Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Bildungsexperte » Samstag 29. Juli 2017, 18:48

Lenina hat geschrieben:
Freitag 28. Juli 2017, 17:41
Ok. Natürlich ist das ein Problem.

Hat jetzt aber mit dem Thema nicht mehr viel zu tun. Das war nämlich: Arbeitszeiten von Teilzeitkräften.

*Provokation an* Gut, dass du keinen Aufsatz in der Schule darüber schreiben musstest, der wäre mit "Thema verfehlt" und ner 5 zurück gekommen. *Provokation aus*

Was machst du denn mit Leuten, die aus anderen Gründen Teilzeit arbeiten?

- Krankeit
- Schwerbehinderung
- Pflege von Angehörigen

usw. Sollen sich letztere auch ein "benachteiligtes" Kind oder einen Erwachsenen holen, der zu Dumpingpreisen den Job erledigt, damit sie weiter in Vollzeit arbeiten können UND sich diese Hilfe leisten können?
Schmunzel, von einer Mama und Erzieherin nun zur Lehrerin avanciert? :-) :kopf:

Wenn alles gelesen würde, was nachweisbar nicht der Fall sein kann, dann wüsste oben betreffendes Wesen, das ich gegen kurzfristige Teilzeit, wie im Falle von Krankheit oder auch Pflege nichts dagegen habe. :freu: Aber man richtet seinen Fokus gerne auf Dinge, die einem negativ auffallen als auf die konstruktive Gesamtheit eines Textes. :zunge2:
Setzen, 6!
Dessen ungeachtet ich nicht alleine mit der Meinung bin, das Teilzeitkräfte nur bedingt gut sind. Darum erfreuen sich nämlich so viele Jobagenturen und Personaldienstleister absoluter Beliebtheit. Eben auch im sozial pädagogischen Bereich. Auf die ich im Übrigen auch lieber zurückgreife, wenn mal Not ist oder ich nur wenig Stunden zu vergeben habe. Die sind nämlich auch schnell wieder raus aus der Kita und die Stunden kann ich dann besser nutzen und vergeben.

Oben genannte Fälle sind die absolute Ausnahme, in der Regel ist es ja das Kind, was immer als Grund herhalten muß. Aber als mann sehe ich das wohl einfach rationeller und emotionsloser als Frauen oder Mütter :!:

Mit freundlichem Gruß

Bildungsexperte und Menschenfreund!
Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist

Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.

Arthur Schopenhauer
(1788 - 1860), deutscher Philosoph

Johanna2
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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Johanna2 » Samstag 29. Juli 2017, 19:40

Bildungsexperte hat geschrieben:
Samstag 29. Juli 2017, 18:48
Oben genannte Fälle sind die absolute Ausnahme, in der Regel ist es ja das Kind, was immer als Grund herhalten muß. Aber als mann sehe ich das wohl einfach rationeller und emotionsloser als Frauen oder Mütter :!:
Hallo Lenina,

ich bin froh, dass du dein Kind nicht rational und emotionsarm betrachtest.

Johanna

Lenina
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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Lenina » Samstag 29. Juli 2017, 22:01

Danke Johanna.

Was mir auch noch einfiel: Was machen wir denn in einigen Jahren, wenn alle Mütter nciht mehr in Teilzeit zurück kommen sondern sich woanders was suchen und merken: Oh, besser bezahlt und bessere Arbeitsbedingungen. Dann haben wir in einigen Jahren gar keine Fachkräfte mehr.

So ein Job ist mir als "nur" Erzieherin und Mama (vielleicht bin ich ja sogar auch noch mehr - du kennst mich und meinen Werdegang ja nicht) angeboten worden. Doof, dass ich loyal war und meiner Chefin vertraut habe, als sie mir Arbeit ausschließlich am Vormittag versprach...


Hat vielleicht noch irgendwer etwas zum Thema beizusteuern. Das würde mich wirklich sehr freuen.
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Johanna2
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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Johanna2 » Samstag 29. Juli 2017, 22:14

Hallo Lenina,

wenn du deine Chefin um ein Zwischenzeugnis bittest, wird sie diesen Wink mit dem Zaunpfahl bestimmt richtig verstehen. Die Angst Mitarbeiter zu verlieren ist generell hoch, da werden die meisten Träger sich doch freuen, wenn sie dann wenigstens den Vormittag zuverlässig abdecken können.

Falls deine Einrichtung nicht von Personalengpässen betroffen ist, würde ich mich wirklich woanders bewerben. In Anbetracht der Tatsache, dass bereits vielerorts Gruppen geschlossen, Öffnungszeiten reduziert werden und Neubauten gar nicht eröffnen können, hättest du hervorragende Aussichten auf einen Arbeitsplatz der eher deinen Wunschvorstellungen entspricht.

Johanna

Lenina
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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Lenina » Sonntag 30. Juli 2017, 00:46

Da braucht es nicht mal einen Zaunpfahl. Ich habe ihr bereits gesagt, dass Wechselschichten mich zu einer Kündigung treiben würden. Die Krippe meines SOhnes schließt um 2, unsere Familien wohnen 400km weit weg, Freunden kann ich das auch nicht zumuten, mein Freund kann nun wirklich nicht wochenlang unbezahlt zuhause bleiben nachmittags und wenn ich jemanden bezahle, brauche ich gar nicht erst zu arbeiten.
Ich habe angeboten, bei einer Gehaltserhöhung auf das 1,5-2-fache darüber nachzudenken :lach:

Sie wollen mich unbedingt behalten, mich stärker einbinden, ich soll länger und mehr arbeiten, damit ich noch mehr Qualität in die Kita bringen kann, verschlechtern aber seit Monaten mein Arbeitsumfeld. Das finde ich befremdlich. Wenn ich jemanden beschäftigen möchte, weil ich ihn und seine Arbeit schätze, dann versuche ich Maßnahmen zu ergreifen, ihn zu zu binden. Oder sehe ich das falsch?

Der Personalschlüssel ist übrigens auf TZ-Kräfte ausgelegt. Es gibt nur eine 100% Stelle pro Gruppe.

Es gibt für mich gewichtige Gründe dort zu bleiben. Ich würde eine Eingung vorziehen.

Deswegen hat es mich interessiert, wie andere Einrichtungen dieses "Problem" lösen.
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Herr Uhl
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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Herr Uhl » Donnerstag 4. Januar 2018, 17:26

Angesichts totaler Überbevölkerung, Hungersarmut, der Tatsache das die Erdressourcen nicht für alle reichen, überhaupt ein Kind in die Welt zusetzten schon unüberlegt ist, ja ist meine Meinung tatsächlich per Fakt völlig richtig. Lieber dann eines adoptieren, da würde man wahrlich etwas ändern!
Derweil stelle ich mir das Bild von Kindern in Süd afrika vor, die mit 3 Jahren arbeiten, in Vollzeit, kaum etwas zu essen haben, kein warmes Dach über dem Kopf. Denen erkläre ich bei dem nächsten Besuch, ich bin regelmäßig dort, das es Erzieherinnen gibt, die lieber Kinder hier in die Welt setzen und Dir hier vor Ort aktiv etwas wegnehmen. Aber die dame ist fest davon überzeugt, das die keine verachtende haltung gegenüber Mitmenschen hat. Naja, vielleicht definiert diese Menschen eben anders ?
Unfassbar solche egoistisch, verachtende Haltungen in einem aufgeklärten Land :unschuldig:
Hallo Bildungsexperte,
hast du mal eine Vasektomie bei dir in Betracht gezogen? Es wäre angesichts deiner Aussagen hier nur konsequent und würde beweisen, dass du nicht so egoistisch und Menschenverachtend bist, wie viele Kolleginnen es sind. Solltest du dich jetzt ärgern, so möchte ich mich entschuldigen. Mein Sinn für Ironie ist einfach nicht so gut ausgebildet. Aber du mit deinem Sinn für Ironie wirst meine Aussagen schon nicht in den falschen Hals bekommen.
Wie erklärst du eigentlich den Kindern in deiner Kita und gegebenenfalls deinen eigenen Kindern, dass sie als Nichtadoptierte einfach das Produkt von Egoismus und Menschenverachtung sind? Oder bist du so edlen Gemüts, dass du diese Kinder trotzdem annehmen und wertschätzen kannst?
Ich bin zielstrebig, fair und sozial. Das sind Personen die Kinder vorschieben oder sich in Teilzeit durch schmuggeln sicherlich nicht! Das geht zu Lasten derer die Vollzeit arbeiten und verantwortungsbewusst nicht etwas für die Hungersarmut tun oder Überbevölkerung!
Gibst du dieses Lob auch so an deine Untergebenen in Vollzeit weiter? Vielleicht auch gleichzeitig mit dem verbalen Ellenbogenhieb zur Kollegin, die frisch aus der Elternzeit kommt?

Aber zurück zum Thema:
Sicher hat der Einsatz von Teilzeitkräften Vor- und Nachteile und ich denke, dass diese auch von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich wiegen, da es strukturell und konzeptionell erhebliche Unterschiede zwischen den Einrichtunge gibt.
Ich für meinen Teil bin selbst in Teilzeit und wäre froh, wenn ich denn in Vollzeit arbeiten könnte. Mein Träger lässt allerdings weder mich, noch Kollegen ihren Stellenumfang aufstocken und schreibt die fehlenden Prozente in einer neuen Stelle aus. Das ist vielleicht kostenbewusst aber auch ein Schlag in den Bauch derer, die den Laden unter anderem durch ihre Überstunden (das betrifft Voll- und Teilzeitkräfte) am Laufen halten, ja sogar aufgebaut haben. Und der Qualität sicher nicht zuträglich.

Bei uns gibt es pro Gruppe eine Vollzeitkraft und eine verschiedene Anzahl an Teilzeitkräften. Das Argument der Unruhe, die durch den Neid einer Vollzeitkraft auf das frühere Gehen einer Teilzeitkraft entsteht, halte ich für Kinderkram. Da sollten Kitas meiner Meinung nach einmal darüber wegkommen.

Bei uns sollen jetzt auch die Dienstpläne geändert werden und die Teilzeitkräfte keinen freien Tag mehr erhalten, bzw. auch bei weniger als 3/4 Stellenumfang eine 5-Tagewoche im Dientsplan stehen haben. Dadurch sollen Überstunden durch Vertretung für abwesende Kollegen reduziert werden. Wie das gehen soll, wenn Teilzeitkräfte nur noch 3 Stunden täglich da sind ist mir allerdings ein Rätsel.

Warum keine 4-Tagewoche bei entsprechendem Stellenumfang (von Urlaubsansprüchen einmal abgesehen)? Gleitzeit und Flexibilität wie in anderen Berufen sind nicht möglich in Kitas. Warum nicht dann hier einen Vorteil für die Angestellten zulassen?

Jessy87
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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Jessy87 » Donnerstag 4. Januar 2018, 18:26

In diesem Beruf muss aktuell von jedem, egal welches Deputat, ein hohes Maß an Flexibilität vorhanden sein. Daher erwarte ich auch von einer Teilzeitkraft, dass sie sich den gegeben Umständen anpasst. Das bedeutet, dass sie auch nachmittags einspringen muss. Bei den aktuellen Notständen in den Kitas ist das unausweichlich.

Johanna2
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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Johanna2 » Donnerstag 4. Januar 2018, 21:51

Jessy87 hat geschrieben:
Donnerstag 4. Januar 2018, 18:26
In diesem Beruf muss aktuell von jedem, egal welches Deputat, ein hohes Maß an Flexibilität vorhanden sein. Daher erwarte ich auch von einer Teilzeitkraft, dass sie sich den gegeben Umständen anpasst. Das bedeutet, dass sie auch nachmittags einspringen muss. Bei den aktuellen Notständen in den Kitas ist das unausweichlich.
Hallo Jessy,

ich sehe es nicht ein, dass ich -was Arbeitszeiten angeht- flexibel sein muss, wenn ich ausdrücklich mit einer festen Arbeitszeit eingestellt wurde. Von mir kann niemand verlangen, dass ich meine private Planung über den Haufen werfe, weil es in der Kita zu Engpässen kommt. Würde man mich dazu verpflichten wollen, würde sich der Notstand durch meine Kündigung demnächst verschärfen.

Freundliche Grüße

Johanna

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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Jessy87 » Donnerstag 11. Januar 2018, 20:00

Wenn man aber doch schon ein paar Tage vorher weiß wann man länger arbeiten sollte, ist es möglich. Also bei mir ging das als ich in Teilzeit gearbeitet habe.
Ansonsten bleibt wirklich alles an den Vollzeitkräften hängen. Und wenn Personalmangel herrscht geht das wirklich an die Substanz. Wenn hier aber auch die Teilzeitkräfte mehr einbezogen werden, hilft das zur Entlastung.

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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Johanna2 » Freitag 12. Januar 2018, 13:58

Bestimmt ist einigen Teilzeitkräften möglich mehr oder weniger spontan (nachmittags oder vormittags) auszuhelfen. Das würde ich aber nicht voraussetzen. Viele Teilzeitkräfte würden eben auch nicht aushelfen können, da sie ihre eigene Kinder versorgen müssen. Es ist eher nicht der Fall, dass Träger hierfür den Babysitter bezahlen würden. Auch werden ja, mit voller Absicht, überwiegend Teilzeitstellen ausgeschrieben. Diese verpflichten Alleinstehende geradezu zur Annahme eines Nebenjobs. Ich finde nicht, dass sie ihren Zweitjob riskieren müssen, um als Teilzeitkraft flexibel einsetzbar zu sein.

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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Jessy87 » Sonntag 14. Januar 2018, 17:24

Ah okay, dann ist das bei euch wohl anders geregelt. Wir haben das Problem bei uns, dass viele Vollzeitstellen mit Teilzeitkräften belegt werden müssen, da nicht genug Bewerber vorhanden sind, die Vollzeit arbeiten können/wollen. Also haben wir in unseren 60 Einrichtungen viele Stellen aufgeteilt in 50/50, 70/30 und andere Varianten. Diese Teilzeitkräfte sind oftmals nicht so flexibel. Dann muss die Vollzeitkraft ran. Und das geht mit der Zeit sehr an die Substanz.

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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Jessy87 » Freitag 19. Januar 2018, 20:08

Bildungsexperte hat geschrieben:
Donnerstag 27. Juli 2017, 15:36

Ich habe Teilzeitkräfte.
Versuche das aber zu vermeiden. Ich halte nicht viel von denen.

Warum:
unflexibel einsetzbar
bedingte Planbarkeit mit dem Vollzeit Kollegium
bestimmte Tage nur da
bestimmte uhrzeit in denen die arbeiten wollen


Ich finde das unfair den vollzeitkräften gegenüber.
Diese bekommen eben nicht mehr Geld. Obwohl diese flexibler in der Arbeitzeit sind, ganzheitlicher Einsetzbarer sind und auch mehr Stunden arbeiten. Dieses wird aber bei der Entlohnung nicht berücksichtigt. Ergo, steht eine Teilzeitkraft immer besser da als eine Vollzeitkraft.
Ich schätze meine Vollzeitkräfte mehr und habe für Teilzeitkräfte nur bedingt Verständnis.
Sicherlich ist es nicht deren Fehler wenn de rArbeitgeber nicht diese Punkte berücksichtigt, diese aber für sich zum Vorteil auszunutzen um wissentlich anderen damit zu schaden, spricht nicht für ein kollegiales Verhalten. Daher haben Teilzeitkräfte bei mir keinen hohen Stellenwert.

PS: Eine haben wir, die arbeitet nur von 10 bis 14.00 uhr, weil sie ein Kind hat.

Und ? haben andere auch. Mit den 20 Stunden pro Woche und ihrer Einstellung zur Arbeitszeit erhält die 50% vom "normalen" Erzieher den ich mit 40 Stunden von 7.00 uhr bis 17.00 uhr flexibel einsetzen kann. Das ist absolut unfair gegenüber der Vollzeitkraft!
Das finde ich übrigens genauso. Würde ich so unterschreiben.

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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Johanna2 » Freitag 19. Januar 2018, 21:14

Ich finde es keineswegs unfair gegenüber Vollzeitkräften, wenn Teilzeitkräfte eben nicht flexibel einsetzbar sind. Immerhin steht es jeder Vollzeitkraft frei, sich künftig nur noch auf Teilzeitstellen zu bewerben. Auch finde ich nicht, dass sich Teilzeitkräfte sich in irgendeiner Form dafür entschuldigen müssen, dass sie eben nicht flexibel sind. Unabhängig davon, ob sie ihre eigenen Kinder betreuen, Verwandte pflegen, Intensivkurse an der VHS besuchen oder einfach nur ausgiebige Spaziergänge genießen.

Wobei ich es auch richtig gut finde, wenn Erzieherinnen im Bezug auf ihre Arbeitsgestaltung ihren Kindern höhere Priorität einräumen als dem Arbeitgeber, der von Teilzeitkräften ein höheres Maß an Flexibilität fordert.

Und wie viele ErzieherInnen können aus gesundheitlichen Gründen gar nicht Vollzeit in der Kita arbeiten. Tinnitus und Rückenprobleme machen selbst jüngeren KollegInnen immer mehr zu schaffen. Sollten diese dann zugunsten ihres Arbeitgebers in Vollzeit arbeiten - bis hin zum Hörsturz oder Bandscheibenvorfall?

Schlimm finde ich die Unterstellung anderen "wissentlich zu schaden"!

Jessy87
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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Jessy87 » Sonntag 21. Januar 2018, 09:56

Ich kenne genug Erzieher die nicht Vollzeit arbeiten wollen, weil ihnen das Maß an Flexibilität zu hoch ist. Das finde ich verdammt unfair. Aber gut, dann werde ich jetzt als Vollzeitkraft auch mal Arbeitszeiten vorgeben, an denen ich arbeiten kann und möchte. Das ist dann gerecht. Warum sollen nur Teilzeitkräfte diese Vorzüge haben?
Wenn alle gleich arbeiten würden und das dann auch noch flexibel, hätten wir viel weniger Engpässe beim Abdecken der Dienstpläne. Und in Zeiten des Personalmangels keine schlechte Idee. Denn ich als Vollzeitkraft habe jetzt genug vom ewigen Einspringen weil meine Teilzeit- Kolleginnen nicht können oder möchten. Ich baue immer mehr Überstunden auf, damit die Teilzeitkräfte nach Hause können. Wo kommen wir denn dahin?
Wir Vollzeitkräfte werden verschlissen bis zum geht nicht mehr. Ständig springen Vollzeitkräfte ab und machen sich beruflich rar, weil sie nicht mehr können.

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Re: Arbeitszeiten der TZ-Kräfte

Beitrag von Jelka » Sonntag 21. Januar 2018, 10:39

Hallo Jessy,
das klingt für mich bockig, trotzig.
Ich kenne genug Erzieher die nicht Vollzeit arbeiten wollen, weil ihnen das Maß an Flexibilität zu hoch ist. Das finde ich verdammt unfair.
Unfair, dass sie ihr Privatleben entsprechend ihrer Vorstellung oder den Umständen entsprechend gestalten?
Ist es nicht auch unfair, dass es Leute gibt, die unter dem Mindestlohn arbeiten, oder eine Stunde vorher anfangen müssen, um den Laden noch zu wischen, ohne diese Zeit als Arbeitszeit angerechnet zu bekommen? Wieviele Verkäuferinnen gibt es, die nur bis Ladenschluss bezahlt werden, und anschließend noch die Kasse abrechnen oder aufräumen müssen, ohne dafür bezahlt zu werden?
Das soll nicht bedeuten, sei froh, nicht zu denen zu gehören. Aber warum möchtest du deinen Kolleginnen vorschreiben, wie sie ihr Privatleben gestalten?
Wenn es dich so sehr ärgert, warum arbeitest du dann nicht teilzeit?
Verlangst du ernsthaft, dass eine Teilzeitkraft von 7°° bis 17°° Bereitschaftsdienst hat?
Wird der Dienst wegen personeller Änderungen (Personalaus fall etc.) spontan verschoben, kann soweit ich weiß, keiner verlangen, dass man länger bleibt, egal ob Teilzeit oder nicht. Machst du es doch, sind es für dich vermutlich weniger Stunden als eine Teilzeitkraft länger bleiben müsste.

Ich finde es spannend, dass auch in diesem Punkt eine Überlastung dazu führt, sich gegenseitig zu kritisieren, statt sich für bessere Bedingungen einzusetzen. Statt dessen wird dem anderen sogar sein Privatleben vorgeschrieben oder missgönnt, welches er, ob bewusst oder ungewollt dem eigenen Bedarf entsprechend führt.

Vielleicht erkundigst du dich mal bei der Gewerkschaft oder einem Anwalt für Arbeitsrecht, wie weit du verpflichtet bist, dich auf Dienstplanänderungen einzulassen.
Liebe Grüße Jelka

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