Berufspraktikantin und Mama?!

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SamiraD
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Berufspraktikantin und Mama?!

Beitrag von SamiraD » Mittwoch 27. Juli 2016, 12:53

Hallo ihr lieben, ich bin Neu hier und jetzt schon verzweifelt.

Ich beginne nächsten Monat mein Berufspraktikum in einer Kita. Mein Sohn wird im September zwei und geht seid 1,5 Monaten in eine andere Krippe. Nun nach der Eingewöhnung klappt es super. Er freut sich, geht gerne und erzählt auch immer in seiner Sprache was sie so gemacht haben. Er geht richtig auf und außerdem habe ich das Gefühl, dass seine Autonomie Phase die langsam begonnen hat, gar nicht mehr so schlimm ist, seid er die Krippe besucht... Ich fühle mich übrigens auch sehr gut aufgehoben und alles ist perfekt... Allerdings beginne ich ja bald zu arbeiten und das in Vollzeit, weil ich mein Berufspraktikum machen muss und auch will.
Ich liebe meine Rolle als Mutter und genieße auch jede Sekunde mit meinem Sohn. Ich freue mich aber auch wenn der in der Krippe ist, damit ich mal Erledigungen tue und mal Zeit für mich habe. Privat gebe ich ihn nicht ab, nur wenn es sein muss. Wir gehen meistens zs zu den Omas und Opas.
Auf jeden Fall ist das Problem jetzt, dass meine Arbeitszeiten bis 5 Uhr sind. Ich habe ein schlechtes Gewissen meinem Sohn bis 5 Uhr anzugeben, da das schon recht lange für So ein kleines Kind ist. Ebenso möchte ich nicht dass er dann immer das letzte Kind ist, das abgeholt wird. Das tut mir leid für ihn. Außerdem würde ich es noch nicht mal schaffen ihn pünktlich abzuholen, wäre immer erst so gegen 10 nach 5 da. Das geht natürlich nicht, da die Einrichtung um 17 Uhr schließt.
Nun habe ich vielleicht die Möglichkeit ihn mit in meine Einrichtung zu nehmen.
Einerseits wäre das gut, so hab ich keinen Druck mit den Arbeitszeiten und kann ihn über dem Tag verteilt auch sehen. Ich bin mir auch sicher, dass ich ein gutes Gleichgewicht zwischen Mutter und Autoritätsperson bin, da wir oft mit Freunden zusammen sind und auch auf diese schon alleine aufgepasst haben. Also mein Sohn, ein Kind und ich. Das hat immer geklappt, als ich ein anderes Kind getröstet habe oder Windel gewechselt habe oder sonstiges. Er versteht auch alles und ich muss sagen dass ich ihn auch an allem Teil lasse habe und er auch wartet, wenn ich ihm sage er solle kurz warten. Im großen und ganzen klappt alles super bei uns zuhause.

Habe einfach große Angst. Ich möchte ihn einerseits nicht aus seinem Umfeld und der neuen Kita reißen, weil er sich grad dran gewöhnt hat und ich immer die beste Einrichtung wollte. Für mich ist diese Einrichtung die beste in der ganzen Stadt....
Was ich noch sagen muss, es geht auch nur um das Jahr, wir bauen gerade ein Haus , 40 km weg vom Wohnort. Wir ziehen um, nachdem ich mein Jahr beendet habe und das wird passend zum 3. Geburtstag sein. Also in dem Kindergarten wird er Wohnort nahe geben und ich werde mir eine Stelle suchen, die nicht im gleichen Kindergarten ist. Es geht wirklich nur um dieses eine Jahr. Hat denn jemand sein Kind in der Einrichtung? Ist es im Ordnung das seinem Kind zu zumuten? Ich bin total deprimiert und hab kein gutes Gefühl die Einrichtung zu wechseln ... Vielleicht bin ja auch ich das Problem und ihm macht es nichts aus? Fakt ist dass ich aus finanziellen Gründen arbeiten gehen muss, und in der Nähe keine Person hab die ihn jeden Tag früh abholt. Einerseits möchte ich auch dass er Kontakt mit Kindern hat und nicht den ganzen Tag von den Großeltern betreut wird. Ich habe einfach Angst dass er sich in der neuen Einrichtung nicht wohl fühlen wird falls wir wirklich wechseln. Und dass er in seinem selbst eingeschränkt ist, weil die Mama immer da ist? Vielleicht entfaltet er sich dann nicht richtig? Erfahrungsgemäß sind Kinder, deren Eltern dabei sind immer anders, als wenn sie allein sind.
Was sagt ihr dazu? Tut mir leid für den langen Thread. Ich möchte einfach das beste für meinen Sohn und dass er sich gut entwickeln kann und entfalten kann.... Ich würde ihm natürlich sagen, dass ich im Kindergarten für alle Kinder da bin und er, wenn was ist zu seiner bezugs Erzieherin gehen kann. Aber ist das wirklich schön nachvollziehbar für ein Kleinkind? Er muss ja gerade so viel Neues lernen, wie zB. Dass er ein eigenständiger Mensch ist usw... Mhhhh hoffe es kann mir jemand helfen und mir sagen was er tun würde.

Jelka
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Re: Berufspraktikantin und Mama?!

Beitrag von Jelka » Mittwoch 27. Juli 2016, 15:56

SamiraD hat geschrieben:Ich würde ihm natürlich sagen, dass ich im Kindergarten für alle Kinder da bin und er, wenn was ist zu seiner bezugs Erzieherin gehen kann. Aber ist das wirklich schön nachvollziehbar für ein Kleinkind? Er muss ja gerade so viel Neues lernen, wie zB. Dass er ein eigenständiger Mensch ist usw... Mhhhh hoffe es kann mir jemand helfen und mir sagen was er tun würde.
Hallo Samira,
ist es möglich, das Berufspraktikum auf zwei Jahre zu ziehen, indem du halbtags arbeitest?
Deinen Sohn mit in deine Kita zu nehmen, kann viele Probleme aufwerfen, die du heute noch nicht einkalkulieren kannst.
Kannst du dich davon distanzieren, wenn Kolleginnen oder Eltern auf dich zukommen und erklären: "Dein Sohn hat schon wieder ...!"
Du hättest deinen Sohn 24 Stunden um dich. Kannst du Probleme, die ihr zu Hause hattet, wirklich zu Hause lassen?
Es gibt zu Hause bestimmte Regeln, die sich von den Kitaregeln unterscheiden. Es könnte schwer für ihn sein, dies zu verstehen.
Zu Hause bist du für den Trost zuständig. Warum nicht in der Kita?
Der Beziehungsaufbau zu den Kolleginnen wird durch deine Anwesenheit erschwert.
Er hätte innerhalb kurzer Zeit etliche Beziehungsabbrüche (Erwachsene und Kinder - aus der alten Kita in deine Kita und von dort beim Umzug wieder in eine Neue). Auch das finde ich in diesem Alter sehr kritisch.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass auch ältere Kinder damit Probleme haben, die Mutter teilen zu müssen. Ab seinem 4. Lebensjahr war mein Sohn in meiner Einrichtung. Auch ich habe damals mein Berufspraktikum gemacht. Mit meinem Sohn gab es keine Probleme, aber rückwirkend sehe ich viele Punkte, an denen ich festmache, dass es ihm damit nicht so gut ging. Dazu kommt, dass ich nicht mit allem einverstanden war in Bezug auf seinen Erzieher. War ich krank, habe ich mein Kind zu Hause gelassen, weil ich es meinen KollegInnen nicht zusätzlich zu meinem Fernbleiben noch aufbürden wollte. Schwer war es auch, mich Eltern gegenüber abzugrenzen, wenn unsere Kinder miteinander verabredet waren und sie etwas über ein anderes Kind/Familie oder die Kollegin hören wollten.
Gleichzeitig habe ich als Kollegin im Laufe der Jahre ca. 5 Kinder von Kolleginnen in der eigenen Gruppe betreut und ca. 6 Kinder innerhalb der Abteilung.
Das war immer ein Spagat zwischen Kollegin oder Bezugsperson des Kindes zu sein. Wie führt man Entwicklungsgespräche mit einer Mutter(Kollegin, wenn dringend Handlungsbedarf besteht?) Wie geht man bei Konflikten mit dem Kind um, wenn es sich schon bei kleinsten Konflikten entzieht und "Schutz" bei der Mutter sucht?
Schafft man es wirklich, sich neutral zu verhalten, wenn das Kind eine Auseinandersetzung mit anderen Kindern hat? Rückwirkend würde ich meinen, ich habe es nicht geschafft. Mein Kind musste funktionieren, weil es "mein" Kind war.

Bist du sicher, dass du jeden Tag bis 17°° arbeiten musst? Vielleicht kannst du mt dem Team und der Leitung feste Tage vereinbaren und für diese Tage mit der Oma reden oder jemanden suchen, der dann dein Kind abholt und zu Hause betreut.
Bei uns ist es für Mütter auch möglich, die Pause zu nutzen, um das Kind abzuholen, damit es bis zum Feierabend in unserer Kita bleibt. Das ist zwar auch nicht die optimale Lösung, aber immer noch besser, als das Kind den ganzen Tag in der eigenen Einrichtung zu haben.
Liebe Grüße Jelka

SamiraD
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Registriert: Mittwoch 27. Juli 2016, 12:18

Re: Berufspraktikantin und Mama?!

Beitrag von SamiraD » Mittwoch 27. Juli 2016, 16:38

Vielen Dank! Ja du hast recht. Habe es mir auch überlegt und werde es definitiv nicht machen. Er bleibt wo er ist dort fühlt er sich wohl. Das mit den zwei Jahren geht leider nicht. Aber mit der Pause ist eine gute Idee! Da frage ich mal nach. Vielen Dank

rumpelstilzchen
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Re: Berufspraktikantin und Mama?!

Beitrag von rumpelstilzchen » Mittwoch 27. Juli 2016, 19:30

Wann fängst du denn an morgens? Und kannst du nicht reduzieren wg der Finanzen? Alles ausgelotet? Also eben auch kindergeldzuschlag und Wohngeld bzw Lastenzuschuss?


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Lenina
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Re: Berufspraktikantin und Mama?!

Beitrag von Lenina » Mittwoch 27. Juli 2016, 22:15

Hallo

Ichwürde auch versuchen, mit der leitung zu sprechen, ob es nicht möglich ist, so viele tage wie möglich früh zu arbeiten.
Kann dein partner abholen oder bringen?

Wenn alles sonst so gut klappt, würde ich einen kitawechsel für nur ein jahr nicht machen...
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

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