Ein Australier namens Martin MITCHELL gesellt sich zu Euch

Der "Herzlich-Willkommen-Vorstellungsthread"
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Martin MITCHELL
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Ein Australier namens Martin MITCHELL gesellt sich zu Euch

Beitrag von Martin MITCHELL » Sonntag 24. Januar 2016, 03:34

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Hallo alle zusammen …

Ich, Martin MITCHELL, bin ein Ehemaliges Heimkind-WEST, am 28.07.1946 zu staatenlosen Eltern in Berlin-West geboren; ein Senior also; und schon seit ein paar Jahren in Rente jetzt. Ich lebe seit dem 24.03.1964 in Australien.

Seit dem Jahre 2006, ungefähr, bin ich offiziell Mitglied in dem größten deutschen eingetragenen Verein für Betroffene, dem
Verein ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH e.V.).

Ich beschäftige mich schon seit dem Jahre 2003 (nachdem ich mir zu diesem Zeitpunkt erst einmal wieder die deutsche Sprache, sowohl wie Komputernutzung, beibringen musste), beinahe vollzeitig mit dem Thema »Institutionelle Kindesmisshandlung«, d.h. »systematische systemische Misshandlung von Kindern und Jugendlichen in totalen Institutionen / Erziehungseinrichtungen im Nachkriegsdeutschlandjahrzentelang !! (im Westen 1945-1985 mindestens, soweit ich habe feststellen können)«.

Ich, und mehr als eine Millionen deutsche Mädchen und Jungen – Kinder und Jugendliche jeden Alters – haben diese Art der Erziehung der alten Garde der meistens unausgebildeten und völlig untauglichen ‘Erzieher’ und ‘Erzieherinnen’, in diesen totalen Institutionen, an Leib und Seele gespürt und erlitten (das war die gewollte institutionelle Erziehung im Christlichen Abendlande!). „Über eine Millionen“ bezieht sich allein auf Westdeutschland! - In der DRR waren es nochmals ungefähr eine halbe Millionen (das war die von der kommunistischen Elite gewollte institutionelle Erziehung!). Und das weitgehende Schweigen der Gesellschaft zu diesen Erziehungsmethoden war auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze OHRENBETÄUBEND!

Aus meinem damaligen Wunsch Architekt zu werden, ist leider nach meinen Erziehungsheim-Erfahrungen in nachkriegsdeutschen ‘Heimen’ und ‘Anstalten’, und meiner Auswanderung nach Australien mit 17½ Jahren (1964), um diesem Unrecht und Leid in Deutschland zu entkommen, nichts geworden. Akademiker bin ich also nicht; just vielseitiger Handwerker im Baugewerbe ( "Jack of all trades, master of none.", sagen wir hier in Australien ).

Ich hoffe, das heute tätige Erzieherinnen und Erzieher und auch die noch auszubildenden Pädagoginnen und Pädagogen, denen man zukünftig die öffentliche Betreuung von Kindern und Jugendlichen anvertraut aus meiner Geschichte und meinen Beiträgen in diesem Forum – sowohl wie auch anderswo im Internet – etwas lernen können und dadurch zu einer besseren Welt beitragen können. - Mag es ebenso verhindern, dass was all den damaligen Opfern in Deutschland in OST und WEST, in ihrer Minderjährigkeit widerfahren ist, heute nicht wieder geschieht. - Jeder kann sein Bestes tun dazu beizutragen, dass es sich nie wieder wiederholt!

Mit freundlichen Grüßen allerseits aus dem Land DOWN UNDER.

Martin MITCHELL



ANHANG:

Bild

Das bin ich, zweite von rechts im Foto, im Bethel-eigenen FREISTATT IM WIETINGSMOOR im Jahre 1963.

Ein Fallbeispiel aus der damaligen bundesrepublikanischen Fürsorgeerziehung in geschlossener Unterbringung und unter Arbeitszwang (meine eigene Leidensgeschichte, aufgeführt in chronologischer Reihenfolge anhand aktueller Dokumente aus meiner damaligen Fürsorgeakte) ist schon seit vielen Jahren hier zu finden @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ ... _No01.html

Bild

Das bin ich, unten links im Foto, im Bethel-eigenen FREISTATT IM WIETINGSMOOR im Jahre 1963.
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Zuletzt geändert von Martin MITCHELL am Donnerstag 29. Dezember 2016, 01:44, insgesamt 7-mal geändert.
Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit, sie bedarf ständiger Wachsamkeit!“ – MM

Matushka
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Re: Ein Australier namens Martin MITCHELL gesellt sich zu Eu

Beitrag von Matushka » Sonntag 24. Januar 2016, 20:41

Schoen, dass du da bist, Martin!

Gruss aus USA,

Sabine

amaria
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Re: Ein Australier namens Martin MITCHELL gesellt sich zu Eu

Beitrag von amaria » Mittwoch 27. Januar 2016, 12:22

Hallo Martin!

Herzlich willkomen auch von mir. Ich freue mich auf einen Austausch.

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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Re: Ein Australier namens Martin MITCHELL gesellt sich zu Eu

Beitrag von amaria » Dienstag 2. Februar 2016, 21:28

Vorhin hat das ZDF in Frontal 21 einen Beitrag über Heimkinder gebracht, den ich gern von Anfang an gesehen hätte. Eine Frau ging davon aus, dass sie und andere in ihrer Kindheit im Heim Opfer von Medikamentenversuchen geworden sind. Die Lebenserwartung der Heimkinder soll 15 bis 20 Jahre niedriger sein als sie es allgemein ist.

Hat jemand den Beitrag gesehen und kann berichten?

Freundliche Grüße

amaria
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Ein Australier namens Martin MITCHELL gesellt sich zu Euch

Beitrag von Martin MITCHELL » Sonntag 16. Oktober 2016, 02:32

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Folgend auf meine persönliche Vorstellung, veröffentlicht hier am So. 24.01.2016 um 04:34 Uhr in meiner Eröffnung dieses Threads, stelle ich jetzt auch – aus gegebenen Anlass (der seinen Ursprung in einem anderen Forum hat) – auf alle Plattformen wo ich im Internet tätig bin (zugeschnitten auf jede jeweilige Internetplattform), folgenden Hinweis:

Für alle die es interessiert.

Ich nutze das
Forum-fuer-Erzieher.de, sowie jedes andere Forum und jede Social Network Site wo ich mich betätige, ausschließlich zu Bildungs- und Lehrzwecken aller dort Anwesenden über die DIE SCHMERZHAFTE NACHKRIEGSDEUTSCHE GESCHICHTE DER ʹKINDER UND JUGENDHILFEʹ (jahrzehntelang noch „JUGENDWOHLFAHRT“ genannt); und alle Beiträge, die ich jeweilig wo auch immer diesbezüglich tätige und zur Diskussion stelle und jedwede Diskussion an der ich mich beteilige oder die ich versuche anzukurbeln, dienen ausschließlich diesem Bildungs- und Lehrzweck; und ich habe nicht vor irgend etwas daran zu ändern.

Ich betreibe nirgens Werbung und beziehe nicht den geringsten finanziellen Gewinn aus dieser meiner Aufklärungsarbeit/Bildungsarbeit mit der ich jetzt schon dreizehn Jahre lang beschäftigt bin: innerhalb meinen eigenen beschränkten persönlichen Möglichkeiten, Wissen und Können (auch meinem nicht so voll ausgeprägten deutschsprachlichen Können).

Meine Arbeit und wie ich sie ausführe ist überall hochgeschätzt, aber natürlich nicht von jedem, insbesondere nicht von denjenigen die etwas zu verbergen, zu verschweigen und zu verschleiern haben. Gegen Drohungen von Letzteren, und denjenigen die sich mit ihnen verbunden fühlen, jedoch bin ich völlig immun.

gezeichnet

Martin MITCHELL

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Von einigen ist meine Arbeit hochgeschätzt; von anderen nich

Beitrag von Martin MITCHELL » Samstag 28. Januar 2017, 04:33

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Am Donnerstag, 16. November 2016, um 21:37 Uhr, vom »admin« des CHEFDUZEN-FORUM.DE (unaufgefordert und höchst persönlich), im »Heimkinder« Thema, diese Stellungnahme @ http://www.chefduzen.de/index.php?topic ... #msg324221 :
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Ich möchte Martin Mitchell für sein kontinuierliches Engagement für die Sache der Heimkinder danken.
Dieses Forum ist dazu da, denjenigen eine Stimme zu verleihen, die gedemütigt werden und in der öffentlichen Diskussion viel zu wenig vorkommen.

Martin Mitchell hat zahlreiche Gegner, die versuchen ihn zu diffamieren und zu mobben. Ich mußte Leute sperren, die sich gegen die wichtige Aufklärungsarbeit stellten und Anti-Martin-Mitchel Websites betrieben und ihn hier im Forum angriffen und beleidigten.

Die Geschichte der Heimkinder ist ein dunkles und kaum aufgearbeitetes Kapitel Bundesdeutscher Nachkriegsgeschichte. Hier lebte der Faschismus weiter, autoritärer und menschenverachtender Umgang mit jungen Menschen in Institutionen der Kirche und des jungen "demokratischen" Staates.

Ich wünsche Hernn Mitchell Durchhaltevermögen, viele Leser und viel Wirkung seiner Beiträge.

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Und unmittelbar darauffolgend, wenig später, Freitag, 18. November 2016, um 00:37 Uhr, von einem Boardnutzer dort im CHEFDUZEN-FORUM.DE, der sich »Onkel Tom« nennt, ebenso im »Heimkinder« Thema, diese Stellungnahme @ http://www.chefduzen.de/index.php?topic ... #msg324221 :
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Ich finde es auch sehr gut, dass er hartnäckig an der Sache bleibt.
Mittlerweile glaube ich, das die Thematik Heimkinder-Misshandlungen längst unter dem Teppich geraten wären, wenn Martin nicht so fleißig wäre.
Die Behörden und Landschaftsverbände tun sich schwer damit und der Zugang zu Entschädigung und Entschädigungshöhe ist der 2. Punkt, wo sich erkennen lässt, dass die Verantwortlichen des Geschehen [sich] am liebsten so dazu verhalten alles wie eine Laus vom Pelz zu bekommen.

(Typisch D)

Glücklicherweise lebt Martin außerhalb der Greifbarkeit dieses Landes, was garantiert, nicht auf mysteriöse Weise plötzlich mundtot zu sein..

Viel Glück und Kraft zum Weitermachen

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Worauf ich dann auch sogleich, nachdem ich diese ihre jeweiligen Beiträge im CHEFDUZEN-FORUM.DE endeckt hatte, meinen persönlichen Dank ihnen gegenüber ausprach; am Freitag, 18. November 2016, um 05:47 Uhr @ http://www.chefduzen.de/index.php?topic ... #msg324290 :
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Im Gegenzug dem mir gegenüber von »admin« in seinem Beitrag (Beitrag 1116 hier in diesem Thread ^^^) vom Do. 17.011.2016 um 21:37 Uhr und »Onkel Tom« in seinem Beitrag (Beitrag 1117 hier in diesem Thread ^^^) vom Fr. 18.011.2016 um 00:37 Uhr ausgesprochenen DANK und BESTEN WÜNSCHE, möchte auch ich mich bei ihnen beiden für ihre langjährige Unterstützung in dieser Sache bedanken!!

Mit freundlichen Grüßen aus Australien

Martin MITCHELL

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DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

Beitrag von Martin MITCHELL » Samstag 6. Januar 2018, 03:31

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REPORTAGE & DOKUMENTATION (eine Produktion des öffentlich-rechtlichen Senders NORDDEUTSCHER RUNDFUNK) über die westdeutsche Bethel-eigene Fürsorgehölle "FREISTATT" in der auch Martin MITCHELL eingesperrt war und gezwangsarbeitet wurde in den frühen 1960er Jahren, bevor es ihm gelang im Alter von 17 Jahren und 9 Monaten nach Australien zu entkommen/auszuwandern.
Anscheinend wurde diese Dokumentation über "FREISTATT" und über den gleichnamigen Film "FREISTATT" schon mehrmals im Jahre 2017 im deutschsprachigen Fernsehen gezeigt:
"Endstation Freistatt – Das Erziehungslager im Moor" (Mi. 12.04.2017) @
http://www.daserste.de/information/repo ... t-106.html (Länge: 43 Min. und 44 Sek.) (anscheinend auch verschiedentlich auf YouTube verfügbar)

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Endstation Freistatt – Das Erziehungslager im Moor

Bild

@ http://www.daserste.de/information/repo ... baa8ce.jpg

[ Echtes schwarz-weiß Original-Foto des manuellen Torfstechens im Freistätter Wietingsmoor, betitelt: „Heimkinder als billige Arbeitskräfte beim Torfstechen im Moor]

Es ist eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte, die oft unvorstellbaren Lebensbedingungen, unter denen Tausende von Kindern und Jugendlichen in den 1950er- und 1960er-Jahren in kirchlichen Heimen und staatlichen Fürsorgeanstalten aufwuchsen.

Bis heute wird dieses Thema in der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt. Dabei leiden die meisten der ehemaligen Heimkinder noch heute unter den Folgen der teilweise brutalen Züchtigung.

Wer nicht folgte, wurde verprügelt

Eines dieser Häuser war die Anstalt Freistatt im Kreis Diepholz. Abgelegen von der nächsten Ortschaft wurden die Jugendlichen hier als billige Arbeitskräfte in der Schlosserei oder beim Torfstechen im Moor eingesetzt. Wer nicht spurte, wurde von den Diakonen verprügelt und trug fortan selbst beim Kirchgang Kettenhosen, die nur Trippelschritte ermöglichten.

Bis Anfang der 1970er-Jahre herrschten in der Zweigstelle der Bodelschwinghschen Anstalten Bethel [halbwegs zwischen Diepholz und Sulingen, in Niedersachsen, in der Bundesrepuublik Deutschland] diese Zustände. Und noch heute leiden die damals dort "verwahrten" jungen Menschen an den Folgen.

[ Farbfoto eines der jetzt älteren ex-Freistätter Ehemaligen Heimkinder, betitelt: „Wolfgang Rosenkötter, ehemaliger "Zögling" in Freistatt.“ ]

Der Dokumentarfilm erzählt auf berührende Weise die Geschichte von drei ehemaligen "Zöglingen" und zeigt, wie die Zeit in Freistatt ihr Leben bis heute geprägt hat. Wolfgang Rosenkötter ist einer von ihnen. Er verbrachte Ende der 1950er-Jahre 13 Monate in Freistatt. Eine Zeit, von der er heute sagt, dass sie für ihn "die Hölle auf Erden war".

Trauer, Wut und Scham

Mehrmals floh er aus Freistatt zu seinem Vater. Doch der glaubte ihm nicht, wenn er von den schlimmen Erlebnissen berichtete und brachte ihn immer wieder zurück in das christliche Heim. Die Autoritätshörigkeit der Elterngeneration und die aufkeimende Rebellion der Jugendlichen, in Heimen wie Freistatt traten diese Konflikte besonders deutlich zutage.

Parallel zu den persönlichen Lebensgeschichten der ehemaligen Zöglinge skizziert der Film anhand von Archivaufnahmen und Interviews mit Zeitzeugen (darunter unter anderem die ehemalige RAF-Terroristin Astrid Proll) die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit: Wirtschaftswunder und Verdrängung der Nazizeit treffen auf Rock'n'Roll und Jugendliche, die sich als "Halbstarke" gegen die starren Strukturen auflehnen.

Untrennbar mit der 68er-Generation verbunden

Mit der Studentenbewegung kam erstmals auch Kritik an den Verhältnissen in den Kinder- und Jugendheimen auf. Ein besonderer Schwerpunkt des Films liegt dabei auf dem Engagement der späteren RAF-Terroristen Ulrike Meinhof, Andreas Baader und Astrid Proll für die Fürsorgezöglinge. Dabei wird aufgezeigt, dass die Geschichte der Heimkinder auch ein Stück Nachkriegsgeschichte und untrennbar mit der 68er-Generation verbunden ist.

Erst Anfang der 1970er-Jahre veränderten sich im Zuge der allgemeinen Liberalisierung der Gesellschaft auch in Freistatt die Verhältnisse, zu spät für Menschen wie Wolfgang Rosenkötter. Trauer, Wut und Scham darüber, ein Heimkind gewesen zu sein, trägt er noch immer in sich. Doch seit einigen Jahren kann er über die Erlebnisse offen sprechen. Heute ist er als Ombudsmann nicht nur Ansprechpartner für Jugendliche, die in Heimen leben. Auf seiner Lebensgeschichte beruht auch der Spielfilm "Freistatt", der im Sommer 2015 in die Kinos kam.

Ein Film von Sascha Schmidt

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Zuletzt geändert von Martin MITCHELL am Sonntag 7. Januar 2018, 04:54, insgesamt 2-mal geändert.
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DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

Beitrag von Martin MITCHELL » Sonntag 7. Januar 2018, 04:51

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Heute, Sonntag, 7. Januar 2018 – bei 38 Grad Hitze in Adelaide, Süd Australien (gestern waren es sogar 41 Grad!) – habe ich nach 6 Stunden intensiver konzentrierter Arbeit folgenden für alle hilfreichen Beitrag in zwei diesbezüglichen Threads im IMHEIM.DE-Forum getätigt, und zwar genau hier:

i.) getätigt @ http://imheim.de/forum/index.php/Thread ... post108241 (Sonntag, 7. Januar 2018, um 01:59 Uhr); und

ii.) getätigt @ http://imheim.de/forum/index.php/Thread ... post108242 (Sonntag, 7. Januar 2018, um 02:02 Uhr).

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Extensive und detaillierte – ergänzende – Information zu diesem seit 1899 bestehenden Bethel-eigenen 'Heim' „Diakonie Freistatt“ / „Freistatt“ / „Anstalt Freistatt“ / „Evangelisch-lutherische Fürsorgehölle Anstalt Freistatt“ / „Freistatt im Wietingsmoor“ / zu dieser „niedersächsischen Fürsorgehölle im Moor“ ist auch im HEIMKINDER-FORUM.DE zu finden:

1.) im am Sonntag, 25. Mai 2008, um 00:05 Uhr, von Boardnutzerin »suza70« eröffneten Thread »Freistatt Diakonie Freistatt Bethel« @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.ph ... tt-Bethel/ (Seither sind dort viele Seiten mit diesbezüglicher wichtiger Information gefüllt und zusammengetragen worden! – (Bis zum heutigen Tag wurden dort insgesamt 224 diesbezügliche Beiträge verfasst!) (Und eine Kopie dieses Beitrags wird der 225. Beitrag sein in diesem dortigen FREISTATT-Thread!);

2.) im am – am Mittwoch, 11. März 2013, um 14:12 Uhr, von Boardnutzer »martini« eröffneten Thread »Weiterer Spielfilm bezüglich "HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT" in der BRD, d.h. in „Westdeutschland“, dem „unmenschlichen System“ der nachkriegsdeutschen »Fürsorgeerziehung«.« (bezüglich KINOFILM »VON JETZT AN KEIN ZURÜCK«, von Christian Frosch) @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.ph ... „Westdeut/ (Bis zum heutigen Tag wurden dort insgesamt 27 diesbezügliche Beiträge verfasst!);

3.) im am Sonntag, 15. Februar 2015, um 01:42 Uhr, von Boardnutzer »martini« eröffneten Thread »KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD (beginnt 12. März 2015)« (bezüglich dem KINOFILM »VON JETZT AN KEIN ZURÜCK«, von Christian Frosch) @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.ph ... März-2015/ (Bis zum heutigen Tag wurden dort insgesamt 24 diesbezügliche Beiträge verfasst!);

4.) im am Donnerstag, 28. Mai 2015, um 00:43 Uhr, von Boardnutzer »martini« eröffneten Thread »KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT« (bezüglich dem KINOFILM »FREISTATT«, von Marc Brummund) @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.ph ... FREISTATT/ (Bis zum heutigen Tag wurden dort insgesamt 106 diesbezügliche Beiträge verfasst!);

5.) im am Mittwoch, 23. März 2016, um 08:52 Uhr, von Boardnutzer »martini« eröffneten Thread »Dünne (Stadtteil von Bünde), Kinderheim WIESENHOF und HEIMSTÄTTE in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren« ) (ein Thread, wie sich herausstellt, bezüglich einem vormaligen langjährigen Heimleiter der „Anstalt Freistatt“: »Leiter derErziehungsanstalt Freistatt“, notiert als „Theologischer Geschäftsführer der Diakonie Freistatt 1990 bis 1999“« @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.ph ... 50er-1960/ (Bis zum heutigen Tag wurden dort insgesamt 27 diesbezügliche Beiträge verfasst!);

6.) im am Montag, 25. Mai 2015, um 01:55 Uhr, von Boardnutzer »Kahuna« eröffneten Thread »Sulingen Freistatt im Moor« @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.ph ... t-im-Moor/ (Bis zum heutigen Tag wurden noch keine weiteren diesbezüglichen Beiträge in diesem Thread verfasst.);

7.) im am Montag, 16. Januar 2017, um 22:36 Uhr, von Boardnutzer »Ulli« eröffneten Thread »Freistatt« @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.ph ... Freistatt/ (Bis zum heutigen Tag wurden dort insgesamt 40 Beiträge verfasst!); und

8.) im am Montag, 15. Mai 2017, um 13:24 Uhr, von Boardnutzer »mbugu« eröffneten Thread »Verlorener Verstand« @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.ph ... -Verstand/ (Bis zum heutigen Tag wurden dort insgesamt 22 diesbezügliche Beiträge verfasst!).

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Zuletzt geändert von Martin MITCHELL am Montag 8. Januar 2018, 08:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ein Australier namens Martin MITCHELL gesellt sich zu Euch

Beitrag von amaria » Sonntag 7. Januar 2018, 09:49

Hallo Martin!

Dir möchte ich von Herzen ein frohes und gutes neues Jahr wünschen! Es wird wichtig bleiben, dass du deine Aufklärungsarbeit fortsetzt und dass andere deine Informationen auf sich wirken lassen.

Zu gern glaubt die Mehrheit der Erzieher/innen auch heute noch, alles was sie als Fachkräfte mittragen, sei für Kinder und Jugendliche zumutbar oder gar gut und richtig. Auch 2017 haben wieder einige engagierte Menschen, die von besseren Kindergärten träumen und etwas für bessere Kindergärten tun wollten, aufgegeben. Warum? Ich gehe davon aus, dass ein gefühltes öffentliches Desinteresse und auch mangelnde Unterstützung durch Berufskollegen oder die eigene Berufsgruppe entscheidend waren.

Es wäre schön, wenn Andreas Ebenhöh sich wieder umbesinnen würde. Der Name sagt dir nichts. Er ist auch nicht wichtig für dich, seine Texte zu kennen. Erzieher/innen aber sollten ihn sich schon merken. Aber diese Berufsgruppe ist nun mal wie sie ist. Überwiegend unbeweglich. - Dabei ginge es auch anders!

Nochmals danke für dein ausdauerndes Engagement!

Angelika
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DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

Beitrag von Martin MITCHELL » Montag 8. Januar 2018, 21:42

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NUTZFUND:

Ich habe gerade noch zwei weitere schwarz-weiß Original-Fotos – zwei historische Fotos – der Torfgewinnung und Torftransportation in Freistatt im Internet gefunden. Man kann diese Original-Fotos, dort, wo ich ich sie gefunden habe, mit einem einzigen Klick, auch ganz, ganz groß vergrößern! Und dies sind zwei weitere Fotos, die man natürlich ebenso „Heimkinder als billige Arbeitskräfte bei der Torfgewinnung im Moor“ betiteln kann.


Bild

@ https://www.nordmedia.de/images/cut/798 ... 0Moor2.jpg

Bild

@ https://www.nordmedia.de/images/cut/798 ... 0Moor3.jpg

Und diese beiden zusätzlichen Fotos waren bisher nur hier im Internet zu finden:

@
https://www.nordmedia.de/pages/service/ ... index.html


Wer diese Fotos wann aufgenommen hat ist heute nicht mehr festzustellen.

Seither (gestern) habe ich aber dafür gesorgt, dass sie auch an so einigen anderen Stellen im Internet zu finden sind!

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Beitrag von Martin MITCHELL » Mittwoch 11. April 2018, 05:21

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Was hielt man von diesem Film "FREISTATT" in der unmittelbaren Nachbarschaft des aktuellen Tatorts „Freistatt“ (in Diepholz, ca 20km entfernt von „Freistatt“) ??

DIE FOLGENDE BERICHTERSTATTUNG WURDE ERST JETZT, IM JAHRE 2018, VON MIR ENTDECKT:

QUELLE: MK - Kreiszeitung.de @ https://www.kreiszeitung.de/lokales/di ... 2837.html
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[ Foto zeigt die Kinobesucher im eingentlichen Kinobesuchersaal im „Central Cineworld“ in Diepholz, Niedersachsen ]

Entsetzen und Sprachlosigkeit im Publikum

Film „Freistatt“: „Ein dunkles Kapitel vor unserer Haustür“

29.06.2015

Diepholz - Von Simone Brauns-Bömermann. Nein, es war keine per Internet aufgewiegelte Volksmenge am Samstagabend an der Wellestraße in Diepholz. Es war der offizielle Start des Films „Freistatt“. Die Schlange vor dem „Central Cineworld“ reichte bis zum Alten Rathaus. Statt der geplanten Vorstellung wurden es gleich zwei Vorstellungen in vier Sälen mit insgesamt 450 Besuchern.

Keineswegs eine erfundene Geschichte, sondern erschreckende Realität, wie den Kinobesuchern spätestens klar wurde, als eben jener Wolfgang Rosenkötter vor die Leinwand trat. Das ehemalige Heimkind war mit Regisseur Marc Brummund und Rüdiger Scholz, Leiter der Jugendhilfe Bethel im Norden, zur Premiere nach Diepholz gekommen, um Fragen der Besucher zu beantworten.

Freistatt: Insassen erleiden seelischen und körperliche Qualen

Das Bild im Saal nach der Präsentation des erschütternden Films über die grausamen seelischen und körperlichen Qualen der ehemaligen Insassen von Freistatt in den 1950er- bis 1970er-Jahren sprach Bände: Verweinte Männergesichter, gebrochene starre Blicke und kollektiver Schockzustand.

„Leider kann ich keine Entwarnung geben, der Film ist haaresbreit an der Realität“, brachte Rüdiger Scholz mit Kloß im Hals heraus. Zustimmendes Nicken bei Regisseur Brummund. Nach den Erinnerungen von Heimkind Rosenkötter wäre es noch viel schlimmer gewesen, „doch hätte man das szenisch gezeigt, hätte das Publikum uns das nicht abgenommen“, erläuterte der Regisseur.

„Ich war 15 Monate im Haus Moorhort in der Jugendanstalt Freistatt“, berichtete Rosenkötter, der heute als Vertrauensmann für Heimkinder tätig ist. Der gebürtige Bielefelder konnte damals aus Freistatt fliehen, kehrte aber nie nach Hause zurück und schlug sich bis zur Volljährigkeit durch. Die Qualen trug er Jahrzehnte mit sich herum. Der Name „Freistatt“ sei im höchsten Grad zynisch, unerträglich und perfide, erklärte Rosenkötter rückblickend.

Das besagte Haus Moorhort wurde Originalschauplatz im Film. Es entpuppte sich als ein Hort der Quälerei, ein Guantanamo für junge Wilde. Das Moor mit seinen natürlichen Barrieren machte die Flucht für Insassen unmöglich. Es war ein Idyll mit Weite, aber eben nicht für die „Freistattler“ unter Anstaltsleiter Brockmann, der sich über die NS-Zeit erfolgreich gerettet hatte und sie weiterlebte.

Parallelen zu den nur gut 20 Jahre früheren Arbeitslagern mit Tor-Inschriften wie „Arbeit macht frei“ drängen sich auf. Hinter den Mauern der kirchlichen Fürsorgeanstalt herrschte noch der alte Geist, während draußen langsam die Zeichen auf Flower-Power und Freedom standen.


Es sei noch schlimmer gewesen

„War es wirklich so schlimm oder schlimmer?“, lautete eine Frage aus dem Saal. „Schlimmer! Teils wurden Kopfgelder auf uns Jungs ausgesetzt. Wir wurden verliehen als Leiharbeiter und erlitten Qualen, die uns innerlich brachen“, berichtete Rosenkötter. „Es ist unglaublich, dass dieses dunkle Kapitel hier vor unserer Haustür geschah“, meinte Erik Lange aus Diepholz, dessen Sohn Rune als Statist im Film mitgewirkt hatte.

Als ihre Sprache wiederkam, meldete sich eine Erzieherin aus dem Publikum in Richtung Rosenkötter zu Wort: „Ich verneige mich vor ihrem Mut, bin tief gedemütigt und hoffe, dass ich noch nie Schutzbefohlenen Leid unterbewusst angetan habe.“

Wer nach dem Film wirklich noch ertragen konnte, wie es mit dem Heimkind weiterging, konnte den echten Wolfgang Rosenkötter dazu befragen. Viele Besucher waren jedoch zu beschämt von so viel Unrecht und Grausamkeit an Schutzbefohlenen.

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Ich selbst war in „Freistatt“ in »Gruppe 1, Haus Neuwerk«, in 1963/64, und musste dort, wie im Film und in der Dokumentation gezeigt, unentgeldlich für die „von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel“ / die „Diakonie“ / die „Evangelisch-Lutherische Kirche“ / die „Evanglische Kirche in Deutschland“ („EKD“) im Moor malochen, d.h. Zwangsarbeit leisten, before es mir im März 1964, im Alter von 17 Jahren und 9 Monaten gelang nach Australien auszuwandern, um mich dort meinen Eltern, die schon im Jahr 1962 ausgewandert waren, anzuschließen.
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