Vorgaben der Kita für die Eltern

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ursula
Leseratte
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Vorgaben der Kita für die Eltern

Beitrag von ursula »

Hallo in die Runde,

ich hab grad keinen bessern Titel gefunden.

Habe gerade auf facebook einen link bekommen den ich mit euch gerne diskutieren möchte, sldo natürlich nicht den Link sondern den Inhalt des solchen

http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... ore-4.html

bin mal gespannt auf den Austausch

lieber Gruß
Ursula
Auch aus Steinen die dir in den Weg gelegt werden kannst du etwas schönes bauen

Lenina
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Re: Vorgaben der Kita für die Eltern

Beitrag von Lenina »

Oh man, ich bin noch bei den Kommentaren - die sind das beste.

Als ginge es wirklich um den Keks?!

"Wer hat den Keks aus der Dose geklaut?"
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

amaria
Stammgast
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Re: Vorgaben der Kita für die Eltern

Beitrag von amaria »

Danke für den Link!

Nachher werde ich mal zu "zuckerarmer Kindergarten" googeln.

Egal was passiert ist - wenn Kinder betroffen sind, die ihren vertrauten Kindergarten und ihre Freunde nicht verlassen möchten, sollten Kindergärten wirklich nur im absoluten Notfall kündigen und der dürfte wegen einiger Kekse im "zuckerfreien Kindergarten" nicht erreicht sein.

Ob Erzieherinnen dort entlassen werden, wenn sie heimlich in ihrer Mittagspause Gummibärchen oder Schokolade essen?

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

bertchen
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Re: Vorgaben der Kita für die Eltern

Beitrag von bertchen »

Ich finde das jetzt gar nicht so schlimm - der Zettel kann auch freundlich aufgefasst werden, und ich würde bei einem "normal" angenehmen Kindergarten davon ausgehen, dass das Kind dann halt was anderes zu essen gekriegt hat. Manchmal eskalieren Situationen aber auch aus dem kleinen Grund!

sanne
Beiträge: 43
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Re: Vorgaben der Kita für die Eltern

Beitrag von sanne »

Ich hätte den Zettel auch als freundlichen Hinweis aufgefasst.

Alle Kommentare habe ich jetzt nicht gelesen aber teilweise sind die echt unter der Gürtellinie!

Und wenn mein Sohn z.B. ein kleines Gummibärchentütchen im Rucksach hat weil er es von der Oma bekommen hat darf er es im Kindergarten auch nicht essen. Er bringt es wieder mit nach Hause. Es ist einfach eine Regel in diesem Haus, ich habe sie unterschrieben und dann muss ich mich auch dran halten.

Da ist im Vorfeld bestimmt mehr abgelaufen als diese Butterkekse

Kees_Kopf
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Re: Vorgaben der Kita für die Eltern

Beitrag von Kees_Kopf »

Da ist tatsächlich mehr passiert als nur der Butterkeks, soviel steht fest. Da das Kind ein Rechtsanspruch auf ein Betreuungsplatz hat, kann zwar die Einrichtung den Vertrag kündigen, muss aber die Gemeinde einen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen. Ist diese Einrichtung der einzige in der Umgebung (nach der jüngste Rechtsprechung, so er bestätigt wird, nicht weiter als 5 km entfernt), hat die Gemeinde ein Problem.

Generell finde ich, dass man als Einrichtung zwar immer wieder auf eine ausgewogene Ernährung hinweisen sollte, aber nicht das Recht hat ein Kind die Nahrung die es mitbringt zu verweigern, weil es nicht in dem eigenen Konzept oder Lebensvorstellungen passt. Was mich zum Beispiel in diesem Fall brennend interessieren würde ist, wie das Mittagessen der Kinder sich zusammensetzt (vorausgesetzt, das gibt es in dieser Einrichtung)? Wird wirklich frisch gekocht, oder sind es (halb)Fertigprodukte bzw. wird das Essen aus einer Großküche angeliefert? In ganz viele Tomatensoßen ist zum Beispiel Zucker verarbeitet, gibt es deswegen dann keine Tomatensoße? Und wie ist es mit Marmelade? Nur pure Frucht oder doch haltbar gemacht? Und wenn wie? Zuckerfrei mit Chemie? Welch ein Gewinn.

Ob aber diese Familie in diesem Dorf je noch eine Chance haben wird Teil einer Gemeinschaft zu sein ist nach diese Ereignisse für mich fraglich.

Kees
Je suis Charlie!

Landra
Schnuppernase
Beiträge: 64
Registriert: Sonntag 8. September 2013, 08:54

Re: Vorgaben der Kita für die Eltern

Beitrag von Landra »

Als Kritikpunkte der Eltern habe ich feststellen können:

- Differenzen bezüglich der Ernährung
- Unterschiede in der Bestrafung
- Abweichungen in der Empfindung von Kälte
- Mangelnde Einschätzung von Verletzungen und deren Folgen

So weit mir bekannt ist wären dies alles Gründe gewesen die Einrichtung verlassen zu können, als Schritt der Eltern, wenn man keine Erziehungspartnerschaft erkennen kann die irgendwie fruchtbar ist. Außer natürlich man ist in der Position und muss arbeiten und hat keine Wahl, außer Harz IV dann wird es schwierig.

Wirklich etwas verändern könnte man aus pädagogischer Sicht meines Erachtens nur beim vierten Punkt, denn es besteht die Möglichkeit das Personal besser medizinisch zu schulen, um der Aufsichtspflicht und der korrekten Reaktion bei Verletzungen gerecht zu werden. Bei allen anderen drei Punkten sehe ich das eher als persönliche Kleinigkeiten. Eine Kündigung wird aber vermutlich eher mit dem Satz "unwiderruflich zerrüttetes Vertrauensverhältnis" gelautet haben, dass haben die Presse bzw die Eltern nur so formuliert, der Kekse wegen. Sonst wäre die Kündigung nicht rechtsgültig. Und dass das stattfand, eine Zerrüttung ist offensichtlich ;)
"Es steht wohl nicht zu befürchten, dass die Betreuer den kleinen Thore haben Hunger leiden lassen..."
Ich kann das durchaus verstehen, selbst wenn sie es nicht zu 100% schaffen auf Zucker zu verzichten, was dieses Wort "Zuckerfrei, Zuckerarm" immer fälschlicher Weise impliziert, immer diese Umgangssprache, es gibt in der Tat Produkte in denen wenigstens "Einfachzucker" (Monosaccharide) verarbeitet sind. Mir ist bekannt, dass man die Ernährung darauf auslegen kann "Zuckerfrei" zu leben, wie es dann so schön heißt, auch wenn es Unsinn ist diese Bezeichnung. Eigentlich ist das eine völlige Verunglimpfung der Sprache, denn der Witz an der Sache ist ja nicht gar keinen Zucker mehr zu verwenden, selbst in Milch ist Milchzucker, auch die Kartoffel wird letztendlich in Einfachzucker gespalten. Eigentlich müsste es heißen "Ernährung von vorwiegend Monosacchariden" oder so... würde aber niemand tun glaub ich :) doch hier liegt der Ursprung der Idee. Konsumiert man Mehrfachzucker, wie etwa im Zuckerwürfel wird der Körper diesen wesentlich eher einlagern, man wird fett z.B. als eine negative Eigenschaft. Einfachzucker werden wesentlich eher auch in der Tat "sinnvoll" verwertet, wie man heute in der Ernährung sagt. Ist nun in der Essensdose kein Frühstück/Mittag oder was auch immer das auf solche Einfachzucker zurückgreift, wird dann vermutlich aus der Kitaküche etwas genommen und auf Dauer ist das kein praktikabler Zustand. Es hört sich aber natürlich in der Presse gut an: Zuckerfreier Kindergarten, Wegen Butterkeksen gekündigt. Auf jedenfall besser wie: Inaktzeptanz der Ernährung von vorwiegend Monosacchariden enthaltender Nahrungsmittel durch die Eltern, ein Kündigungsgrund für den Kindergarten.
Die Kinder werden unbeaufsichtigt in den Umkleideflur gesetzt, um bestraft zu werden
Dies Verhalten habe ich in der Kita auch erlebt, in der mein Sohn für zwei Monate war. Ich konnte bei vielen Erziehern erleben, dass dies gängig ist, auch wenn es nach Literatur und wissenschaftlichem Stand veraltet gilt. Letztendlich bleibt es dennoch eine Methode die weit verbreitet ist. Die "Strafbank" außerhalb der Räumlichkeiten wird von extrem vielen genutzt. Letztendlich bleibt es wirklich nur den Eltern überlassen, ob sie die privaten Standards erhalten wollen und diese auch selbst praktizieren, oder sie sich auf fremde Methoden einlassen wollen, die auch pädagogische Neuerungen nicht unbedingt mitmachen müssen. Hier in Berlin lächelt die Zuständige der Kitaaufsicht, die Beraterin für Eltern vom Senat nur müde, das weiß ich mittlerweile, da ich dies gleich mit erfragte aus Neugier, als ich eh dort angerufen hatte wegen etwas anderem mich zu informieren.
Des Weiteren hätten Erzieherinnen die Kinder bei Kälte ohne Handschuhe und Schal nach draußen geschickt.
Kindern wird sehr schnell warm, wenn sie sich bewegen. In dem Artikel steht nur etwas von Kälte. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Vorstellungen von Kälte weit auseinander gehen. Die meisten Kindergärten, so habe ich in Erfahrung gebracht, ziehen die Zöglinge viel zu warm an, da die Eltern sonst immer gleich auf der Matte stehen. Dass den Kindern gewiss die Kleidung gar nicht so sehr behagt in dem überdimensionierten Maß für die oft eh nur eine Stunde, steht dabei nicht zur Debatte. Dass ein Kind in der Tat wegen Unterkühlung nach Hause kam, war wohl nicht der Fall. Es passt aber an sich zur "gesunden" wie man es auch so schön nennt Ernährung, sich nicht zu warm anzuziehen. Denn medizinisch ist erwiesen, dass es auch "gesünder" ist sich nicht ständig viel zu dick einzupacken, sondern sich ab und an mit Bewegung zu wärmen, in angemessener Bekleidung dementsprechend. So zumindest mein Kenntnisstand.
Die Leitung sagte am Telefon, die Verletzung sei nicht so schlimm. Als wir später beim Arzt waren, sagte der, die Lippe hätte sofort genäht werden müssen.
An diesem Punkt könnte man ansetzen, hier wäre es es möglich das Personal besser zu schulen. Verletzungen, die einer Naht bedürfen hinterlassen oft Narben und gerade im Gesicht ist das nur wirklich alles andere als schön anzusehen. Wie es sich mit solchen Dingen verhält, davon habe ich allerdings keine Ahnung da ich weder Erzieherin, noch Mediziner bin. Mir sagt nur mein Gefühl, dass in der Hektik des Alltags eines Kindergartens schnell einmal eine Wunde nicht ganz korrekt beurteilt wird und schon ist es vergessen, sobald es zu Bluten aufhört. Was mich wundert ist allerdings, dass die Leitung dort anrief, es muss ein Telefonat stattgefunden haben... warum ruft die Leitung dort an frage ich mich dann? Wenn sie anruft, mitteilt dass eine nicht so schlimme Verletzung stattfand, was kann sie damit gemeint haben? Vielleicht ist hier auch die Definition von nicht schlimm die Ursache des Ganzen. Es kann ebenso gut heißen, nicht Lebensbedrohlich, nicht schlimm... das ist noch schwerer zu beurteilen wie diese Zucker-Definition. Fand ein Anruft statt, Kind ist verletzt, und dann? Steht nicht im Artikel.

Ich gehe nach dem Durchlesen des Beitrages in der Welt davon aus, dass es sich eher um persönliche Differenzen handelt, denn um wirklich eine schreckliche Kita, in der man sein Kind nicht lassen kann, ist man dringend auf das Geld angewiesen. Mir würde diese Kita der alten Methoden in der Erziehung wegen nicht gefallen, aber mir gefällt eh kein Kindergarten glaube ich. Ich bin gespannt, ob sich noch jemand vom Fach zu diesem Artikel äußert. Ich wäre ja neugierig, was es zu erfahren gibt, ob das Vorgehen bei Bestrafung und Verletzung angemessen der heutigen Zeit gilt.

liebe Grüße

Landra

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