2,5 jähriger sehr distanziert

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sternchen4488
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2,5 jähriger sehr distanziert

Beitrag von sternchen4488 » Dienstag 11. November 2014, 19:30

Hallo ihr lieben :-)

Vielleicht finde ich hier Rat oder Meinungen von anderen , die mir weiterhelfen könnten.
Mein Neffe ist im Krippenalltag sehr distanziert und zurückgezogen.
Im Freispiel z.b beschäftigt er sich immer mit sich alleine und sucht wohl nur ganz gering Kontakt zu anderen Kindern ,wenn dann zu den Erzieherin. Er lacht und freut sich auf die Krippe , hat gute Beziehungen zu den Erzieherinnen ... Aber wenig zu den Kindern . Wenn er dann mal Kontakt aufnimmt, dann ist er relativ " distanzlos" und ganz nah an dem anderen Kind dran.

Laut der Erzieherin sitzt er wohl auch ganz oft am Tisch und steckt sich Fädelkugeln auf seine fingerkuppen, dass würde er sogar bis zu 15 min. machen. Er hat ca...1 Monat gestottert was auch Merkwürdig war . Oft sass er auch einfach nur da und hatte einen ganz starren Blick.

Ich muss Dazu sagen er ist in Südafrika aufgewachsen und hatte immer einen sehr behüteten Rahmen und auch so ist er nicht täglich in der Krippe,weil er viel Zeit mit seiner Oma hat.

Mich lässt das alles nicht so , vielleicht wisst ihr Gründe wieso er so ist wie er ist.
Ich würde mich freuen;-)

Johanne
Schnuppernase
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Re: 2,5 jähriger sehr distanziert

Beitrag von Johanne » Mittwoch 12. November 2014, 10:24

sternchen4488 hat geschrieben: so ist er nicht täglich in der Krippe,weil er viel Zeit mit seiner Oma hat.
Aus meiner Sicht als Tagesmutter ist es für ein Kind besser, regelmäßig jeden Tag in die Betreuung/Krippe zu gehen. Muss nicht lange sein, ein kurzer Vormittag reicht aus. Er scheint ja gerne hinzugehen.

Dass er alleine spielt oder lieber mit den Erwachsenen ist in diesem Alter normal. Er wird es mit der Zeit lernen, wie man mit anderen Kindern Kontakt aufnehmen kann.
Viele Grüße von Tagesmutter Johanne

Lenina
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Re: 2,5 jähriger sehr distanziert

Beitrag von Lenina » Mittwoch 12. November 2014, 15:08

Zunächst mal erscheint er mir aufgrund deiner BEschreibung recht normal. Dass er sich über viele Minuten hinweg konzentriert mit einer Sache beschäftigt ohne sich ablenken zu lassen, finde ich sogar richtig gut!

Wie lange geht er schon in die Krippe?

Dass ein Kind vor allem den Kontakt zu den Erziehern sucht, ist ganz normal, vor allem, wenn er vorher hauptsächlich mit Erwachsenen zu tun hat - andere Kinde rkönnen ganz schön anstrengend sein.

Und viele Anäherungsversuche der Kinder an andereKinder bekommen wir im alltag gar nicht mit, weil sie recht subtil erfolgen. Wenn dort wirklich ein "Problem" sein sollte, wäre es sicher sinnvoll, einfach mal über längere Zeiträume zu beoabchten, wie und wie oft und mit wem er denn dann doch Kontakt sucht. Aber das macht erst Sinn, wenn die Eingewöhnung wirklich voll abgeschlossen ist. Das kann auch schon mal ein halbes Jahr dauern.

Vielleicht ist es ihm teilweise auch zu laut, zu wild, zu eng? Wie lange war er denn in Südafrika?
Wie oft geht die Gruppe raus an die frische Luft? Oft haben Kinder, die in den Räumen Schwierigkeiten haben, es dort leichter.

Was meinst du mit Starren?

Mit dem Krippenbesuch sehe ich es so: Wenn ein Kind sehr unregelmäßig kommt (also an immer unterschiedlichen Tagen oder Uhrzeiten), fällt es ihm oft schwerer, sich auf die immer andere Situation einzustellen. Wenn er trotzdem viel zeit mit der Oma verbringen darf, dann bietet es sich vielleicht an, ihn 3 Tage zu bringen, 2 bei ihr zu lassen. Oder jeden Tag früh abzuholen oder ähnliches. So hat er trotzdem noch die Zeit, die ihm sicher gut tut und eine gewisse Regelmäßigkeit.

Wir dürfen nie aus den Augen verlieren, dass es sich hier um Kleinkinder handelt! Es gibt Kinder, die kommen mit 3 in den Kindergarten und brauchen auch ein Viertel- bis halbes Jahr, um erste Freundschaftsbände zu schließen und zu spielen.
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

sternchen4488
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Re: 2,5 jähriger sehr distanziert

Beitrag von sternchen4488 » Freitag 14. November 2014, 19:20

Vielen Dank für die tolle Antwort:-)
Er ist in Südafrika geboren....meine Schwester und ihr Mann arbeiteten dort, danach kam er nach Deutschland. Mittlerweile ist er seit einem gutem Jahr in der Krippe. Die Einrichtung ist toll, sie gehen fasst jeden Tag raus und teilen auch öfter mal die Gruppe, damit 11 Krippenkinder auch mal ihre Ruhe finden um den Raum richtig zu erkundigen ect.

Mit Starren meine ich, dass er ganz oft nicht " Anwesend " ist und einfach nur auf einen Fleck schaut. Soweit ich weiss, hat er wirklich sehr wenig Kontakt zu den Kindern die in seinem Alter sind, wenn dann kümmert er sich um die kleinen was natürlich Positiv für ihn spricht. Ich glaube auch nicht , dass er auffällig ist , aber Sorgen macht man sich schon in Bezug auf Sozialverhalten usw. Wenn er in der Krippe ist, dann ist er immer relativ lange da ca. 8.30.-17.30 dann hat er wieder einen Tag frei, dann geht er wieder in die Einrichtung. Vielleicht ist er einfach noch nicht richtig angekommen, weil ihm der strukturierte Tagesablauf fehlt?

vielen dank
mfg

Lenina
Schriftsteller
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Re: 2,5 jähriger sehr distanziert

Beitrag von Lenina » Sonntag 16. November 2014, 18:33

Mein erster kurzer Gedanke zur Aussage der Zeit war: Versteht er auch nur ein bisschen, warum er da ist? Oder fühlt er sich dort vielleicht hin abgeschoben?
Dieser Wechsel von sehr, sehr langer Zeit zu zuhause bleiben ist sehr groß. Das könnte ein Problem sein.

Zum Starren: ich will hier keine Ängste wecken oder Diagnosen stellen oder irgenwas, nur von einer Erfahrung berichten: Ich hatte mal ein Kind in der Krippe, die auch wenig Kontakt zu anderen Kindern hatte, immer wieder hat sie im Spiel inne gehalten, sekundenlang, gestarrt und dann wieder, als wäre nichts gewesen, das Spiel aufgenommen.
Sie hatte Angst, auf den Wickeltisch zu kommen und nach einem epileptischen Anfall (erstmalig festgestellt) bei uns wurde bei ihr Epilepsie festgestellt, die sich auch durch das Starren geäußert hat. Es waren kurze Mini-Anfälle. Jetzt sind 2 Jahre vergangen und als ich ihre Eltern traf, haben sie mir berichtet, dass sich die Erkrankung wie gehofft, ausgewachsen hat. Ihr geht es gut. Aber es war wichtig zu wissen, was los war.
Das soll jetzt nichts heißen, denn Starren kann ALLES sein.
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

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