Lügen der Erzieherin

Hier können Eltern ganz allgemein Fragen stellen...
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Mila
Beiträge: 3
Registriert: Mittwoch 7. August 2013, 13:46

Lügen der Erzieherin

Beitrag von Mila »

Guten Morgen,

meine Tochter (1 Jahr) wird seit Anfang September in der Krippe eingewöhnt.

Als ich sie gestern abholte, wurde mir gesagt, wie toll doch alles gelaufen sei und als ich fragte, ob sie geweint hat, wurde dies verneint.
Nun kam heute netterweise eine andere Mutti auf mich zu und erzählte mir, dass meine Tochter gestern früh sehr sehr doll schrie (krabbelte dabei auf dem Boden) und dann einfach schreiend in ihr Stühlchen gesetzt wurde (es war keine Essenszeit).
Das klingt für mich jetzt nicht nach toll gelaufen.

Nun meine Frage an die Eltern unter euch. Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht? Wie habt ihr reagiert?

Die Fragen an die ErzieherInnen. Ist das normal? Also dass den Eltern oftmals nicht die ganze Wahrheit erzählt wird? Ich möchte die Erzieherin auf jeden Fall drauf ansprechen. Wie würdet ihr euch als Erzieher so ein Gespräch vorstellen? Ich möchte ja auch niemanden angreifen.

Vielen Dank.

Liebe Grüße von Mila, die gerade sehr durcheinander ist.

Jelka
Leseratte
Beiträge: 488
Registriert: Freitag 3. Juli 2009, 22:54

Re: Lügen der Erzieherin

Beitrag von Jelka »

Guten Morgen Mila,
ich bin Mutter und Erzieherin. Auch wenn mein Kind schon längst den Kinderschuhen entwachsen ist, kann ich trotzdem noch mitfühlen, wie es dir damit geht.
Die Fragen an die ErzieherInnen. Ist das normal? Also dass den Eltern oftmals nicht die ganze Wahrheit erzählt wird?
Auch wir würden den Eltern sagen, wie es gelaufen ist.
Trotzdem kann es Situationen geben, die den Anschein erwecken, dass "gelogen" wurde.
1. Die Kollegin, mit der du gesprochen hat, bekam die Traurigkeit des Morgens nicht mit und gab dir den Eindruck des Tages wieder.
2. Die Kollegin hat es anders wahrgenommen, weil es dem Kind "in ihren Augen" schnell wieder gut ging.
3. Manche Mütter leiden sehr, wenn sie hören, dass ihr Kind geweint hat. Damit fällt ihnen morgens der Abschied besonders schwer. Um diese Mütter und das Kind zu schützen, erzählen wir es nicht zwischen Tür und Angel, sondern machen es beim nächsten Gespräch zum Thema. Denn dann haben wir mehr Zeit, von allen Seiten darauf einzugehen.
4. Die Mutter, von der du die Info bekommen hast, schätzte die Situation als sehr heftig ein, weil sie selbst darunter litt.
Ich möchte die Erzieherin auf jeden Fall drauf ansprechen. Wie würdet ihr euch als Erzieher so ein Gespräch vorstellen? Ich möchte ja auch niemanden angreifen.
Erstmal vorweg, egal, wie feinfühlig du bist, kann es sein, dass die Erzieherinnen es als Vorwurf auffassen. Das sollte zwar nicht sein, aber auch Erzieherinnen sind menschlich.
Du solltest nicht mit dem Gefühl, angelogen worden zu sein, ins Gespräch gehen. Erkläre eher, dass du verwirrt bist wegen der unterschiedlichen Aussagen und nun gerne wissen möchtest, wie es deiner Tochter tatsächlich geht.
Dazu ist es nötig, dass du dir vorab Gedanken darum machst, ob du wirklich nur ein bisschen durcheinander bist, oder ob dir einfach noch das Vertrauen fehlt. Das wäre nach der kurzen Zeit des Kennens auch völlig normal. Aber es darf das Grundvertrauen, welches mittlerweile schon da sein sollte nicht überschatten. Dass du dir vorher darüber klar wirst, ist sehr wichtig, so wie ich es herauslese, ist die Mutter, die dich informierte "nett", während die Erzieherin "gelogen" hat. Mit dem Gefühl würdest du die Erzieherin schon vorverurteilen, was im Gespräch sicher nicht an ihr vorüber geht.

Meine Fragen an dich ....
Dir wurde gesagt, wie toll alles gelaufen sei. Darauf hast du gefragt, ob sie geweint hat. Der Gesamteindruck der Erzieherin war, dass alles gut gelaufen ist. Warum dann die Frage nach dem Weinen? Ist das Weinen ein Maßstab für Wohlbefinden?
Für mich als Erzieherin ist es kein Widerspruch, wenn ich sage, dass es toll war, auch wenn das Kind (kurze Zeit) geweint hat. Es gibt oft Situationen, in denen Kinder weinen, egal, ob sie in der Kita oder bei den Eltern sind.
Aber als Mutter leide ich mehr, wenn ich höre, dass es meinem Kind kurzzeitig nicht gut ging, als wenn ich selbst dabei gewesen bin. Dabei spielt es meistens keine Rolle, ob es nur ganz kurz war, oder über längere Zeit. Ich fühle mich dann einfach hilflos (ja, auch jetzt noch, obwohl mein Kind schon Erwachsen ist).
Als Erzieherin stelle ich immer weider fest, dass die Frage nach dem Weinen sehr wichtig ist. Und wenn die Kinder erzählen, dass sie traurig waren, bekommen sie besonderes Gehör, besondere Aufmerksamkeit. Das ist auch gut so. Aber die Konzentration sollte nicht darauf liegen, nach Ursachen oder Schuldigen zu suchen, sondern nach Stärkung des Kindes, indem man es z.B. fragt, wie es die Traurigkeit gemeistert hat und lobt, wenn es Lösungen gefunden hat, oder fragen, was ihm zukünftig helfen könnte, solche Situationen zu meistern, wenn es immer noch darunter leidet.

So Mila, ich hoffe, ich habe dich mit der Menge an Infos nicht erschlagen und drück dir die Daumen, dass dass Gespräch gut läuft.
Es wäre schön, wenn du uns zwischenzeitlich mal darüber Informierst.
Liebe Grüße Jelka

Mila
Beiträge: 3
Registriert: Mittwoch 7. August 2013, 13:46

Re: Lügen der Erzieherin

Beitrag von Mila »

Vielen lieben Dank für eure Antworten.

Ich werde nachher beim Abholen nicht von Lüge sprechen. "Verwirrt" ist in dem Fall vermutlich besser. Ich möchte natürlich auch die Sichtweise der Erzieherin hören. Vielleicht war sie ja in der Situation wirklich nicht anwesend. Und es stimmt, ich leide wirklich sehr, wenn mein Kind weint bzw. wenn man dann hört, dass es (zumindest aus Sicht der anderen Mutter) nicht getröstet wurde. Das mal geweint wird, ist natürlich normal, aber mir ist es wichtig, dass einfühlsam damit umgegangen wird. Bisher hatte ich eigentlich einen guten Eindruck von ihren Erzieherinnen und hab sie auch guten Mutes abgegeben.
Jelka hat geschrieben: Warum dann die Frage nach dem Weinen? Ist das Weinen ein Maßstab für Wohlbefinden?
Es ist wichtig für mich, in welcher Situation sie geweint hat. Zum Beispiel beim Einschlafen, weil sie sich verlassen gefühlt hat oder weil sie mich in bestimmten Situationen vermisst (wenn man das so beurteilen kann, sie kann ja noch nicht reden, wird nächste Woche erst ein Jahr alt). Weint sie, weil ihr z.B. jemand was weggenommen hat, würde mich das eher nicht belasten.
Aber als Mutter leide ich mehr, wenn ich höre, dass es meinem Kind kurzzeitig nicht gut ging, als wenn ich selbst dabei gewesen bin. Dabei spielt es meistens keine Rolle, ob es nur ganz kurz war, oder über längere Zeit. Ich fühle mich dann einfach hilflos
So gehts mir auch.

Ich berichte heute Abend mal, wie es gelaufen ist.

Mila
Beiträge: 3
Registriert: Mittwoch 7. August 2013, 13:46

Re: Lügen der Erzieherin

Beitrag von Mila »

Leider wusste die Erzieherin heute Nachmittag nix, weil sie gestern früh leider nicht da war.

Also versuch ich mein Glück morgen früh nochmal.

Liebe Grüße
Mila

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Marlena
Beiträge: 6
Registriert: Dienstag 8. Oktober 2013, 18:06

Re: Lügen der Erzieherin

Beitrag von Marlena »

Hallo Mila,

ich bin mal gespannt, wie das alles verlaufen ist. Ich wäre an deiner Stelle auch etwas unberuhigt, aber wie viele andere schon geschrieben haben: Es kann ja vieles dahinterstecken und vielleicht ist es gar nicht so schlimm. :)

Liebe Grüße,
Marlena
Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.

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