiger wären als Gehaltssteigerungen. (Darüber könnte diskutiert werden)

Freundliche Grüße

amaria

PS: Da der Artikel in der Bild erschien, stellt sich natürlich auch die Frage, wer sie warum in die Räume der Kita gelassen hat.
:200p:

Ob das Thema wohl von "KIndergarten heute" aufgegriffen wird?
:unschuldig:
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the-michi
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Re: Unterschiedliche Bezahlung der Erzieherinnen gerechtfertigt?

Beitrag von the-michi »

Ich hab hierzu eine Frage:

Ich bin seit 09/2013 bei einer ev. Kirche angestellt und bekomme stets einen befristeten Vertag für 1 Jahr. Meine Stundenanzahl beträgt 30,0 Wochenstunden, tätig bin ich an einer offenen Ganztagsgrundschule von 10-16Uhr. Von 10-11:30 bin ich in einer Klasse eingesetzt und mache quasi die Doppelbesetzung als Unterstützung für eine Lehrerin.

Mein Problem ist folgendes: Von Anfang an bin ich im Bat-Kf Tarifvertrag nur in SD4 eingruppiert.

SD4 ist folgendes: Kinderpflegerinnen, Sozialhelferinnen, Heilerziehungspflegehelferinnen mit staatlicher Anerkennung und entsprechender Tätigkeit oder Mitarbeiterinnen mit einer für diese Tätigkeit förderlichen Ausbildung1 (Zitat vom Bat-Kf)
Als förderliche Ausbildung im Sinne dieses Tätigkeitsmerkmals gilt die Ausbildung als Altenpflegehelferin, Gesundheits- und Krankenpflegehelferin sowie eine andere fachbezogene mindestens einjährige Ausbildung.

SD8 ist:
Fachkräfte mit entsprechender Tätigkeit2

Fachkräfte im Sinne dieses Tätigkeitsmerkmals sind:

Erzieherinnen mit staatlicher Anerkennung,
Heilpädagoginnen mit staatlicher Anerkennung,
Heilerziehungspflegerinnen mit staatlicher Anerkennung,
Gesundheits- und Krankenpflegerinnen

Ich halte also fest ich werde seit Jahren als Kinderpfleger, Sozialhelfer oder Heilerziehungspflegehelfer bezahlt. Meine Erzieherausbildung brauche ich scheinbar für diese Tätigkeit nicht laut der Kirche. Kurios: Beim beantragen der neuen Verträge wird stets mein Berufstitel Erzieher im entsprechenden Papier angegeben. Dann wurde ich sogar nun gefragt ob ich die Praxisbetreuung für einen Praktikanten übernehmen könnte der im Herbst kommt. Dabei dürfen Kinderpfleger das doch gar nicht wie ich mich informierte. Wenn ich nur als Kinderpfleger bezahlt werden, dann kann ich das schließlich auch aus dieser Konsequenz ablehnen. Meine Kollegin macht die gleiche Tätitgkeit, ist sogar stellv. Leitung der OGGS und macht Sprachförderung bei entsprechenden Kindern. Angeleitet hat sie schon mindestens 5 oder 6 Praktikanten einer Erzieherausbildung. Auch sie ist nur in SD4 gruppiert. Für mich nicht nachzuvollziehen, schließlich haben wir auch Pädagogische Ergänzungskräfte in der OGGS die auch richtig eingruppiert sind, weil ohne entsprechende Ausbildung oder aus einem anderen Berufszweig.



Meine Frage ist folgende:

Sollte man dagegen vorgehen um eine Überprüfung zu veranlassen? Also Antrag auf Höhergruppierung? Selbst wenn es nur meiner Kollegin helfen würde (wegen der stelv. Leitertätigkeit) wäre ich schon zufrieden etwas erreicht zu haben.

Sollte ich zunächst meine Chefin (Leiterin der OGS) ansprechen oder direkt der Kirche eine Nachricht zukommen lassen?

Oder soll ich es ganz lassen?

Danke für eure Einschätzung!

amaria
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Re: Unterschiedliche Bezahlung der Erzieherinnen gerechtfertigt?

Beitrag von amaria »

Hallo Michi,

es ist gut möglich, dass Gerichte aufgrund der Vielzahl der Befristungen davon ausgegehen werden, dass einige rechtsmissbräuchlich erfolgt sind.

Untätig bleiben solltest du und die anderen, die betroffen sind, jedenfalls nicht.
Wie schon oft, rate ich auch hier zum Eintritt in eine Gewerkschaft. Dort kannst du dich auch schon jetzt beraten lassen.

Es wäre gut, wenn Erzieher mit Leitungserfahrung sich hier einschalten würden. Falls ihr bei den Abrechnungen als Erzieher behandelt werden, solltet ihr euch auch so bezahlen lassen. Überhaupt besteht kein Anlass dazu, sich unter Tarif bezahlen zu lassen.

Ich wünsche euch eine sehr gute Rechtsberatung und viel Erfolg bei der Klärung der Angelegenheit, die wirklich klärungsbedürftig zu sein scheint.

Freundliche Grüße

amaria

Hoffentlich machen sich nun noch mehr Leute Gedanken darüber, ob sie im Tarifgefüge richtig eingruppiert wurden. Falls dies nicht der Fall sein sollte, lässt sich das ändern.
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