Eltern stellen Babys mit Medikamenten ruhig

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amaria
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Eltern stellen Babys mit Medikamenten ruhig

Beitrag von amaria »

Hallo!

Zuerst habe ich von Erzieherinnen erfahren, dass sich Kinderärzte über Sturzunfälle von Kindern gewundert haben. Es kam der Verdacht auf, dass Kinder nicht angemessen reagiert haben, weil sie zuvor möglicherweise medikamentös ruhig gestellt worden waren. Die Eltern steckten mitten im Examen oder waren einfach fertig mit den Nerven, weil ihr Kind nachts nicht schlafen wollte.

Als ich nach Artikeln gesucht habe, fand ich diesen: http://www.20min.ch/schweiz/news/story/ ... g-21162817 und noch zahlreiche andere stehen im Netz. https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=Elt ... nten+ruhig

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

Lenina
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Re: Eltern stellen Babys mit Medikamenten ruhig

Beitrag von Lenina »

Interessant.

Auch die Kommentare unter den Beiträgen.

Ich muss ehrlich zugeben: WENN es ein Medikament geben WÜRDE, dass SICHER KEINE Nebenwirkungen hätte, so hätte ich es meinem Sohn vielleicht auch gegeben.

Er war immer schon mehrmals die Nacht wach. Schlief aber immer weiter.
Und dann: Von einer Nacht auf die andere, kurz nach seinem 1. Geburtstag (wo viele schon wieder arbeiten gehen - ich zum Glück nicht), wachte er "nur" noch 2-3 Mal die Nacht auf, blieb aber das letzte Mal davon, meist gegen 3/4 Uhr für mindestens 2 Stunden wach. Die er auch nicht mehr dran hing, sondern schlief dann wieder für ein, zwei Stunden ein.
Das ging ein knappes halbes Jahr. Jede Nacht.
Nach ein paar Monaten hing ich morgens nur noch am seidenen Faden und wünschte mir nichts sehnlicher, als dass endlich mittagsschlafzeit käme.
Ich war so müde, dass ich mich an einigen tagen nicht traute, mich ins auto zu setzen und es an vielen tat, weil ich musste.

Ich war gereizt, übellaunig usw.
Und das schlimmste kam dann nach drei, vier Monaten: ICH konnte nicht mehr schlafen. Es ging nicht. Stundenlang lag ich völlig übermüdet im Bett. Bis mein Sohn wach wurde und ich in mancher Nacht nur noch weinte, weil ich wusste, es gibt hier keinen Ausweg. Ihc kann nicht kündigen, wir müssen da durch.
Oft kam der Papa dazu, der aber Vollzeit arbeiten musste und sich nicht mal mittags hinlegen konnte.

Verwandte haben wir hie rkeine oder Freunde, die den Kleinen mal tagsüber nehmen konnten. Die einen hatten ähnliche Situationen, die anderen arbeiteten.

Ich dachte oft: WEnn es doch nur was gäbe!
War versucht, schlimme Schlafprogramme (à la Kast-Zahn) durchzuziehen, beließ es aber immer wieder in dem Wissen, dass das nicht helfen würde.

In diesen Nächten begann ich zu befreifen, was Eltern manchmal dazu treibt, ihrem Kind gegenüber aggressiv zu werden (auch wenn es keine Entschuldigung gibt, bei einem Erwachsenen sollte die Beherschung seiner Triebe soweit entwickelt sein, dass sie diese Gefühle übersteht).

Ich war SOO froh, nicht auch noch arbeiten zu müssen. Und fragte mich: Warum, warum, schläft es nicht?? Was ist los?

Vielleicht waren es die Zähne, die Entwicklung, das Wetter, die Farbe an der tapete. Ich weiß es nicht, werde es nicht erfahren.
Irgendwann, so mit 17´, 18 Monaten schlief er plötzlich eine Nacht durch. Und ab da wurde es besser. Es reduzierte sich auf 1-2 mal Wachsein und 1-2 Nächte mit wachphasen in 10 tagen.

Wer so etwas nicht durchgemacht hat, der wird nicht verstehen können, warum ein Schlafmittel wie im Arikel genannt, so attraktiv sein kann...
(Ich habe übrigens trotzdem nie eins angewendet, weil ich um die Nebenwirklungen weiß. aber wie oft haben mein Freund und ich gescherzt: Soooo, jetzt ziehen wir mal das Valium auf. Mit mehr weinendnen als lachenden Augen...)
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

amaria
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Re: Eltern stellen Babys mit Medikamenten ruhig

Beitrag von amaria »

https://www.gmx.net/magazine/gesundheit ... l-32105952

Schade, dass Eltern sich nicht in Scharen über eine Politik empören, die sie in die chronische Erschöpfung treibt. Als Erzieherin habe ich nie vor Eltern vertreten, dass sie ihr Kind bis zu einer bestimmten Uhrzeit hätten bringen müssen. Die festen Bringzeiten finde ich weder kinder- noch familienfreundlich. Mir tun die Eltern leid, die ihr Kind frühmorgens wecken und eventuell auch noch erwarten, dass die Erzieher ihr Kind vom Mittagsschlaf abhalten oder eventuell sogar aus dem Schlaf holen, damit die Chance größer ist, dass das Kind nachts nicht den Schlaf der Eltern stört.

Bislang kenne ich ausschließlich Erzieherinnen, die sich von Eltern nicht dazu bringen lassen,schlafende Kinder zu wecken, weil Eltern es wünschen. Allerdings gibt es heute schon in einem Fachbuch für Erzieherinnen die kopierfreundliche Vorlage eines "Protokolls" um einen günstigen Weckzeitpunkt zu ermitteln...

Auffällig ist auch, dass die organisierten Kinderschützer sehr wenig über konkrete Probleme der Familien sagen, aber immer wieder bekunden, wie wichtig es sei, dass Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen würden...

Freundliche Grüße

amaria
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