Angst und Überforderung!!

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MariaNela1987
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Registriert: Donnerstag 23. Februar 2017, 15:23

Angst und Überforderung!!

Beitrag von MariaNela1987 »

Hallo Ihr Lieben :winke:

ich bin Erzieherin im zweiten Berufsjahr und arbeite Vollzeit bei einem öffentlichen Träger im Bereich Kindergarten. Wir sind gerade dabei das offene Konzept einzuführen. So weit so gut, das finde ich gar nicht mal so schlimm. Ich habe allerdings das Gefühl, total überfordert mit meiner Aufgabe zu sein. Und zwar nicht mit der Begleitung der Kids durch den Alltag und den Kindern an sich, sondern mit dem ganzen Dokumentationskram, sprich den Beobachtungen, den Entwicklungsberichten, der Portfolio Arbeit usw. Klar hat jeder wenig Zeit, diese Arbeiten zu machen. Mir fällt es grundsätzlich nicht schwer, zu beobachten, zu dokumentieren, Lerngeschichten zu schreiben und Entwicklungsberichte. Daran liegt es nicht. Aber ich schaff das einfach nicht auf Grund der wenigen Vorbereitungszeiten.

Denn bei uns ist das dieses Jahr kaum drin. Das ganze hat mich extrem mit den Entwicklungsberichten/gesprächen zurück geworfen und dann kommen ja auch noch sehr oft Eingewöhnungen/Umgewöhnungen, die dieses Jahr auch total wirr laufen. Ich hatte teilweise zwei Kinder zur selben Zeit bzw durch das offene Arbeiten kommen dann ja auch neue Bezugskinder von anderen mal in den Funktionsraum schnuppern. Ich bin damit überfordert, mehrere neue Kinder auf einmal und manchmal auch ganz allein im Funktionsraum zu haben und dann sind ja auch noch andere da. Durch die neuen Bezugskinder kommt ja auch wieder Schreibarbeit hinzu und ich hab echt manchmal Angst auf die Arbeit zu gehen, weil ich weiß, wie sehr ich im Hintertreffen bin.

Bin gerade erst ins zweite Berufsjahr gekommen und es läuft seit Beginn des Jahres in der Einrichtung nicht optimal (wie sicher in den meisten Kitas). Ich hatte natürlich dadurch, dass wir in der Gruppe nur zu zweit sind und ich die einzige Vollzeitkraft bin, sehr früh schon 12 Bezugskinder, davon viele Kleinere. Ich weiß. Jeder denkt sich jetzt ich jammere auf höchstem Niveau und es geht wohl allen so. Aber ich glaube momentan echt, dass mir das alles zu viel wird und ich habe das Gefühl abhauen zu wollen.

Ging das euch in den ersten Berufsjahren auch so? Hat sich die Situation geändert? Vor allem habe ich bei Kindern, die ich nicht direkt von ihrem ersten Tag in der Stammgruppe an begleitet habe Probleme, den Entwicklungsbericht zu schreiben. Ich habe das Gefühl kaum Draht zu ihnen zu bekommen. Und genau bei diesen Kindern hänge ich. Das finde ich echt traurig. Und irgendwie versuche ich zwar mich mit den Kollegen über diese Kinder auszutauschen, aber die haben selbst kaum Zeit und was ich an Informationen bekomme, hilft mir nicht einen solchen Bericht zu verfassen.

Alles andere, die eigentliche Arbeit mit den Kindern ist so klasse, auch wenn es durch die sehr angespannte Personalsituation oft drunter und drüber geht. Aber die Schreibarbeit macht mir sehr viel Angst. Ich habe sogar schon Sachen Zuhause geschrieben, weil ich auf der Arbeit nicht weiß, wann ich das machen soll. Ich weiß nicht was ich tun kann und ich wüsst auch nicht, was ich optimieren könnte, damit ich mit der geringen Zeit die Schreiberei bewältigen kann. Und zwar nicht halbherzig, sondern ordentlich und sinnvoll. Mir geht es absolut nicht um Euer Mitleid, sondern einfach mal um Rückmeldung, wie Ihr die ersten Jahre empfunden habt und was Ihr getan habt, um Euch besser zu fühlen und effektiver zu arbeiten!?

Sorry für den Roman hier. Aber ich bin echt fertig und frage mich der Zeit, wie ich den Rest meines Lebens (Anfang 30 Jahre) in diesem Beruf überstehen soll :nein: :nein: :nein:

Grüß Euch ganz lieb und bedanke mich für Eure Antworten,

Eure Maria :kappe:

Nachtrag: Habe übrigens oft das Gefühl, nicht gut genug zu sein, zu wenig zu wissen, den Kindern nicht mehr gerecht zu werden und auch den Eltern nicht. Fühle mich nicht professionell. Stellen die Eltern einen nicht zwangsläufig irgendwann in Frage, wenn sie kein Gespräch angeboten bekommen?

Engelglück
Leseratte
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Registriert: Sonntag 16. Dezember 2018, 23:04

Re: Angst und Überforderung!!

Beitrag von Engelglück »

Hallo,
ich habe das Gefühl Du stellst die Anforderungen an Dir selber zu hoch. Du bist Berufsanfängerin und Du musst erst einmal Deinen eigenen Weg und Deinen Arbeitsstil finden.
Mache eine Sache zur Zeit,wenn Du ein Kind beobachtest,mache Dir schriftliche Notizen,manchmal reicht auch ein Stichwort.
Portfolio muss doch nicht täglich gemacht werden,schaue,wann es am besten passt. Konzentriere Dich auf einen Schwerpunkt und nicht auf tausend andere Sachen.
Du strahlst wahrscheinlich auch ganz viel Unsicherheit aus und das spüren auch die Eltern.
Versuche einfach einmal an Dir selber zu glauben,Du bist eine ausgebildete Kraft und wenn etwas schief gehen sollte,dann geht es eben schief. Sage Dir immer,das Du immer eines zur zeit machst und das dann gerne und richtig.
In meinem ersten Berufsjahr ging so viel schief,ich war zum Teil echt verzweifelt und heute bin ich im kommenden November 26 Jahre in diesem Beruf.
Ich habe zur zeit wenige Bezugskinder,da ich die nmeisten gerade abgegeben habe,aber die neuen Kinder warten schon. Ich organisiere die Gespräche so,das zwischen jedem Gespräch mindestens ein Tag liegt.Sollte es mal zeitlich eng werden,sage ich es auch zu den Eltern,dann wird ein Termin verschoben und gut ist.
Das Portfolio mache ich ca. einmal im Monat,wobei ich gerade jetzt auch ins schwinmmen geraten bin. Bei mir zu Hause stapeln sich die Fotos,aber mehr als arbeiten kann ich nicht und die Bilder laufen ja nicht weg. Ich schaue davbei,welches Kind ist gerade am wichtigsten,im Moment ist es ein Kind,das Ende Oktober die Einrichtung verlassen wird.
Kommen mehrere Kinder in die Funktionsräume schaue ich,was gerade am wichtigsten ist ----------ich bin nun mal nur eine Person mit nur 2 Händen.
Versuche einmal Dich selber einmal so zu strukturieren,das Du den roten Faden in der Hand behälst und Du Dich nicht verzettelst. Immer mit der Ruhe,je gelassener Du bleibst,um so leichter wird der Tag,
es grüßt Dich Engelglück

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