Kind darf nicht teilnehmen

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Trippeltippel
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Kind darf nicht teilnehmen

Beitrag von Trippeltippel » Freitag 24. Oktober 2014, 18:10

Hallo,

ich lese schon einige Jahre hier mit und habe immer viele Lösungsvorschläge entnehmen können. Nun weiß ich mir keinen Rat mehr und werde selbst zur Hilfesuchenden.

Wie der Titel schon sagt, habe ich ein Kind in der Gruppe, dass nie bei Ausflügen teilnehmen darf, weil die Eltern es nicht wollen. Das Kind ist inzwischen schon Vorschulkind und hat viele Ängste entwickelt. Ich vermute, weil auch die Eltern überängstlich sind. Wegen diesem Kind wurden schon mehrfach von der alten Gruppenleitung Aktivitäten außerhalb der Einrichtung abgeblasen, so dass eigentlich gar nichts mehr stattfand. Da die alte Gruppenleitung nun freigestellte Leitung der Kita ist, möchte meine neue Gruppenleitung ganz gerne Waldausflüge machen. Die Eltern bringen ihr Kind trotzdem in die Einrichtung, obwohl die Gruppe auswärts ist. Jedesmal gibt es Knatsch, weil andere Gruppen dieses Kind zusätzlich betreuen müssen. So langsam vergeht allen Mitarbeitern die Lust, einige sind der Meinung, die Eltern müssen an diesen Tagen eine andere Betreuung für ihr Kind finden.

Wie sieht die rechtliche Lage aus? Hat das Kind ein Recht auf Betreuung in anderen Gruppen? Kann es sein, dass eine Gruppe keine Ausflüge mehr planen kann, weil ein Kind von Seiten der Eltern nicht mit darf? Leider ist das nicht das einzige Problem.

Ebenfalls verhält es sich mit kranken Kindern. Ein Kind hatte am Tag vorher Durchfall und Erbrechen und wird am nächsten Tag, am Tag des Ausfluges, in die Einrichtung gebracht, darf aber von Seiten der Eltern ebenfalls nicht mit in den Wald, weil es könnte ja Durchfall bekommen. Ich lebe in NRW und laut Gesundheitsamt darf ein Kind erst am übernächsten Tag die Einrichtung besuchen. Auch hier sind alle MA unterschiedlicher Auffassung und die Leitung drückt sich vor einer klaren Aussage. Sie war es allerdings auch, die zuvor die Gruppe geleitet hat und den Eltern sehr entgegengekommen ist. Sie hat sogar allen Kindern den Hintern abgeputzt, weil Eltern sich über Bremsstreifen in der Unterhose ihres Kindes aufgeregt haben.

Ich bin nur Zweitkraft in TZ, aber so langsam gehen mir diese Unstimmigkeiten und fehlenden Einigungen sehr an die Nerven, denn meine Gruppenleitung geht langsam zu Grunde.

Wo findet man rechtliche Informationen zu diesen Themen? Wir sind eine kirchliche Einrichtung, falls das wichtig ist. Ich wäre für Ratschläge dankbar.

LG, Trippeltippel

Siria
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Re: Kind darf nicht teilnehmen

Beitrag von Siria » Mittwoch 29. Oktober 2014, 18:54

Bei uns ist es so: Da das Kind Anspruch auf Betreuung hat, muss es in einer der anderen Gruppen untergebracht werden, wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht am Ausflug teilnehmen kann oder darf. Die rechtliche Grundlage dazu ergibt sich laut unserem Träger aus dem Betreuungsvertrag, den die Eltern mit dem Kindergarten abgeschlossen haben. Probleme wegen dieser Regelung gibt es in unserem Team nicht, es kommt auch nur ganz selten vor, dass ein Kind nicht am Ausflug teilnehmen darf.

Um sicher zu gehen, bitte deine Leiterin (oder mach es selbst), sich beim Träger zu erkundigen, wie ihr in solchen Situationen verfahren sollt. Ihr als Team braucht Klarheit, damit es nicht noch mehr zu Unstimmigkeiten kommt.

Lenina
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Re: Kind darf nicht teilnehmen

Beitrag von Lenina » Mittwoch 29. Oktober 2014, 19:36

Ja, ihr müsst das Kind an diesem Tage betreuen - auch wenn es vielleicht doof ist. Und wenn ihr nicht da seid, muss es in eine andere Gruppe.
Gibt es denn konkrete Aussagen WARUM das Kind nicht mitdarf? Spätestens in der Schule bekommen die Eltern doch dann arge Probleme, denn dort ist das wohl anders (nehme ich an) wegen der Schulpflicht.

Im Prinzip bleibt euch nichts anderes übrig, als entweder die Eltern zu überzeugen, dass das Kind mitkommen darf (da gibt es sicher eine menge Argumente) oder den Verbleib in der Kita zu klären. Absagen oder nicht mehr stattfinden lassen würde ich aber die Ausflüge nicht.

Und zu dem anderen müssst ihr euch im Team ganz klar einigen. Wenn irgendwo geschrieben steht, dass ein Kind erst dann und dann wieder kommend arf, dann ist das so. Ich finde, dann muss die Leitung da noch mal die Eltern informieren und ihr müsst strikt bleiben. Und wenn ein Kind nicht mit auf einen Ausflug kann, weil es vielleicht noch krank ist, dann gehörts auch nicht in die Kita.

Ihr habt jetzt die Chance eure Gruppe neu zu justieren. Und wenn ihr beide euch einig seid, dann bekommt ihr das mit den Eltern hoffentlich auch bald hin!
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Trippeltippel
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Re: Kind darf nicht teilnehmen

Beitrag von Trippeltippel » Mittwoch 29. Oktober 2014, 21:46

Hallo,
danke für die Antworten. Die wirklichen Gründe lassen sich nur erahnen bei dem einen Kind. Gründe die geannt werden sind oft, es könnte ja was passieren. Z.B. im Wald könnten Äste runterfallen etc. . Die Eltern arbeiten beim Jugendamt. Das Mädchen ist Einzelkind und die Eltern haben sie spät bekommen. Ich vermute, es sind Ängste der Eltern, sowie Misstrauen in die Kompetenzen der Mitarbeiter. Die ehemalige Gruppenleitung und jetzige Leitung mischt sich immer noch in die Gruppenleitung ein. Sie klärt Dinge mit den Eltern ab, ohne mit meiner Gruppenleitung das abzusprechen und die Gruppensituation zu berücksichtigen. Wenn sie dann mal weiterverweist an meine Gruppenleitung und sie entscheidet etwas, rennen die Eltern zurück zur Leitung und Beschweren sich.Die Eltern sind einfach "verwöhnt" und wollen nicht akzeptieren, dass die "Neue" Dinge anders regelt und sieht. Naja, der Betreuungsvertrag sagt ja nur, dass das Kind betreut werden muss. Die Betreuung wäre ja gesichert, wenn das Kind mitgehen dürfte. Ob die Eltern das so weitermachen in der Schule kann ich nicht beurteilen. Falls ja, gibt es ja genug Wege, wie man die Forderungen der Schule umgehen kann (krank melden etc.). Ich finde es schade für die Kleine. Sie leidet sehr darunter und erzählt auch, dass sie sehr viel geweint hat.

Meine Gruppenleitung meinte heute, sie darf auch keine Elterngespräche anbieten. Nur wenn die Eltern das wünschen. Ich habe langsam den Eindruck, die gesamte Einrichtung hat eine Veränderungsphobie. Alles was eigentlich normal ist, wird aus Prinzip abgelehnt. Die Leitung schreibt Protokolle von Teamsitzungen auch selbst und niemand muss Gegenlesen. Team findet auch nur alle 6-8 wochen statt und es wird nie über Regeln oder pädagogisches Handeln gesprochen, sondern nur Termine besprochen. Das Team kann 3 Std. dauern oder wird auch spontan gekürzt, wenn eine MA früher gehen muss. Sowas hab ich noch nie erlebt. Wir wissen es vorher nie.Die Kita hat auch kein schriftliches Konzept. Elternarbeit in Form von Elternabende oder Bastelnachmittage finden nicht statt, weil die MA keine Überstunden haben sollen. Am St.Martinszug nehmen wir ebenfalls nicht teil. Auffällige Kinder dürfen wir nicht dokumentieren, es wird so getan, als haben sie nichts. Dann braucht man ja auch nichts in die Wege leiten. Ich sehe inzwischen für mich keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Eigentlich für keinen MA dort. Ich glaube die Leitung will sich überall Unbequemlichkeiten vom Hals halten und verhindern, dass Eltern sich beim Träger beschweren. Es gibt auch kein QM. Ich denke, ich suche mir was Neues. Denn diese Zwiespältigkeiten und unklare Aussagen vom Leitungsteam scheinen schon über Jahrzehnte so zu sein. Und vor mir sind schon viele aus diesen Gründen gegangen.

LG,Trippeltippel

Lenina
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Re: Kind darf nicht teilnehmen

Beitrag von Lenina » Donnerstag 30. Oktober 2014, 00:00

Was du schreibst, klingt wirklich nach einem tiefergehenden Problem, das so einfach nicht behoben werden kann. Elterngespräche kann man eigentlich jederzeit anbieten. Und auch mal einfordern.
Habt ihr /hat jemand mal den Eltern klar gemacht, was sie ihrem Kind "antun"? Hat sie mal die Möglichkeit gehabt, es ihren Eltern zu sagen? Als Vorschulkind wird sie die Situation ja inzwischen auch einigermaßen erfassen können.
Aber wenn der Rest so verfahren ist, wird so ein Gespräch echt schwierig werden.

Wahrscheinlich ist es für einen selbst das Beste, die Reißleine zu ziehen, bevor man sich an der Situation aufreibt - und gleichzeitig ist es schade.
Ich frage mich immer, wie es sein kann, dass eine Einrichtung so vor die Wand fährt und der Träger nichts merkt oder nichts unternimmt?
Und ihr seid ja kein Einzelfall!
Ähnlcihe Geschichten hört und liest man hier dauernd und ich habe auch schon diese Erfahrungen gemacht.

Eine Einrichtung (oder Firma oder was weiß ich) braucht einen Chef/Leiter, der das auf die Kette kriegt und strukturiert. Manchmal habe ichd as Gefühl, davon gibts in unserer Branche viel zu wenig.

Hast du die Kritkpunkte deiner Chefin mal dargelegt oder traust dich, es zu tun? Vielleicht (wenn auch nicht wahrscheinlich) kommt ihr über ein offenes Gespräch irgendwie auf einen Nenner.
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Trippeltippel
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Re: Kind darf nicht teilnehmen

Beitrag von Trippeltippel » Freitag 31. Oktober 2014, 23:58

Hi du,

ich kenne es auch nur so, dass man elterngespräche anbietet, einfordert oder sie von eltern auch eingefordert werden dürfen. ich unterstelle der leitung einfach mal, dass sie angst davor hatte, mit den eltern offene gespräche zu suchen und es jetzt auch der neuen gruppenleitung verbietet, weil sie befürchtet, dass die eltern ihr ärger bereiten könnten aufgrund ihrer stellung beim jugendamt. ich arbeite nun schon 20 jahre in unterschiedlichen einrichtungen, aber eine einrichtung ohne schriftliches konzept,mit team alle 6-8 wochen,ohne wert auf pädagogischer arbeit und mit so vielen internen personalkonflikten hab ich noch nie erlebt...eigentlich müsste ich nur alles tun, was die eltern wollen, aufpassen, dass niemand verloren geht, nase und po putzen und alleine dafür sorgen, dass alle kinder bei der schlafwache die klappe halten und über eine stunde liegen bleiben, damit andere pause machen können...die leitung gibt den kindern auch einfach medikamente,obwohl es keine notfallmedikamente sind und vom arzt eine schriftliche erlaubnis vorliegt...es wird auf alles gesch... auf deutsch gesagt...es werden leute ohne ärztliche untersuchung eingestellt und in U3-Gruppe eingesetzt...sogar wurde mal eine mutter eingestellt, weil zu wenig personal da war...mir tun die jungen engagierten MA leid, die keinerlei entwicklungsmöglichkeiten haben...

tja, ich suche schon fleißig...für mich ist das nix...dafür habe ich auch nicht eine pädagogische ausbildung gemacht...

lg und danke für die mühe

Lenina
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Re: Kind darf nicht teilnehmen

Beitrag von Lenina » Samstag 1. November 2014, 13:42

Das mit den Medikamenten ist allerdings ein Problem. Ich gehe mal jetzt davon aus, dass es Medikamente sind, die von den Eltern mitgebracht wurden, richtig?
Ich selbst würde mich weigern (und ich hoffe, ihr tut das auch), denn ihr habt keine medizinische Ausbildung und wenn da irgendwas schief geht, habt ihr ein Problem! Eigentlich darf man als nicht medizinisches Personal nicht mal ner Kollegin ne Aspirin anbieten.

Ich finde es wirklich traurig und es nimmt mir oft die Perspektive, wenn ich Beschreibungen wie die deine höre. Dort möchte ich weder arbeiten NOCH mein Kind hinschicken.

Und leider, leider merkt man es erst, wenn es schon zu spät ist und man drin hängt...
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