"Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

amaria
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

Ist das pflichtbewusst?

Die Eltern beklagen sich über Personalmangel und was sie vorbringen, lässt auch keinen anderen Schluss zu
Aber: "Die Einrichtungsleitung wollte sich als städtische Institution nicht zur aktuellen Situation äußern."
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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amaria
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

"Damit auch genug Erzieherinnen gefunden werden, wünscht sich Gerrit Große eine Regelung, dass den Frauen - oder auch den Männern - bei der privat organisierten Ausbildung wenigstens das Schulgeld erlassen wird."
https://www.neues-deutschland.de/artike ... -kita.html

Warum bezahlen werdende Erzieher eigentlich überhaupt noch Schulgeld? In anderen Ausbildungsberufen werden die Auszubildenden bezahlt - und die Zeiten werden bei der Rentenberechnung berücksichtigt.

Gregor Gysi hätte nicht derart bescheidene Wünsche gegenüber der Presse genannt. Gerrit Große - eine Feministin scheint sie nicht zu sein.
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

Akuter Betreuungsnotstand in Bremen

"Die Erzieherinnen sind total bemüht, aber sie geben sich im Prinzip die Klinke in die Hand: Hat die eine durchgehalten, ist direkt die andere krank", sagt Bärbel von Minden.
https://www.butenunbinnen.de/nachrichte ... er100.html
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

Der Artikel beginnt mit der Feststellung, dass Erzieherinnen gemeinhin nicht als besonders angriffslustig gelten: http://www.nordbayern.de/region/neumark ... -1.7170825

Ist der Brief, hinter dem 43 Kindertagesseinrichtungen stehen online veröffentlicht worden? Drei Kindergartenleiterinnen mit langjähriger Berufserfahrung haben ihn verfasst.
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

25 % der Mitarbeiterstunden sollen 2017 "gefehlt" haben und dennoch wird versichert, dass die "inhaltliche Arbeit" nicht gelitten habe... https://www.rheinpfalz.de/lokal/landau/ ... ebensbaum/

Es ist "lieber", wenn ich jetzt nix interpretiere...
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

Wenn Werbung für eine Fortbildung in einem derartigen Stil erfolgt

"In acht Wochenendseminaren und sechs Supervisionen wird den Teilnehmern innerhalb eines Jahres vermittelt, wie sie auf Augenhöhe mit Eltern kommunizieren können."
https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/a ... n-zu-reden

dann stellt sich die Frage, ob Erzieherinnen in die Knie gehen müssen oder auf ein Höckerchen steigen müssen, um mit Eltern :c085: :geek: :confused: "in Augenhöhe" :confused: :geek: :c085: reden zu können.
"Die insgesamt 160 Unterrichtsstunden kosten 1472 Euro; allerdings wünschen sich Langnickel wie Beyer, dass die Träger der Einrichtungen sich finanziell an den Kosten beteiligen."

Aus welchem Grund beteiligen sich Erzieherinnen an derartigen Fortbildungen, wenn der Träger sie nicht bezahlt und der Erzieherinnen einen Freizeitausgleich für die Stunden der Fortbildung zugesteht?

Wie lange mag die Floskel von der "Kommunikation auf Augenhöhe" noch fortbestehen können?
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

Eine Erzieherin teilt mit, wie viel sie für die Kinder oder den Kindergarten aus ihrer eigenen Tasche bezahlt. https://www.huffingtonpost.de/entry/kin ... 9339df964e

Üblich ist das in dem geschilderten Ausmaß aber nicht.
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

Ehrenamtliche Überstunden werden vielerorts von Erzieherinnen geleistet, ungewöhnlich ist allerdings die Selbstanzeige, da die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten werden können (bzw. wurden?).
https://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfern ... st-an-clip
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

:nein: :nein: :nein:

Ich wundere mich schon nicht mehr.

"Fragt man Erzieherinnen nach ihrem größten Wunsch, ist die Antwort immer: mehr Wertschätzung! Und die gehört an die erste Stelle bei einer Kita-Reform."
https://www.waz.de/meinung/mehr-wertsch ... 48431.html

Wie wäre es, wenn befragte Erzieherinnen sehr konkret eine Menge Erwartungen benennen würden - anstatt sich mit der Floskel von der "Wertschätzung" zu begnügen!
Angenommen die Politik würde die Forderung nach mehr Wertschätzung ernst nehmen: Würde es den Damen dann gefallen, wenn Volksvertreter regelmäßig zum Loben der Erzieherinnen in die Krippen und Kitas kämen?

Da angeblich alle mehr Wertschätzung wollen, warte ich gespannt auf Ideen, wie denn diese Wertschätzung an erster Stelle bei einer Kita-Reform zum Ausdruck gebracht werden soll.

Freundliche Grüße

amaria
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

"Fachkräfte kümmern sich um die Kinder, und wir kümmern uns um die Kümmerer", nachzulesen auf Seite 2 im Vorwort von Bundesfamlienministerin Giffey in der Broschüre der Amadeu-Antonio-Stiftung

https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/ ... t_2018.pdf

Wer will, dass sich andere um uns kümmern?

Als ob nicht schon genug zu tun wäre, gibt es nun auch noch eine Broschüre, damit Erzieherinnen sich Gedanken über die politische Einstellung der Eltern machen und darauf achten, ob Eltern "völkisch" denken und die Mädchen Zöpfe tragen und zum Handarbeiten angehalten werden...

Ob der "Erziehungsauftrag" für die Eltern nachgeliefert wird?
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

Nach einem so genannten "Kleinkrieg" kündigt eine geschätzte Kindergartenleiterin. https://www.wp.de/staedte/balve/nach-kl ... 76363.html Für den Fall, dass eine bestimmte Kollegin nicht mehr in der Kita arbeiten würde, würde sie die Kündigung zurückziehen, da sie ansonsten gern im Kindergarten arbeitet.

Machen wir uns nichts vor: Es gibt auch in anderen Einrichtungen immer wieder einmal einzelne Fachkräfte, die ihren Kolleginnen das Leben unnötig schwer machen und denen aus verschiedenen Gründen nicht gekündigt wird. Liegt kein handfester Kündigungsgrund vor, können die "Unkündbaren" im Falle einer ersten Abmahnung den gelben Schein wieder und wieder einreichen - und der Personalmangel der Einrichtung könnte dann nicht durch eine Neueinstellung behoben werden. Überhaupt werden Kündigungen manchmal nur deshalb nicht ausgesprochen, weil keine Aussicht besteht, die Stelle neu zu besetzen.

Weil ohnehin wenig im Forum eingestellt wird, habe ich keinen neuen Thread gestartet, obwohl das Problem es verdient, dass wir uns darüber austauschen.

Über Rückmeldungen von denjenigen, die bislang nur die Beiträge anderer lesen, würden sich mehrere Stammuser freuen.

Freundliche Grüße

amaria
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

Hallo!

So schlimm kann es mit dem Erziehermangel noch gar nicht sein, wenn die Kinder darüber entscheiden, wer in ihrer Kita angestellt wird.

"Die Kinder haben ein Anrecht darauf, zu entscheiden, mit welchen Pädagogen sie arbeiten, das ist ihr Lebensraum hier und wenn sie jemanden haben, den sie nicht mögen, ist es unangenehm." https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... ta104.html

:unschuldig: :unschuldig: :unschuldig:

Die Kinder arbeiten mit den Pädagogen? - Und ich dachte es wäre umgekehrt.

Wie viel Geld erhalten denn die Kinder, die mit den Pädagogen arbeiten?

Von 20 Kommentaren zum Artikel war bislang nur einer voll des Lobes für die Kita in Halstenbeck. (Erwähnenswert: Ein Vater äußerte sich lobend über die Einrichtung.)
Besonders oft wurde bekrittelt, dass sich eine Erzieherin von Kindern bewerten lassen soll.

Freundliche Grüße

amaria
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Re: "Wir Erzieherinnen sind viel zu lieb."

Beitrag von amaria »

Hallo!

Ob das wirklich so von einer Erzieherin gesagt wurde? Was meinen andere Erzieherinnen und Erzieher? Gibt es vielleicht an so genannten Brennpunktkitas Fachkräfte, die sich auf diese Weise abfällig über Kinder äußern und dann auch noch vor der Presse!?

Die Überschrift des Artikels lautet "Eigentlich habe ich jedes Jahr ein Arschlochkind".
https://www.derwesten.de/staedte/essen/ ... 72871.html

Mir fällte es schwer, das zu glauben.

Freundliche Grüße

amaria
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