Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

amaria
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von amaria »

In Berlin wird die dort geltende Kita-Pflicht weitgehend ignoriert.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/erst ... 42022.html

Was müsste geschehen, um diese Kindern helfen zu können?
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

amaria
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von amaria »

Berlin muss endlich seine Erzieher besser bezahlen.

https://www.bz-berlin.de/berlin/berlin- ... r-bezahlen
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Huba
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von Huba »

Das ist tatsächlich ein Problem. In Brandenburg ist der Betreuungsschlüssel deutlich besser und die Bezahlung auch. Berliner kommen mit dem Regio schnell nach Brandenburg und somit fehlt Berlin das Personal. Mir persönlich wäre der Schlüssel wichtiger als die Bezahlung, denn das entlastet die Nerven und die Kinder bekommen somit ggf. auch die pädagogische Arbeit, die ihnen zusteht. Derzeit arbeiten wir oft mit ca. 60% des Personals. Das geht zu Lasten der Qualität und Gesundheit.

amaria
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von amaria »

Wie eine Berliner Mutter sich engagiert: https://www.morgenpost.de/berlin/articl ... empft.html
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Matushka
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von Matushka »

Interessant, amaria. Ein linke US-Feministin, die es nicht gut findet, dass sie durch den Erziehermangel in Berlin ihr zweites Kind, knapp ein Jahr alt, "nur" bis 14 Uhr abgeben kann, selbstverständlich auch Elterngeld bezieht, und aufgrund der Planung der Protestaktion ihre Promovierung aufschieben muss.

Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Wenn man von den Frauen spricht, die *unbedingt* einen KiTa-Platz brauchen, weil es der einzige Weg ist, den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen, sind m.W. andere gemeint.

Eine der Schattenseiten des neuen Multikulti-Globalismus... Auf Englisch gibt es den schönen Ausdruck "Having your cake and eating it too".

Unsere Generation hat viele Egoisten herangezogen. Diese junge Frau will auf nichts verzichten; wohlwissend, dass es in den USA mit zwei kleinen Kindern als Doktorandin aller Wahrscheinlichkeit nach noch weitaus schwieriger wäre. Wenn sie von "bedrohter Existenz" spricht, sollte man dies schon im Kontext betrachten.

Gruss,

S.

Adrasteia
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von Adrasteia »

Was ich viel befremdlicher finde: den (bzw vielen) Berliner Eltern scheint die Kita-qualität ziemlich egal zu sein. Hauptsache irgendein Kita-platz?

https://m.tagesspiegel.de/themen/report ... 09702.html

https://m.tagesspiegel.de/politik/kitap ... 09924.html


Naja, vielleicht schraubt man die Ansprüche ja herunter...
...auch wenn es um das Wichtigste und Liebste geht, was man auf der Welt hat...

Berlin ist halt "anders".

Huba
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von Huba »

Es sind sicher nicht die Eltern denen es "egal" ist.
Fau Scheeres wirds schon richten... und den "Betreuungsschlüssel anpassen".
Problem gelöst.
Bildungsauftrag adé.
Willkommen Aufbewahrungsanstalt.
Back to the roots.

amaria
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von amaria »

In Berlin können Arbeitslose, aber auh diejenigen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind per Umschulung Erzieher werden: https://www.morgenpost.de/berlin/articl ... erden.html
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Adrasteia
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von Adrasteia »

https://m.tagesspiegel.de/berlin/berlin ... 54140.html

Wieso Erzieher?
Gleich als quereinsteigender Lehrer anfangen...

Matushka
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von Matushka »

"Der Weg habe 'Charme'."

😐

amaria
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von amaria »

Der Vergleich passt doch gewissermaßen. Charmante Menschen sind doch oft deshalb besonders charmant, weil sie niemanden mit unbequemen Fakten konfrontieren. Und wenn Arbeitslose drangsaliert werden können, Altenpfleger oder Erzieher zu werden, zeigt das doch, dass man sich wirklich Mühe gibt, Personal wie-auch-immer herbeizuschaffen.

Nachdem es sich nicht bewährt hat, Erzieherinnen in den Urlaubsländern der Deutschen anzuwerben, ist es doch selbstlos von Politikern, dass man nun an Arbeitslose denkt.

:c0301:

Ursula von der Leyen, die Ikone des Betreuungsplatzausbaus :c0301: hat schließlich auch schon Schleckerfrauen als zukünftige Erzieherinnen gesehen...

Aber im Ernst: Wenn schon ein Rechtsanspruch auf institutionelle Betreuung geschaffen werden musste - warum dann nicht zuerst für die Grundschüler (die manchmal klar sagen, dass sie nicht in die Dauerbetreuung wollen") und erst zuletzt für die Jüngsten?
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von amaria »

Kita-Krise und kein Ende - eine Podiumsdiskussion in Berlin, an der auch Erzieher teilnehmen können: https://www.morgenpost.de/berlin/articl ... -Ende.html
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von Adrasteia »

https://www.tagesspiegel.de/berlin/berl ... 46538.html


Na da arbeitet man doch gerne...
...
...
...
...
...
woanders.

amaria
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von amaria »

Eine Leiterin berichtet, dass sich die Lage dramatisch zugespitzt habe. https://www.berliner-zeitung.de/berlin/ ... --30442178

Schade, dass ihr keine anderen Fragen gestellt wurden. Was hätte die Antwort sein können, wenn die Frage gelautet hätte "Haben Sie schon draüber nachgedacht, sich zu weigern, der Forderung nach einer Überbelegung der Gruppen nachzukommen."?
Dazu ein Link: http://www.kindergartenkritik.de/gastbe ... iel-bremen

Die Frage danach, ob der Senat bei einem Unfall, der aufgrund der Überbelegung erfolgen kann, die Verantwortung übernehmen würde, erweckt den Eindruck, dass es nicht um das Wohl der Kinder geht, sondern darum, dass Erzieherinnen möglichst nicht zur Verantwortung gezogen werden können.

Erzieherinnen als Fachkräfte müssen wissen, wann sie eine Gefährdungsanzeige stellen müssen!

:unschuldig: Kam es eigentlich schon einmal vor, dass eine Erzieherin dem Träger fristlos gekündigt hat, weil er ihre Gefährdungsanzeige nicht ernst genommen hat?
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Re: Als Erzieherin in Berlin leben und arbeiten

Beitrag von amaria »

Eine 63jährige Erzieherin berichtet ausführlich über die Veränderungen, die sie in Berlin-Kreuzberg miterlebt hat.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/kita ... 838-2.html
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