Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Samstag 29. November 2014, 16:11

In einem Interview mit der Zeit äußert sich Herr Brisch "Die 24-Stunden-Krippe ist eine richtige Katastrophe, weil die Kinder überhaupt keine Struktur und Orientierung mehr haben. Die Eltern können teilweise jederzeit anrufen und ihr Kind über Nacht dort lassen und erst am nächsten Tag abholen." http://www.zeit.de/2014/04/kinderbetreu ... ch/seite-2

Aber Manuela Schwesig lobt das Konzept der 24-Stunden Kita Nidulus. (Nidulus heißt übrigens "Nestchen"...
http://www.abendblatt.de/region/article ... gebot.html
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Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Mittwoch 3. Dezember 2014, 09:23

Hallo!

Spät, aber immerhin jetzt pochen Eltern mit mehr Nachdruck auf eine "Qualitätsoffensive". http://www.newswalk.info/berlin-d-uuml- ... 96597.html

Den Ausdruck "Qualitätsoffensive" kann man ruhig etwas länger auf sich wirken lassen. Wie würde man älteren Kindergartenkindern erklären, was eine "Qualitätsoffensive" ist?

Freundliche Grüße

amaria
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Samstag 7. Februar 2015, 17:09

Wenn Stress das Erbgut verändert und Kinder durch einen zu frühen oder zu langen Besuch des Kindergartens übermäßigem Stress ausgesetzt sein könnten, dann könnte das langfristig Folgen haben. DieTelomere sollen sich verkürzen.
http://www.spektrum.de/alias/epigenetik ... ut/1210130
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von Johanna2 » Samstag 21. März 2015, 21:15

Hallo!

Dass Kinder mit grippalen Infekten in die Krippe gebracht werden, begünstigt ständig wiederkehrende Erkrankungen auch bei anderen Kindern. Ein Teufelskreislauf. Mit einer echten Virusgrippe werden Kinder auch von den Eltern daheim betreut, die ansonsten kein Problem damit haben, ein infektiöses Kind zu bringen.
http://www.mainpost.de/regional/franken ... 27,8627036

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Freitag 27. März 2015, 13:40

Pauls Eltern verklagen ihre Ex-Kita.

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inh ... e9237.html
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Donnerstag 23. April 2015, 15:24

Kees_Kopf hat geschrieben:Nein, auch die Arbeitsbedingungen lasse ich nicht zu als Erklärung für Mißhandlung und MIßbrauch. Es tut mir Leid, aber das verharmlost die Täter.

Die Täter hätten, wenn ihre Arbeitsbedingungen tatsächlich so schlecht sind, dass sie meinten nicht anders zu können, sich schon vor langer Zeit an der Fachaufsicht wenden müssen und eine Meldung abgeben. Sie hätten sich wehren müssen udn zwar gegenüber den, die für die Situation verantwortlich sind. Frust an Schutzbefohlenen ab zu lassen, besonders dann, wenn die sich nicht wehren können, ist für mich absolut unzulässig.

Das von dem Träger beschriebene und als "zulässig" beschriebenes Pucken ist eine (vorübergehende) Freiheitsberaubung und ich frage mich, was der Richter im Vormundschaftsgericht wohl sagen würde, wenn ich ohne seine Zustimmung immer wieder von mir betreute Personen -wenn auch nur vorübergehend- in ihre Freiheit einschränken würde. Nun kann ich nicht für den Rest der Republik und andere Richter sprechen, aber die Richter die ich da persönlich kenne, die würden da mehr ls nur Tacheles reden!

Die drei ErzieherInnen in dieser Einrichtung haben sich strafbar gemacht, haben Kinder die zu deren Schutz und Betreuung in ihrer Obhut gegeben wurden mißhandelt. Das ist eine Tatsache und dafür habe ich in keinem Falle Verständnins!

Kees

Es sieht danach aus, dass das Verfahren mit einem Freispruch enden könnte.
http://www.focus.de/familie/babyentwick ... 31887.html

Auch ich denke, dass die Erzieherinnen vor einer derartigen Maßnahme diese mit den Eltern hätten absprechen müssen. Wobei die Absprache als solche nicht davon entbindet, darauf zu achten, ob nicht doch das Wohl des Kindes verletzt wird. Dies dürfte bei älteren Kindern schnell der Fall sein. Resignation von Schwächeren aber kann nicht als "Einverständnis" angesehen werden.

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Sonntag 30. August 2015, 13:23

"Manchmal haben die Krippenbetreuerinnen auf jedem Arm ein Kleinkind und noch dazu einen Säugling auf die Brust geschnallt. An ihrem Rockzipfel hängen dann noch mal drei Kleinkinder"
http://www.dnn-online.de/dresden/web/dr ... -760552365
Der Artikel, aus dem dieses Zitat stammt, trägt die Überschrift "Wir brauchen die Wut der Eltern".

Wie hilflos müssen sich Erzieherinnen fühlen, wenn die Eltern nicht im Traum daran denken, wütend zu werden? Was ist, wenn sie ein derartiges Bild zum Anlass nehmen, zu betonen, wie zufrieden sie mit den engagierten,liebevollen Erzieherinnen doch sind. Alle Erzieherinnen sind so lieb, dass die Kinder wie Kletten an ihnen hängen.
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von Lenina » Montag 31. August 2015, 08:37

Guter artikel :daumen:
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Montag 25. Januar 2016, 09:48

Hallo!

Was bedeutet Schweigen?
Gelöschter User hat geschrieben: Erst gestern habe ich eine Schülerin in einer (neu eröffneten) Krippengruppe besucht, die im Intensivraum einer Kindergartengruppe untergebracht wurde: Gesamtfläche ca. 12qm, freie Bodenfläche etwa 2qm, darin untergebracht: Tische, Stühle, Regale, Wickeltisch(!), mehrere Töpfchen(!) und ein Regal mit Spielzeug. "Bewohnt" wird dieser Raum von 8 Kindern zwischen 0,9 und 2,4 Jahren, 1 Erzieherin und einer SPS-Praktikantin im ersten Jahr. Der Kindergartenraum nebenan ist mit 28 Kindergartenkindern voll belegt und muss durchquert werden, wenn man nach draußen oder zur Toilette möchte.

Der Stress in diesem Raum war förmlich zu riechen, als ich die Tür öffnete. Und auch, wenn solch extreme Bedingungen doch glücklicherweise die Ausnahme sind, fristen viele Krippenkinder in Umgebungen, die nicht für sie vorbereitet wurden, ihren Krippentag.

Zu diesem Beitrag von "gelöschter User", einer Fachlehrerin(!), haben hier im Forum viele geschwiegen. Dieses Schweigen werte ich nicht als grundsätzliche Zustimmung. (Eine Mutprobe ist es natürlich auch nicht...)

Wenn ausgiebig geschwiegen wird, darf man die Frage stellen, warum dies passiert.

Den Beitrag von 2012 habe ich eigens hochgeholt, um eine Verbindung zum Thread von Martin Mitchell herzustellen, dessen Löschung in Aussicht gestellt wurde. Martin geht es darum auf das Leid aufmerksam zu machen, das Heimkindern angetan wurde. Ein berechtigtes Anliegen in einem Erzieherforum und auch für Erzieherinnen in modernen Krippen und Kitas ein im übertragenen Sinn wichtiges und unbequemes Thema! Auch heute sind Erzieher und Erzieherinnen aktiv oder passiv beteiligt, wenn es zu Verletzungen der Rechte von Kindern kommt.

Dass sogar Eltern, die "Verantwortlichen des Trägers" und auch noch eine Fachlehrerin, die Schülerinnen etwas beibringen soll, die unhaltbaren Zustände auf Zeit toleriert haben, ändert an der Betreuungssituation nichts.

Um nochmals auf das Anliegen von Martin Mitchell zurück zu kommen: Bitte beschwert euch nicht über das Engagement derer, die sich intensiv mit einer Problematik befasst haben. Beschwert euch doch lieber darüber, wenn Kinder zu schlecht betreut werden oder eure eigenen Arbeitsbedingungen unzumutbar sind.

Freundliche Grüße

amaria
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Donnerstag 28. Juli 2016, 22:16

Hallo!

Der Beitrag des Redakteurs Stefan Tillmann mit dem Titel "Muss mein Kind in die Kita?" enthält ein Bekenntnis einer Erzieherin.
http://www.zitty.de/muss-mein-kind-in-die-kita/

"Doch dann überraschte uns eine von ihnen mit der Aussage, dass sie ihre Tochter nicht nochmal mit einem Jahr in die Kita schicken würde, die Kinder würden das noch gar nicht kapieren. „Wir sagen den Eltern zwar, dass es den Kindern nichts ausmacht, aber die leiden schon sehr.“

Was könnten Erzieherinnen nicht alles bewirken, wenn sich nur ganz viele trauen würden, zu einer derartigen Aussage zu stehen? Es reicht nicht, dies nur zu denken! Wenn Tausende von Erzieherinnen ein eigenes Baby oder Kleinkind lieber spät als früh oder lieber kurz als lange in einer Krippe oder Kita betreuen lassen möchten, sagt das mehr über den Alltag für die Kinder aus als teuer bezahlte wissenschaftliche oder pseudowissenschaftliche Untersuchungen.

Was meint ihr? Kennen wir nicht alle Erzieherinnen, die etwas Ähnliches bei einer Zigarette oder ohne Zigarette gesagt haben?

Spürt jemand den Wunsch, auch selbst unmissverständlich zu sagen, dass er oder sie ein eigenes Kind nicht auf "die übliche Weise" in Krippen und Kitas betreuen lassen möchte?

Freundliche Grüße

Angelika
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von Johanna2 » Sonntag 4. September 2016, 15:13

Hallo!

http://www.brigitte.de/familie/mitfuehl ... l?ga_noo=1 Hier sagen Eltern, dass sie ihr Kind nicht noch mal in die Krippe geben würden.

Freundliche Grüße

Johanna

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Samstag 15. April 2017, 17:42

Ein Pädiater findet, dass frühe Fremdbetreuung Kindern schadet. http://www.derwesten.de/staedte/muelhei ... 23401.html
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Sonntag 18. Juni 2017, 17:27

Und manche Kinder fürchten das wohl auch. Was mag in Erzieherinnen und anderen Kindergartenkindern vorgehen, wenn sich ein Kind so verhält, wie es im verlinkten Thread beschrieben ist?
http://www.kigasite.de/phpBB3/viewtopic ... 58&t=69363

"Das Kind weint durchgehend. Es hört nur auf wenn es zur Toilette muss. Ansonsten weint oder wimmert es." Aus dem Beitrag von shelly0509 vom 16.6.2017.
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Dienstag 26. September 2017, 15:21

Die Überschrift lautet "AfD beklagt Gehirnwäsche in der Krippe": http://www.main-echo.de/regional/kreis- ... 88[b]"Laut Müller sollen schon Kinder in der Krippe »gehirngewaschen« werden. Die »Globalisierungsideologie« der Neoliberalen führe zum »weltweiten Sozialismus«."[/b]

Tja, aber wenn man in den Foren mal sieht, wie wenige Auszubikdende oder Erzieherinnen sich zu politischen Fragen äußern, dann ist eigentlich klar, dass dieser Vorwurf sehr hantasievoll ist. Erzieherinnen klagen eher darüber, dass einige Eltern ihre Kinder ziemlich penetrant manipulieren mit Sätzen wie "Da hast du gaaanz viele Freunde", wenn sie wollen, dass ihr Kind möglichst gern und ohne Tränen in seinen Kindergarten geht.
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Sonntag 22. April 2018, 13:58

Gelöschter User hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2012, 19:36
Ich teile die Einschätzung, dass nur ein sehr geringer Anteil der Krippen von guter Qualität ist. Mir begegnen derzeit im Wesentlichen zwei "Sorten" von Krippen: Die, die im Schnellschussverfahren in einer bestehenden KiTa (meist einem Kindergarten) hintendran geklatscht wurden und oftmals nicht einmal über ordentliche Räume verfügen und die, die mit teuren Neu- und Umbauten in wirklich hinreißender Gestaltung glänzen können.

Erst gestern habe ich eine Schülerin in einer (neu eröffneten) Krippengruppe besucht, die im Intensivraum einer Kindergartengruppe untergebracht wurde: Gesamtfläche ca. 12qm, freie Bodenfläche etwa 2qm, darin untergebracht: Tische, Stühle, Regale, Wickeltisch(!), mehrere Töpfchen(!) und ein Regal mit Spielzeug. "Bewohnt" wird dieser Raum von 8 Kindern zwischen 0,9 und 2,4 Jahren, 1 Erzieherin und einer SPS-Praktikantin im ersten Jahr. Der Kindergartenraum nebenan ist mit 28 Kindergartenkindern voll belegt und muss durchquert werden, wenn man nach draußen oder zur Toilette möchte.

Der Stress in diesem Raum war förmlich zu riechen, als ich die Tür öffnete. Und auch, wenn solch extreme Bedingungen doch glücklicherweise die Ausnahme sind, fristen viele Krippenkinder in Umgebungen, die nicht für sie vorbereitet wurden, ihren Krippentag.

In der vergangenen Woche habe ich von einem Träger erfahren, dass die Stadt Nürnberg neue KiTas nur noch nach dem offenen Konzept genehmigt. Was das für Krippenkinder bedeuten kann, lässt sich unschwer vorstellen.

Unabhängig von den Räumen werden sie häufig von Erzieherinnen betreut, denen dieser Job verordnet wurde und die auch nicht entsprechend fortgebildet wurden. Natürlich finden sich die meisten irgendwann irgendwie in die neue Aufgabe - aber die Umstellung von Kindergartenkindern auf Krippenkinder funktioniert nicht nahtlos. Und so gibt es Jahr für Jahr unzählige Kleinkinder, die völlig überfordert werden, weil die Erzieherinnen erst am lebenden Kleinstkind üben müssen, wie es geht.

Oft sind es Träger, die solche Rahmenbedingungen schaffen. Was mich aber besonders erschreckt ist, dass es viele Erzieherinnen gibt, die keinen Handlungsbedarf sehen, sich entsprechend fortzubilden, weil sie glauben, ihre Berufserfahrung im Kindergarten würde genügen. Und dann zeigt man mir - wie ebenfalls erst in diesem Schuljahr geschehen - voller Stolz einen besonders geformten, maßgeschreinerten Tisch, an dem eine Erzieherin bequem 6 Kinder auf einmal abfüttern kann. Und nichts anderes ist es, was dort auch geschieht, wie ich wenig später sehen kann.

Die Krippen, in denen alle verstanden haben, worauf es in der Betreuung der Kleinsten ankommt, sind rar. Und dort würde ich beinahe wagen zu wetten, dass Stresshormone kein Thema sind - was ich von der Mehrzahl der mir bekannten Einrichtungen leider nicht sagen kann.

Die Frage ist aber: Welche Alternativen haben die Eltern?
Hallo!

Weil "das große Schweigen" nicht nur zum Problem wird, wenn es um sexuellen Missbrauch geht, sondern immer dann, wenn Menschen versuchen, es allen recht machen zu wollen, um nirgendwo anzuecken, habe ich noch einmal diesen Beitrag von " gelöschter User" hervorgeholt. Ist es nicht erschreckend für uns alle, dass eine derart miese Kinderbetreuung sowohl von Eltern als auch von Fachkräften akzeptiert werden konnte?

Dass es dazu kommen konnte - und dass immer wieder von "zu lieben" Erzieherinnen unzulässige Betreuungsbedingungen geduldet werden, zeigt, dass es in unserer Berufsgruppe ein gewisses dumpfes Mitläufertum geben muss. Manches mag im Vertrauen darauf, dass es nur eine Notlösung auf Zeit sei, hingenommen werden, aber das entpuppt sich nicht selten als Trugschluss. Was einmal hingenommen wurde, soll dann auch für längere Zeit so weiterlaufen. Mit dem Ergebnis, dass zahlreiche Kinder ihre Kindergartenzeit unter Bedingungen verbringen mussten, die so niemals hätten sein dürfen. - Wozu die zum Teil bombastischen Bildungspläne, wenn es bereits an einer soliden Betreuuung hapert?

Lassen jedoch Eltern und Erzieherinnen gemeinsam zu, dass Kinder unter zu schlechten Bedingungen betreut werden, wird ein rechtswidriges Erzieherverhalten von den Eltern akzeptiert, was bei sexuellem Missbrauch von Kindern nicht der Fall ist.

Beides aber ist Kindern gegenüber nicht in Ordnung. Und dass nicht offener über miese Zustände in der Kinderbetreuung geschrieben und gesprochen wird, ist auch ein Zustand, der sich hoffentlich bald ändern lässt.
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