steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

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Johanna2

steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

Beitrag von Johanna2 »

Die Zahl der Kinder die an Diabetes leiden nimmt stetig zu. Zwar gibt es über die möglichen Auslöser der Krankheit nur Thesen, dennoch scheint die Ernährung eine Rolle zu spielen. Ich bin entsetzt, wenn ich sehe, wieviele Kinder bereits unter massivem Übergewicht leiden.

In vielen Konzeptionen wird das Gemüsebeet des Kindergartens erwähnt, in welchem zum Jahreszeitenprojekt "Gesunde Ernährung" geerntet wird. Gleichzeitig kann man lesen, zu welchen Festivitäten die Kinder, sogar schon Krippenkinder, Süßigkeiten erhalten.

Zum Geburtstag ist es schon fast Order vieler Kindergärten an die Eltern einen Kuchen mitzubringen. Fasching, Ostern, Nikolaus, Weihnachten, 25 Geburtstage..., da haben die Kinder reichlich Gelegenheit sich Übergewicht anzufuttern.


http://www.lifeline.de/vorsorgen/kinder ... 94815.html

Johanna

Johanna2

Re: steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

Beitrag von Johanna2 »

http://www.gesundheit.de/ernaehrung/ess ... st-zu-dick

Aber was sollen die Eltern machen, wenn die Kinder bei diversen Projekten und Stilleübungen nicht ausreichend Bewegung bekommen? Stattdessen wird, oft genug morgens und nachmittags, mit Kuchen und zuckerhaltigen Getränken gefeiert.

Und wehe, eine Mutter beanstandet dies einmal. Soooo viele Süßigkeiten bekommen die Kinder nicht und außerdem gab es Mittags Gemüse. :nene:

Johanna

Zenobia
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Re: steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

Beitrag von Zenobia »

Das ist doch ausgemachter Unfug, dass wir Erzieherinnen dazu beitragen oder es sogar provozieren, dass Kinder zuviel naschen/fett werden und Diabetes bekommen. :nene:

Ich habe zwei Jahre lang Gesundheitserziehung an der Fachschule gehabt. Im Gegenteil: wir sind es, die Aufklärungsarbeit leisten. :daumen:

Die Kinder sind doch nicht ununterbrochen bei uns. Sie bekommen zu Hause vermutlich viel Süßes, weil Eltern ein schlechtes Gewissen entwickeln. Schließlich schieben sie ihre Kinder in Kitas und Krippen ab. :schnief:

Und natürlich gibt es zu Geburtstagen und Feiertagen was Süßes.

Wir haben nur ein übergewichtiges Kind in der Kita. Seit er bei uns ist (acht Monate), hat er sechs Kilo abgenommen und wiegt mit fünf nur noch 30 kg. Übrigens ein wunderbares Kind :daumen:

Unseren Eltern steht es vollkommen frei, was sie zum Geburtstag mitbringen.

Vielleicht wolltest du auch nur ein wenig provozieren? :unschuldig:

Tippse

Re: steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

Beitrag von Tippse »

Danke, Zenobia, du sprichst mir aus der Seele!
Natürlich sollten auch Erzieherinnen Vorbild sein und in einer Kita gesunde, ausgewogene Ernährung angeboten und vorgelebt werden. "Gesunde Brotzeit" kann von den Eltern eingefordert und durch Ideen und kleine "Frühstücks-Kochkurse" auch gut vermittelt werden. Dafür ist es wichtig, dass auch die Erzieherinnen informiert sind und bestenfalls selbst auf gesunde Ernährung bei sich achten. So gibt es sicher öfter einen Apfel oder eine Mandarine zwischendurch, statt dem Bonbon oder den Gummibärchen.
Kinder leben aber trotzdem immer noch zu Hause und ernähren sich dort zum größten Teil ihrer Zeit. Also müssen Eltern dafür sorgen, dass sie gesund sind. Und dazu gehört auch die ausreichende Bewegung. Logisch, dass Kinder, die vor TV und diversen Passiv-Glotz-Geräten geparkt werden, irgendwann immer mehr Speck ansetzen.
Welche Ursachen werden bei Diabeeis noch angegeben?

Johanna2

Re: steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

Beitrag von Johanna2 »

Hallo Zenobia,
Zenobia hat geschrieben:Das ist doch ausgemachter Unfug, dass wir Erzieherinnen dazu beitragen oder es sogar provozieren, dass Kinder zuviel naschen/fett werden und Diabetes bekommen. :nene:
Zenobia hat geschrieben:Und natürlich gibt es zu Geburtstagen und Feiertagen was Süßes.
Zenobia hat geschrieben:Unseren Eltern steht es vollkommen frei, was sie zum Geburtstag mitbringen.
ich finde es absolut nicht abwegig, dass Erzieherinnen (wenn auch nicht in jeder Einrichtung) durchaus dazu beitragen und sogar provozieren, dass Kinder übergewichtig werden. Wieso gibt es natürlich zu Feiertagen und Geburtstagen Süßigkeiten?

Das es Eltern völlig frei steht, was sie mitbringen ist leider oft nicht der Fall. Ich habe Erzieherinnen schon öfter sogar Eltern fragen hören welchen Kuchen xy mitbringen würde. Damit war außer Frage gestellt, dass dies freiwillig war, zumindest unterschwellig wird Druck auf die Eltern ausgeübt.

Auch ich hatte über meine gesamte Zeit an der Fachschule für Sozialpädagogik Gesundheitslehre. Umso mehr hat es mich oft schockiert zu sehen und zu lesen, dass in vielen Einrichtungen, wenn überhaupt, nur Theorie vermittelt wird.

Zu provozieren lag nicht in meiner Absicht, die Meinung das viele Erzieherinnen ihren Teil dazu beitragen, dass Kinder immer früher übergewichtig werden vertrete ich ehrlich.


Hallo Tippse,

Tippse hat geschrieben:Kinder leben aber trotzdem immer noch zu Hause und ernähren sich dort zum größten Teil ihrer Zeit. Also müssen Eltern dafür sorgen, dass sie gesund sind. Und dazu gehört auch die ausreichende Bewegung. Logisch, dass Kinder, die vor TV und diversen Passiv-Glotz-Geräten geparkt werden, irgendwann immer mehr Speck ansetzen.
Das Kinder den größten Teil ihrer Zeit zu Hause ernährt werden stimme ich nicht zu. Immerhin ist ein sehr großer Teil der Kinder heutzutage ganztags in der Einrichtung angemeldet. (Zu meiner Kindergartenzeit hatten die Einrichtungen nur von acht bis zwölf auf)Und wenn man liest wieviel Zeit in diverse "Bildungsprogramme" am Tisch oder Kreis investiert wird, finde ich das auf andere Weise kaum weniger schlimm, als die Kinder vor der Flimmerkiste zu parken. Das die Freispielzeit oft sehr knapp bemessen ist, läßt sich bereits in vielen Konzeptionen nachlesen.

Mit dem, was die Kinder zu zahlreichen Gelegenheiten, an Kuchen&Co im Kindergarten bekommen, werden oft bereits die Richtlinien von Ernährungswissenschaftlern überschritten.

Schlimm finde ich auch, dass dies bereits in den Krippen einen Anfang nimmt. Dort haben viele Kinder die noch keine Süßigkeiten kannten, Gelegenheit sie kennenzulernen. Kinderärzte raten davon ab, Kleinkindern überhaupt welche zu geben, da in normalen Lebensmitteln bereits genug Zucker steckt.
Tippse hat geschrieben:Welche Ursachen werden bei Diabeeis noch angegeben?
Als Hauptursachen vermutet man Übergewicht, mangelnde Bewegung und Vorliebe für eine kohlenhydratreiche Ernährung. Für Diabetes Typ 1 nimmt man an, dass auch Infektionskrankheiten und die genetische Komponente eine Rolle spielen.

Bestätigt ist, dass übergewichtige Kinder ein stark erhöhtes Risiko haben, bereits in jungen Jahren am sogenannten Altersdiabetes zu erkranken.

Freundliche Grüße

Johanna

amaria
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Re: steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

Beitrag von amaria »

Hallo!

Dass der Zuckerkonsum von Kindern auch in Kitas gefördert wird, kann ich leider nur bestätigen.

Wie viele Schaumküsse in rheinischen Kitas auf Karnevalsfeiern angeboten werden, weiß ich zwar nicht, aber mir fällt auf, dass Kinder in Kitas innerhalb der letzten zehn Jahre deutlich mehr Süßigkeiten bekommen als früher. Als es noch Kindergärten gab, die über Mittag geschlossen hatten, entfiel zum Beispiel der süße Nachtisch. Viele Caterer ersparen sich das kostenintensive Schnippeln von Obstsalat und packen schon mal viereckige Waffeln mit Cremefüllungen oder diese circa zwölf Zentimeter langen rechteckigen Riegel mit Candycreme und & in die Essenskisten. - Dabei bräuchte man gar keinen Nachtisch! Tausende von Kindern sind ohne täglichen Nachtisch groß geworden und Diabetes war als Kinderkrankheit weitgehend unbekannt!

Mit Kindergarten- oder gar Krippenkindern über gesunde Ernährung zu reden, finde ich ähnlich effektiv, wie auf Raucher einzureden, dass sie ihr Laster aufgeben sollen. Viele Kinder finden nun mal, dass Süßes einfach lecker schmeckt und wenn dann mit ihnen die Ernährungspyramide in Kindergärten oder gar Krippen besprochen wird, mögen manche zu dem Schluss kommen, dass die ungesunden Sachen an der Spitze der Pyramide die besten seien. So nach dem Motto: Das Beste ist immer oben...

In der Zeit, in der heute Kinder an Projekten zur gesunden Ernährung mitwirken, konnten sie früher draußen toben. Es kommen sehr viele Faktoren zusammen - und der Bewegungsmangel vieler Kindergartenkinder ist nicht verwunderlich. Immer mehr Einrichtungen werden ohne Außengelände betrieben und die Mindestgröße für ein Außengelände ist gesetzlich knapper bemessen als früher. (Beispiel NRW, von 30 qm Freifläche auf 10 -12 qm.)

Gerade weil Kindergartenkinder schon oft Fast-Food zu Mittag bekommen, plädiere ich für die Abschaffung von Geburtstagsessen. In Grundschulen lassen Lehrerinnen aus zum Geburtstag mitgebrachten Büchern vorlesen. Bei meinem Neffen kam das gut an und auf diese Weise könnte man auch Kindergartenkindern eine andere Form, den Geburtstag zu würdigen, vorleben. Lieber an Geburtstagen ein toller Spielekreis und/oder Vorlesen als dieses langweilige Sitzen an den Geburtstagstafeln um dort einen Muffin oder ein Stück Pizza zu verdrücken, bevor wenig später das Mittagessen stattfindet.

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

amaria
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Re: steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

Beitrag von amaria »

Hallo!

Übrigens habe ich es noch in keinem Kindergarten geschafft, Erzieherinnen dazu zu bringen, Geburtstagsessen durch andere Rituale zu ersetzen. Dabei wäre das ein Thema, über das wir mit Eltern reden könnten. Da es für Eltern auch nicht immer angenehm ist, nach der Arbeit noch für die Kindergruppe zu backen oder kochen, könnte es sein, dass einige Eltern den Änderungsvorschlag gern annehmen würden.

Hier ein aktueller Link, in dem sich gegen eine Sonderbehandlung von an Diabetes erkrankten Kindern ausgesprochen wird. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaeh ... 97472.html Sie sollen in Kindergärten und Regelgruppen betreut werden und es wäre prima, wenn der Personalschlüssel in Einrichtungen so verbessert wird, dass Erzieherinnen und Lehrerinnen keine Bedenken mehr haben, Kinder mit Diabetes zu betreuen. Was nützt es uns, wenn im Falle eines Fehlers die Unfallkasse haftet? Sobald ein Kind einen Gesundheitsschaden erleiden würde, ist es realistisch davon auszugehen, dass sich Erzieher verantwortlich fühlen und Schuldgefühle entwickeln.

amaria
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amaria
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Re: steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

Beitrag von amaria »

Hallo!

Eltern haben es über eine Klage geschafft, für ihr an Diabetes mellitus Typ 1 erkranktes Kind eine persönliche Assistenz zu bekommen, durch die der Kindergartenbesuch ihrer Tochter überhaupt erst möglich wird. Schade, dass es Eltern, die ohnehin genug Sorgen haben, noch unnötig schwer gemacht wird.

Freundliche Grüße

amaria
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Frips Fuchs
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Re: steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

Beitrag von Frips Fuchs »

hier bekamen zwei Kinder die Assistenz gestrichen, damit ein anderes eine bekam.

Da fehlen mir die Worte!

Wir müssen den Eltern Mut machen sich zu wehren und zu kämpfen
ich glaube nicht an die Inklusion, solange Behörden willkürlich über Bedürfnisse von Menschen entscheiden. Das Geld ist da, aber nicht gerecht verteilt. :nein:
Shalom
Frips

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.

© Kurt Marti

amaria
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Re: steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

Beitrag von amaria »

"Auch in diesem Jahr stehen wieder tausende diabetische Kinder vor der Einschulung oder dem Eintritt in den Kindergarten, die u. U. noch zu klein sind, um ihren Diabetes selbst zu managen."
http://www.curado.de/kinder-diabetes-ki ... ule-30311/
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Matushka
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Registriert: Freitag 5. Oktober 2012, 16:04

Re: steigende Zahl von Diabeteserkrankungen bei Kindern

Beitrag von Matushka »

Moin,

Thema ist hier gerade sehr aktuell: Meine nun 16-Jaehrige hat vor 1 1/2 Wochen die Diagnose Typ 1 Diabetes erhalten.

Waehrend wir uns durch die Schockphase wurschteln, kann ich dem Thread schon dies beitragen: Wie weiter oben erwaehnt, steigt die Zahl der Erkrankungen von Typ 1 im Kinder- und Jugendalter weltweit. Sind es genetische Komponente, Umwelteinfluesse, Impfschaeden oder doch eine zu ungesunde Ernaehrung? Da scheinen die Meinungen weit auseinander zu gehen, und selbst in der Welt der Wissenschaft wird darueber kraeftig gestritten.
Johanna2 hat geschrieben:Für Diabetes Typ 1 nimmt man an, dass auch Infektionskrankheiten und die genetische Komponente eine Rolle spielen.
Das scheint tatsaechlich relativ fest zu stehen. Meine Tochter meint, sie koenne den konkreten Zeitpunkt nennen, da sie sich die Krankheit per viralem Infekt "zugezogen hat", aber ich denke auch an die Zeit davor. Typ 1 kann sich ueber einen laengeren Zeitraum anschleichen, ohne dass bekannte Symptome erkennbar sein muessen. Erst in den letzten Wochen wurde der starke Gewichtsverlust meiner Tochter auffaellig -- da hatte sich ihr Koerper bereits daran gewoehnt, bei extrem hohem Blutzuckerspiegel einfach weiter zu funktionieren. Zum Glueck ist ihr ein Koma und die Intensivstation erspart geblieben!

Ich lese, dass seit vielen Jahren angestrengt zu einem "Heilmittel" geforscht wird. Angeblich sei der Einsatz einer kuenstlichen Bauchspeicheldruese nur wenige Jahre entfernt. Nun, wir werden es erfahren -- und ich werde bei Interesse berichten.

Euch als ErzieherInnen bitte ich an dieser Stelle darum, in der Diskussion Typ 1 und Typ 2 Diabetes streng auseinander zu halten. http://www.diabetesdesk.de/information/ ... -diabetis/

Gruss,

Sabine

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