Beobachtung von Wahrnehmungsstörungen

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timid_drake
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Beobachtung von Wahrnehmungsstörungen

Beitrag von timid_drake » Dienstag 2. Oktober 2012, 22:19

Hallo,

ich muß sagen, ich habe große Schwierigkeiten, vernünftige Aussagen im Bereich der Wahrnehmung der Kinder zu machen. Konkret bin ich mir unsicher, welches beobachtbare Verhalten auf welche möglichen Störungen hindeuten kann. Es kommt mir auch so vor, als sei in diesem Bereich eher eine gezielte Überprüfung entsprechender Fähigkeiten notwendig und es kann eher wenig aus der alltäglichen Beobachtung abgeleitet werden. Liege ich da richtig? Für eure Erfahrungen, Hinweise oder Literaturempfehlungen wäre ich dankbar.

Kees_Kopf
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Re: Beobachtung von Wahrnehmungsstörungen

Beitrag von Kees_Kopf » Donnerstag 4. Oktober 2012, 08:40

Ich denke, der Ansatz sollte nicht sein "Beobachten um Wahrnehmungsstörungen festzustellen" sondern "Beobachten um die Entwicklung des Kindes einzuschätzen und dabei entdecken, dass eine Wahrnehmungsstörung vorliegt..." Schließlich bist Du als ErzieherIn keine Therapeutin udn ist deine primäre Aufgabe nicht die Diagnose von (vermutliche) Störungen, sondern das Begleiten des Kindes in seiner Entwicklung.

Bei der allgemeine Beobachtung kann es dann passieren das Du feststellst, dass ein Kind in einem Bereich nicht ganz im Fenster der zu erwartenden und als "normal" bezeichnete Entwicklung ist, z.B. in seiner Motorik. Das ist dann dem Augenblick etwas genauer zu schauen und die Beobachtungen OHNE eine vermeintliche Diagnose zu dokumentieren. Willst Du sicher sein, ob die Beobachtung stimmt, kann man seine Kollegen bitten auch mal auf dem Kind zu schauen OHNE vorher zu sagen was man meint gesehen zu haben. Kommen die so unbeeinflusst zum gleichen Eindruck, ist es an der Zeit dies mit den Eltern zu besprechen und eine ausführlicheren Diagnostik einzuleiten. Das kann einfach damit anfangen, dass eine Fachkraft für den Bereich kommt und das Kind beobachtet (erster Schritt) bis hin zu der klinische Diagnostik mit der Entwicklung eines Therapieplanes. Dabei wird man zwar einbezogen, aber als Unterstützung und nicht als Therapeut.

Aus meiner eigenen Praxis kenne ich genügend Beispiele, wo im Kindergarten "diagnostiziert" wurde und "therapiert" wurde bei Kinder die absolut keine Probleme hatten - bis die "Therapie" anfing. "Schuster, bleibe bei deine Leiste..." hieß es früher so schön, mach was Du gelernt hast und als Erzieherin ist das nicht das Stellen von Fachdiagnosen in Bezug auf Wahrnehmungsstörungen.

Kees
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timid_drake
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Re: Beobachtung von Wahrnehmungsstörungen

Beitrag von timid_drake » Donnerstag 13. Februar 2014, 11:05

Danke für die sehr guten Hinweise. Ich muß dazu sagen, dass ich nicht Erzieher, sondern Heilerziehungspfleger und Heilpädagoge in Ausbildung bin. Weil ich aber bisher immer in Kindereinrichtungen gearbeitet habe, interessiert mich das Forum. Beobachtung von Wahrnehmungsstörungen interessiert mich dafür nach dem Wechsel meiner Arbeitsstelle nicht mehr so sehr :smile2:

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