Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

amaria
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Samstag 12. April 2014, 11:19

Hallo!

Ein aktueller Link: http://www.t-online.de/eltern/kleinkind ... dern-.html

Das Thema, ob frühe Fremdbetreuung schadet, wird uns wohl noch lange erhalten bleiben.

Allmählich könnten Journalisten doch dazu übergehen, andere Fragen zu stellen.

Wie klein muss eine Krippengruppe sein?
Was können Eltern unternehmen, wenn sie ihr Kind in einer nicht kindgerechten Krippe oder Kita untergebracht haben?
Wie unterstützt der Deutsche Kinderschutzbund Eltern, die mit der Qualität der institutionellen Kinderbetreuung unzufrieden sind?
Die Liste ist unvollständig...

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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amaria
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Samstag 19. April 2014, 08:31

Gelöschter User hat geschrieben:Ich teile die Einschätzung, dass nur ein sehr geringer Anteil der Krippen von guter Qualität ist. Mir begegnen derzeit im Wesentlichen zwei "Sorten" von Krippen: Die, die im Schnellschussverfahren in einer bestehenden KiTa (meist einem Kindergarten) hintendran geklatscht wurden und oftmals nicht einmal über ordentliche Räume verfügen und die, die mit teuren Neu- und Umbauten in wirklich hinreißender Gestaltung glänzen können.

Erst gestern habe ich eine Schülerin in einer (neu eröffneten) Krippengruppe besucht, die im Intensivraum einer Kindergartengruppe untergebracht wurde: Gesamtfläche ca. 12qm, freie Bodenfläche etwa 2qm, darin untergebracht: Tische, Stühle, Regale, Wickeltisch(!), mehrere Töpfchen(!) und ein Regal mit Spielzeug. "Bewohnt" wird dieser Raum von 8 Kindern zwischen 0,9 und 2,4 Jahren, 1 Erzieherin und einer SPS-Praktikantin im ersten Jahr. Der Kindergartenraum nebenan ist mit 28 Kindergartenkindern voll belegt und muss durchquert werden, wenn man nach draußen oder zur Toilette möchte.

Der Stress in diesem Raum war förmlich zu riechen, als ich die Tür öffnete. Und auch, wenn solch extreme Bedingungen doch glücklicherweise die Ausnahme sind, fristen viele Krippenkinder in Umgebungen, die nicht für sie vorbereitet wurden, ihren Krippentag.
Hallo!

Nachdem der Deutsche Kinderschutzbund sich auf eine abstrakte Weise für Kinderrechte eingesetzt hat, weise ich noch einmal auf den Beitrag von gelöschter User hin.

http://www.dksb.de/Content/shownews.aspx?news=202

Tja, wie soll man die Kinder nun am besten aufklären? Sollen Erzieherinnen beispielsweise eine Windelpupserkonferenz einberufen? Unter fachkundiger Anleitung können Kinder dann überlegen, ob ihre Rechte, insbesondere im Verhältnis zu Nutzvieh, wirklich angemessen berücksichtigt wurden.
Eigentlich würde es vollkommen ausreichen, wenn unser Grundgesetz und das eigene Gerwissen einfach nur ernst genommen würde.

amaria
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Sonntag 20. April 2014, 11:59

In der Fachliteratur heiißt es: "Als wesentliche krippenspezifische „Noxe“ ist „Pferchung“/“Crowding“ als Surrogatvariable für die Exposition mit Keimen Dritter zu identifizieren. Je mehr Platz pro Kind zur Verfügung steht, desto geringer ist das Infektionsrisiko."

DerUmkehrschluß lautet dann wohl: je weniger Platz pro Kind, desto höher das Infektionsrisiko.
Hier der Hinweis auf das Buch "Kindergesundheit und Kinderbetreuuung bei unter Dreijährigen.
http://push-zb.helmholtz-muenchen.de/fr ... 1856&la=de

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von Johanna2 » Sonntag 20. April 2014, 14:59

Hallo!

Welcher Begriff kommt in der Erzieherausbildung an Fachschulen und in Studiengängen häufiger vor: "Pferchung" oder "Crowding?"

Freundliche Grüße

Johanna

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Sonntag 20. April 2014, 16:26

Hallo!

http://www.suedkurier.de/kinderbetreuun ... 48,6726887

Den Kindergartenplatz zu kündigen, nur weil die Mutter wegen der Betreuung eines weiteren Kindes daheim bleibt, zeigt wie wenig auf die Psyche von Kindern geachtet wird. Eine derartige Praxis lehnen bestimmt auch viele Erzieherinnen ab, die einen frühen Krippenbesuch ansonsten nicht unbedingt als die beste Form der Kleinkinderbetreuung ansehen.

Den Artikel könntet ihr in der Krippe und im Kindergarten an die Pinn-Wand hängen. Eltern wird diese Problematik interessieren.

Freundliche Grüße

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von Kees_Kopf » Dienstag 22. April 2014, 08:14

Johanna2 hat geschrieben:Hallo!

Welcher Begriff kommt in der Erzieherausbildung an Fachschulen und in Studiengängen häufiger vor: "Pferchung" oder "Crowding?"
Ich denke, es wird als Raumnutzungsoptimierungsansatz beschrieben.

Kees
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Mittwoch 23. April 2014, 13:41

Mag jemand, der die didacta besucht hat, vielleicht vom neusten Mobiliar berichten, das dem "Raumnutzungsoptimierungsansatz" gerecht wird? Es soll bereits dreistöckige Kitabetten geben.

Nachrichten aus der Schweiz: Immer mehr Kinder sollen früh in den Kindergarten, weil dieser im Gegensatz zur Krippe beitragsfrei ist.
Es wurden so eifrig Leserbriefe geschrieben, dass kurzfristig keine mehr eingestellt werden können. Sobald die noch nicht gesichteten Leserzuschriften eingestellt sind, soll das Kommentieren wieder möglich sein.

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Samstag 3. Mai 2014, 09:12

Dieses ganze Bildungsgelaber ist zum Kotzen, meint Martin Bartowitz: http://faszinationmensch.com/2013/06/24 ... um-kotzen/
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Sonntag 6. Juli 2014, 09:22

Hallo!

Es kann sein, dass dieser auf Erzieherin.de stehende sehr lange Artikel von Ann-Kathrin Scherer hier bislang noch nicht eingestellt wurde. (Jedenfalls fand ich unter ihrem Namen keinen entsprechenden Eintrag.)

http://www.erzieherin.de/chancen-und-ri ... kindes.php

Freundliche Grüße

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von Johanna2 » Sonntag 6. Juli 2014, 13:25

Danke für den Link.

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von Siria » Mittwoch 9. Juli 2014, 21:27

Ja, danke, amaria, für den Hinweis zu diesem interessanten und wichtigen Artikel, der das Dilemma der betroffenen Kinder, Erzieher und Eltern so deutlich macht.

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von Maibrit » Mittwoch 23. Juli 2014, 09:17

Ach du meine Güte! Was man hier so liest, ist echt erschreckend (gerade die verlinkten Artikel sind sehr aufschlussreich). Also mir tun beide Parteien leid; sowohl die Kinder als auch die Erzieherinnen. Aber ich glaube leider diesen Trend können wir nicht aufhalten,trotz aller Warnung. Vor allem was sollen die Eltern tun, die ohne ein zweites Einkommen nicht auskommen können. Nunja, ist alles schon nicht so einfach.

Liebe Grüße.

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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Mittwoch 23. Juli 2014, 10:10

Hallo Maibrit,

wenn es zum Krieg oder einer sonstigen Katastrophe kommt, müssen sich Menschen immer mit Schlimmem abfinden und trachten danach, das Beste aus der Situation zu machen.

Wir sollten uns auf gar keinen Fall auf den Standpunkt stellen, es wäre nicht machbar, dass sich etwas gravierend ändert. Ganz ohne Unbequemlichkeiten geht es so oder so nicht ab. Und wenn schon, dann sollte es nicht die Kleinkinder treffen, sondern Erwachsene.

Hat es etwa Ende des letzten Jahrtausends oder in den letzten Jahren viele große Demos gegeben, in denen Eltern mehr Betreuungsplätze für die Kleinsten gefordert hätten? Haben Eltern und Menschen mit Kinderwunsch etwa irgendwo skandiert, dass sie einen Rechtsanspruch auf die Betreuung der unter Dreijährigen wollen? - Nein!

Erst wurde das Scheidungsrecht derart geändert, dass es für Elternteile unter wirtschaftlichen Aspekten in der Tat unvorteilhaft ist, wegen der Kinder für eine Zeit gar nicht oder nur in Teilzeit zu arbeiten. Und dann hat die Wirtschaft Forderungen erhoben und die Politik hat sich entsprechend instrumentalisieren lassen. In jedem Bundesland wurden Qualitätsstandards abgesenkt und im Rahmen des "Qualitätsmanagements" (wie ich dieses Wort verabscheue) kam es zu "Kundenbefragungen", in denen Eltern immer mehr Betreuungswünsche zum Ausdruck bringen konnten.
Bezeichnenderweise wurde nicht gefragt: Möchten Sie ihr Kind unter eklatantem Personalmangel und auf beengtem Raum 25, 35 oder 45 Stunden betreuen lassen?
Immer wieder kommen Stimmen aus der Wirtschaft, die noch mehr Betreuungsplätze fordern. Dem sollte etwas entgegengehalten werden! Ich verlinke an dieser Stelle nochmals den ferienbedingt wohl nur wenig gelesenen Artikel von Martin Textor, der 2014 erschienen ist: "Die Erzieherin als Kämpferin" http://www.kindergartenpaedagogik.de/2290.html Der Beitrag ist wirklich lesenswert.

Freundliche Grüße

amaria
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Freitag 25. Juli 2014, 10:13

Die beiden ersten Beiträge eines Threads aus dem Kindergartenworkshop zur Eingewöhnung von Krippenkindern. Die enthaltenen Informationen stellen eine Problematik dar, die durchaus geeignet sein sollte, Eltern skeptisch zu stimmen, was derStaat ihnen und ihren Kindern zumutet.
http://www.kigasite.de/phpBB3/viewtopic ... 23#p647023

Dazu fällt mir noch ein Ausspruch ein, der Ursula von der Leyen zugeschrieben wird:

„Es gibt keine Rabenmütter, nur einen Rabenstaat, der es Eltern schwer macht, Kinder in einer modernen Arbeitswelt groß zu ziehen.“

Wenn sechs oder gar acht Eltern zusätzlich zu den Krippenkindern sich alle im Gruppenraum einer Krippe aufhalten, dann mag es dort ziemlich eng werden. Und ungemütlich sowieso, und das liegt nicht allein an den Stühlchen...

Freundliche Grüße

amaria

Nachtrag: Ein Beispiel aus der Praxis der Kindergartenpolitik "Marke Rabenstaat" http://www.fr-online.de/frankfurt/kita- ... 62298.html
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Re: Negative Folgen der Fremdbetreuung von Kleinkindern

Beitrag von amaria » Sonntag 10. August 2014, 08:12

Hallo!

Der Cappelner Rat stimmte dem Bau einer zweiten Kinderkrippe zu. http://www.nwzonline.de/cappeln/zweite- ... 55677.html

Der Artikel von Sigrid Lünnemann enthält zwar ein paar Zahlen, aber leider keine, die sich auf die Größe des Außengeländes beziehen. Wenn ein herkömmlicher Kindergarten schon den zweiten Anbau für eine weitere Krippengruppe bekommt, bedeutet das "Mehr Kinder = weniger Platz für das einzelne Kind draußen", - Es sei denn, auch das Außengelände wäre erweitert worden oder es wäre - im Norden sind die Außengelände nur selten so klein wie in Großstädten oder dem bevölkerungsreichen Bundesland NRW - vorher besonders groß gewesen.

Schade, dass hier im Forum keine lange Liste existiert, auf der Eltern oder Erzieherinnen angegeben haben, wo und in welchem Ausmaß der Platz im Außengelände im Verhältnis zur Kinderzahl verknappt wurde.

Freundliche Grüße

amaria
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