Frühe Einschulung umstritten

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amaria
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Frühe Einschulung umstritten

Beitrag von amaria »

Hallo!

Auf Zeit.online wird derzeit über die Einschulung von Kindern mir fünf Jahren diskutiert.
http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/ ... ungssystem
In Berlin soll jedes achte fünfjährige Kind von der einschulung zurückgestellt worden sein. In Finnland hingegen kommen Kinder regulär mit sieben Jahren in die Schule.

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

Kees_Kopf
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Re: Frühe Einschulung umstritten

Beitrag von Kees_Kopf »

Der immer wieder gerachten Vergleich mit Finnland und Schweden ist der Vergleich zwischen Kirschen und Bananen. Die Bildungssysteme sind so unterschiedlich, dass ein Vergleich nicht möglich ist.

Ein Kind soll entsprechend seiner Entwicklung eingeschult werden und nicht aufgrund eines für den Verwaltungsakt der Verurteilung zu 12 Jahre Zwangsarbeit und Sippenhaft bequemes Stichdatum.

Kees
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Kees_Kopf
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Re: Frühe Einschulung umstritten

Beitrag von Kees_Kopf »

Ach ic meinte natürlich "und nicht nach einen Stichtag welche es die Verwaltung mit eine einfache Datenbankabfrage ermöglicht alle Eltern rechtzeitig aufzufordern ihr Kind zur Schule anzumelden..."

In den Niederlanden wird übrigens mit vier Jahre eigeschult - und auch da ist das System nicht mit Deutschland vergleichbar :)

Kees
Je suis Charlie!

Teforning
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Re: Frühe Einschulung umstritten

Beitrag von Teforning »

Diese Einschulung nach kalender finde ich auch furchtbar. Auch wenn das schon Ewigkeiten so praktiziert wird, aber Kinder kann man nunmal nicht in Schubladen packen. Kinder sind so unterschiedlich.... das kann so eigentlich nicht wirklich funktionieren nicht in unserem System.

Jelka
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Re: Frühe Einschulung umstritten

Beitrag von Jelka »

Teforning hat geschrieben:Diese Einschulung nach kalender finde ich auch furchtbar. Auch wenn das schon Ewigkeiten so praktiziert wird, aber Kinder kann man nunmal nicht in Schubladen packen. Kinder sind so unterschiedlich.... das kann so eigentlich nicht wirklich funktionieren nicht in unserem System.
Mir ist dieser Stichtag lieber als Prüfungen, denen Kinder unterzogen werden, um festzustellen, ob sie schulreif sind. Einen Stichtag gab es meines Wissens schon immer, die Einschulungsuntersuchung auch. Im Unterschied zu früher wird aber nicht mehr in erster Linie auf die Schulreife gesehen (zumindest hier in Berlin). Nur unter besonderen Bedingungen werden Kinder heute von der Schulpflicht um ein Jahr zurück gestellt.
Früher mussten wir Empfehlungen schreiben, ob Kinder schulreif sind. Mit dieser Regelung wurde gesellschaftlicher Druck auf die Eltern und Kinder ausgeübt und Erzieherinnen mussten sich rechtfertigen, warum sie es nicht geschafft hatten, Kinder schulreif zu drillen oder warum sie eine derzeitige/vorzeitige Einschulung nicht empfehlen.
Einschätzungen wurden nicht anerkannt und waren oft Anlass für einen Machtkampf. Seitdem alle Kinder des entsprechenden Jahrgangs eingeschult werden, können Eltern etwas lockerer damit umgehen (und wir ErzieherInnen auch).
In die Schublade gesteckt werden die Kinder, egal ob mit oder ohne Stichtag, wenn sie den Anforderungen nicht gerecht werden. Deshalb sehe ich das Problem nicht in der Einschulung nach Stichtag, sondern an der Umsetzung, das Lernen der Kinder zu unterstützen.
Würden Schulen die Kinder dort abholen wo sie stehen und Eltern den Schuldruck nicht mit Nachhilfe unterstützen, wäre es egal, ob die Kinder mit 3 oder 8 in die Schule gehen.
Liebe Grüße Jelka

Kees_Kopf
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Re: Frühe Einschulung umstritten

Beitrag von Kees_Kopf »

Schöner Begriff "Schulreife" doch wie ist diese Definiert? Schaut mal nach in alle Fachliteratur, es wird mit dem Begriff hantiert als ob es zum Überleben notwendig ist, aber einen Inhalt erfolgt nie.

Die Einschulung sollte Entwicklungsabhängig geschehen. Dabei sollten die regelmäßige und fundierte Entwicklungsberichte aus dem Kindergarten genau so berücksichtigt werden wie Input vom Kinderarzt die das Kind regelmäßig sieht und den Eltern. Als Richtlinie kann man dann das Alter von ca. 6 Jahre annehmen, weil die Mehrheit der Kinder (grob 68%) sich dann in ihre Entwicklung tatsächlich in einen Bereich befinden wird, in welche die Anfroderungen der Schule erfüllt werden können. Für grob 16% wird eine etwas spätere Einschulung bzw. die Einschulung in einer Klasse mit besondere Fördermöglichkeiten erforderlich sein, während bei eine ebenso große Gruppe eine frühere Einschulung ihre Entwicklung gerecht werden würde.

Dies zusammen mit eine flexibilisierung der Einschulung (Beispiel Februar / August) und eine flexiblisierung der Schulzeit (Es geht um Inhalte, nicht um abgesessene Schuljahre) und eine viel mehr auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes gerichteten Unterrichtsform würde nicht nur die Diskussion um den idealen EInschulungstermin, sondern auch das ganze Gedöns über Gender udn Inklusion überflüssig machen. Mittel könnten dann endlich im Sinne der Kinder und nicht im Sinne politische Dogmen, welche aufgestellt werden von Politiker die sich die Bildung ihrer Kinder kaufen können, verschwendet weden.

Kees

(Ach, lass mich doch, ich möchte wenigstens noch einen Traum haben in meinem Alter!)
Je suis Charlie!

Jelka
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Re: Frühe Einschulung umstritten

Beitrag von Jelka »

Kees_Kopf hat geschrieben:(Ach, lass mich doch, ich möchte wenigstens noch einen Traum haben in meinem Alter!)
Aber nur, wenn ich mitträumen darf.
Mein Traum ist es, Kita und Schule unter einem Dach zu vereinen, damit Kinder ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechend vor oder zurück gehen können. Grob ausgedrückt: Warum sollte ein mathematisch fittes Kind nicht am Unterricht der ersten Klasse teilnehmen oder ein Kind statt Leseübungen als Hausaufgabe zu bekommen den jüngeren Kindern etwas vorlesen? Davon verspreche ich mir auch, dass der Übergang vom Lernen aus eigenem Antrieb zum schulischen Lernen fließender wird. Insgesamt würde damit einiges wegfallen, was mit der traditionellen Einschulung einen Bruch für die KInder bedeutet. Sie müssten vertraute Personen nicht hinter sich lassen (Kinder und Erzieherinnen), wären mit dem Gebäude schon vertraut (Akustik, Gerüche, Lage der Räumlichkeiten, Athmosphäre etc.), würden etliche Lehrer schon kennen und hätten eine Vorstellung von dem, was auf sie zukommt, bzw. wachsen in die neue Situation hinein. Eltern würden sich im Jahr vor der Einschulung nicht in den Wahn steigern, ihren Kindern schnell noch ganz viel mitgeben und von ihren Kindeern fordern zu müssen, damit sie ab dem Tag X nicht versagen.
Liebe Grüße Jelka

Markus-David121292
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Re: Frühe Einschulung umstritten

Beitrag von Markus-David121292 »

Hallo,

ich denke solche Fragen sind immer wieder Kindesbedingt.
Manche sind früher bereit, andere später.
Die Eltern kennen ihr Kind am besten und sollten mit ihrem Kinder oder zusammen entscheiden wann es soweit ist und sich dafür einsetzen das, dass Kind sich auch auf die Schule freut.

Lg :)

ellie1980
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Re: Frühe Einschulung umstritten

Beitrag von ellie1980 »

So wie es oben schon geschrieben war. Es kommt aufs Kind drauf an. Eine Freundin meiner Tochter kam mit 5 Jahren ins die Schule und in der zweiten Klasse wird sie nicht so viel Stoff bekommen wie dir anderen. Das ist doh sinnfrei, oder?

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