Als Mutter andere Kinder anprechen!

Hier können Eltern ganz allgemein Fragen stellen...
Ratlos
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Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von Ratlos »

Hallo zusammen!

Angenommen ich bekomme als Mutter mit, wie mein Kind von anderen Kindern geschlagen, gehänselt oder ausgegerenzt wird.
Ist es mir gestattet, die Übltäter persönlich darauf anzusprechen?


Mir geht es hier lediglich um den Erstkontakt und auch nur dann, wenn ich als Mutter solche Aktionen persönlich gesehen habe!

Beispiel:

Ich bekomme live mit wie mein Kind geschlagen wird und spreche das andere Kind darauf an.
Stellt sich die Tage danach heraus, dass es immer noch so weitergeht, gehe ich direkt zur Erzieherin.

Ist das in Ordnung?Verbietet es die Hausordnung?Was halten Erzieher generell davon?

amaria
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von amaria »

Hallo!

Es kommt auf die Umstände an. Wurde dein Kind heftig geschlagen? Wie alt sind die Kinder? Hat dein Kind geweint oder sich gewehrt? Wie genau war die Situation?

Es wäre unangemessen, wenn ein Kindergarten von Eltern erwarten würde, dass sie sich ab der Schwelle des Kindergartens vollkommen aus allen Konflikten heraushalten. Selbstverständlich möchtest du deinem Kind jederzeit Werte vermitteln und nicht so tun, als hättest du nicht gesehen, was du gesehen hast.

Solange Eltern ruhig bleiben und das fremde Kind nicht anfassen, spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass Eltern auf einen Kinderstreit - behutsam! - reagieren.
Nicht vergessen werden sollte, dass es in Kindergärten machmal Absprachen gibt, an die die Erzieherinnen sich halten. Wenn bespielsweise ein sich oft aggressiv verhaltendes Kind therapeutisch betreut wird, kann es sein, dass der Rat der Psychologen lautet, dass die Erzieher nur gewünschtes Verhalten beachten und loben, unerwünschtes aber übergehen sollen.

Aus der Ferne lässt sich nicht konkret sagen, was angemessen ist. Von einer "Hausordnung" in der geregelt wäre, wie Eltern reagieren dürfen, habe ich noch nie etwas gehört. Die Idee, mit den Erzieherinnen zu sprechen, finde ich gut. Viel besser als wenn Eltern sich zwanghaft aus Kinderstreitigkeiten heraushalten und dann hinterrücks aber darüber schimpfen, dass die Erzieher (ihrer Meinung nach) nicht reagiert haben.

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

Ratlos
Beiträge: 2
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von Ratlos »

Hallo!

Das mit dem Schlagen sollte lediglich als Beispiel dienen und war fiktiv.
Fakt ist,mein Sohn wird von der gesamten Gruppe gemobbt und zwar so heftig, dass er nur noch weint und sich weigert in den Kindergarten zu gehen.
Niemand spielt mit ihm, weil der Anführer der Gruppe es den anderen Kindern verbietet und sie zu lauten Rufparolen aufhetzt ( xy ist blöd,hässlich etc.) und wenn ich ihn bringe, dann empfängt ihn die Gruppe bereits an der Tür mobbend.

Die Erzieherin ist allen ernstes der Meinung, dass Erwachsene sich da nicht einmischen sollten.

Ich bin kurz vorm Explodieren, denn ich brauche keine pädagogische Ausbildung um zu wissen, dass diese Aussage ohne Sinn und Verstand ist.
Bei einer normalen Auseinandersetzung "auf Augenhöhe" und noch dazu einer gegen einen ist es eine andere Geschichte aber nicht, wenn ein einzelnes Kind von der gesamten Gruppe ausgeschlossen wird.

Johanna2
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von Johanna2 »

Hallo!

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die gesamte Gruppe dein Kind mobbt. Ist es nicht eher so, dass einzelne Kinder diejenigen sind um die es in erster Linie geht? Was natürlich auch sehr schlimm wäre. Eine Hausordnung, die besagt wann Erzieherinnen eingreifen sollten wird sicher nicht existieren. Es ist jedoch Pflicht der Erzieherinnen das Kindeswohl sicherzustellen - und somit einzugreifen. Bei kleineren Reiberereien ist das normalerweise nicht nötig.

Allerdings irritiert mich etwas, dass du ein Beispiel gewählt hast, welches rein fiktiv ist.

Mit den Erzieherinnen würde ich dringend das Gespräch suchen. Sie sollten als Erwachsene in der Lage sein, dein Kind zu schützen, was dein Kind alleine selbstverständlich nicht tun kann.

Matushka
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von Matushka »

Johanna, wenn du dich da mal nicht irrst.

Hier ist es heute spaet, aber ich werde versuchen, morgen etwas ausfuehrlicher zu antworten.

Gruss zum neuen Jahr,

Sabine

Matushka
Schriftsteller
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von Matushka »

Hallo Ratlos,

Also erstmal: Kopf hoch. Es ist graesslich, wenn das eigene Kind gemobbt wird. Aber ein Mobbing-Kreislauf kann unterbrochen werden. Es gibt sogar die Moeglichkeit, aus der Leidenszeit eine Lernerfahrung zu machen.

Zum Vorgehen: Meine Gedanken zum Thema sind nicht sonderlich paedagogisch, aber ich halte sie fuer effektiv. :mrgreen: Dabei bin ich durchaus auch parteiisch. Vorbehalte und Zweifel lassen sich im Falle des Nicht-Betroffen-Seins naemlich nur zu leicht aeussern. Ploetzlich muss sich der Elternteil dann mit weiteren Anschuldigungen auseinandersetzen -- und auch wenn es nicht so gemeint ist, erfolgt auf diese Weise die Re-Viktimisierung.

An Ratlos:
1. Falls du es nicht schon jetzt tust: Fang' an, jeden Pups zu dokumentieren. Wenn dein Kind geschlagen/maltraetiert wird, notiere dir Datum und Zeit. Ebenso evtl. sichtbare Schaeden, und die Konsequenzen, die gezogen wurden. Falls du zu dem Zeitpunkt mit der Erzieherin kommuniziert hast, notiere das ebenfalls. Entwickle dein eigenes Protokoll -- so hast du etwas Schriftliches zur Hand, was du noetigenfalls einsetzen kannst. Berichte von der Reaktion deines Kindes, aber mache sie nicht zur Grundlage deines Handelns -- zumindest nicht auf dem Papier.
2. Bereite dich auf einen potenziell harten Ringkampf vor. Die bisherige Reaktion der Erzieherin klingt nicht ermutigend. Man kann nur spekulieren, warum sie am Prinzip "Das muessen die Kinder unter sich abmachen" festhaelt. Ist es Ueberforderung? Allgemeine Unfaehigkeit? Zynismus? Persoenlicher Idealismus? Institutionelle Indoktrination? Obwohl dir ihre persoenliche oder fachliche Begruendung einen Ansatzpunkt liefern koennte, ist davon im Grunde nichts wirklich wesentlich.
3. Einzelne Kinder koennen durchaus von einer gesamten Gruppe gemobbt werden. Das bedeutet nicht, dass es nicht bestimmte Rollen innerhalb der Gruppe gibt (Anfuehrer, Mitlaeufer, usw.). Sondern lediglich, dass das Kind weder innerhalb der Gruppe noch von der erwachsenen Leitung Hilfestellung erhaelt. Wenn die erwachsene Leitung einem einzelnen Kind den Schutzauftrag verwehrt, macht sie sich -- direkt oder indirekt -- mitschuldig. Sie gibt -- und sei es durch Unterlassung -- in der mobbenden Gruppe den Ton an.
4. Dieses kann durchaus auch bedeuten, dass in der Einrichtung ein bestimmtes Klima zum Status Quo gehoert: Das Recht des Staerkeren. Das ist in vielerlei Hinsicht ein Problem. Es ist moeglich, dass dieses Klima sich durch die gesamte Organisationshierarchie bzw. Weisungskette zieht.
5. Du musst dir ueberlegen, ob du den Weg des Widerstandes gehen willst, oder ob du dein Kind nicht doch lieber schnell in Sicherheit bringen solltest -- und sei es nur emotionell. Das kann auf die Ferne niemand beurteilen, denn die Umstaende sind immer sehr individuell.
6. Es ist ueblich, die Weisungskette "abzuarbeiten", wenn man in der ersten Instanz keine Hilfestellung bei der Loesung eines Problems erhaelt. Ich denke, dass im Falle einer Kita der Traeger naechster Anlaufpunkt waere.

Euch alles Gute!

Sabine

hallihallo
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von hallihallo »

Hast du denn den Mobbinganführer mal darauf angesprochen ?
Als meine Tochter eine Brille bekam, wurde sie teilweise auch deswegen von einigen geärgert. Ich habe das bei den Erzieherinnen angesprochen und sie haben sich das noch am selben Tag zum Thema gemacht im Rundkreis. Hat definitiv was gebracht und viele fanden ihre Brille auch hübsch, sind aber einfach dem mob gefolgt. ...

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amaria
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von amaria »

Hallo!

Ein anderer Ansatzpunkt: Wie verhält sich eine Mutter, damit sich ihr Kind angemessen verteidigt fühlt? Weder Jungen noch Mädchen wünschen sich, dass ihre Mutter "ratlos" ist, wenn es um die Lösung von Problemen geht. Für Kinder, die aufgrund welcher Umstände auch immer, nicht in der Lage sind, sich gegen Angriffe zu wehren, kann es seelisch zutiefst befriedigend sein, wenn ihre Eltern mit Wut oder Zorn reagieren können. Wenn ein Kind leidet "jeden Pups" aufzuschreiben, kann aus der Sicht eines hilflosen Kindes keine Lösung sein. Ein Kind will zügig und direkt und nicht auf "bidungstechnisch-bürokratische" Weise verteidigt werden.

Noch ein Gedanke: Wie würde ein Vater oder ein dem Jungen wohlgesonnener Mann, in der Situation reagieren? - Ich kann mich an einige Szenen aus dem Kindergarten erinnern, in denen ein Mann ohne Rücksicht auf die Position der Erzieherin kurz und knackig ein paar Worte gesagt hat, wenn ein Konflikt zu lösen war. (Es wirkte!) Taxifahrer, die beispielsweise behinderte Kinder in Kindergärten und Schulen fahren, reagierten meist so prompt, wenn etwas gegen ihren Schützling gesagt wird, dass ein Eingreifen der Erzieherin gar nicht mehr nötig war. An Schulen ist mir öfter aufgefallen, dass der Hausmeister und nicht "Pädagoge Schulrektor" die Autorität für die Jungen war. Und wenn Jungen später deutlich zeigen, dass ihnen "männliches Verhalten" gefällt, kann es sein, dass auch ein Junge im Kindergartenalter, der sich seiner Identität als Junge vielleicht gerade bewusst wird, ein durchsetzungsfähiges Vorbild braucht, um sich gegen eine Opferrolle wehren zu können.

Gern erinnere ich mich daran, wie ein von mir privat betreutes zartes Mädchen, das Angst hatte, es könnte geklaut werden, von mir wissen wollte, was ich dann machen würde. Es war ihr eine Genuugtuung, zu hören, dass ich denjenigen, der versuchen würde sie zu klauen, hauen und verdreschen würde. Und mit der Aussicht, dass ich im Notfall zu ihr hin sprinten würde, traute sie sich dann, in Sichtweite allein bei Straßenmusikanten stehen zu bleiben, während ich ein paar Meter entfernt Gemüse eingekauft habe.

Wie verliefen in der Vergangenheit Gespräche mit der Erzieherin? Ging sie jemals von sich aus auf dich zu, Ratlos und hat um ein Elterngespräch gebeten? War sie oft allein mit den Kindern? Wie reagierten andere Fachkräfte, die schließlich auch in der Gruppe etwas zu sagen haben? Und was sagen die anderen Eltern? Es muss doch einige geben, die nicht wollen, dass ihr Kind sich gegenüber einem anderen Kind so verhält.

Freundliche Grüße

amaria
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Matushka
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von Matushka »

Ja, amaria, ich glaube auch, dass es moeglich ist, dass unter "Maenneraufsicht" etwas weniger gemobbt wird.

Ich habe mittlerweile ja auch massig Theorien gelernt. Wenn aber ein Elternteil davon spricht, "kurz vorm Explodieren" zu stehen, und fragt, ob es fremde Kinder direkt ansprechen kann (vermutlich, weil es sich als Elternteil nicht GEHOERT fuehlt), dann werde ich versuchen, es gerade nicht mit zuvielen eigenen Geschichten zuzutexten -- auch nicht, wenn meine "eigene Geschichte" natuerlich mehr oder weniger indirekt mit einfliesst.

Sondern versuchen, ihm Werkzeuge an die Hand zu geben, die ein konkretes, besonnenes Handeln ermoeglichen.
amaria hat geschrieben:Wenn ein Kind leidet "jeden Pups" aufzuschreiben, kann aus der Sicht eines hilflosen Kindes keine Lösung sein. Ein Kind will zügig und direkt und nicht auf "bidungstechnisch-bürokratische" Weise verteidigt werden.
Ich denke, diese (absichtliche?) Fehlinterpretation meines Beitrages hat sich damit auch erledigt.

Gruss,

Sabine

Matushka
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von Matushka »

hallihallo hat geschrieben:Hast du denn den Mobbinganführer mal darauf angesprochen ?
Ich lehne mich hier noch etwas weiter aus dem Fenster: Doch nicht in der KiTa! Ein fremdes Kind, das in der Obhut einer (oeffentlichen?) Einrichtung betreut wird, darf sicher nicht einfach so angesprochen bzw. zurechtgewiesen werden.

Du schreibst doch selbst, du hast die Erzieherinnen angesprochen -- nicht die Kinder.


Ein fremdes Kind im KiTa-Alter auf eine Konfliktsituation hin anzusprechen, ohne dass die Eltern dabei sind -- klingt fuer mich nach einem absoluten No-Go.

Gruss,

Sabine

Jelka
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von Jelka »

Matushka hat geschrieben:Ich lehne mich hier noch etwas weiter aus dem Fenster: Doch nicht in der KiTa! Ein fremdes Kind, das in der Obhut einer (oeffentlichen?) Einrichtung betreut wird, darf sicher nicht einfach so angesprochen bzw. zurechtgewiesen werden.
[...]
Ein fremdes Kind im KiTa-Alter auf eine Konfliktsituation hin anzusprechen, ohne dass die Eltern dabei sind -- klingt fuer mich nach einem absoluten No-Go.
Wenn es darum geht, "fremde" Kinder in der Einrichtung anzusprechen, sind viele Eltern verunsichert.
Diese Verunsicherung geht teilweise so weit, dass sie bei handgreiflichen Konflikten nicht eingreifen, weil sie sich dazu nicht befugt fühlen.
Ich denke, die Grenze zwischen befugt, erwünscht, berechtigt und "darf nicht sein" ist sehr schmal. Genauso schmal ist die Grenze, wie es angesprochen werden darf.
Aus der Sicht einer Mutter würde ich es nicht schaffen, mich zurück zu halten, wenn ich mein Kind in solch einer Situation erlebe. Ich würde das oder die Kinder ansprechen. Erst Recht, wenn ich das Gefühl habe, ich werde von den Erzieherinnen mit meiner Sorge allein gelassen.
Als Erzieherin sehe ich es eher situationsbedingt. Es gibt Konflikte, die die Kinder (mit unserer Begleitung) wirklich alleine klären sollten.
Haben Eltern ihre Emotionen noch so weit im Griff, dass sie es bei den Kindern in der Situation wirklich nur ansprechen können, finde ich es völlig ok. Sind sie aber emotional schon so involviert, dass sie sich die Kinder "zur Brust nehmen", "rund machen" oder wie auch immer man es bezeichnen möchte, finde ich es grenzüberschreitend.
Insgesamt gibt es immer zwei Seiten.
Johanna hat geschrieben:Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die gesamte Gruppe dein Kind mobbt. Ist es nicht eher so, dass einzelne Kinder diejenigen sind um die es in erster Linie geht? Was natürlich auch sehr schlimm wäre.
Das ist die eine Seite. In der Regel geht es um wenige bis mehrere Kinder einer kleinen Peer­group, aber nicht um die ganze Gruppe. Und oft ist es in dieser Altersstufe so, dass das gemobbte Kind diese Gruppe gut im Blick hat und immer wieder Ansätze macht, dazu zu gehören, statt ihnen aus dem Weg zu gehen, während es andere Kinder kaum interessieren.
Soweit zur einen Seite.
Das bedeutet aber nicht, dass dies ein Freibrief für die anderen ist. Wie Johanna auch schrieb, es ist die "Pflicht der Erzieherinnen das Kindeswohl sicherzustellen - und somit einzugreifen".
Deshalb ist es wichtig, zweigleisig zu fahren.
Die Erzieherinnen sollten deine Sorgen ernst nehmen und dein Kind unterstützen, wozu auch gehört, dass sie Grenzen setzen und es ggf. in der Gruppe zum Thema machen.
Zusätzlich solltest du mit den Erzieherinnen ins Gespräch gehen, wo sie die Anteile deines Kindes sehen und wie du und die Kita dein Kind unterstützen können, aus dieser Situation heraus zu kommen.

Das wäre für mich als Erzieherin der richtige Weg.
Aber so, wie du die Reaktion der Erzieherinnen schilderst, scheint es für dich etwas schwieriger zu werden.
Hast du diese Antworten zwischen Tür und Angel bekommen?
Wenn ja, dann bitte um einen Gesprächstermin. Vielleicht findet ihr im ruhigen Gespräch eine gemeinsame Ebene. Wenn nicht, würde auch ich dir empfehlen, alles zu dokumentieren und zur Not einen Schritt höher zu gehen, bis hin zum Kitawechsel.
Liebe Grüße Jelka

hallihallo
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von hallihallo »

Matushka hat geschrieben:
hallihallo hat geschrieben:Hast du denn den Mobbinganführer mal darauf angesprochen ?
Ich lehne mich hier noch etwas weiter aus dem Fenster: Doch nicht in der KiTa! Ein fremdes Kind, das in der Obhut einer (oeffentlichen?) Einrichtung betreut wird, darf sicher nicht einfach so angesprochen bzw. zurechtgewiesen werden.

Du schreibst doch selbst, du hast die Erzieherinnen angesprochen -- nicht die Kinder.


Ein fremdes Kind im KiTa-Alter auf eine Konfliktsituation hin anzusprechen, ohne dass die Eltern dabei sind -- klingt fuer mich nach einem absoluten No-Go.

Gruss,

Sabine
Der Ton macht die Musik....und ehrlicherweise wäre es mir egal WO ich mich gerade befinde. Es ist auch meine Aufgabe als Mutter mein Kind zu schützen und zu unterstützen, wenn es mit der Situation überfordert ist. Und die Erzieher können nunmal nicht überall sein.
......was hat das überhaupt für eine Wirkung auf den "Mobber" ,wenn es sogar im Beisein der Mutter fröhlich ärgern darf [emoji15] ??

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Matushka
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von Matushka »

Ich wiederhole mich nur, wenn ich sage, dass das doch offenbar schon eine Weile so laeuft. Wieso erzaehlst du mir da, es sei als Mutter deine Aufgabe, dein Kind zu schuetzen?

"Ratlos" ist ja genau deshalb ratlos, weil die Erzieherin sich nicht recht kuemmert, und weil sie (ich vermute, es handelt sich um eine Mutter und nicht um einen Vater) ihr Kind schuetzen will. Zumindest, wenn ich das richtig verstanden habe.

Das Blabla geht mir heute echt auf den Senkel. Hilflosigkeit und Ueberforderung mit den Gegebenheiten, wohin man sieht.

Gruss,

Sabine

hallihallo
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von hallihallo »

Ich erzähle dir das nicht, sondern finde es durchaus verständlich, das man auch "fremde" Kinder (eigentlich kennt man sie doch) anspricht. Erst recht, wenn das eigene Kind betroffen ist. Ich würde aber auch bei einem anderen Kind etwas sagen, wenn ich mir ziemlich sicher bin, das dort "Hilfe" benötigt wird.
Alles andere hat für mich auch etwas von den drei Affen...

....und wir zählen in der kita zu den "einfachen" Eltern :)

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amaria
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Re: Als Mutter andere Kinder anprechen!

Beitrag von amaria »

Hallo!

Wenn im Grundgesetz Art 6 Absatz 2 zu lesen ist "Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft." kann man daraus schließen, dass Eltern nicht verpflichtet sind, im Kindergarten alles kommentarlos hinzunehmen, was sich ereignet. Insofern kann ich mich hallihallo anschließen. Den Vergleich mit den drei Affen finde ich passend.

Was würden Kinder denn lernen, wenn Eltern in Institutionen konsequent auf Einmischungen in die Konflikte der Kinder verzichten würden?

Es kommt darauf an, den richtigen Ton zu treffen - und das gelingt weder Eltern noch Erzieherinnen in jeder Situation. Manchmal sind darum hinterher weitere Erklärungen oder auch mal eine Entschuldigung nötig. (Meine geht an Sabine. Auch wenn mir der Satz mit dem Pubs gefallen hat, hätte ich anders auf ihn eingehen können.)

Gut, dass Ratlos ein wichtiges Thema in unser Forum eingebracht hat. Wie wäre es, wenn wir uns an positive Beispiele erinnern? Ein paar Schilderungen, wie Eltern sich spontan und unspektakulär auf eine uns angenehme Weise in Konflikte der Kinder eingebracht haben? Gerade weil die personelle Besetzung es nicht zulässt, dass Erzieherinnen alles mitbekommen und stets reagieren können - und weil Kinder auch von ihnen weniger vertrauten Erwachsenen Werte vermittelt bekommen können, können wir doch oft froh sein, wenn sich Eltern nicht wie die drei Affen verhalten (müssen). - Für Eltern muss es manchmal eine Qual sein, zu meinen, sie dürften nichts sagen.

Freundliche Grüße

amaria
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