Teilnehmer_innen für Gruppendiskussion Raum FFM gesucht

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Gruppendiskussion
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Teilnehmer_innen für Gruppendiskussion Raum FFM gesucht

Beitrag von Gruppendiskussion »

Hallo,

wir sind momentan auf der Suche nach Erzieher_innen, die bereit wären an einer Gruppendiskussion zum Thema "Gender und Geschlecht in Kindertagesstätten" teilzunehmen. Leider können wir kein Honorar oder ähnliches bieten, aber immerhin den Austausch von Argumenten und eine hoffentlich spannende Diskussion zum Thema mit anderen Erzieher_innen.
Gerne können Sie sich auch melden, wenn Ihnen die beiden unten genannten Termine nicht passen aber grundsätzliches Interesse besteht, da die beiden Termine noch nicht zwingend endgültig sind.
Bitte wenden Sie sich an die unten genannte Mail-Adresse oder per privater Nachricht hier im Forum. Geringe Anfahrtskosten aus dem Raum Rhein-Main können mitunter übernommen werden.

Vielen Dank,
H. R.

"Sehr geehrte Damen und Herren,

vermutlich haben auch Sie die Debatte um eine womöglich stattfindende Frühsexualisierung von Kindern in Bildungs- und Erziehungseinrichtungen mitbekommen und als selbst in so einer Einrichtung arbeitende Person verfolgt. Dabei stellt sich im Arbeitsalltag im Kindergarten immer wieder die Herausforderung, sich diesem Thema zu stellen und eine Meinung hierzu zu vertreten. So schreibt bspw. das Land Hessen im Bildungs- und Erziehungsplan eine sexualpädagogische Perspektive vor. In pädagogischen Einrichtungen treffen verschiedene Ideen und Meinungen von Politik, Eltern, Fachpersonal und nicht zuletzt die Bedürfnisse der Kinder aufeinander. Diese "Herausforderung" für den Arbeitsalltag wollen wir untersuchen.

Im Rahmen eines soziologischen Forschungsprojektes der Goethe-Universität Frankfurt am Main möchten wir der Frage nachgehen, ob und wie ErzieherInnen in ihrem Arbeitsalltag mit diesem Thema konfrontiert sind. Hierzu suchen wir TeilnehmerInnen für eine ca. 2-stündige Gruppendiskussion, die an einem der folgenden Termine im Studierendenhaus am Campus Bockenheim (Bockenheimer Warte) stattfinden soll: 6.7. 19 Uhr oder 7.7. 19 Uhr. Die Gruppendiskussion wird aufgezeichnet und anonymisiert ohne Benennung von Einrichtungszugehörigkeit oder Namen ausgewertet. Vorkenntnisse über den regulären Arbeitsalltag hinaus sind nicht nötig.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unser Anschreiben an Ihre MitarbeiterInnen weiterleiten könnten. Rückmeldungen mit Angabe von möglichen Teilnahmedaten sind unter <Auf Wunsch gelöscht> möglich. Gerne beantworten wir Ihnen hier auch weitere Fragen zum Forschungsprojekt.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!
D. S., B. D., F. S., H. R."
Zuletzt geändert von michi am Donnerstag 24. September 2015, 20:24, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarnamen und Mailadresse gelöscht

amaria
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Re: Teilnehmer_innen für Gruppendiskussion Raum FFM gesucht

Beitrag von amaria »

Guten Tag Herr R.,

haben Sie versucht, beispielsweise beim Familienministerium Geld zu beantragen, damit Erzieherinnen gegen ein angemessenes Honorar und eine Fahrtkostenerstattung plus Aufwandsentschädigung an der Diskussion teilnehmen können?

Ein Versuch könnte sich lohnen.

Freundliche Grüße

amaria
Zuletzt geändert von michi am Donnerstag 24. September 2015, 20:24, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarname entfernt

Adrasteia
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Re: Teilnehmer_innen für Gruppendiskussion Raum FFM gesucht

Beitrag von Adrasteia »

Das wäre doch einen Punkt auf der gegenderten Tagesordnung wert.
ErzieherInnen (zumeist Frauen) verdienen ohnehin weniger, warum sollten sie nicht auch noch freiwillig und begeistert Geld ausgeben um nach Frankfurt zu reisen, dort zu übernachten und kostenlos zwei Stunden für ein Forschungsprojekt zu diskutieren.
Interessanterweise sind hierbei die forschenden Männer in der Überzahl, drei Männer und eine Frau... noch so eine Genderfrage ... Warum gibt es in diesem gegenderten Forschungsprojekt nicht wenigstens einen Gleichstand der Geschlechter?

Warum forschen Männer über die Arbeit von Frauen?
Wäre nicht auch ein interessantes und gerade sehr aktuelles Forschungsthema, wie sich die überwiegende Tätigkeit von Frauen im Sozial- und Erziehungsdienst auf die Anerkennung und Bezahlung dieser Berufsfelder auswirkt und was wohl eine erhöhte Männerquote für Auswirkungen hätte?

amaria
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Re: Teilnehmer_innen für Gruppendiskussion Raum FFM gesucht

Beitrag von amaria »

Hier im Forum haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (genderkorrekt ausgedrückt :wink: ) bislang nicht den besten Eindruck hinterlassen. Daran ändern auch Nicks wie "Wissen ist Macht" und solche, die zu einem Kräutergarten passen, nichts.
viewtopic.php?f=144&t=9848&hilit=Braunschweig

Aber interessant ist es schon... Und laut einer blauen Postkarte von educcare zählt unser Berufsstand ja auch zu den "Tiefseetauchern"...
:unschuldig:

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

Gruppendiskussion
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Re: Teilnehmer_innen für Gruppendiskussion Raum FFM gesucht

Beitrag von Gruppendiskussion »

Es tut mir leid, es kam in meinem Post nicht deutlich genug heraus, dass es sich um ein studentisches Projekt im Rahmen des Soziologie-Master-Studiums handelt, sowie dass wir explizit im Raum FFM suchen und aus eben diesen Gründen auch keine Honorare bezahlen können. Personen darüberhinaus einzuladen und Ihnen keinerlei Kosten zu erstatten, bzw. sie aufzufordern noch wesentlich mehr Freizeit als die für die Diskussion veranschlagten 1-2 Stunden zu opfern, war weder die Intention, noch würden wir das auch nur annähernd für angemessen halten. Darüberhinaus ist die Teilnahme absolut freiwillig.
Da das Rahmenthema durch den Studiums- und Seminar-Kontext vorgegeben ist, ist der letzte Punkt von Ihnen, Adrasteia, zumindest in diesem Fall nicht möglich. Allerdings gibt es zu diesem Thema bereits Forschungen und die Auswirkungen und Hintergründe, warum Sozialberufe vor allem von Frauen ausgeübt werden, sind auch seit langem in der Diskussion. Gerade im Bereich der Gender-Studies.

Die Gruppenzusammensetzung ist zufällig entstanden, dass die Zusammensetzung durchaus reflexionswürdig ist, würde ich Ihnen zustimmen.

Matushka
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Re: Teilnehmer_innen für Gruppendiskussion Raum FFM gesucht

Beitrag von Matushka »

Hallo Holger,

Sie scheinen ja an Ihrer Uni recht engagiert zu sein.

Mich wuerde nun interessieren, welches Ziel Sie fuer diese Gruppendiskussion ansetzen, bzw. mit welcher statistischen Methode Sie die zu erhaltenden Informationen auswerten werden.

Folgenden "Grund" geben Sie ja als Anlass fuer Ihre Forschung:
Gruppendiskussion hat geschrieben:Dabei stellt sich im Arbeitsalltag im Kindergarten immer wieder die Herausforderung, sich diesem Thema zu stellen und eine Meinung hierzu zu vertreten.
Nun stellt sich da fuer mich die Frage -- soll die Diskussion dazu dienen, den ErzieherInnen bei Ihrer Meinungsbildung behilflich zu sein? Oder was genau sind die Gruende Ihres Teams fuer die Einladung zu ein bis zwei Stunden Diskussion mit Soziologie-Studenten?

Nun, Sie schreiben Folgendes:
Leider können wir kein Honorar oder ähnliches bieten, aber immerhin den Austausch von Argumenten und eine hoffentlich spannende Diskussion zum Thema mit anderen Erzieher_innen.
Wenn Sie wuessten, wie sehr sich -- dem Anschein nach zumindest -- ein guter Teil der ErzieherInnen einen Austausch auf Augenhoehe mit der Wissenschaft wuenscht! Es ist u.A. aeusserst wichtig fuer Sie und andere Forschende, festzustellen, wie gut oder schlecht sich politisch gut gemeinte Massnahmen im Alltag umsetzen lassen.

Waere man aber zynisch oder paranoid, koennte man hier nun allerdings glatt vermuten, dass es sich bei dieser Diskussion um den Versuch einer strategischen Informationsgewinnung handelt.

Ich vermute allerdings, zu diesem Anlass werden Sie beim Fischen im Becken der unzufriedenen ErzieherInnen im Frankfurter Raum auf dankbare DiskutantInnen stossen. :-) Als interessierter Beobachter hoffe ich, dass Sie dabei die Regeln der Ethik nicht ausser Acht lassen. http://www.soziologie.de/de/die-dgs/eth ... kodex.html

Was haben z.B. die teilnehmenden ErzieherInnen davon, Ihren Argumenten zu lauschen?

Selbst, wenn ich mit meiner Kritik uebers Ziel hinaus geschossen sein sollte, zum Schluss noch eine allgemein gehaltene Frage: Wieso sollte man als ErzieherIn/Leitung Ihre Anfrage weiterleiten, wenn grundsaetzliche Information zum Forschungskontext fehlt?

Gruss und dennoch alles Gute,

Sabine

Holger123
Beiträge: 1
Registriert: Mittwoch 23. September 2015, 00:43

Re: Teilnehmer_innen für Gruppendiskussion Raum FFM gesucht

Beitrag von Holger123 »

Hallo Sabine,

Ihre Fragen kamen leider erst als wir die Diskussion bereits geführt hatten, sodass ich erst jetzt wieder darauf stoße.
Es ging vor allem darum eine "Bestandsaufnahme" eben genau dessen wie Bildungsvorgaben, mit dem Schwerpunkt auf den Bereich Gender, Sexualentwicklung/-Pädagogik, sich im vorschulpädagogischen Alltag auswirken und umsetzen lassen, sowie um etwaige "Konflikte" zwischen Vorgaben, Erzieher_innen und Eltern-Positionen.
Da es sich um ein qualitatives Projekt handelt kam keine statistische Methode zum Einsatz, sondern es wurde eine interpretative Auswertung im Rahmen des Grounded Theory-Paradigma vorgenommen. Das bedeutet im Klartext, dass sich angeschaut wurde wie die Diskussion und Interaktion zwischen den Teilnehmer_innen verläuft: Welche Positionen werden geäußert/ausgetauscht? Welche Reaktionen äußern die anderen Teilnehmer_innen? Welches Thema leitet zu welchem über? Und auch darum ob bestimmte Positionen/Themen zwar angesprochen/angedeutet wurden, aber dennoch in der Diskussion nicht weiter verfolgt.
Es ging dabei nicht um die Diskussion mit Soziologie-Studierenden, sondern um die Diskussion untereinander. Die Methode "Gruppendiskussion" ist eine in der Soziologie verbreitete Erhebungsmethode und wird vor allem zur Erforschung von Gruppenprozessen und -Meinungen eingesetzt wobei stets klar ist, dass es sich nicht um verallgemeinerbare Ergebnisse handeln kann, sondern eher um einen ersten groben Überblick über gängige Positionen, die aufgrund ihrer Äußerung in der Gruppendiskussion von den Einzelpersonen relativ getrennt betrachtet werden müssen, da die Gruppe das Individuum beeinflusst. Das Erhebungsverfahren ähnelt also eher einer Beobachtung, denn einem klassischen Interview.
Dementsprechend wurden von uns keinerlei Argumente geäußert. Es wurde stattdessen das grobe Thema der Diskussion erläutert und die Diskutierenden konnten anschließend frei diskutieren - eine weituere Einschränkung gab es dabei auch nicht.
Die Frage was die Diskutierenden davon haben den Argumenten zu lauschen finde ich einigermaßen verwirrend, zum einen gab es, wie gesagt, keine Argumente von unserer Seite zum anderen sind direkte Auswirkungen solcher Forschung nicht zu erwarten, zumal es sich nur um eine "Bestandsaufnahme" handelte. Im besten Falle jedoch, und dies wurde ja bereits erwähnt, kommt ein Austausch unter Erzieher_innen verschiedener Einrichtungen zustande aus dem mitunter auch neue Ideen und Sichtweisen für die eigene Praxis/Institution gewonnen werden könnten. Nicht zuletzt also genau das, was ein solches Forum für Erzieher_innen auch bezweckt.
Ich kann versichern, dass mir die Regeln der Forschungsethik bekannt und wichtig sind und diese nicht verletzt wurden. Jedoch gab es schlicht keinen weiteren Forschungskontext als den hiermit und oben erwähnten.
Abschließend möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass es sich bei der Anfrage um ein studentisches Projekt handelte. Dabei handelt es sich um Forschung, die vor allem der praktischen Erfahrung der Studierenden dient. Solche Projekte sind in der Regel (es gibt vmtl. vereinzelt in einzelnen Punkten Ausnahmen und natürlich kann ich nicht dafür garantieren, dass dies immer so ist) weder drittmittelgefördert, noch werden die Ergebnisse weiter verwendet (was mitunter ziemlich schade ist und auch der Findung von Teilnehmer_innen schaden kann). Die Ergebnisse von studentischen Projekten, deren primäres Ziel die praktische Forschungserfahrung der Studierenden ist, werden in der Regel auch nicht veröffentlicht, jedoch auf Wunsch den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt (so zumindest haben wir es gehandhabt).
Auf den Punkt der "strategischen Informationsgewinnung" kann ich leider nicht antworten, da ich nicht genau weißt, was Sie damit meinen. Jedoch denke/hoffe ich, sofern ich es richtig verstehe, dass mit diesem Post auch diese Bedenken ausgeräumt worden sind.

Beste Grüße,
Holger

Matushka
Schriftsteller
Beiträge: 997
Registriert: Freitag 5. Oktober 2012, 16:04

Re: Teilnehmer_innen für Gruppendiskussion Raum FFM gesucht

Beitrag von Matushka »

Holger, gruess' Sie,

Danke fuer die ausfuehrliche Antwort! Besonders, da Ihre Diskussion ja schon stattgefunden hat, weiss ich den Aufwand zu schaetzen.

Ich fand es hilfreich, dass Sie den Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Forschung noch einmal erlaeurtert haben. Deswegen kann ich den Austausch auch hier so stehenlassen.

Den Aspekt einer "strategischen Info-Gewinnung" habe ich ins Spiel gebracht, weil ich die Beobachtung gemacht habe, dass in der akademischen Welt oft aeusserst manipulativ gearbeitet wird. Das sollte nicht gegen Sie persoenlich gerichtet sein. Da mein erster Beitrag diesen Eindruck aber durchaus machen kann, moechte ich mich fuer die darin enthaltene Schaerfe entschuldigen!

Gruss,

Sabine

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