Männer in Kitas!

Johanna2
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von Johanna2 »

Huba hat geschrieben:
Sonntag 8. April 2018, 19:50
Ist es denkbar, dass die soziokulturelle Prägung durch Eltern und Gesellschaft so stark war, dass beispielsweise Frauen, die sich vielleicht schon immer besonders für Technik interessierten, lieber keinen technischen Beruf erlernen, eben weil die Gesellschaft und ihre eigene Biographie sie so geprägt haben? (sei typisch Junge!, sei typisch Mädchen!) Das würde natürlich auch für die Männer gelten.
Bestimmt spielt auch die gesellschaftliche Prägung eine Rolle. Aber ich nehme an, dass es keine allzugroße ist. Wie viele Mädchen wollen ihr Zimmer quasi in einen "Prinzessinentraum" verwandeln, während viele kleine Jungs darauf bestehen, dass auf ihrer Kleidung irgendwelche Superhelden abgedruckt sind, was die Eltern oft nicht gerade toll finden. Während He-man es damals zur angesagten Superheldenfigur (ich fand sie fürchterlich) gebracht hat, blieb ähnlicher Ruhm She-ra, sowohl bei den Jungs als auch bei den Mädchen versagt.

Huba hat geschrieben:
Sonntag 8. April 2018, 19:50
Die ErzieherInnen beginnen jetzt damit, das geschlechtsstereotype Spielverhalten der Kinder aufzuweichen. Die Generationen vor uns haben viel in die andere Richtung gearbeitet. (alles hat seine Zeit)
Ich finde es falsch in die eine oder andere Einrichtung überhaupt zu arbeiten, bzw. Spielverhalten aufzuweichen. Bei uns können alle Kinder frei wählen, womit sie spielen. Allerdings ist es dennoch sehr selten, dass sich Jungs als Prinzessin verkleiden oder Mädchen Ritter sein möchten.

Ganz furchtbar finde ich die umstrittene Kita-Broschüre die kürzlich herausgegeben wurde. Bestimmt hast von ihr gehört oder sie vielleicht auch schon gelesen.

Huba
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von Huba »

Es gut, dass wir heute nicht mehr die Kindergartenkinder zu "guten Soldaten" oder "guten Hausfrauen" erziehen. So kann es nicht "falsch" sein, die Kinder Ihre eigene Rolle entdecken zu lassen. Das meinte ich mit "aufweichen" der geschlechtsstereotypen Erziehung.

amaria
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von amaria »

Wenn die Bewerbung eines Mannes sorgfältiger überdacht und intensiver über sie besprochen wird, heißt das aber wirklich nicht, dass dem einzelnen Bewerber weniger Sympathie entgegengebracht würde, nur weil er ein Mann ist. Eine innere Einstellung, die Männer generell nicht im Beruf sehen will, finde ich diskriminierend, nicht aber eine Prüfung zum Schutz der Kinder. Ein lupenreines Führungszeugnis wäre mir angesichts der bereits überführten Täter, die auch ein Führungszeugnis vorgelegt haben, nicht aussagekräftig genug. Und sowohl die statistischen Daten als auch die Konflikte und Kündigungen, die es in Einrichtungen umliegender Dörfer schon gegeben hat, prägen meine Einstellung zum Thema.

Ich war einmal wirklich erschüttert, als ich über einem Nicht-Erzieher erfahren habe, dass er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt worden war und dass er später nochmals wegen sexuellen Missbrauchs der Tochter seines ehemaligen Chefs vor Gericht gestellt wurde. - Niemand hätte ihm das zugetraut. Seitdem könnte ich mir nicht mal mehr ansatzweise einreden, ich würde es doch bestimmt merken, wenn ein Mann pädophil oder gewalttätig zu Kindern sein könnte.

Übrigens hat mir ein Kindergartenleiter mal gesagt, dass er Bewerbungen von Erziehern sowohl mit einer Art Vorfreude und besonderem Interesse als auch mit gespannter Aufmerksamkeit liest. Er meinte, dass es beim ersten Auftauchen von Gerede gegen einen Erzieher für diesen vorteilhaft sein kann, wenn die Leitung sagen kann, wir haben aber Vertrauen, denn wir haben wirklich seine Einstellung sorgfältig erwogen.
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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Huba
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von Huba »

@Amaria

Wie könnte ich mir eine "sorgfältigere bzw. mehr überdachte oder intensiver besprochene Bewerbung" vorstellen?
Wo wäre der Unterschied bei der Auswahl einer Bewerbung zur einer weiblichen Fachkraft?
Welche Dinge würdest Du besser beleuchten?
(das ist keine Stichelei, nur für mein Verständnis) :smile2:
Zuletzt geändert von Huba am Dienstag 10. April 2018, 20:59, insgesamt 2-mal geändert.

amaria
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von amaria »

Hallo Huba,

da ich nicht selbst mitentschieden habe, ob ein Mann eingestellt wurde oder nicht, kann ich deine Frage leider nicht sehr präzise beantworten. Ich lasse Eindrücke auf mich wirken, reflektiere und würde trotzdem vermutlich eher nach meinem Bauchgefühl entscheiden.

Was ich aus der Praxis sagen kann: Die Dauer von ehrenamtlicher Betreuungsarbeit und die Verweildauer auf Praktikums- und Arbeitsstellen wird vielfach positiv bewertet, was vor allem dann ins Gewicht fällt, wenn ein weiterer männlicher Bewerber über Eltern, Lehrer und Praxisbegleiter schimpft. Dann stellt sich dem Team - wie übrigens auch bei schimpfenden weiblichen Bewerberinnen - die Frage, ob die anderen nicht zu Recht etwas vermisst oder bemängelt haben.
Womit ein Erzieher sich meiner Meinung nach keinen Gefallen tut: Wenn er ohne erkennbar triftigen Grund häufig die Stellen gewechselt hat. Dann schrillen bei Eltern und Erziehern schon mal die Alarmglocken und sie fragen sich, ob er nicht einer Kündigung zuvorkam, ob nicht doch Verdachtsmomente vorlagen. Da ich selbst gern als Springerin gearbeitet habe, würde ich an dem Punkt mehr Verständnis haben als andere, aber dennoch würde auch ich gerade bei einer sehr abwechslungsreichen Biographie Vorsicht und Zweifel bewusst zulassen. Also auch dann, wenn ich den Bewerber wirklich nett finde.

So wie wir Frauen uns auf jeden Fall Gedanken über die besondere Situation von Männern im Erzieherberuf machen sollten, kann es Männern umgekehrt nicht schaden, sich einfühlsam auf die Lage von Kindergartenleiter/innen, Erzieher/innen und Eltern einzulassen, die nur die beste Betreuung für die Kinder einstellen wollen. Nicht zu unterschätzen ist die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen. Wenn Erzieherinnen bereits Erfahrungen mit missbrauchten Kindern gemacht haben und miterlebt haben, wie plötzlich die Opfer dissoziieren, nur weil ein Pfleger in der Klinik oder ein Hausmeister die Hand auf ihre Schulter gelegt hat, ist hoffentlich nachvollziehbar, dass sich die Erzieherinnen ihre persönliche Einstellung nicht nach einem Katalog mit Regeln der größtmöglichen Toleranz aussuchen können. Sie werden sich Mühe geben, aber wie bei vielen anderen Einstellungen auch, wird auch nach dem Bauchgefühl entschieden. Und dann kann es sein, dass der selbstsichere Mann besser ankommt als derjenige, der unsicher ist und vielleicht sogar abgeknabberte Fingernägel hat. Denn die "Männer in Kitas" sind nun mal nicht mehrheitlich solche Models, wie sie in Imagefilmchen gezeigt wurden.

Ich halte es für lebensfremd, von anderen zu erwarten, dass sie verlässlich so agieren, wie man selbst es wünscht. Nichts gegen Forderungen, die sollen gestellt werden, wenn jemand sie wichtig findet, aber vor einer zu hohen Erwartungshaltung halte ich nicht viel. Es führt zu Verbitterung, wenn man nicht "wunschgemäß" behandelt wird und darunter leidet dann die persönliche Ausstrahlung. Ein Mann, der damit rechnet, von Kolleginnen und Eltern schlecht behandelt zu werden, hat vermutlich schlechtere Chancen, eine Stelle zu finden. - Ein Teufelskreislauf, aus dem ein Ausweg gefunden werden sollte. - Denn viele Kinder zeigen sehr deutlich, wie wichtig ihnen die Anwesenheit eines Mannes ist und ihre Eltern bekommen mit Verspätung dann zu Hause mit, dass/wenn der Erzieher bei den Kindern gefragt und beliebt ist.

Welche Tipps würden sich eigentlich Erzieher untereinander geben? Könnte es für euch vielleicht sinnvoll sein, eine geschlossene Gruppe zu bilden und Ergebnisse dann später noch im Forum mitzuteilen?

Freundliche Grüße

Angelika
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Huba
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von Huba »

Deine Ansichten (s.o.) würde ich unter normalen Auswahlkriterien einordnen.
Ein wechselhafter Lebenslauf, eine unsympathische Ausstrahlung oder eine Auffälligkeit sollte jedem Personaler ins Auge fallen und Grund zum Nachhaken sein.
Das beruhigt mich.

Eine geschlossene Männergruppe habe ich bei meinem Stammtisch (kleiner Spaß) - nein, vermutlich würde es nicht so viel bringen, da wir eh nur eine Hand voll sind. Welche Tipps sich Erzieher geben würden? Es gibt so viele unterschiedliche Typen an Menschen; sei authentisch. Sei offen. Entweder es passt, oder eben nicht. Ich sehe das jedoch auch sehr gelassen. Menschen, die von sich aus introvertierter und lieber verschlossen sind, haben es da sicher schwerer.

Huba
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von Huba »

Herr Uhl hat geschrieben:
Montag 9. April 2018, 22:46
Bei einem Anteil von 5% Männern in Kitas könnten sich die 80-90% Täterschaft von Männern ja durchaus ausgleichen. Da müssten mal Statistiker ran.
Genau diese Rechnung habe ich neulich "versucht" anhand von ein paar wenigen Daten nachzuvollziehen und mit einer Userin bereits darüber philosophiert.

Folgendes wären denkbar:

Bei einem Männerfachkräfteanteil von ca. 3% in Kitas, wäre es denkbar, dass es eine hohe Täterinnendunkelziffer in der 97%igen Frauenqote geben könnte. Das lässt sich jedoch [noch] nicht empirisch belegen.

Aber; übertragen von der "Übeltäterschaft" aus ganz Deutschland, liegt die Verteilung bei 87,6%männlicher und 6,2%weiblicher TäterInnen (was sexuelle Übergriffe mit körperlichen Kontakt betrifft). Setzt man das ist das Verhältnis von ca. 400000 Erzieherinnen zu 30000 Erziehern, ergibt sich eine sehr ähnliche Zahl - und somit liegt die Vermutung über eine hohe Dunkelziffer nahe.

Mein Antrieb sich dieser Diskussion überhaupt zu stellen, lag ursprünglich darin, zu hinterfragen, *warum* liest man so wenig von den Übergriffen durch weibliche Kollegen? Sind eventuell tatsächlich all' die weiblichen Fachkräfte sündlos oder unschuldig?


Ein praktisches Beispiel: 2017 wurde in meiner unmittelbaren Nachbarschaft die Leitung einer Kita zusammen mit zwei Erzieherinnen entlassen, da dieses Trio über Jahre hinweg, gegenseitig ihre widerlichen Machenschaften deckelte. Die Erzieherinnen hatten (lt. Aussage von ehemaligen Eltern dieser Kita) alkoholisiert sich an Krippenkindern vergriffen und die Leiterin hatte die Kolleginnen nicht gemeldet, weil sie selbst verwoben war. Diese ganze Angelegenheit ist/war im Kiez bekannt, jedoch kein Wort davon in der Presse.

Beobachtungen aus dem Alltag; Eine Kollegin (sie ist wirklich sehr herzlich zu den Kindern) drückt (oder "knutscht" gerne mal die Kinder auf die Wange) und freut sich einfach, dass sie da sind. Es ist wirklich rührend und alle drücken ein Auge zu, weil sie kurz vor der Rente steht und "schon immer so *liebevoll* war". Was wäre, wenn diese Kollegin ein Mann wäre?! ...

Selbstverständlich müssen (heute noch) männliche Fachkräfte in Kitas "damit leben" einem Generalverdacht zu unterliegen. Aber die Hoffnung, dass durch die steigende Präsenz an ausgebildeten Erziehern die gesellschaftliche Akzeptanz steigt, bleibt.

Zenobia
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von Zenobia »

https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/pa ... rauch.html

Hallo Huba,

deine Wortwahl ist manchmal unzutreffend, geradezu verharmlosend. Vermutlich hast du selbst keinerlei Erfahrungen mit Missbrauch am eigenen Leib erleben müssen. Sonst würdest du nicht immer wieder versuchen, die Fakten zu verharmlosen/zu verniedlichen.

Ich war als Kind in keiner Einrichtung. Mein Vater hat mich als junges Kind über fünf Jahre missbraucht. Niemand hat mir jeh geholfen. Es geht hier doch vor allem darum, dass wir uns sensibilisieren; dass wir erkennen, wenn ein Kind in Not ist.

Mir ist es völlig egal, ob Kinder von Männern oder Frauen missbraucht werden. Das Geschlecht vom Täter ist auch dem Missbrauchsopfer egal. Es geht hier auch nicht darum, ob einer von uns besser ist, als der oder die andere. Mir geht es um den Schutz der uns anvertrauten Kinder.

Huba
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von Huba »

Zenobia hat geschrieben:
Sonntag 22. April 2018, 13:11

Hallo Huba,

deine Wortwahl ist manchmal unzutreffend, geradezu verharmlosend. Vermutlich hast du selbst keinerlei Erfahrungen mit Missbrauch am eigenen Leib erleben müssen. Sonst würdest du nicht immer wieder versuchen, die Fakten zu verharmlosen/zu verniedlichen.

Ich war als Kind in keiner Einrichtung. Mein Vater hat mich als junges Kind über fünf Jahre missbraucht. Niemand hat mir jeh geholfen. Es geht hier doch vor allem darum, dass wir uns sensibilisieren; dass wir erkennen, wenn ein Kind in Not ist.

Mir ist es völlig egal, ob Kinder von Männern oder Frauen missbraucht werden. Das Geschlecht vom Täter ist auch dem Missbrauchsopfer egal. Es geht hier auch nicht darum, ob einer von uns besser ist, als der oder die andere. Mir geht es um den Schutz der uns anvertrauten Kinder.
Einmal abgesehen davon, dass Deine persönliche Erfahrung Dich vermutlich nicht unbedeutend beeinflusst, habe ich weder etwas verniedlicht noch verharmlost. Im Gegenteil.

Bitte, Zenobia, poste die Missbrauchsfälle nicht weiter im "Männer in Kitas-Thema". Wo soll das hinführen? Soll man unter dem Thema "Männer in Kitas" eine Linksammlung über Missbrauchsfälle durch männliche Erzieher finden... ? (Vielleicht in die Rubrik "Recht & Gesetz")
Warum wird so wenig über Übergriffe durch weibliches Personal bekannt?

Hier schwingt unterschwellig mit; Männer in Kitas sind schon gut, aber sicher wäre es ohne. Schublade auf - Schublade zu.
Zuletzt geändert von Huba am Sonntag 22. April 2018, 14:00, insgesamt 1-mal geändert.

Johanna2
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von Johanna2 »

Huba hat geschrieben:
Sonntag 22. April 2018, 07:07
Mein Antrieb sich dieser Diskussion überhaupt zu stellen, lag ursprünglich darin, zu hinterfragen, *warum* liest man so wenig von den Übergriffen durch weibliche Kollegen? Sind eventuell tatsächlich all' die weiblichen Fachkräfte sündlos oder unschuldig?
Meinen Sie Übergriffe allgemein oder sexuelle Übergriffe? Was verstehen Sie unter "sündlos oder unschuldig"?

Ich habe beispielweise vorhin einen Eisbecher von einer Größe verzehrt, den man mir bestimmt als sündige Völlerei auslegen könnte. Auch habe ich schon einmal gelogen um jemanden loszuwerden, der mir auf die Nerven fiel.

Insofern könnte man mich sicher als sündig und schuldig bezeichnen.

Wenn Ihnen aber an einer ernsthaften Diskussion gelegen ist, sollten Sie vage, umschreibende Begriffe meiden, sondern präziser ausdrücken worum es Ihnen geht.

Nachtrag: Anrede geändert
Zuletzt geändert von Johanna2 am Montag 23. April 2018, 08:56, insgesamt 2-mal geändert.

Huba
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von Huba »

@ Johanna2: Der Sinn ergibt sich aus dem Kontext.

Johanna2
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von Johanna2 »

Huba hat geschrieben:
Sonntag 22. April 2018, 14:05
@ Johanna2: Der Sinn ergibt sich aus dem Kontext.

Nein! Tut er nicht. Des Weiteren schließe ich mich Zenobia an, was Ihre verniedlichende und verharmlosende Wortwahl angeht.

Nachtrag: Anrede korrigiert
Zuletzt geändert von Johanna2 am Montag 23. April 2018, 08:53, insgesamt 1-mal geändert.

amaria
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von amaria »

Huba hat geschrieben:
Sonntag 22. April 2018, 13:55
Bitte, Zenobia, poste die Missbrauchsfälle nicht weiter im "Männer in Kitas-Thema". Wo soll das hinführen? Soll man unter dem Thema "Männer in Kitas" eine Linksammlung über Missbrauchsfälle durch männliche Erzieher finden... ? (Vielleicht in die Rubrik "Recht & Gesetz")
Warum wird so wenig über Übergriffe durch weibliches Personal bekannt?

Hier schwingt unterschwellig mit; Männer in Kitas sind schon gut, aber sicher wäre es ohne. Schublade auf - Schublade zu.
Hallo Huba, es wird höchstwahrscheinlich auch deshalb so wenig über sexuelle Übergriffe durch Erzieherinnen (oder auch Frauen allgemein) berichtet, weil sie auf das Geschlecht bezogen prozentual wesenlich seltener vorkommen. So einfach ist das.

Ohne mich auf Statistiken beziehen zu wollen, muss ich mir aufgrund meiner Berufs- und Lebenserfahrung sogar vorstellen, dass insbesondere, der schwere, Kinder zutiefst traumatisierende Missbrauch erheblich öfter von Männern verübt wird als von Frauen. Noch nie habe ich ein Kind kennengelernt, dass dissoziiert hätte, wegen einer übergriffigen Frau. Ganz anders sieht es aus, wenn es um Missbrauch durch Männer geht. Was mir auch zu denken gibt: Viele Erzieherinnen haben die Erfahrung gemacht, dass es wesentlich mehr Männer als Frauen sind, die den Erziehern oder Betreuern ihrer Kinder sexuellen Missbrauch von Kindern zutrauen und deshalb skeptisch und ablehnend gegenüber Erziehern sind. Männer trauen nach meiner Lebenserfahrung einem anderen Mann erheblich öfter Kindesmissbrauch zu als Frauen dies tun. Das gibt zu denken.

Um bei Google nicht dafür zu sorgen, dass ein eigener Thread zum Thema "sexueller Missbrauch durch Erzieher/innen" die Aufmerksamkeit auf die vielen, sich auf männliche Täter beziehenden Verdachtsfälle und Straftaten bezieht, habe ich bewusst keinen eigenen Thread gestartet. Manches habe ich allerdings auch unter "Rechtsfälle" eingestellt, wo allerdings nicht jede Meldung zum Thema hinpassen würde. Ich gebe zu bedenken, dass ein eigener Thread mehr Beachtung von Eltern auf sich ziehen würde. Allerdings ist es angesichts der hohen Anzahl der Fälle vermutlich schon sinnvoll, einen neuen Thread zum Thma zu beginnen.

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
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Arthur Schopenhauer

Huba
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von Huba »

Ich distanziere mich deutlich von einer mir unterstellten Verharmlosung.
Wortklaubereien und Belehrungen erntet man hier genug.

Ich bleibe jedoch bei der Meinung, dass es eine höhere Dunkelziffer von Übergriffen durch Erzieherinnen geben wird, als uns bekannt ist.

In meinen bisherigen Gesprächen zu dem Thema Dunkelziffer kam selten so eine starke Defensive.

Einen schönen Restsonntag.

Gruss
Huba

amaria
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Re: Männer in Kitas!

Beitrag von amaria »

Huba hat geschrieben:
Sonntag 22. April 2018, 15:07
Ich distanziere mich deutlich von einer mir unterstellten Verharmlosung.
Wortklaubereien und Belehrungen erntet man hier genug.

Ich bleibe jedoch bei der Meinung, dass es eine höhere Dunkelziffer von Übergriffen durch Erzieherinnen geben wird, als uns bekannt ist.

In meinen bisherigen Gesprächen zu dem Thema Dunkelziffer kam selten so eine starke Defensive.

Einen schönen Restsonntag.

Gruss
Huba
Huba, es ist immer so, dass die Dunkelziffer oder das Dunkelfeld sich auf das bezieht, was erahnt werden kann, aber nicht nachgewiesen wurde.
Angesichts der häufigen Meldungen über sexuellen Missbrauch von Kindern durch Erzieher müssen wir auch bei Erziehern davon ausgehen, dass die Dunkelziffer der Fälle erheblich ist. Wurde in den letzten Jahren ein Missbrauch durch einen langjährig Beschäftigten nachgewiesen, hieß es oft, dass Eltern und Kolleginnen es ihm nicht zugetraut hätten.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes Rörig forderte vor einigen Tagen übrigens ein Fotografierverbot in Kitas und das so genannte "Vier-Augen-Prinzip": https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Mis ... 70985.html Ob das sinnvoll und angesichts der Bildungspläne und Bildungsvereinarungen umsetzbar ist, darüber kann diskutiert werden. Und es stellt sich die Frage, ob es nicht doch sein kann, dass die geschönten Imagekampagnen, um Männer für den Erzieherberuf zu sensibilisieren nicht sogar einige Männer zum Erzieherberuf gebracht haben, die ein sexuelles Interesse an Kindern haben und ihm nachgehen.

Sollte das der Fall gewesen sein, kommen mir Anregungen zu "Schutzkonzepten" wie eine Verhöhnung unserer Berufsgruppe vor. Denn wie bereits früher gesagt: Wenn ich mit männlichen Kollegen arbeite, möchte ich ihnen mit Vertrauen begegnen und nicht aufgrund eines Schutzkonzeptes zum Misstrauen angehalten werden.

Einen guten Start in die Woche!

amaria
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