Kindergarten-Fotografen

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naprun
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Kindergarten-Fotografen

Beitrag von naprun » Donnerstag 17. Januar 2013, 18:03

In eigentlich so gut wie jeder Kita kommt jedes Jahr mindestens ein mal der Fotograf.

Wie wird das bei euch gehandhabt? Auf was legt ihr bei den Fotografen besonderen Wert?
Ich habe mich darüber auch schon mit vielen außerhalb des Forums unterhalten und der Trend scheint immer mehr in Richtung natürlicher ungestellter Kinderfotos zu gehen.

Wie ist das bei euch so?
„Vieles hätte ich verstanden, wenn man es mir nicht erklärt hätte.“

„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht."

Jelka
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Re: Kindergarten-Fotografen

Beitrag von Jelka » Donnerstag 17. Januar 2013, 19:12

Hallo naprun,
zu uns kommt schon lange kein Fotograf mehr. Wir finden die Situation, wie diese Fotos zustande kommen, immer schrecklich. Die Kinder werden aus dem Spiel gerissen. Dann werden viele Kinder in Position gesetzt, um ein gemeinsames Bild zustande zu bekommen, auf dem wirklich alle in die Kamera blicken, ohne vom Vordermann verdeckt zu werden. Anschließend müssen alle Kinder warten, bis auch der Letzte, egal, ob er gerade schüchtern ist oder nicht, im Kasten ist. Unsere Aufgabe war es dann immer, die Kinder bei Laune zu halten, bis sie endlich dran sind. Auch die fertigen Kinder mussten warten, bis alle fertig waren. Oft entging uns dabei eine laufende Nase oder ein Farbfleck an der Wange, der später auf dem Foto aussah, als wäre das Kind kurz vorher verprügelt worden. Die Fotografen haben aber auch nicht darauf geachtet. Normalerweise wäre dies für mich kein Problem, aber bei teuren, professionellen Fotos sollte das nicht passieren. Ausschlaggebend, gegen diese Fotos zu stimmen, war am Ende hauptsächlich, dass diese Fotos sauteuer sind und viele Eltern sich aber genötigt sahen, all diese Bilder zu kaufen, weil sie sich nicht entscheiden konnten. Zu Recht haben sie sich dann über laufende Nasen und Farbflecken sehr geärgert.
Wir fotografieren sehr viel, auch wir sind eher für natürliche, ungestellte Fotos. Unsere Kinder müssen nicht in die Kamera lächeln, oft sieht man nur den Scheitel, weil das Kind gerade sehr vertieft in sein Spiel ist.
Manchmal bieten Eltern an, Gruppenfotos zu machen. Der Termin hängt dann von der Anwesenheit der Kinder ab, oder die Eltern sind in der Lage, eine Collage zu erstellen, damit alle drauf sind. Und am Ende jeden Kitajahres bekommen die Kinder ein Tischset mit den Fotos aller Kinder überreicht, damit sie auch über die lange Urlaubszeit noch den Bezug zu den anderen Kindern haben, was besonders bei den jüngeren Kindern gut ankommt.
Nur selten äußern Eltern, dass sie es schade finden, können aber unsere Argumente auch gut verstehen.
Und wer professionelle Fotos möchte, kann immer noch zum Fotografen gehen.
Liebe Grüße Jelka

naprun
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Re: Kindergarten-Fotografen

Beitrag von naprun » Donnerstag 17. Januar 2013, 19:36

Deine Argumente und eure Reaktion kann ich SEHR GUT nachvollziehen. Den Meisten ergeht es nicht anders, leider.
Dies meisten Kindergartenfotografen sind eher schlecht als recht darin ausgebildet. Ich hab mich da mal erkundigt wie man in diesen Beruf kommen kann und mir wurde mitgeteilt, wenn du gut mit Kindern umgehen kannst reicht das aus, den Rest bringen wir dir schon iwie bei. :200p: Das sagt alles an der Qualität der Massenabfertigung aus!

Allerdings habe ich auch schon sehr postive Erfahrungen und Berichte hören und lesen dürfen. Der Trend vieler selbständiger Fotografen, welche auch in Kindergärten gehen, legen vieeel Wert auf Natürlichkeit und ungestellte Fotos und die Eltern sowie die PädagogInnen waren sehr von denen angetan. In den meisten Fällen wird sich dann auch wirklich die Zeit dazu genommen!

Ich würde mich freuen, wenn es viel mehr solcher Fotografen gäbe, die die Initiative ergreifen und gegen den Massenabfertigungsstrom schwimmen.
„Vieles hätte ich verstanden, wenn man es mir nicht erklärt hätte.“

„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht."

no Erzieher
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Re: Kindergarten-Fotografen 2017 mal anders

Beitrag von no Erzieher » Donnerstag 2. November 2017, 16:56

Hallo Liebes Forum
Hallo Liebe Erzieher/Erzieherinnen
Hallo Liebe Einrichtungsleitungen,



Durch Zufall bin ich auf diesen Thread in diesem Forum durch eine Suche in GOOGLE gestoßen und möchte gerne etwas dazu schreiben, auch wenn der letzte Eintrag einige Zeit zurück liegt.
Mein Name ist Andreas und ich komme aus dem Sauerland / Kreis Soest, bin 42 Jahre alt und KINDERGARTENFOTOGRAF.
In verschiedenen Foren habe ich in der letzten Zeit immer wieder negative Berichte über Fotografen aus Kindergärten gelesen und auch gehört. Ist das alles wirklich so?? Wie sind die Erfahrungen hier im "Kollegium"?

Ich weiß natürlich, dass es diese Riesen Ketten gibt die jedem bekannt sind und das die Einrichtungen regelrecht bombardiert werden mit Anrufen und Prospekten. Angebliche Gewinne bei denen die Fotos kostenlos angepriesen werden sind an der Tagesordnung.

Ich möchte jedoch mal für einige wenige Fotografen eine "Lanze brechen", denn es geht auch anders.

Für mich steht an erster Stelle, dass der Fototermin Kind und Einrichtungsgerecht ist. Dies soll heißen: Ich möchte das die Einrichtung so wenig an Mehrarbeit hat wie es nur irgend möglich ist.
ALLE notwendigen Dokumente/Aushänge/Informationen für die Eltern werden von mir ausgearbeitet und dem Kindergarten per E-Mail und wenn nötig auch per Post zugeschickt. Aslo maximal Ausdrucken und aushängen.
Der Ablauf wurde logischerweise vorab mit dem Kindergarten besprochen. An dem Fototag bin ich mit der erste der am Kindergarten ist und baue ganz in Ruhe auf, erste Kinder dürfen gerne auch zum "Schnuppern" kommen.
Dann geht es entspannt mit ersten Kindern los. Beim Fotografieren fallen bei mir keine Worte wie Schneckenpipi, Ameisensche.., oder Spagettiiiiii. Ganz furchtbar. Ich behaupte von mir, ich arbeite mit dem Kind, ich rede mit ihm, Geschichten etc. um halt seine Natürlichkeit und vielleicht auch ein natürliches Lächeln zu bekommen.

Wenn mich dann am Ende des Tages die Kinder mit den Eltern verabschieden und die Kinder sagen: Mama das ist kein Fotograf das ist ein Clown oder der war lustig, dann denke ich ist es Kindgerecht gelaufen.

Des weiteren hat der Kindergarten bis auf eine klitzekleine Hilfestellung die ich benötige, welche den Bildrechten und Datenschutz geschuldet ist mit dem Verkauf nichts zu tun.
Ich selbst stehe ca. 3-4 Wochen nach dem Fototermin im Kindergarten und Verkaufe den Eltern die Mappen.

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Die Einrichtungen werden von mir vor einem Fototermin auch nicht mit Hochglanzprospekten erschlagen. Wenn dann lernt man mich unverbindlich an der Tür kennen und dann steht da auch der, der wirklich zum Fotografieren kommt und nicht irgendein Vertreter der dem Kindergarten Versprechungen macht um einen Fototermin für seine Provision zu bekommen. Denn für die Provision wird ja alles mögliche erzählt und versprochen was der Kindergarten bekommen könnte, was aber zum Schluss nicht eingehalten wird. Ebenfalls besitze ich nicht einmal Hochglanzprospekte. Wenn kann ich eine echte Mappe zeigen, mit echten Fotos von verschiedenen Kindern. Nicht das Kind eines Mitarbeiters, welches schon 100x diese Posen durch hat und immer auf Knopfdruck im Studio lächelt. Das ist für mein Empfinden unehrlich. Denn diese Bilder sind meistens nicht unter echten Kindergartenbedingungen entstanden Kann dieser Fotograf das überhaupt im echten Kindergartenalltag? Den kennt man ja nicht einmal denn es stand ja nur der Vertreter an der Tür oder war am Telefon. Mich kennt man von der ersten Sekunde. Ich bin auch kein Freund davon, den Einrichtungen irgendwelche Gesch(€)nke zu versprechen, bei Handwerkern fließen ja sonst auch keine Geschenke zur Auftragsvergabe. Dort zählen Preis/Leistung und Qualität.

Natürlich ist und bleibt Kindergartenfotografie eine Massenkalkulation aber keine Massenabfertigung. Der Grundsatz bleibt jedoch bestehen: Kind und Kindergartengerecht und die Erzieherinnen und Erzieher haben bei mir keine Verantwortung ob die Kinder eine Schnupfennase etc. haben. diese Verantwortung ist und bleibt bei mir. Sollte ich jedoch mal etwas übersehen haben, stehe ich beim Verkauf und nehme mir die Kritik der Eltern persönlich an, wenn sie denn überhaupt besteht, aber auch ich kann etwas übersehen denn.... ich bin doch keine Maschine ;-)


In diesem Sinne bitte ich um Entschuldigung, dass ich euch die Zeit gestohlen habe und freue mich aber über Meinungen von euch zu diesem Thema



Liebe Grüße an euch und einen schönen Abend


der Kindergartenfotograf Andreas

Johanna2
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Re: Kindergarten-Fotografen

Beitrag von Johanna2 » Freitag 3. November 2017, 19:01

Ich kann mich für Kindergartenfotografie nicht begeistern. Selbst wenn der Fotograf sehr schön fotografieren kann und im Umgang mit Kindern Geschick zeigt, KANN so ein Fototermin für viele Kinder gar nicht kindgerecht sein.

Ein Kind aus dem Spiel zu holen, in einen anderen Raum zu bringen und ein natürliches Lächeln gegenüber einem ja fremden Menschen zu erwarten, finde ich etwas viel verlangt.

Johanna

Lenina
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Re: Kindergarten-Fotografen

Beitrag von Lenina » Samstag 4. November 2017, 00:50

Ich bin da auch nciht soooo der Fan von.
Einmal war es ganz furchtbar - die Frau wolte 44 Kleinkinder an einem Tag durchkriegen. Und die Fotos fand ich schaurig, die Positionen teilweise echt nicht kindgerecht (Babies wurden auf Kürbis gelegt)...

Und dann hatten wir mal eine da, wo ich das wirklich gut fand. Sie war eine ganze Woche da, nur vormittags,wo die Kinder noch fit waren und hat jeden Tag in einer Gruppe verbracht, die Kinder im Freispiel fotografiert - wenn es ging natürlich im Garten. Nur für das Gruppenfoto haben wir alle zusammen holen müssen. Und am 5ten Tag hat sie alle fotografiert, die am entsprechenden gruppentag nicht da gewesen sind.
Die Fotos gab es nur auf CD und somit war das ganze sogar für die Eltern echt erschwinglich (ich glaube 15 oder 18 Euro für ein paar unterschiedliche Bilder).

Dieses Jahr war es leider wieder eher Fotostudio. aber deutlich besser als am oben beschriebenen Tag
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

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