Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

amaria
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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von amaria » Dienstag 12. März 2013, 19:51

Ob es mittlerweile öfter vorkommt, dass Betreuungsplätze gegen eine gewisse Geldsumme oder andere Vergünstigungen vergeben werden?

http://www.archiv.rabeneltern.biz/threa ... 18b1ae998c

Ein Vater, der Journalist ist, bittet um Antworten.

Freundliche Grüße

amaria
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Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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Matushka
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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von Matushka » Mittwoch 13. März 2013, 12:53

amaria,

Ich springe auf den Thread. :winke: Achtung, ich nehme dich jetzt mal ein bisschen auf den Kieker:
Meine Meinung zum Thema Korruption: Nur in raren Ausnahmefällen kann ich sie gut finden, ab und an bewundere ich den Schneid und die Menschenkenntnis von Menschen, die korrupt agieren können - und im Alltag missfällt mir wesentlich öfter die Pedanterie und Kleinlichkeit mancher so genannter "Korinthenkacker", wenn es um kleine Beträge gut.
Das war's schon, echt? Wo ist denn nun das Querdenken? ;-)

Im Ernst. Ich finde es schade, wie hier gerade mit dem Thema umgegangen wird. Beispiele zur Selbst-Rechtfertigung koennte jeder garantiert massig bringen. ;-)

Mich wuerde aber eher mal interessieren, wie ein speziell "Nicht-korruptes Agieren" im Alltag auszusehen hat. Unter welchen Gesichtspunkten wird abgewogen, was zulaessig ist und was nicht?? Woher soll man wissen, wo die Grenze ist zwischen "Das ist noch okay" und "Das ist korrupt". Da gibt es jede Menge Diskussionsstoff. :-D

Klar -- bei diesen Ueberlegungen duerfen eigene Erfahrungen natuerlich nicht ausgeschlossen werden, denn sie bilden ja u.A. die Basis fuer weiteres Lernen, eine individuell gebastelte Weiterentwicklung (z.B. s. Kees' Beispiel mit entsprechenden persoenlichen Erkenntnissen).

Doch wiederholt Mitmenschen gegenueber zu betonen, dies oder jenes wuerde falsch gesehen,... ich glaube nicht, dass das hilfreich ist, oder funktioniert. Und es macht keine Verbuendeten aus den Mitmenschen -- im schlimmsten Fall stoesst es sie eher vor den Kopf und macht aus ihnen Feinde. Und schon steht man da mit seinen noblen Beweggruenden! :pfiff:

Ich fande es cool, wenn dieser Thread, z.B. anhand von Fallbeispielen, die wir diskutieren koennten, einen anderen Charakter annehmen wuerde.

Falls ich spaeter Zeit habe, stelle ich mal eine kurze Denkuebung ein. Muss ich uebersetzen und abtippen, deshalb geht das jetzt nicht.

Gruss,

Sabine
Zuletzt geändert von Matushka am Mittwoch 13. März 2013, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.

Kassisia

Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von Kassisia » Mittwoch 13. März 2013, 13:00

Sabine,
Ich glaub vieles an Antworten hier im Forum ist auch einfach eine Zeitfrage.
Ich selbst hab gar nicht die zeit in solchen threads ewig lange Posts zu verfassen, bzw an irgendwelchen Denkübungen zu Themen mitzumachen und ich denke das geht hier sehr vielen so.

Matushka
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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von Matushka » Mittwoch 13. März 2013, 13:03

Kassisia,

Das ist komplett in Ordnung. :daumen:

Gruss,

Sabine

Kees_Kopf
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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von Kees_Kopf » Mittwoch 13. März 2013, 13:15

Ein konkretes Beispiel, spielte vor etwa sechs Jahre in meiner Beratungspraxis:

Bei der Auswahl an welche Schule ein Kind ab der 5. Klasse geht, ruft mich eine Mutter an um zu fragen, ob ich Bezieheungen an einer bestimmten Schule habe udn dafür sorgen kann, dass das Kind an dieser bestimmten Schule angenommen wird. Nun habe ich zwar die Kontakte und manchmal nutze ich sie auch, wenn ich denke, dass es im Interesse eines Kindes ist, aber in diesen Fall entscheide ich mich nicht mitzuspielen. Also habe ich keine passende Kontakte.

Dann berichtet die Mutter, dass sie der Schulleiter mal persönlich anrufen will und ihm anbieten möchte, ein EDV-Labor mit neuen Rechner auszustatten, wenn ihr Kind an der Schule angenommen wird. Jetzt entsteht aber eine heikle Situation. Zwar würde der Schulleiter kein persönlichen Vorteil haben, wenn er dieses Angebot der Mutter akzeptiert und das Kind unter Umgehung des Losverfahrens an seiner Schule aufnehmen würde, aber es bleibt rechtlich äußerst bedenklich. Der Vorwurf "Vorteilnahme im Amt" oder "Persönliche Bereicherung" kann man nicht geltend machen, trotzdem, ethisch halte ich es vor äußerst fragwürdig.
Dazu kommt, wenn er sich weigert auf das Angebot einzugehen und das Kind über dem normalen Losverfahren trotzdem an der Schule landet, kann er dann so tun als ob es "sein" Verdienst ist und die Eltern leise an ihrem Versprechen erinnern?
Eigentlich bleibt da nur eine Option offen: Das Kind wird nicht angenommen und wird sofort aus dem Lostromel genommen.

Deswegen habe ich die Mutter empfohlen das Angebot so nicht zu machen, weil sie sich damit unter Umstände strafbar machen würde und ich bezweifle, dass der Direktor eines Gymnasiums wegen so etwas seinen Laufbahn riskieren würde.

Wie aber geht ihr (nehmen wir einmal an ihr währet Leitung) damit um, wenn Eltern ihr Kind anmelden und durchblicken lassen, dass sollte das Kind ein Platz bekommen, eine (geldwerte) Leistung der Eltern zu erwaten sei (über dem hinaus, was sie normalerweise leisten werden müssen)?

Kees
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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von Matushka » Mittwoch 13. März 2013, 13:23

... die neuen Rechner haetten bestimmt super-gut gebraucht werden koennen... :confused:

Kassisia

Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von Kassisia » Mittwoch 13. März 2013, 13:29

Ich hatte so einen fall, schreib dazu später etwas ausfuehrlich.

Kees_Kopf
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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von Kees_Kopf » Mittwoch 13. März 2013, 14:11

Matushka hat geschrieben:... die neuen Rechner haetten bestimmt super-gut gebraucht werden koennen... :confused:
Stimmt, aber wie ist es, ween ein sehr intelligentes Kind Eltern hat, die nicht wirtschaftlich in der Lage sind (auch wenn sie es wollen würden) eine Schule ein solches Angebot zu machen? Muss dann das in der Bremerverfassung (art. 27) garantierte Recht auf eine der Begabung entsprechende Bildung zurückstehen, weil Eltern die wirtschaftlich stärker sind ihr Kind eher eine Bildung entsprechend der eigene Wünsche hineinwürgen (ach nein, ermöglichen meine ich natürlich...)

Kees
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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von Matushka » Mittwoch 13. März 2013, 16:11

Das passiert bestimmt oefter, als wir denken. Je nachdem, auf welcher Seite wir selber stehen, erscheint uns das dann mehr oder weniger "schlimm".

Das Streben nach Gerechtigkeit geht weiter...

Bis spaeter,

Sabine

amaria
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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von amaria » Mittwoch 13. März 2013, 17:49

Matushka hat geschrieben:amaria,

Ich springe auf den Thread. :winke: Achtung, ich nehme dich jetzt mal ein bisschen auf den Kieker:
Meine Meinung zum Thema Korruption: Nur in raren Ausnahmefällen kann ich sie gut finden, ab und an bewundere ich den Schneid und die Menschenkenntnis von Menschen, die korrupt agieren können - und im Alltag missfällt mir wesentlich öfter die Pedanterie und Kleinlichkeit mancher so genannter "Korinthenkacker", wenn es um kleine Beträge gut.
Das war's schon, echt? Wo ist denn nun das Querdenken? ;-)
Hallo Sabine,

so ganz verstehe ich nicht, warum du mich auf den Kieker nehmen willst. Abgesehen von einem Fehler (anstatt "gut" muss es "geht" heißen, beim Kürzen des Beitrags habe ich wohl nicht genau hin geguckt.) steckt doch wohl schon eine Portion Querdenken in meiner Aussage drin. Für mich jedenfalls gehört es noch nicht zum angepassten Denken, ein illegales Vorgehen ab und an insgeheim besser zu finden.

Dass konkrete Beispiele genannt werden, finde ich gerade beim Thema Korruption sinnvoll. Kann sich noch jemand daran erinnern, wann und wie er als Kind zuerst von den Möglichkeiten der Bestechung und der Bestechlichkeit erfahren hat?
Als Bauernkind wusste ich schon in der Grundschulzeit, dass "früher" mancher Lehrer nach dem Schlachten plötzlich in der Küche der Bauern saß und dass Eltern gegen Braten und Wurst die Schulnoten ihrer Kinder aufbessern lassen konnten. Von beiden Eltern und beiden Seiten der Verwandtschaft wurde das missbilligt. Als ich aufs Gymnasium kam, wurde in meinem Beisein davon gesprochen, dass die Ordensschwestern sich doch sehr über eine Spende für die Kapelle freuen würden und dass man dafür aber nicht spenden würde. Als meine Musiklehrerin mich in gern in der Blockflötengruppe gehabt hätte (kostete nicht übermäßig viel), ich aber nicht flöten wollte, musste ich nicht hin. (Und war dafür dankbar!) Teure Klavierstunden sahen meine Eltern bei unmusikalischen Kindern schon als unverfängliche gutbürgerliche Bestechungsversuche an. - Bedenkt man heute, welche Summen Musikstudenten für Privatstunden bei "ihren" Professoren zahlen müssen, ein nicht abwegiger Gedanke. An Hochschulen, an denen Studenten aus asiatischen Ländern Beethoven studieren, können diese oft aufgrund des Reichtums ihrer Familie mehrmals pro Woche teuren Privatunterricht nehmen. Studenten ohne reiche Eltern hingegen müssen jobben und hungern (!) vereinzelt sogar, um sich eine Musikstunde pro Woche bei "ihrem" Professor leisten zu können.

Obwohl der Begriff Korruption eher an Politiker und Bauunternehmer denken lässt, fallen mir noch einige Beispiele aus der Pädagogenszene ein. Und zum Ausgleich wunderbare Beispiele von unbestechlichen Kindern.

Freundliche Grüße

amaria
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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von amaria » Donnerstag 14. März 2013, 08:28

Kassisia hat geschrieben:Das sieht man hier ja ein bisschen im Politikunterricht Thread.
Da kommt ja auch nicht viel. :nein:
Hallo!

Ich gehe davon aus, dass hier doch noch einiges mehr geschrieben werden wird als im Thread zum Politikunterricht. Einfach weil immer wieder ein Bezug zu unserem Alltag in den Einrichtungen gezogen werden kann.

Wie steht es eigentlich um die Kenntnisse der einschlägigen Paragraphen? Sind diese noch aus dem Rechtskundeunterricht bekannt? War Bestechlichkeit im Rechtskundeunterricht überhaupt jemals ein Thema?

Als Erzieherin mag man sich fragen, warum Erzieherinnen so wenig in die Planung und den Umbau von Einrichtungen einbezogen werden. Wir dürfen bestimmen, wohin der Wickeltisch mit Treppe gestellt wird, aber welche Außentreppe geordert wird, entscheiden höchst selten die Erzieherinnen.

:unschuldig:

Könnte das nicht anders sein?

amaria
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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von Matushka » Donnerstag 14. März 2013, 12:18

Hallo amaria und alle,
An Hochschulen, an denen Studenten aus asiatischen Ländern Beethoven studieren, können diese oft aufgrund des Reichtums ihrer Familie mehrmals pro Woche teuren Privatunterricht nehmen.
Ein krankes Kind zuhause verkuerzt mir die Zeit, die ich zum Formulieren nutzen wollte... Deshalb hier nur ganz kurz erwaehnt, dass die Diskussion gerade, fuer meinen Geschmack zumindest, zu arg durcheinander geht.

Ich kenne einige aeusserst bescheidene asiatische Familien -- und das erste, was mir vor 25+ hier in den USA auffiel, war, mit welcher Selbstverstaendlichkeit wirklich arme Menschen finanzielle Opfer bringen, damit ihre Kinder im Ausland studieren koennen.

Spaeter gern mehr. Kann mich grad gar nicht konzentrieren.

Gruss und schoenen Tag!

Sabine

Kassisia

Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von Kassisia » Donnerstag 14. März 2013, 12:53

Sabine,
Es ist schön wenn arme Familien Opfer bringen um ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen.
Ich mag aber nicht so gerne wenn dabei die sog. Mittelschichtsfamilien vergessen werden.
Auch mit einem relativ normalen Einkommen ist es schwierig einige Ausbildungen zu finanzieren und trotzdem bringen auch dort viele Familien große Opfer.

Ich mag diese Verallgemeinerungen nicht....

Matushka
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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von Matushka » Donnerstag 14. März 2013, 18:03

Moin! Ich denke, ich kriege heute doch noch die Kurve. Deshalb bin ich nochmal da. :-)

Kassisia, ich hatte mich auf eine Aussage von amaria bezogen. Darueber vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen, scheint mir wenig Sinn zu machen. Ich mag naemlich auch keine Verallgemeinerungen. :-)

Aber ich glaube, ich schaffe den Bogen zurueck, und mein nagelneues Fallbeispiel hat sogar mit Paedagogik zu tun! :daumen:
Hier ist die Geschichte: Ich habe ja erzaehlt, dass meine Tochter (13) krank ist. Richtig krank war sie nur Montag und Dienstag, und eigentlich ist sie schon seit gestern auf dem Wege der Besserung,... aber ihr Magen ist noch etwas angeschlagen und bestimmte Gerueche stoeren sie. Deshalb habe ich sie gestern etwas spaeter in die Schule gebracht, damit sie ausschlafen konnte, und heute wollte sie lieber auch noch einen Tag zuhause bleiben... Und am Besten morgen auch noch...

Das hat aber auch mit ihrer Schulangst zu tun, die ab und zu mal durchkommt. Sie schlaegt ihr grundsaetzlich auf den Magen, und bei gefuehltem Stress wird sie geruchsanfaellig. Dann wird ihr auch leicht uebel.

Also habe ich ihr einen Arzttermin gemacht. Der Arzt hat sie untersucht und festgestellt, dass ihr nichts fehlt... Es sei wohl in der Tat ein Virus gewesen, aber sie koenne durchaus wieder in die Schule. Und er koenne ihr einen Attest ausstellen, damit sie nicht in die grosse Cafeteria muss, wo es unangenehm riecht.

Gesagt, getan.

Mit haengendem Kopf verliess meine Tochter also die Klinik... ganz so war das ja nicht geplant gewesen.

Auf dem Weg nach draussen entdeckten wir auf einem Digitalschild das Datum: Es ist der 14. Maerz!!! Hier wird das so angezeigt: 3/14.

Wisst Ihr was das ist?

Es ist "Pie Day". Kennt Ihr nicht? "Pi Day" ist es.

Ein Pie ist ein amerikanischer Kuchen. Pi ist eine Zahl (=3.14.....) und wird in Englisch "Pei" ausgesprochen. Also ist heute Pi-Tag, oder Pie-Tag. http://www.ethicsoup.com/2009/03/happy- ... stein.html

Eine Idee war geboren: Alle Lehrer, die ihre Schueler immer so toll unterstuetzen, haben am Pi-Tag ihren eigenen Pie verdient. Also gehen wir sechs Pies kaufen -- fuer jeden Lehrer einen, und einen fuer uns.

Nun ist das Eis einstweilen gebrochen. Wir fahren in die Schule und verteilen die Pies. Die Lehrer freuen sich sehr und meine Tochter strahlt. Und bleibt.

Ob es nun bessere Noten gibt? ;-) Was meint Ihr?

Wer ist hier bestochen worden?

Gruss an alle,

Sabine

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Re: Korruption - ein Thema für Kinder, Eltern und Erzieher?

Beitrag von amaria » Donnerstag 14. März 2013, 22:37

Verallgemeinerungen abzulehnen scheint zum "guten Ton" zu gehören. Wehe jemand lässt in seiner Ausdrucksweise ein Vorurteil erkennen! Wenn ich das Vorurteil habe, dass tendenziell eher Besserverdienende als Hartz-4-Empfänger Erzieherinnen Geld für die Vergabe eines Kindergartenplatzes anbieten, so spricht zum Beispiel der gesunde Menschenverstand dafür, dass es nicht umgekehrt sein kann. Wovon sollte jemand, der am Existenzminimum lebt, einem anderen eine größere finanzielle Zuwendung geben können. Vor-urteile erleichtern im Alltag manches und solange Menschen flexibel und unvoreingenommen sein können, werden sie ihre eigenen Vorurteile bloß als Hilfe für das Treffen einer Entscheidung heranziehen und nicht unterstellen, alle Menschen, auf die ein Vorurteil passen könnte, würden entsprechend den Vorurteilen anderer handeln.

Wichtig finde ich, dass man in die Texte anderer nichts hinein interpretiert, was gar nicht darin ausgedrückt wurde. Wird von eigenen Beobachtungen erzählt und der Plural gewählt, so bedeutet dies, dass mehrere Menschen gemeint sind. Es bedeutet nicht, dass ausnahmslos alle Menschen einer Nation oder einer Berufsgruppe gemeint sind. In diesem Sinne halte ich Politiker für korrupter als Erzieherinnen.

Sind meine oben dargelegten Gedanken politisch korrekt? Darf ich so denken? Oder muss ich auf Vorurteile verzichten oder sie begründen? :wink:

amaria
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