Eure Informationsquellen

Matushka
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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von Matushka » Dienstag 9. September 2014, 13:48

Julia, kann aber auch gut sein, dass Svenja hier etwas mitgenommen hat. Ich hatte schon den Eindruck, dass sie diesen Austausch nicht schnell vergessen wird. Doktorandin hin oder her. ;-)

:dd: :bussi:

Sabine

amaria
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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von amaria » Dienstag 9. September 2014, 14:15

Hallo Sabine,

Ist es in Amerika auch üblich, dass sich Wissneschaftler nicht darum scheren, was in den Fachforen der nicht akademisch gebildeten Fachkräfte geschrieben wird? Es wäre schön, wenn es dort anders wäre. Dann könnten wir unsere Bildungswissenschaftler darauf hinweisen und sie hätten einen Anreiz, etwas zu begreifen, was sie in den Büchern ihrer Kollegen wirklich nicht zu lesen und auf Kongressen nicht zu hören bekommen.

Ich kann Julia gut verstehen und bin auch dafür, dass sich hier einmal Wissenschaftler und anerkannte Experten vorstellen. So wie Kinder ohne unser Zutun laufen lernen, könnten doch auch die, die für ihre Unterstützung und Mitwirkung am Betreuungsplatzausbau viel mehr Geld und soziale Anerkennung erhalten als wir, hier zumindest mal einige intelligente Fragen stellen.

Es ist es doch nicht unrealistisch, davon auszugehen, dass einige Bildungsexperten über die Suchfunktion der Foren schon mitbekommen haben, was über sie und ihre Arbeit gepostet wurde. Oder? Dank Svenja ist auf jeden Fall schon mal was durchgesickert.

Freundliche Grüße

amaria
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Matushka
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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von Matushka » Dienstag 9. September 2014, 14:40

amaria hat geschrieben:Hallo Sabine,

Ist es in Amerika auch üblich, dass sich Wissneschaftler nicht darum scheren, was in den Fachforen der nicht akademisch gebildeten Fachkräfte geschrieben wird?
:kicher: Klar! Ueberwiegend sicher. Wieso sollten sie sich darum scheren? Wenn sie schon Wissenschaftler sind, haben sie es geschafft. Sie gehoeren zu den sog. Experten, die auf den Plan gerufen werden, wenn es z.B. etwas Grosses zu entscheiden gibt.

In meinem jetzigen Studiengebiet, den Verwaltungswissenschaften, wird allerdings immer wieder dafuer geworben, die verschiedenen "Silos" der Fachbereiche zu vernetzen. Ich habe z.B. mehrmals das Challenger-Desaster der NASA durchgenommen -- welches allem Anschein nach zu vermeiden gewesen waere, wenn Management sich mit den Meinungen der Ingenieure und Fachleute am Boden auseinander gesetzt haette. Das Beispiel hat natuerlich mit der Bildungspolitik nichts direkt zu tun. Das Prinzip ist aber das gleiche.

In den deutschsprachigen Medien taucht die Thematik in regelmaessigen Abstaenden auf, wenn in bereits vom Jugendamt betreuten Familien Tragoedien passieren. "Wie konnte das passieren?" -- dieser Aufschrei fuehrt oft zu der Antwort "Mangelnde Vernetzung der betroffenen Fachbereiche".

Einer meiner Profs sagt, unsere Uni bilde "Arbeitspferde" aus und keine "Dressurpferde". Manche Uni-Lehrende koennen also durchaus differenzieren.
Ich kann Julia gut verstehen und bin auch dafür, dass sich hier einmal Wissenschaftler und anerkannte Experten vorstellen. So wie Kinder ohne unser Zutun laufen lernen, könnten doch auch die, die für ihre Unterstützung und Mitwirkung am Betreuungsplatzausbau viel mehr Geld und soziale Anerkennung erhalten als wir, hier zumindest mal einige intelligente Fragen stellen.
Obsessives Draengen wird m.E. eher dazu fuehren, dass vor Foren wie diesen Reissaus genommen wird. Es gibt in der Forschung zig Moeglichkeiten, sich Meinungen einzuholen. Dabei stehen z.B. Effizienz und Resourcenmanagement im Vordergrund. Ich lerne gerade ueber diese Dinge und muss mit einigen Semesterpartnern demnaechst eine eigene Evaluation fuer ein bestehendes Programm durchfuehren.
Es ist es doch nicht unrealistisch, davon auszugehen, dass einige Bildungsexperten über die Suchfunktion der Foren schon mitbekommen haben, was über sie und ihre Arbeit gepostet wurde. Oder? Dank Svenja ist auf jeden Fall schon mal was durchgesickert.
Wissenschaftler lassen, wie du siehst, teilweise recherchieren, anstatt dies nur selbst zu tun. Du musst auch beachten, welcher Rahmen durch das DIPF moeglicherweise vorgegeben ist: http://www.dipf.de/en/dipf-news/news

Es ist ein internationales Institut -- keine Ahnung, wer Auftraggeber, wer die Sponsoren sind.

Die Welt ist nicht schwarz-weiss. ;-) Mehr als etwas anregen kannst du nicht.

Gruss,

Sabine

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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von Juliala » Dienstag 9. September 2014, 15:04

Hallo Sabine,

also wenn gestandene Wissenschaftler reißaus nehmen und sich somit schnell aus der Fassung bringen lassen, dann weiß ich nicht, was ich davon halten soll.
Ich gehe davon aus, dass Professoren, Wissenschaftler, Forscher und sonstige Leute aus den sogenannten hohen akademischen Reihen fest mit beiden Beinen im Leben stehen und nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn hier Kritik und Forderungen geäußert werden.
Was würde wohl passieren, wenn wir Erzieher bei jedem aufgestülpten Schmarrn gleich reißaus nehmen würden?
Dann würde hier alles zusammenbrechen.
Ja, vielleicht sollten wir endlich mal reißaus nehmen, schließlich werden auch wir bedrängt und gegängelt.
Ich wünsche mir, dass dieses System endlich mal so richtig schön kollabiert und die Erzieher für Wochen deutschlandweit ihre Arbeit verweigern.

Ja, ich bin ungeduldig. Ich habe wirklich keine Lust mehr, ständig vertröstet zu werden und zu warten. Geduldig war ich zwei Jahrzehnte und ich habe so manchen überdimensionalen Mistbrocken geschluckt. Gebracht hat es NICHTS!

Ich bin aber auch ziemlich sicher, dass Svenja etwas mitgenommen hat.

Sabine, ich finde es übrigens gut, dass du dich hier im Forum beteiligst.

Julia
Erziehung: einen Kopf drehen, bis er verdreht ist - natürlich auf den neuesten Stand.“
―Karlheinz Deschner

Matushka
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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von Matushka » Dienstag 9. September 2014, 15:17

Juliala hat geschrieben:also wenn gestandene Wissenschaftler reißaus nehmen und sich somit schnell aus der Fassung bringen lassen, dann weiß ich nicht, was ich davon halten soll.
Ich kann mich ja auch irren. Was weiss ich. :c090: Es mag mit den Personen an sich aber wenig zu tun haben.

Wer naemlich mit Geldern forscht, die er nicht selber stellt, muss sich an Vorgaben halten. Und Effizienz ist nun mal das Gebot der Stunde in klammen Zeiten.

Bei der Recherche, die wir Studis gerade an meiner Uni betreiben, wenden wir uns gezielt an Programm-Leiter mit der Botschaft: "Was wolltet Ihr schon immer mal ueber Euer Programm rausfinden? --Und Hallo: Es ist GRATIS!". Und die Leute springen darauf an. Besser eine Studentengruppe, die in echter Evaluation angeleitet wird, als gar keine Evaluation -- oder eine aus eigener Tasche.

Das DIPF, in dem Svenja arbeitet, gibt zumindest an, u.A. auf Evaluation zu setzen.
Das DIPF generiert Wissen über Bildung und prüft seinen Realitätsbezug und seine Gültigkeit.
Das DIPF ordnet, bewahrt, dokumentiert und transferiert Wissen über Bildung und stellt es für unterschiedliche Bezugsgruppen und Öffentlichkeiten bereit.
Das DIPF bewahrt und dokumentiert Wissen über Bildung aus historischer Perspektive.
Juliala hat geschrieben:Sabine, ich finde es übrigens gut, dass du dich hier im Forum beteiligst.
Danke, das freut mich!

Gruss,

Sabine

amaria
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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von amaria » Dienstag 9. September 2014, 17:57

Matushka hat geschrieben:
Juliala hat geschrieben:also wenn gestandene Wissenschaftler reißaus nehmen und sich somit schnell aus der Fassung bringen lassen, dann weiß ich nicht, was ich davon halten soll.


Wer naemlich mit Geldern forscht, die er nicht selber stellt, muss sich an Vorgaben halten. Und Effizienz ist nun mal das Gebot der Stunde in klammen Zeiten.
Wenn Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen über einen Bereich möglichst alles würden wissen wollen, dann wäre es nur zu natürlich, wenn sie sich in ihrer Freizeit hier umschauen würden. Für Wissensdurstige gibt es hier doch einige Informationen "zu schlucken".
:pfiff:
Aber wenn sie sich an Vorgaben halten und gefälligkeitshalber "Erkenntnisse" liefern, die von ihnen gewünscht oder erwartet werden, dann kann von "Wissenschaft" sowieso nicht mehr gesprochen werden.
Erbsenzählen in Abhängigkeit ist eine Dienstleistung.

Von uns Erzieherinnen wird erwartet, dass wir in unserer Freizeit Fachliteratur lesen. Und viele tun es auch! Demgegenüber scheint das Desinteresse auf der "gebildeten" Seite an dem, was Erzieherinnen zu sagen haben, deutlich geringer zu sein.

Julias Unmut kann ich gut verstehen. Dass Erzieherinnen weiterhin alles, was ihnen zugemutet wird, über sich ergehen lassen, kann keine Lösung sein.

Sabine, ich finde es auch gut, dass du hier immer wieder wirklich präsent bist. Aber auf deutsche Eltern bezogen hinterlässt dein Interesse einen schalen Nachgeschmack. Müssten sich nicht auch mehr Eltern aktiv in ein Forum einbringen, dass ausdrücklich Eltern offen steht?

Alles Gute!

Angelika
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Matushka
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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von Matushka » Dienstag 9. September 2014, 18:09

amaria hat geschrieben:Aber auf deutsche Eltern bezogen hinterlässt dein Interesse einen schalen Nachgeschmack.
Mein Interesse ist ja nicht nur Eltern-Interesse, Angelika. Viele Jahre lang habe ich tatsaechlich das feste Ziel gehabt, professionell erzieherisch taetig zu sein. Ich wollte unbedingt Heilerziehungspflegerin werden. Heute finde ich es anregend, das neu Gelernte mit meinem "alten Wissen" zu verbinden.

Dass wissenschaftlich Taetige ein klare Grenzziehung zwischen Arbeit und Privat vornehmen, halte ich fuer sinnvoll. ;-)

Ich moechte auch immer mal wieder fuer Eltern allgemein eine Lanze brechen! In Internetforen begibt man sich doch eher, wenn man sich a) von bestimmten Themen "getrieben" fuehlt, oder b), wenn der Leidensdruck richtig gross wird und man Gleichgesinnte und/oder Rat sucht. Wer sich dort wiederfindet, um unter den "Objekten, die sich da tummeln, ein bisschen rumzuproekeln", der macht eben solche Erfahrungen wie Svenja gerade. :pfiff:

Edit:
wenn sie sich an Vorgaben halten und gefälligkeitshalber "Erkenntnisse" liefern, die von ihnen gewünscht oder erwartet werden, dann kann von "Wissenschaft" sowieso nicht mehr gesprochen werden.
Das habe ich so nicht gesagt und so nicht gemeint. Tatsache ist aber, dass Evaluation meistens eine Gratwanderung ist. Kenntnisse ueber ethisches, professionelles Handeln sind gefragt. Gerade gelernt. ;-)

Gruss an alle,

Sabine

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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von amaria » Dienstag 9. September 2014, 18:57

Im Grunde genommen finde ich es sogar gut, wenn Eltern kaum online sind. Wenn beispielsweise auf den Monitor geschaut wird, während ein Kind gestillt wird oder sein Fläschchen bekommt, wäre das für das Kind nicht besonders schön. Aber für Wissenschaftler könnte es durchaus zur Allgemeinbildung gehören, wichtige Themen :c085: (zum Beispiel meine) erkennbar zur Kenntnis zu nehmen.

PädQuis möchte ich in diesem Zusammenhang als ein Beispiel für mangenden Bezug zu Praxis ansehen.
Dürften Erzieherinnen Qualitätskriterien für Krippen und Kitas entwickeln, würden sie sich erheblich von den Anforderungen unterscheiden, die in Form von Fragebögen in Kitas abzuarbeiten sind.

Angelika
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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von Forscherin in spe » Freitag 12. September 2014, 09:28

Hallo,

ich möchte kurz erstmal Dampf ablassen:
Ich fühle mich wenn ich das hier lese, leicht unter Druck gesetzt hier täglich reinzugucken und es scheint meine Aufgabe zu sein, den Thread hier am Laufen zu halten. Das will und kann ich nicht!! Das ist ja schließlich kein Chat hier, oder sehe ich das falsch. Ich werde von Zeit zu Zeit hier reinschauen, aber ich habe wirklich viel zu tun hier, auch wenn ich "nur" Praktikantin bin. Sorry für den leichten Unterton, aber eure einige Kommentare lassen mir keine andere Wahl einmal so zu reagieren...

Wie stellt ihr euch denn den Alltag als Wissenschaftler eigentlich vor? Das würde mich wirklich interessieren. Wie meint ihr sieht der typische Tag in einem Forschungsinstitut so aus?

Ich werde mir die letzten Kommentare von euch in nächster Zeit nochmal in Ruhe durchlesen und dann antworten. Momentan hab ich das den Kopf nicht für! Sorry...

Liebe Grüße Svenja

P.S. Ich fände es schön wenn die Diskussion auch ohne mich weiterlaufen würde...

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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von Matushka » Freitag 12. September 2014, 12:13

:winke:

Cool bleiben, Svenja. Du hast hier eben was abgekriegt. Ist es unfair? Vielleicht. Ist es "schlimm"? Ich finde, das braucht es nicht zu sein.
Forscherin in spe hat geschrieben:eure einige Kommentare lassen mir keine andere Wahl einmal so zu reagieren...
Entschuldige, wenn das jetzt arrogant klingt: Man hat IMMER die Wahl.

Mein Eindruck ist, dass dieser erste Versuch einer Kontaktaufnahme wohl nicht zu aller Zufriedenheit gelaufen ist. Es waere aber nicht redlich (auch nicht im wissenschaftlichen Sinn!!!), dafuer jetzt die Erzieherinnen verantwortlich machen zu wollen.

Dass du dich nun beleidigt an die "Subjekte" deiner Recherche richtest, weil sie nicht machen, was du willst -- das stoesst sogar mir auf.

Es kann fuer alle dennoch eine Lernerfahrung sein. "Life got in the way of communication". Das ist nun mal so. Naechster Versuch, anderswo. Oder hier.

Gruss zum Wochenende,

Sabine

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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von Juliala » Freitag 12. September 2014, 15:41

Hallo Svenja,

du bist an uns herangetreten. Solange du etwas von uns wissen wolltest und wir dir nützlich waren, hattest du im Vergleich zu jetzt ziemlich oft Zeit.
Nachdem deine Neugier aber befriedigt wurde und hier eine tiefergehende kritische Diskussion entstand, hast du dich immer mehr zurückgezogen und immer dünnere Antworten geschrieben.
Was soll ich davon halten?

Ja, das hört man immer von Leuten die wichtig sind und wichtig sein wollen: "Keine Zeit, viel zu tun".
So wird das aber nichts mit einer Annäherung und Diskussion. Niemand verlangt, dass du hier täglich reinschaust, aber wenn man sich an einer Diskussion beteiligt, oder sie sogar in Gang gebracht hat und Interesse am Thema angibt oder zumindest vortäuscht, dann tötet es jede Diskussion, wenn man jedesmal ein paar Wochen auf Antwort warten muss. Das ist so, als wenn jemand ständig mitten in einer Diskussion aufspringt und dich stundenlang warten lässt, weil er nebenher so viele Dinge zu erledigen hat.

Vielleicht mag das jetzt eingeschnappt klingen, aber in Zukunft werde ich mir wirklich überlegen, ob ich mich an solchen Umfragen beteilige, denn ich habe wirklich keine Lust, mich in gewisser Hinsicht, ausnutzen zu lassen.
Ja, es hinterlässt hier bei mir einen faden Geschmack. Solange ich dir für deine eigenen Belange dienen kann, reicht deine Zeit, wird es dann aber brenzlich, geht der Ofen aus.

Entschuldige, aber auch diese Worte mussten raus.

Julia
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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von amaria » Freitag 12. September 2014, 16:24

Hallo Svenja,

als ich heute früh deinen Beitrag gelesen habe, mochte ich nicht antworten und habe gedacht, hoffentlich überlegt sie es sich noch, löscht ihn und antwortet auf eine ganz andere Weise.

Hat dich keiner der Wissenschaftler ermuntert, hier weiter präsent zu bleiben? - Nun, da sie sich selbst im Forum nicht zu Wort melden, würde das hier niemanden überraschen. Aber du bist eine junge Frau! Du gehörst zu der Generation, die ein Kind möglicherweise nur in einer ziemlich miesen Krippe oder Kita unterbringen müssen. Es ist schließlich nicht so, als ob nur die Erzieherinnen systematisch veräppelt werden. Auch Eltern wird über das den Einrichtungen aufs Auge gedrückte "Quälitätsmanagement" etwas vorgegaukelt, was nur höchst selten Bestand hat. Es ist ziemlich normal, dass sich junge Menschen, die noch einen Beruf erlerenen oder gar "Karriere" machen wollen, kaum für die Kindergartenpolitik und Fehlentwicklungen auf dem Gebiet interessieren. Dabei wird es die Generation derjenigen, die erst in fünf oder zehn jahren Kinder in einen Kindergarten bringen werden, unweigerlich betreffen. Erzieherinnen können kündigen, aber ihr müsst mit den Kitas für eure Kinder vorlieb nehmen, die jetzt zugelassen werden oder eure Kinder daheim oder in hoffentlich noch einigermaßen freien Elterninitiativkindergärten betreuen.

Auch wenn du im wissenschaftlichen Institut möglicherweise keinen leichten Stand gehabt hättest, wenn du dich hier nicht nur lasch, sondern sogar engagiert eingebracht hättest, so bin ich doch davon überzeugt, dass sogar diejenigen, die nicht wollen können, dass an der Fassade bildungswissenschaftlicher Erkenntnisse gekratzt wird, mehr Respekt vor dir hätten, wenn du dich gegen die Standesinteressen der Akademiker entschieden hättest.

Hoffentlich "lernen" Wissenschaftler aus unseren Diskrepanzen nicht, dass sie am besten keine Studenten mehr mit Aufgaben betrauen, die den Kontakt zu in Foren aktiven Erzieherinnen verlangen.
Egal wie hier die Fetzen fliegen mögen: Anstatt dich zurückhaltend zu verhalten, könntest du sogar dafür sorgen, dass mehr Studenten sich hier anmelden und mitdiskutieren.

Es mag "in" sein, so zu tun, als hätte man keine Zeit. Alle "Wichtigen" haben keine Zeit. :c0301: :c0301: :c0301:

:wink: Julia, da ich demonstrativ viel Zeit für dieses Forum habe, müsste ich nun eigentlich einen Minderwertigkeitskomplex bekommen. :lach: :daumen:

:ugeek: :ugeek: :ugeek:
Falls hier zufällig ein paar hochrangige Wissenschaftler inkognito lesen: Wir haben durch Svenja vermutlich alle noch nichts darüber erfahren, wie Wissenschaftler auf unsere Empörung über die organisierte frühkindliche Bildung und Pseudobildung reagiert haben.

Freundliche Grüße

Angelika
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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von Juliala » Freitag 12. September 2014, 18:37

Hallo Svenja,

ich habe mich jetzt nun etwas abgeregt. Puh.....
Weißt du was, ich finde es unmöglich, dass dich deine Mitarbeiter, Vorgesetzten usw. hier alleine lassen, obwohl sie nun von dieser Diskussion wissen.
Anscheinend haben sie ihre Agenda verlegt oder verloren, auf der DICK stand, dass sie hier mitmischen wollen.
Ich habe das Gefühl, du bist mit uns alten Hasen ein wenig überfordert. Das wäre ich wahrscheinlich auch gewesen.

Ich nehme an, wir Erzieherinnen werden in akademischen Kreisen heillos UNTERSCHÄTZT. Nur so kann ich es mir erklären, dass man Studenten alleine mit einer Aufgabenstellung lässt, so nach dem Motto: "Setze dich mal mit denen auseinander. Das ist nicht so anspruchsvoll (langweilig), daher könnt ihr Praktikanten das auch übernehmen".
Sagt zwar keiner, aber die Gedanken sind ja bekanntlich frei.

Ich hoffe, wir können uns hier trotz erhitzter Gemüter weiter austauschen.

Julia
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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von Matushka » Freitag 12. September 2014, 23:20

Juliala hat geschrieben:Ich nehme an, wir Erzieherinnen werden in akademischen Kreisen heillos UNTERSCHÄTZT. Nur so kann ich es mir erklären, dass man Studenten alleine mit einer Aufgabenstellung lässt
Julia, das ist an Unis gang und gebe. Man kann als uebergangsweise eingestellter "Research Assistant" und/oder als PraktikantIn gut ins Geschaeft reinschnuppern und/oder dort einsteigen. Praktika dienen z.B. auch der professionellen Vernetzung in dem Bereich, fuer den man sich interessiert. Wenn man z.B. fuer eine(n) bekannte(n) ProfessorIn recherchieren darf, empfinden viele Studierende dies nicht nur als Ehre, sondern es hilft Ihnen spaeter auch auf dem Weg in die Karriere. Plaetze sind begehrt. Da trennt sich auch oft schon die Spreu vom Weizen. Deshalb wuensche ich Svenja (ich haette schon wieder fast Saskia geschrieben...) auch ernsthaft alles Gute.

Meine subjektive Einschaetzung: Fuer Euch ist das Ganze eine emotionale Angelegenheit, weil es Euer Lebenswerk und auch Eure Existenz bedeutet und Ihr anfangs das Gefuehl hattet, dass Ihr (vielleicht endlich mal) gehoert werdet. Solange Ihr Euch nur genuegend mitteilt. ;-)

Svenja ist in diesem Dialog viel weniger emotionell involviert. Er war und ist von Anfang an Mittel zum Zweck gewesen. Klingt furchtbar harsch, und ist eigentlich gar nicht schlimm. Sie hatte einen Auftrag. Den Rahmen des Auftrags hat sie, so scheint's zumindest, so gefuellt, wie sie es selber fuer richtig hielt. Andere waeren weniger freundlich gewesen, da bin ich sicher. Dass Ihr Euch dann ausgenutzt fuehltet, liegt m.E. aber auch mit an Eurer Erwartungshaltung.

Nun begibt sich Svenja im Rahmen des Studiums gerade das erste Mal in die Praxis. Vermutlich herrscht ein politisches Klima, in das man sich erstmal einarbeiten muss. Es besteht die Moeglichkeit, dass sie dort ausgenutzt wird. Gleichzeitig hat sie vielleicht trotzdem das erhebende Gefuehl, dass sie sich fuer "das Gute" einsetzt. Man liest das ja ein bisschen durch die Zeilen am Anfang. Sie ist jedenfalls mit Leidenschaft bei der Sache! Und Leute, die Recherche betreiben, gehen nun mal mit dem Ziel ran, dass ihre Erkenntnisse irgendwann zu (moeglichst positiven) Veraenderungen in der Gesellschaft fuehren koennen.

Dann kriegt sie hier massiven Wind von vorne zu spueren. Und auch noch von denjenigen, die die neuen, besseren Programme ja eigentlich nur implementieren sollen... huch -- davor hatte sie natuerlich keiner gewarnt. :c0301: Und ueberhaupt ... denkt doch an die armen Kinder! ;-) Sorry, das war bisschen fies.

Zwischenzeitlich geht der Betrieb am Institut weiter. Bestimmt ist es dort stressig fuer sie. Meine Tochter, vermutlich aehnliches Alter, studiert (immer noch!) in Norddeutschland,... und ich bin davon ueberzeugt, dass Studenten in Deutschland es ueberwiegend richtig gut haben. Also ist so ein Praktikum nicht nur Horizontserweiterung sondern auch Stressfaktor. Vielleicht muss Svenja sogar den ganzen Tag lang Englisch sprechen. ;-) Das ermuedet stark, wenn man es nicht gewoehnt ist.

Spart Eure Energie fuer wichtigere Dinge. Gerade bin ich darauf aufmerksam gemacht geworden, wie wichtig es z.B. sei, sich mit den Politikern fuer die jeweiligen Buergerbelange kurzzuschliessen. "They work for us!".

Politiker machen die Politik, und die Unis forschen dementsprechend. Aber keiner davon gibt seine Macht gern ab! Das ist einfach so.

Bei einem internationalen Institut gelten womoeglich auch noch Sonderregelungen.

Gruss und alles Liebe,

Sabine

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Re: Eure Informationsquellen

Beitrag von Juliala » Samstag 13. September 2014, 07:25

Hallo Svenja,
Wie stellt ihr euch denn den Alltag als Wissenschaftler eigentlich vor? Das würde mich wirklich interessieren. Wie meint ihr sieht der typische Tag in einem Forschungsinstitut aus?
Das könnten die möglichen Aufgaben sein, mit denen ihr im "Haus der großen Forscher" unter anderem so sehr beschäftigt seid- ein typischer Tag eines Wissenschaftlers:
Persönlichen Kontakt zu den Erziehern herstellen
Verschiedene Einrichtungen besuchen
Meinungsumfragen von Erziehern auswerten
Gemeinsam mit den Erziehern PRAXISTAUGLICHE Programme entwerfen
Erzieher interviewen
In den Erzieherforen aktiv sein
Arbeitgemeinschaften für gemeinsamen Austausch von Wissenschaftlern und Erziehern besuchen oder leiten
und, und, und.....

Und....lag ich richtig? :wink:

Julia
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