Wer darf als nächstes mitspielen?

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Erzieherin1905
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Wer darf als nächstes mitspielen?

Beitrag von Erzieherin1905 »

Huhu,

ich habe demnächst ein Praxisbesuch. Hier muss ich einen Freispielimpuls einführen. Ich habe mich für den magischen Sand entschieden. An dem Tisch, wo es stattfinden wird, können jedoch nur 4-5 Kinder sitzen. Es kann vorkommen, dass mehrere Kinder mitspielen wollen. Hier werde ich sagen, dass sie nacheinander spielen können. Doch wie können wir uns darauf einigen, wer als nächstes dran kommt? Ich könnte ganz simple "Wer zuerst kommt, malt zuerst" machen. Doch dann können die Kinder frustriert sein, weil sie schon sehr lange warten aber zu langsam waren und nicht als erster am Platz waren.
Ich habe mir auch überlegt Gruppen zu bilden. Doch dann können die Kinder nicht frei bestimmen, wie lange sie spielen wollen. Somit werden sie entweder aus dem Spiel gerissen oder gezwungen, da zu sitzen.
Habt ihr hierfür einige Ideen für mich?

Liebe Grüße :)
Jelka
Schriftsteller
Beiträge: 605
Registriert: Freitag 3. Juli 2009, 22:54

Re: Wer darf als nächstes mitspielen?

Beitrag von Jelka »

Hallo Erzieherin1905,
schön, dass du dir so viele Gedanken machst.
Egal, wie du es machst, müssen Kinder warten.
Du könntest eine Liste anlegen, auf der du die Kinder einträgst, die sich dafür melden. Eintragen würde ich die Kinder in der Reihenfolge, wie sie sich gemeldet haben, auch wenn du Sorge hast, dass sie dann enttäuscht sein könnten, weil sie so lange warten müssen.
Das Warten gehört für uns alle zum Alltag. Wir warten an der Kasse, wir warten auf die Bahn, wir warten beim Arzt etc. So ist es auch bei Kindern. Sie warten darauf, dass die Rutsche frei wird, beim Essen warten sie, bis sie die Schüssel bekommen, sie warten darauf, abgeholt zu werden...
Für enttäuschte Kinder solltest du Verständnis zeigen und ihnen versichern, dass der Zaubersand nun öfter bereit gestellt wird. Das wird nicht unbedingt ein Trost sein, aber auf Dauer lernen die Kinder, dass Warten dazu gehört.
Die Liste hat den Vorteil, dass die Kinder immer wieder nachfragen können, wann sie dran sind. Dann kannst du die Reihenfolge vorlesen. So wissen die Kinder zwar nicht, wie lange es dauert, haben aber selbst im Blick, welche Kinder vor ihnen dran sind.
So bekommen sie nicht das Gefühl, dass du für die Entscheidung verantwortlich bist, sondern die Liste.
Und wenn es an dem Tag nicht mehr klappt, bleiben sie auf der Liste für die nächste Aktion mit dem Zaubersand.
Ich benutze solche Listen täglich und die Kinder haben sich daran gewöhnt. Mittlerweile gehen die meisten Kinder beruhigt ins Spiel, weil sie wissen, dass ich sie hole, wenn es so weit ist. Sind sie dran, weise ich sie darauf hin. Und dann können sie selbst entscheiden, ob sie ihr Spiel dafür unterbrechen möchten oder lieber weiter spielen wollen. Wenn sie weiter spielen möchten, bleibt ihr Name auf der Liste, so dass sie auch später noch die Möglichkeit haben, an der Aktion teil zu nehmen, sobald ein Platz frei wird.
Liebe Grüße Jelka
sanne
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Re: Wer darf als nächstes mitspielen?

Beitrag von sanne »

Ich habe letztens beim St Martinsgänse folgendes gemacht da viele Kinder den Teig kneten wollten.

Mitten auf den Tisch habe ich eine Sanduhr gestellt und solange wie der Sand durchgelaufen ist durften sie kneten. Danach kam das nächste Kind. In diesem Fall war es eine Minute. Beim Zaubersand würde ich länger machen. Auch die Kinder die nicht dran waren hatten etwas zu schauen.

Es hat sehr gut funktioniert und würde ich in einer ähnlichen Situation wieder so machen.
Erzieherin1905
Beiträge: 3
Registriert: Dienstag 23. November 2021, 22:35

Re: Wer darf als nächstes mitspielen?

Beitrag von Erzieherin1905 »

Jelka hat geschrieben: Mittwoch 24. November 2021, 08:05 Hallo Erzieherin1905,
schön, dass du dir so viele Gedanken machst.
Egal, wie du es machst, müssen Kinder warten.
Du könntest eine Liste anlegen, auf der du die Kinder einträgst, die sich dafür melden. Eintragen würde ich die Kinder in der Reihenfolge, wie sie sich gemeldet haben, auch wenn du Sorge hast, dass sie dann enttäuscht sein könnten, weil sie so lange warten müssen.
Das Warten gehört für uns alle zum Alltag. Wir warten an der Kasse, wir warten auf die Bahn, wir warten beim Arzt etc. So ist es auch bei Kindern. Sie warten darauf, dass die Rutsche frei wird, beim Essen warten sie, bis sie die Schüssel bekommen, sie warten darauf, abgeholt zu werden...
Für enttäuschte Kinder solltest du Verständnis zeigen und ihnen versichern, dass der Zaubersand nun öfter bereit gestellt wird. Das wird nicht unbedingt ein Trost sein, aber auf Dauer lernen die Kinder, dass Warten dazu gehört.
Die Liste hat den Vorteil, dass die Kinder immer wieder nachfragen können, wann sie dran sind. Dann kannst du die Reihenfolge vorlesen. So wissen die Kinder zwar nicht, wie lange es dauert, haben aber selbst im Blick, welche Kinder vor ihnen dran sind.
So bekommen sie nicht das Gefühl, dass du für die Entscheidung verantwortlich bist, sondern die Liste.
Und wenn es an dem Tag nicht mehr klappt, bleiben sie auf der Liste für die nächste Aktion mit dem Zaubersand.
Ich benutze solche Listen täglich und die Kinder haben sich daran gewöhnt. Mittlerweile gehen die meisten Kinder beruhigt ins Spiel, weil sie wissen, dass ich sie hole, wenn es so weit ist. Sind sie dran, weise ich sie darauf hin. Und dann können sie selbst entscheiden, ob sie ihr Spiel dafür unterbrechen möchten oder lieber weiter spielen wollen. Wenn sie weiter spielen möchten, bleibt ihr Name auf der Liste, so dass sie auch später noch die Möglichkeit haben, an der Aktion teil zu nehmen, sobald ein Platz frei wird.
Hallo Jelka,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Deine Idee hört sich sehr gut an. Doch wir müssen die Verantwortung nach der Einführung des Freispielimpulses an die Kinder übergeben. Das heißt, dass ich den Impuls einführe und anschließend mich so wenig wie möglich einmische. Somit gebe ich auch einem Kind die Verantwortung, den Kindern, die danach ins Spiel kommen die Regeln etc. zu erklären. Wenn das Kind nicht mehr mit dem Sand spielen möchte, darf sie die Verantwortung an ein anderes Kind übergeben, welches die Kinder, die neu dazu kommen, aufklärt. Somit gibts einen Teufelskreis und die Kinder brauchen mich nicht. Ich darf natürlich eingreifen, wenn ich merke, dass sie Hilfe brauchen oder etwas gerade nicht klappt.
Ich könnte evtl. eine Liste für die Kinder basteln, wo sie sich mit ihren Bildkärtchen anmelden und dann wissen sie bescheid, wer vor ihnen ist und wer danach. So kann das Kind, welches mit dem Spielen aufhört, das Kind aufrufen, welches danach dran kommt. Doch wir haben 50 Kinder in der Einrichtung, weswegen dies etwas schwer umsetzbar ist mit den Bildkärtchen.

Ich frage meine Anleiterin trotzdem mal, ob deine Idee umsetzbar wäre. Für den Alltag hört sich die Idee super an. Doch ich weiß nicht wie meine Lehrerin darauf reagieren würde.

Vielen Dank! :)
Erzieherin1905
Beiträge: 3
Registriert: Dienstag 23. November 2021, 22:35

Re: Wer darf als nächstes mitspielen?

Beitrag von Erzieherin1905 »

sanne hat geschrieben: Mittwoch 24. November 2021, 09:06 Ich habe letztens beim St Martinsgänse folgendes gemacht da viele Kinder den Teig kneten wollten.

Mitten auf den Tisch habe ich eine Sanduhr gestellt und solange wie der Sand durchgelaufen ist durften sie kneten. Danach kam das nächste Kind. In diesem Fall war es eine Minute. Beim Zaubersand würde ich länger machen. Auch die Kinder die nicht dran waren hatten etwas zu schauen.

Es hat sehr gut funktioniert und würde ich in einer ähnlichen Situation wieder so machen.
Hallo Sanne,
vielen Dank für deine Antwort. Ich möchte die Kinder so wenig wie Möglich unterbrechen. Doch so eine Sanduhr ist auch nicht übel. Somit werden sie nicht abrupt aus dem Spiel gerissen, sondern können sich darauf vorbereiten. Ich müsste dann nur gucken, dass ich Gruppen bilde und die Zeit nicht so kurz halte. Doch wenn ein Kind nicht mehr spielen möchte und geht, gibts einen freien Platz. Wüsste nicht, was ich dann mit dem freien Platz machen sollte, denn das neue Kind, welches neu dazu kommt, hat dann nicht mehr so viel Zeit zum Spielen. Ich weiß auch, dass manche Kinder das Kneten, die Wahrnehmung und zur Ruhe kommen mehr brauchen, als manch andere Kinder. Deswegen würde ich sehr ungerne die Kinder aus dem Spiel rausreißen wollen. Manchen Kindern reichen ja 5 Minuten und manchen 25 Minuten. So wüsste ich nicht, wie sinnvoll eine Gruppe ist. Die Kinder sollen schließlich selbst entscheiden können, wie lange sie im Freispiel damit spielen wollen und wann sie gehen.

Vielen Dank! :)
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